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Träge

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
17 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Träge

Bd. 4, Sp. 638
Träge, -r, -ste, adj. et adv. Abneigung von der Bewegung habend, besonders, so fern diese Abneigung in der Empfindung körperlicher Masse oder Schwere gegründet ist, und in weiterer Bedeutung, Abneigung zur möglichen Anwendung seiner Kräfte habend und darin gegründet; im gemeinen Leben faul. Träge seyn. Ein träger Mensch. Zur Arbeit träge seyn. Träge arbeiten. Was schlummerst du? die träge Rast Schickt sich für Helden nicht, Gleim. Daher wird es zuweilen auch für schläferig, müde, gebraucht, so fern dieser Zustand mit einer Neigung zur Ruhe, oder Abneigung von der Bewegung verbunden ist. Im Niedersächsischen bedeutet es auch abgemattet, entkräftet, in welchem Verstande es aber im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. S. auch Trägheit. Anm. Schon bey dem Kero traga, bey dem Ottfried drago, im Nieders. und Holländ. traag, im Schwed. trög, im Irländ. tregur. Frisch fand, daß der Esel, weil er zum Tragen gebraucht wird, bey einigen ältern Schriftstellern Trägel genannt wurde, und daher kam er auf den seltsamen Einfall, unser träge von diesem Worte abzuleiten, weil die Trägheit eine bekannte Eigenschaft des Esels ist. Erträglicher würde die Ableitung von dem Schwed. dryg, groß, schwer, Isländ. driugr, seyn, indem die Trägheit eine Wirkung der Empfindung körperlicher Masse oder Schwere ist. Allein, alle verwandte Sprachen haben noch das Zeitwort, welches das nächste Stammwort unsers Beywortes ist, und dieses ist das Schwed. dröga, zaudern, im Isländ. trega, im Ital. tregare, im Schottländ. dretche, im Lat. mit vorgesetztem Zischlaute strigare, wovon denn das mittlere Lat. tricare, zaudern machen,[] hindern, das Factitivum ist. Daß diese Zeitwörter von unserm tragen abstammen, so fern es ehedem auch ziehen, Lat. trahere, bedeutete, ist höchst, wahrscheinlich, indem zwischen beyden Begriffen mehr als eine Verbindung Statt findet. Daher wird das Franz. trainer, (ehedem traigner,) auch für zaudern gebraucht, und die gemeinen Deutschen Mundarten haben von dem alten tragen, zaudern, das doppelte Intensivum drucksen. Das Latein. tardus scheinet auf ähnliche Art von einem veralteten taren, ziehen, abzustammen, wovon unser zerren, Nieders. terren, ein Iterativum ist.
2183 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TRÆGEadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    TRÆGE adj. träge, langsam, verdrossen. ahd. trâgi Graff 5,502. nebenform trâc (: wâc) Ath. B, 134 und anm. livl. chron. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Träge

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Träge , -r, -ste, adj. et adv. Abneigung von der Bewegung habend, besonders, so fern diese Abneigung in der Empfindung k…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    träge

    Goethe-Wörterbuch

    träge [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    trägeAdj.

    Pfälzisches Wb.

    träge Adj. : ' faul, bequem ', umgspr. Er is trääsch [ LU-Friesh ]; e trägeʳ Kerl [ GH-Westh ]; e trägeʳ Hund, von einem…

  5. Sprichwörter
    Träge

    Wander (Sprichwörter)

    Träge 1. Is de êne trâg (träge, langsam), is de anner grâg (schnell). – Kern, 1649; Hauskalender, I. 2. Hi as so trâi üü…

  6. Spezial
    träge

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    trä|ge adj. 1 (langsam) pëigher (-gri, -gra) 2 (faul) frat (frac, frada) 3 (schwerfällig) pesoch (-oc, -ocia), podor (-s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit traege

64 Bildungen · 52 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von traege 2 Komponenten

tra+ege

traege setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

traege‑ als Erstglied (30 von 52)

trægecheit

Lexer

trægec-heit stf. drâge-, drêgekeit: pigritia, segnities Dfg. 434 b . 524 c .

Träge (der)

Wander

trag·eder

Träge (der) 1. Dem Trägen ist schlecht was zu übergeben. Bei Tunnicius: Den tragen is quât to bevoelen. (Ipse tuos noli pigro committere num…

trägel

FWB

1. ›Träger von Lasten, die von einer oder wenigen Personen bewältigbar sind‹; 2. ›Esel‹.

