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schnupfen

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DWB
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21 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnupfen m.

Bd. 15, Sp. 1387
schnupfen, m. krankhafter nasenflusz, verstopfung der nase (s.schnupfen, verb.), verwandt mit schnauben, schnaufen. das wort ist vielgestaltig in älterer sprache, einige der entwickelten formen haben sich mundartlich erhalten; auch das geschlecht schwankt. schnupfen, m. geht zurück auf mhd. snupfe, m., der schnupfe: häupt - schwer, (der schnupffe) ist eine abtrieffung der flüsse. Comenius sprachenth. übers. von Docemius (1657) 300. daneben findet sich das fem. die schnupfe, die schnupfen: die snupfen, catarrus Diefenb. 106b, die snüpfen ebenda; so merke ich nun, dasz bei den Griechen in der schwärheit des hauptes dieser namen behalten wirt und die nasenphnusel oder schnupfe von jnen catastagmus genennt wirt. Celsus von Khüffner (1531) 45a; würst anderst nit die schnüpfen hon. Liliencron hist. volksl. 3, s. 348a; gekürzt schnupf: schnupff, rheuma Dasyp.; schnupf, schnuppen, m. gravedo, rheuma, fluxus Schottel 1406; schnupf, gravedo, catarrhus Steinbach 2, 482; die schnupf, catarrus Dief. 106b, schnupff, f. pituita 439a. über ein schnupf anderer bedeutung s. unten unter 3. in nd. und md. gegenden, doch auch sonst, tritt pp auf an stelle des hochd. pf: snuppe, catarrus Dief. 106b, screatus 520c: schnupf, schnuppen, m. Schottel 1406; schnupfen, schnuppen Kramer deutsch - ital. dict. (1702) 2, 634c; schnuppa, der schnupfen Sartorius 112; snuppe, m. Schambach 201a; die form der schnuppen ist in lässiger umgangssprache, besonders der md. gebiete allgemein gebräuchlich und begegnet auch oft in der schriftsprache, wofür unten belege gegeben werden. daneben finden sich feminine formen: die snuppen, catarrus Dief. 106b, die schnup, reuma 497b, vergl. Frommann zeitschr. 4, 184 (schlesisch); der immer die schnuppe hat, gravedinosus; die schnuppe vertreiben, gravedini subvenire Frisch 2, 217a; ewer reuchopffer gefelt mir nicht, ich hab die schnuppen. Luther glosse zu Amos 5, 21 (7, 533 Bindseil); darumb muosz er die schnuppen han. Schade sat. u. pasqu. 3, 100, 30; Kramer 2, 634c verzeichnet der schnupps. formen mit o in der wurzelsilbe: schnopf, reuma Diefenb. 497b; catharrus, schnopff, ich hab den schnopffen, der schnopffen. Alberus; das der schnopfe je nit vorhanden sei, dann wer den schnopfen, rheuma genant, het, sol nit kaltes oder feuchtes ufs heubt brauchen. Dryander practicierbuch (1537) 28; ich werd vom schnopffen wol geplagt. fabeln 36, 106; wann der schendtlich schnopff nicht so verwüst hett meinen kopff. 111. mit unverschobenem wurzelauslaut: snoppe, snop Schiller-Lübben 4, 278a; der snoppe, catarrus Dief. 106b, snopp ebenda, snoppe, polipus 445a, reuma 497b, schnopp, rotz Hupel 211; sy haben den gaistlichen schnoppen oder pfipffich, sind gantz unenpfintlich. Keisersberg schiff d. pen. 74d; hat er doch den schnoppen nicht und kont wol riechen. Alberus widder Jörg Witzeln G 6a; schnoppe, f.: die snoppen, die da fleuszt niderwerts. quelle bei Lexer mhd. handwörterb. 2, 1046. die form schnaupfe ist belegt in Mones zeitschr. 7, 393 (15. jh.). schnaupe: ich hab die naszschnauppen, und kan nichts schmecken. Höniger narrensch. 145b (ich hab den schnupfen den catar. Keisersberg narrensch. 86c). 11) anwendung von schnupfen, m. in gewöhnlicher bedeutung: den schnupfen haben, verschnupft seyn, den schnupfen bekommen. Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 634c; dem schnupfen abhelffen, der zum schnupfen geneigt ist. Steinbach 2, 482; sich einen schnupfen holen u. ähnl. für die schnupfen der pferdt. Albrecht roszarznei (1542) 34; den flusz des haupts und den schnuppen zu vertreiben: nimm u. s. w. Tabernaemontanus kräuterb. 627 C; wofür bey solcher jahreszeit 40—50 meilen wegreisen, um einen schnuppen zu holen. Merck briefs. 2, 117; ein unreiffer schnuppen. 