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Schwärmen

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Adelung
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schwärmen

Bd. 3, Sp. 1716
Schwärmen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches das verworrene Geräusch nachahmet, welches unter andern auch mehrere Dinge in ihrer Bewegung machen. 1. Eigentlich, dieses verworrene Geräusch von sich geben, hervor bringen. Was für ein liebliches Sumsen schwärmt um mich her? Geßn. In engerer Bedeutung gebraucht man dieses Wort von den Bienen, wenn die Jungen mit einem verworrenen Gesumse und in einer unordentlich scheinenden Menge aus einem Stocke ziehen. Die Bienen schwärmen, werden bald schwärmen. In welchem Verstande man es auch von den alten Bienen gebraucht, wenn sie ihre Jungen auf diese Art auslassen, daher man in Niedersachsen für schwärmen auch lassen sagt. Der Stock hat noch nicht geschwärmet. 2. In engerer und figürlicher Bedeutung. 1) Rauschenden Vergnügungen und Ausschweifungen zur Ungebühr nachhängen. Die ganze Nacht schwärmen. Ein Mensch muß in seinem Leben wenigstens Ein Mahl schwärmen, ein falscher, obgleich sehr allgemeiner Grundsatz. Lärmen und schwärmen. 2) Sich ohne Ordnung und Absicht und mit einem Geräusche schnell hin und her bewegen. Fliegende Würmchen verfolgen sich unten im Grase; bald verliert sie mein Auge im grünen Schatten, dann schwärmen sie wieder im Sonnenschein, Geßn. Von einem Orte zum andern schwärmen. Auf der See herum schwärmen, im Niederdeutschen die See schäumen; im Ital. ist sciamare schwärmen. 3) Sinnlichen Vorstellungen zur Ungebühr nachhängen, sinnliche Vorstellungen zum Bestimmungsgrunde seiner Urtheile und Handlungen annehmen, zum Nachtheile deutlicher. Bey den Jägern schwärmt der Leithund, wenn er sich durch fremde sinnlichere Witterung von dem Suchen auf der Fährte abbringen läßt, z. B. wenn er ein Wild erblickt, und dadurch im Suchen irre wird. 4) In noch engerer Bedeutung, dunkele oder verworrene Vorstellungen zum Nachtheile klarer und deutlicher zum Bestimmungsgrunde seiner Urtheile und Handlungen annehmen.[] In diesem Verstande sagt man sehr häufig, es schwärmt jemand, oder es schwärmt in seinem Kopfe, wenn er verworrene Vorstellungen hat, und solches durch seine Urtheile und Handlungen im hohen Grade äußert. Siehe Schwärmerey. So auch das Schwärmen. Anm. Im Nieders. swarmen, und mit einem andern Endlaute swarven, im Angels. swearmian, im Engl. to swarm, to swerve, im Schwed. svärma. Im Niederdeutschen hat man noch ein anderes sehr nahe verwandtes Wort, welches swieren, Holländ. zwieren, lautet, und schwärmen im ersten und zweyten figürlichen Verstande bedeutet. Junius leitete unser schwärmen von dem Griech. Harmonia, Wachter von συρμα, die Schleppe eines Kleides, Frisch, der den Bienenschwarm für die erste und älteste Bedeutung hielt, von Sperma her, anderer zu geschweigen. Keinem fiel ein, daß dieses Zeitwort eine sehr deutliche Onomatopöie ist, welche das surmende Geräusch vieler sich bewegender Dinge genau nachahmet, und das Stammwort des Intensivi schwirren ist, so wie es wiederum ein vermittelst des Zischlautes gebildetes Intensivum von wirren in verwirren, Wurm u. s. f. ist. Die eben gedachten von andern angegebenen Stammwörter sind indessen, obgleich auf verschiedene Art, Figuren dieser Onomatopöie.
3128 Zeichen · 45 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwärmen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schwärmen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches das verworrene Geräusch nachahmet, welches unter andern …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schwärmen

    Goethe-Wörterbuch

    schwärmen auch subst ‘(das) S.’ (zB N13,254 ) sowie einmal ‘die S-de’ 41 2 ,241,26 1 aus-, umherziehen, auch (unstet u z…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwärmen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwärmen , im deutschen Heere Kommando zum Ausschwärmen (s. d.), d. h. zum Übergang aus der geschlossenen in die geöffn…

  4. modern
    Dialekt
    schwärmenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schwärmen , schwarmen schw. : 1. 'im Schwarm fliegen', bes. vom Schwarmflug der Bienen, schwäʳme (šwęʳmə) [verbr., Lambe…

  5. Sprichwörter
    Schwärmen

    Wander (Sprichwörter)

    Schwärmen 1. Das Schwärmen der Bienen ist für das Ohr des Imkers (Bienenwärters) ein angenehmer Lärm. – Oekon. Weisheit,…

  6. Spezial
    schwärmen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schwär|men vb.intr. 1 (von den Bienen) somené (somëna) 2 (begeistert sein) s’entusiasmé 3 (verliebt sein) ester inamoré,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwaermen

9 Bildungen · 2 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schwaermen 2 Komponenten

schwa+ermen

schwaermen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwaermen‑ als Erstglied (2 von 2)

schwärmen II

RhWB

schwärmen II -ę-, –E:- = dass. s. bei Schwarm III;

schwaermen als Zweitglied (4 von 4)

abschwärmen

DWB

abschwärmen , examen emittere, die bienen haben abgeschwärmt.

ausschwärmen

DWB

aus·schwaermen

ausschwärmen , strependo evolare, von vögeln, bienen: dasz die tauben nicht zu viel ausschwermen. Kirchhof wendunm. 139 a ; die bienen sind …

verschwärmen

DWB

versch·waermen

verschwärmen , verb. , Adelung kennt das wort ' nur im gebrauch von bienen '. die bienen haben verschwärmet, ' wenn sie ausgeschwärmet, oder…

vorschwärmen

DWB

vorsch·waermen

vorschwärmen , verb. , von Campe verzeichnet. 1 1) in der sprache der bienenzüchter entsprechend dem sinne von vorschwarm: vorschwärmen sagt…

Ableitungen von schwaermen (3 von 3)

entschwärmen

DWB

entschwärmen , vagando elabi: denn es entschwärmt mir der geist in die seligkeit.

erschwärmen

DWB

erschwärmen , grassando sibi parare: er hat einen ungesunden leib erschwärmet. Stieler 1951 . in anderm sinn, errore fanatico exoptare, asse…

verschwärmen

DWB

verschwärmen , verb. , Adelung kennt das wort ' nur im gebrauch von bienen '. die bienen haben verschwärmet, ' wenn sie ausgeschwärmet, oder…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schwaermen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schwaermen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schwaermen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schwaermen/adelung. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schwaermen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schwaermen/adelung.
BibTeX
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