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Streiten

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Campe
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Streiten v., intrs, rec, trs

Bd. 4, Sp. 708a
Streiten, v. intrs. unregelm. ich streite, du streitest, er streitet; unl. verg. Z. ich stritt; Mittelw. d. verg. Z. gestritten; Befehlw. streite oder streit, ehemahls wahrscheinlich ein Schallwort, ein mit einem Geräusche verbundenes Bemühen oder Anstrengen der Kräfte auszudrucken. Wenigstens gebrauchte man es vordem für, sich mit Anstrengung der körperlichen Kräfte bemühen, welche Bedeutung es in dem zusammengesetzten bestreiten zum Theil noch hat. Dann auch überhaupt bemühen, bestreben. Nach dem min Herce stritet. Parcival. (R.) I engerer und gewöhnlicher Bedeutung gebraucht man es jetzt nur für, mit Anstrengung seiner Kräfte sich bemühen einem Gegner Widerstand zu leisten und ihn zu überwinden, es sei davon Uneinigkeit oder etwas anderes die Ursache, und es geschehe auf welche Weise es wolle, und in welchem Grade es wolle  So streiten zwei Personen, wenn sie sich raufen, schlagen, wenn sie fechten, zwei Kriegsheere, wenn sie sich ein Treffen liefern, belagern, zwei Thiere, wenn sie sich beißen, schlagen, stoßen  »Gott lehret meine Hand streiten,« 2 Sam. 22, 35. »Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen.« Offenb. 12, 7. Gegen oder wider jemand streiten. Für das Vaterland, für die gute Sache streiten. Tapfer streiten. Alle stritten wie Löwen. Mit ungleichen Waffen, Kräften streiten. I weiterer Bedeutung, mit Worten streiten, einen Satz, eine Behauptang  eines Andern nicht zugeben, sondern das Gegentheil davon behaupten, ebenfalls als ein allgemeiner Ausdruck, welcher die Heftigkeit, Sittlichkeit  dabei unentschieden läßt, und sich dadurch von zanken, hadern unterscheidet. Über eine Sache streiten. Für die Wahrheit einer Sache streiten. Mit jemand streiten. Gern streiten, gern das Gegentheil von dem was Andere sagen behaupten. Streitet nicht, oder streitet nicht mit einander, von mehrern, wo jeder seinen dem des Andern entgegengesetzten Satz  behauptet. Wider die Wahrheit streiten, etwas wider die Wahrheit behaupten. Vor Gericht streiten, sowol mündlich als schriftlich. Die streitenden Parteien vergleichen. I gemeinen Leben auch als rec. sich streiten. Sich mit jemand streiten. Zuweilen auch, aber ungut, als trs. das will ich nicht streiten, dagegen will ich nicht streiten, das will ich nicht bestreiten. »Niemand streitet sie euch jetzt,« bestreitet sie euch, streitet sie euch ab. Herder. Sich zu Ehren streiten, durch tapferes Streiten sich Ehre erwerben. Nun hatte sich jener im heilgen Krieg Zu Ehren gestritten durch mannigen Sieg. Göthe. Uneigentlich, 1) Sich gegen etwas als feindlich, schädlich  setzen, es zu überwinden, wegzuschaffen suchen. Gegen Vorurtheile streiten, ihrem Einfluß und ihrem Verbreiten sich widersetzen, sie zu vernichten suchen. Mit vielen Krankheiten mit Unannehmlichkeiten zu streiten haben, sie zu entfernen suchen. Mit Hunger und Durst, mit Kälte streiten. Mit dem Sturme streiten, zur See, ihm zu widerstehen, seinen verderblichen Wirkungen zu entgehen suchen. Die streitende Kirche, die sich gegen Bedrückung und Unterdrückung, Verfälschung ihrer Lehre  setzenden Glieder der kristlichen kirchlichen Gesellschaft (Ecclesia militans.); zum Unterschiede von der triumpfenden Kirche (Ecclesia triumphans), und der bedrückten K. (E. pressa). 2) Entgegen sein, sich widersprechen. Das streitet wider die Natur der Sache, gegen den gesunden Menschenverstand. Streitende Pflichten, welche einander zu widersprechen scheinen. I N. D. lautet es striden, wovon man auch ein Verstärkungswort stridden hat, d. h. heftig streiten, zanken. D. Streiten. D. — ung in dem zusammengesetzten Bestreitung 
3609 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streiten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Streiten , verb. irregul. neutr. Imperf. ich stritt; Mittelw. gestritten; Imperat. streite oder streit. Es erfordert das…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    streiten