133; der herzog hat einen entsezlichen schnuppen. Göthe briefe 5, 68 Weim. ausg.; meine leutchen da beklagen sich zum erbarmen, wie ihnen das gras die füsze netzt und sie den schnuppen kriegen. werke 33, 267; er hatte nicht den verstand verloren, sondern nur die stimme, und durch nichts als einen schnupfen. J. Paul Hesp. 1, 186; er hat diesen schnuppen vom nachtaufsitzen bekommen. Tieck 12, 234; dasz einer merkt, wenn ein schnupfen bei ihm im anzug ist, will nicht viel bedeuten. Immermann 1, 9 Boxberger; es musz mir ein schnupfen in die glieder gefahren sein. Ludwig 2, 75; die damen schienen ganz von wissenslust entzücket, sie guckten nächte lang, und hohlten sich den schnuppen. Wieland 5, 266 (d. verkl. Amor 5, 50); denn schwärmerey steckt wie der schnupfen an. 9, 23 (Musarion 1); der krankenluft nie in sich sog, ... und schnuppen mied, wie unser eins die pest. Gotter 1, 315; weil moos, vom regen durchgebeizt, zur nachtzeit leicht den schnuppen reizt. 458; ergriff den beredten gott der häszliche schnupfen also grimmig, dasz er verstummte. Herder 27, 237 Suphan; ein schnuppen den ein groser klagt, wird in der welt herumgesagt. Schiller 3, 170; gerne würd' ich dich umarmen, hätt' ich leider nicht den schnuppen. Platen 198b; doch wickl' er ihn sorgfältig ein, der knabe kriegt den schnupfen sonst. 286a. 22) besondere wendungen und redensarten; wer den schnupfen hat, kann nicht riechen: ich hab gantz hart den schnuppen und kan ietzt nit riechen. Kirchhof wendunm. 3, 93 Österley; schmeck ich doch weder mund noch suppen, weil ich jtzunder hab den schnupffen. Rollenhagen froschm. X 1b; mit starrem angesicht verehrst du puppen, und riecht der priester nicht, so hat gott den schnuppen. Göthe 3, 196. in freierer anwendung: ewer reuchopffer gefelt mir nicht, ich hab die schnuppen. Luther zu Amos 5, 21 (7, 533 Bindseil); wil er mich dringen, mein sermon zuerbieten auff erkenntnis bepstlicher heiligkeit etc. sag ich, ich darff keiner nieszenwurtz, hab auch nicht so grosze schnuppen, das ich das nicht rieche. schriften 1, 52a; ich wil auch nicht wissen, sondern wil auff dismal den schnuppen haben, und den bachanten nicht riechen. 5, 303a; oft musz man bei geschäften und leuten thun als hett man den schnuppen oder ein hülzin nas. Lehmann 90; vielleicht hat er den braten gerochen; — denn selten dasz er mit schnuppen behaftet ist. der j. Göthe 2, 45; der leut findt man jetzunder vill, die listig sind, und schweigen still, und nehmen sich des schnopffens an (d. h. thun, als verstehen sie nicht, worum es sich handelt). Alberus fabeln 36, 117; den schnupfen haben, nichts merken, dann geradezu im sinne von dumm, beschränkt sein: teufel, das ist ein kluger raht und weiser anschlag, ... sie haben warlich den schnuppen nicht. Luther 5, 222a; das sein menigclichen gewaret und der Falkenstainer billich, waver er nit sonst den schnuppen gehapt, gemerkt sollt haben. Zimm. chron.2 2, 461, 19; hoff kein schmach werd mir von dir gethon, würst anders nit die schnüpfen han (wenn du nicht beschränkt bist, wenn du das ding recht verstehst). Liliencron histor. volksl. 3, 348a (dort anders erklärt); sie haben fürwar nit den schnuppen. Gengenbach 307, 545; darumb muosz er die schnuppen han. darumb ist er ein seltsamer kun. Schade sat. u. pasqu. 3, 100, 30. er hat den schnupfen (mit hindeutung auf die stirn), ist dumm Albrecht 205b, vgl. Wander sprichw.-lex. 4, 308. 33) schweiz. schnupf, schnopf bezeichnet den schnupftabak Stalder 2, 345. Tobler 395b (vgl.schnupfen, tabak schnupfen). zu schnupfen, schluchzen stellt sich snuph, singultus Dief. 536c; schnupf, schluchzer, einzelner laut des schluchzens Stalder a. a. o.; dann bezeichnet schnupf etwas plötzlich eintretendes und sofort vorüber gehendes: auf den schnupf, sogleich Stalder a. a. o.; ebenso nd. snupp: mit dem snupp, im hui Strodtmann 218; im snup, im snupps, plötzlich Schütze 4, 148. 149, vgl. Woeste 247a. ten Doornkaat Koolman 3, 250a; aber auch: et is noch en goden snupp, eine ziemliche ecke Strodtmann 218. 44) auffallend ist der bedeutungswandel von schnupfen in der redensart: er hat den schnuppen gerochen, die list gemerkt Schmidt 205; den schnuppen merken Kehrein 1 (nachtr.), 49. Vilmar 364.
8032 Zeichen · 165 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Schnupfen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Schnupfen , verb. reg act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, der Form nach ein Intensi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnupfen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Schnupfen häufig -ppen Erkältungskrankheit, Katarrh der Nasenschleimhaut; wiederholt mBez auf Goethes eigene Erkrankunge…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnupfen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schnupfen (coryza) , Entzündung der Nasenschleimhaut, Katarrh derselben, verbunden mit öfterm Niesen, Gefühl von Spannun…