trägerabstand

DWB

traeger·abstand

trägerabstand : eine decke ... erhält I-träger, normalprofil 14 bei 1 m trägerabstand Schönermark-Stüber hochbaulex. 341 ;

trägeramt

DWB

traeger·amt

-amt : ( ca. 1394) so soll an dem heiligen feiertage kein treger noch bierspunder tragen oder laden noch anderley arbeit thun, die da angeho…

trägerart

DWB

traeger·art

-art : je nach der anzahl und anordnung der auflager und scheiben unterscheidet man verschiedene trägerarten ( wie balken, bogen, ketten, ge…

trägerbelastung

DWB

traeger·belastung

-belastung : dieses gitterwerk ( einer brücke ) wird bei totaler trägerbelastung gar nicht beansprucht Karmarsch-Heeren 2, 90 ;

trägercolonne

DWB

traeger·colonne

-colonne : da die landesproducte aus norden und süden ... durch lange trägercolonnen nach D. gebracht werden Soyaux aus Westafrika 2, 17 ; d…

trägerebene

DWB

traeger·ebene

-ebene : diese trägerebene ..., welche bei berücksichtigung des eigengewichts nur eine vertikalebene sein kann Lueger 7, 694 ;

trägerei

DWB

traege·rei

trägerei , f. , das tragen: gleiche männer-tragerey ( auf die Weinsberger geschichte bezogen ) kann man in alten historien finden Abele v. L…

trägerfläche

DWB

traeger·flaeche

-fläche : indem ( in den trägern für die decke aus cementbeton mit eisenstabeinlagen ) die eisenstäbe auf halber trägerlänge ziemlich nahe d…

trägerform

DWB

traeger·form

-form : der verlauf der begrenzung oder axe gibt veranlassung zur unterscheidung verschiedener trägerformen ( als parallelträger, dreiecks-,…

trägerheer

DWB

traeger·heer

-heer : indem erschien in langen reihn ein trägerheer. man trug herein viel kistchen, kästchen, schächtelchen Zachariä hinterlass. schr. 64 …

Trägerhemd

PfWB

traeger·hemd

Träger-hemd n. : 'Frauenhemd mit Tragbändern über die Schulter', Trääeʳhemd [ RO-Dielkch ], -himd [ KU-Bedb ], -hemb [ KB-Kriegsf ], Trääche…

trägerin

DWB

trag·erin

trägerin , f. , seit dem ahd. in dem compos. chinttragerinne s. u. bezeugt; im wesentlichen in denselben bedeutungen wie träger verwandt, nu…

trägerkarn

DWB

traeger·karn

-karn : sarracum ein wagen zu bawhöltzern, ein trägerkarn nomenclator lat.-germ. (1634) 371;

trägerkleid

DWB

traeger·kleid

-kleid : eine grosze verrheterey zu Dantzig ... hatten auch allbereit nicht wenig knechte des ordens bey sich in der stad heimlich, die sie …

trägerknecht

DWB

traeger·knecht

-knecht : ( ordnung der salzmesser 1445) dat geyne dragerknechte eynche secke mit saltz achter sich neymen verfassung u. verwaltung der stad…

trägerlast

DWB

traeger·last

-last : eines tages war jemand ( von den negern ) in sein ( des weiszen ) lager eingebrochen und hatte mindestens eine trägerlast waren gest…

traege als Zweitglied (11 von 11)

denkträge

DWB2

denk·traege

denkträge adj. : 1860 Scherr größenwahn ( 1876 ) 142. 1927 Haushofer grenzen 37.

Êrbausträge

Adelung

erb·austraege

Die Êrbausträge , singul. inus. in dem Deutschen Staatsrechte, erbliche Austräge, d. i. befreyete willkührliche Gerichte gewisset Reichsstän…

Langsamträge

Campe

langsam·traege

○ Langsamträge , adj . u. adv . langsam und träge zugleich. Ein langsamträges Leben, das langsam und in Trägheit verfließt. — — — liegt anf …

schreibeträge

DWB

schreibe·traege

schreibeträge , adj. : der liebe allerkostbarster beweis, den ich aus schreibeträgem herzen kaum mir abzuquäl- und tragen noch vermag. Chami…

Schreibträge

Campe

schreib·traege

○ Schreibträge , — r, — trägste , adj . u. adv . zu schreiben träge. »Dein schreibträger Freund.« Ungen. Auf dieselbe Art kann man auch schr…

Stammausträge

Adelung

stamm·austraege

Die Stammausträge , sing. inusit. Austräge, d. i. selbst erwählte zur Pflegung der Güte bestimmte Gerichte, so fern sie bey einem Stamme ode…

stinkträge

DWB

stink·traege

stinkträge , adj. , soviel wie stinkfaul: und wenn sie sich einmal heranschleichen sollte, die stinkträge, blutsaugende bestie ( blasierthei…

überträge

DWB

ueber·traege

überträge , adj. 1) steigernd zu träge: er hett ain überträge zungen, lingua tardus Steinhöwel Äsop 38 Öst.; Toobo war träge, überträge W. v…

unträge

DWB

unt·raege

unträge , adj. adv. , gth. zu träge. mhd. untræge, -trâge; impiger, hurtig, musterig, wacker, behend, nuofer, redlich, unverdrossen, fleyszi…

willensträg(e)

DWB

willens·traege

willensträg(e) , adj. : weder willensträge noch entschlüssig, ... sasz ich da und überlegte lange Hoffmann von Fallersleben schriften 6, 104…

Ableitungen von traege (1 von 1)

unträge

DWB

unträge , adj. adv. , gth. zu träge. mhd. untræge, -trâge; impiger, hurtig, musterig, wacker, behend, nuofer, redlich, unverdrossen, fleyszi…