    Goethe-Wörterbuch

    streiten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    streitenst.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    streiten st. : 1. 'zanken, sich tätlich auseinandersetzen', streide (straidə) [LU-Altr GH-Zeisk, Karch Gimmdg/Muttstdt 2…

  4. Sprichwörter
    Streiten

    Wander (Sprichwörter)

    Streiten 1. Durch Streiten und Disputiren thut man die Wahrheit oft verlieren. Böhm. : Přílišná hádka pravdĕ škodí. ( Če…

  5. Spezial
    streiten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    strei|ten (stritt, gestritten) I vb.intr. 1 (sich zanken) strité (-ta), zangané (-nëia), beghé (bega) 2 s ć iampí (-pësc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streiten

11 Bildungen · 1 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

streiten‑ als Erstglied (1 von 1)

Streitende

DRW

streit·ende

Streitende, m. Streitpartei die streitende alsobald zur guͤtlichkeit ermahnen 1692 KurpfDuellEdict 9

streiten als Zweitglied (6 von 6)

abstreiten

DWB

abs·treiten

abstreiten , lite extorquere, denegare, nnl. afstrijden, mhd. wol abe ( wie an) erstrîten: ein kind sucht kindern oft den apfel abzustreiten…

anstreiten

DWB

anst·reiten

anstreiten , impugnare, bestreiten, anfechten. mhd. sagte man an einen strîten, z. b. strîten an die heidenschaft; an die burgære strîten. M…

ausstreiten

DWB

aus·streiten

ausstreiten , absolvere litem, nnl. uitstrijden: ausgestritten, ausgerungen ist der lange, schwere streit. Schiller. er läszt sich das nicht…

bestreiten

DWB

best·reiten

bestreiten , impugnare, und wie besetzen, belegen occupare; nnl. bestrijden, mhd. bestrîten selten. 1 1) leute bekämpfen, angreifen: ê dan s…

erstreiten

DWB

erst·reiten

erstreiten , 1 1) expugnare, evincere, mhd. erstrîten: ich trûte wol erstrîten, daʒ dër küene man dise starke übermüete von wâren schulden m…

widerstreiten

DWB

wider·streiten

widerstreiten , vb. ' streiten gegen jmd. ( etw. ) oder gegeneinander, sich wehren, sich widersetzen, widersprechen, ( etw. ) bestreiten, an…

Ableitungen von streiten (4 von 4)

bestreiten

DWB

bestreiten , impugnare, und wie besetzen, belegen occupare; nnl. bestrijden, mhd. bestrîten selten. 1 1) leute bekämpfen, angreifen: ê dan s…

erstreiten

DWB

erstreiten , 1 1) expugnare, evincere, mhd. erstrîten: ich trûte wol erstrîten, daʒ dër küene man dise starke übermüete von wâren schulden m…

verstreiten

DWB

verstreiten , verb. wenig belegt, aber in verschiedenen bedeutungen vertreten. 1 1) nur im nd. sprachgebiet ist eine ältere faur- type vurst…

Zerstreiten

Campe

Х Zerstreiten , v. rec . unregelm. ( s. Streiten ), sich durch Streiten ganz entkräften. »Man zerstreitet sich so sehr, ob « Lessing. (R.) …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „streiten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/streiten/campe?formid=S19782
MLA
Cotta, Marcel. „streiten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/streiten/campe?formid=S19782. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „streiten". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/streiten/campe?formid=S19782.
BibTeX
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