  4. modern
    Dialekt
    schnupfen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schnupfe n [nùpfə fast allg.; nypə W. ] 1. schnupfen (Tabak oder auch zerriebene Kräuter, Kampfer). Gi b m i r e Pris,…

  5. Spezial
    Schnupfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schnup|fen m. (-s,-) ‹med› ( Atemwegserkrankung, Erkältung, Nasenkatarrh) strüscia (-ies) f. ▬ sich einen Schnupfen hole…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnupfen

17 Bildungen · 10 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnupfen 2 Komponenten

sch+nupfen

schnupfen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnupfen‑ als Erstglied (10 von 10)

schnupfenhaft

DWB

schnupfen·haft

schnupfenhaft , adj. : schnupfenhafte zustände; schnupfen verursachend: schnupfenhafter nebel. Göthe an Zelter 6, 195 .

schnupfenhaftet

DWB

schnupfenhaftet , adj. schnupfenbehaftet: träg, faul, und schnupfenhaftet. Göthe 2, 138 Weim. ausgabe.

Schnupf(en)nase

PfWB

schnupfen·nase

Schnupf(en)-nase f. : 1. a. 'durch eine Erkältung gerötete, geschwollene, triefende Nase', Schnuppenas ('šnubə;nās) [ KB-Kriegsf , vereinzel…

schnupfennasz

DWB

schnupfennasz , adj. : um sie todt, auf jeden fall schnupfennasz ( aus dem wasser ) herauszufischen. briefwechsel zwischen Humboldt u. Varnh…

Schnupfen (Subst.)

Wander

schnupfen·subst

Schnupfen (Subst.) Schnupfen (Subst.). 1. Es muss einer bissweilen den Schnuppen haben, das er den Handel nicht rieche. – Lehmann, 790, 13. …

Schnupfen (Verb.)

Wander

schnupfen·verb

Schnupfen (Verb.) Schnupfen (Verb.). 1. Jeder schnupft, und niemand sagt, es stinkt. In der grossen eleganten, wie politischen Welt sieht ma…

schnupfen als Zweitglied (6 von 6)

Heuschnupfen

RDWB1

Heuschnupfen m аллергия на цветение (тж. на травы, пыльцу растений) (а не "насморк")

einschnupfen

DWB

ein·schnupfen

einschnupfen , naribus ducere, vgl. einschnauben : viel taback einschnupfen; den säuerling einschnupfen. Ettners med. maulaffe 829 ; einer e…

stockschnupfen

DWB

stocksch·nupfen

stockschnupfen , m. , schnupfen, der nicht flieszen will ( vgl. 1 stocken, verb. III, 1; als gegensatz der flieszende schnupfen) öcon. physi…

verschnupfen

DWB

versch·nupfen

verschnupfen , verb. 1 1) durch schnupfen aufbrauchen: viel tabak verschnupfen. Campe ; auch viel geld verschnupfen, für schnupftabak veraus…

Ableitungen von schnupfen (1 von 1)

verschnupfen

DWB

verschnupfen , verb. 1 1) durch schnupfen aufbrauchen: viel tabak verschnupfen. Campe ; auch viel geld verschnupfen, für schnupftabak veraus…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schnupfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnupfen/dwb?formid=S15738
MLA
Cotta, Marcel. „schnupfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnupfen/dwb?formid=S15738. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schnupfen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnupfen/dwb?formid=S15738.
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