triumphbogen,
m. ,
arcus triumphalis; bei Hulsius - Ravellus
dict. (1616) 329
b noch triumphboge; triumphsbogen
bei Weismann
lex. bip. (1725) 2, 414
a. aa)
zunächst der in Rom oder auszerhalb errichtete steinerne bogen für einen triumph: (
dem siegreichen feldherrn machten die Römer) triumphbogen (arcus triumphales). sie machten steinin bogen, in die stein schreiben sie die herrliche thaten vnnd geschicht des selben haubtmans vnnd der bogen hiesz ein triumphbogen; so nennen wir es ein schwibbogen Geiler v. Keisersberg
brösamlin (1517) 2, 75
a; finstern schatten werfend, stand mir der triumphbogen des Septimius Severus entgegen Göthe I 32, 336
W. überhaupt ein für einen sieger errichteter ehrenbogen: dasz man mir an allen kreutzwegen auff dem land und an allen eckhäusern und volckreichen plätzen in den stätten gewaltige triumphbögen und ehrensäulen auffrichte Grimmelshausen 2, 674
Keller; von dem nach antikem vorbild errichteten arc de triomphe in Paris: denn dieser triumphbogen ist ohne zweifel das imposanteste siegeszeichen, das sich seit jahrhunderten ein held errichtet hat Hebbel
werke 10, 17
Werner. weiterhin '
ehrenbogen'
bei festlichen empfängen: zehen gar köstlich triumphbogen wurden uber die gassen zogen (
beim einreiten Carls V. in Nürnberg) Hans Sachs 2, 382
lit. ver.; jedermann wird gewisz gern licht und lichter, lampen und lämpchen anzünden, wenn man dem tageseinzug (
des fürsten) ein frohes vivat entgegengerufen. sollte aber zu dem empfang ein triumphbogen aufgebaut ... werden, ... so dürfte leicht ein gröszerer aufwand nöthig seyn Göthe IV 24, 270
W.; spöttisch als titel einer schrift: auch mache ich dich auf eine schrift aufmerksam, welche Schlegel gegen Kotzebue geschrieben: ehrenpforte und triumphbogen für den theaterpräsidenten Kotzebue Schiller
briefe 6, 235
Jonas; man überhäufte die gärten ... mit triumphbögen Hirschfeld
theorie d. gartenkunst (1779
ff.) 5, 26. bb)
in der altchristlichen und armenischen basilika heiszt triumphbogen
der vor dem sanctuarium, in der gotischen kirche der zwischen schiff und chor befindliche hohe scheidebogen, über dem gewöhnlich der triumphierende erlöser dargestellt war oder in dem ein mächtiges kruzifix hing: der triumphbogen (
der altchristlichen basilika) deutete in groszen symbolen und allegorien auf das allerheiligste Vischer
ästhetik3 (1846
ff.) 3, 632; ein scheidebogen, der auf zwei dicken kurzen romanischen säulen ruht und an den altchristlichen triumpfbogen erinnert, führt vom chor in das höhere, mit einer flachen decke versehene schiff der kirche H. Allmers
marschenbuch 143.
auch auszerhalb dieses bezirkes als bautechnischer begriff: es stunden aber die gebäue dieses schlauraffenlands kunstreich vnd prächtig auff der höhe vnd den berg herab anzusehen, mit griechischer vnnd wälscher arbeit zierlich auffgeführet, mit herrlichen capitalen, säulen, läuffen, laubwerck, schweb- vnd triumphbögen meisterlich vmbgeben Moscherosch
gesichte (1650) 1, 117. cc)
nicht selten ist bildliche verwendung: (
es) konten auch Polixena vnd Melissa leicht vrtheilen, dasz jnen nicht ein gering glory vnnd ruhm seyn würde, da sie jhre tropheen vnd triumphbögen mit den waffen der freyheit dieser beyder dapfferer kriegsleuth zierten vnnd honorierten
theatrum amoris (1626) 174; auf dem kampfplatze der Venus verstattet man nicht, nach dem kampfe triumphbögen aufzurichten; sonst verliert man den sieg v. Petrasch
s. lustsp. (1765) 2, 389; der triumphbogen der sittlichkeit ist ein regenbogen, durch welchen noch kein sterblicher gezogen Jean Paul
s. w. (1826
ff.) 56, 121
Reimer; er (
der mensch) sieht des unrechts triumphbogen aufbaun und liegen im staube der edlen haupt Platen
ges. w. (1843) 2, 264.
mehrfach werden die augenbrauen mit triumphbögen
verglichen: (
o princessin) deren ehrlehrende augbrawen ... wie triumfbogen anzuschawen Weckherlin
ged. 1, 14
lit. ver.; daher die verborgene kümmerlichkeit der augen, die unter ihren schwarzen triumphbogen so herausfordernd leuchteten Heine 3, 249
E.