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schnupfen

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DWB
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21 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnupfen verb.

Bd. 15, Sp. 1388
schnupfen, verb. , mit schnaufen, schnauben verwandt (ähnliche verhältnisse liegen vor bei rupfen, raufen, rauben, tupfen, tief u. s. w.); zu vergleichen ist schwed. snuppa, schluchzen. neben schnupfen (vgl. unter schnupfen, m.) begegnet auch in der schriftsprache die besonders in Mitteldeutschland übliche form schnuppen: schnuppen, singultare Diefenb. 536c; schnupfen, schnuppen Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634b; schnuppen oder schnupfen Adelung; schles. schnuppen Frommanns zeitschrift 6, 276, 46; in Würzburg Sartorius 112; ebenso hessisch Vilmar 364; in Preuszen Frischbier 2, 308b; nd. snuppen brem. wb. 4, 901. Schamb. 201a; umgelautetes schnüpfen s. unter 1. bair. schnopfen Schm. 2, 579, nd. snoppen Schiller-Lübben 4, 278b. 11) in älterer sprache schnaufen: er sprang vientlich enbor (beim tanz) und snupfet ungefuog. lieders. 3, 411, 461. von dem prahlerischen kollern und glucksen eines truthahns: als ob sie mit solchen hoffärtigen närrischen gebärden und stoltzem schnupffen und gekoller unserm teutschen geflügel auffrupfften und rühmten. Simplic. 4, 361 Kurz; besondere schluckende laute der raben: wann die raben auffs höchste schreyen, ihre stimme offt in sich ziehen, als wann sie schreyend schnupffeten. Colerus öcon. (1680) 1, 8b (191); gleich als wann sie hixend belleten. 13b (321). von menschen, im sinne von prahlen (vergl.schnaufen sp. 1207, schnauben 7, b sp. 1203): es würden jr viel dʒ schnuppen hinder sich in sack ziehen, unnd besser in die schulen gehn. Würtz pract. der wundarznei (1612) 50. aufschnupfen, zornig auffahren, s. in theil 1, sp. 729. schlucken, schluchzen (in dieser bedeutung in der Schweiz erhalten): schnupffen, singultire Dasypodius; das schnupffen, singultus Maaler 360a; schluchzend weinen Stalder 2, 345. Hunziker 229. Seiler 261b: mein herz vor jamer schnupft. Zimm. chron.2 4, 229, 32; wen er schnupft, so soltw gar wainen. H. Sachs fastn. sp. 2, 23, 331 neudruck; doch bald ich weynt und schnupfft darneben. 5, 60, 131; wie duet mein herz echʒn und schnuppen. 89, 142; er schnupfft, als greyn er. Ayrer 916, 6; haben gen himmel geseufftzet, ihre hände gerungen, geschnupft, und öffentlich mit groszem wehklagen ihre noht beweinet. quelle bei Frischbier 2, 308b; unter schluchzen und schnüpfen. Gotthelf Uli der knecht (1841) 272. wie schnauben, schneuzen: nd. snoppen, emungere, die nase schnauben Schiller-Lübben 4, 278b. reflexiv, sich schnuppen Vilmar 364; sik snuppen Schambach 201a; ausschnupfen, emungere Frisch 2, 217a; screare, schnüpffen Dief. nov. gloss. 332a. übertragen wie schneuzen: mungere, das licht snuppen Trochus R 1b; das licht schnuppen Frisch 2, 217a; nd. dat lecht snuppen Schambach 201a. Stieler verzeichnet schnuppen in der bedeutung von gravedine laborare 1907; schnupfen, das herausfliesende nasenwasser zurücke ziehen, wie die rotzigen kinder, oder alte leute. Frisch 2, 217a; einschnupfen, attrahere naribus, zurückschnupfen ebenda; schnupfen, spirando attraho Steinbach 2, 482, vgl. Seiler 261b. auf diese bedeutung des wortes gründet sich die neuere schriftgemäsze anwendung von schnupfen, ebenso aber auch der gebrauch im sinne von schnüffeln, riechen, spüren, merken, der mundartlich erhalten ist, s. Schm. 2, 579. Vilmar 364; starck schnupfen .. an einer rose. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634b. 22) in eingeschränkter bedeutung seit dem 17. jahrh. von dem aufziehen des tabaks und anderer reizmittel in die nase: taback schnupfen Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634b. eine prise schnupfen; prägnant: sich das schnupfen angewöhnen, abgewöhnen, stark schnupfen u. ä.; theils sauffen den taback (rauchen ihn), andere fressen ihn (kauen ihn), und von etlichen wird er geschnupfft, also dasz mich wundert, warumb sich noch keiner gefunden, der ihn in die ohren steckt. Simpl. 3 (1684), 96; ein tragischer schauspieler, der in der probe taback schnupft, mache sie immer bange. Göthe 19, 187; nur tadelte der schulmeister, dasz .. der pfarrer Rösselmann unaufhörlich schnupfte. Keller 1, 373; nachdem er eine lange prise geschnupft. 6, 279; frei: um den samen von französischen radiesen, maienrüben, bunten feuerbohnen .. zu riechen, und auf diese weise .. einen vorfrühling zu schnupfen. J. Paul flegelj. 4, 103. eim z' schnupfe gë, sticheln Hunziker 229; 's gitt nütt z' schnupfe, daraus wird nichts; 's got wie g'schnupft, leicht, schnell Seiler 261b; vgl.schnupftabak am ende; so hätten sie gefahren mögen wie schnupf. Gotthelf schuldenb. 297. 33) besonderes. 3@aa) häufig begegnet in älterer sprache die wendung es schnupft einem in die nase, es macht einen stutzig, betreten, verdrieszt ihn (vgl. Wander sprichw.-lex. 4, 309, 3): diese frage hat doctori Martino in die nase geschnupfft, aber er hat es verbissen. Luther tischr. (1568) 162b; solche bäpstische antwort schnupfet Pilato in die nasen. Mathesius hist. Christi (1579) 2, 16b; schnupt es Pilato in die nasen. fastenpred. 76a; disz schnupffet dem Belialn ubel inn die nasen. Ayrer proc. jur. (1600) 319 (1, 12); dieses begunte dem guten secretario so gewaltig in die nasen zu schnupffen. Simpl. 1, 2, 10 s. 144; poz dreck, mir thuz int nassen schnupfen, das sie mir güenen nit den kranz. H. Sachs fastn. sp. 2, 91, 304 neudruck; (ich) kan dir nicht so gschwind auffhupffen, obs dir schon thut in d' nasen schnupffen. Ayrer 2184, 27 Keller. die wendung wird verständlich, wenn wir annehmen, dasz schnupfen, das wir in der bedeutung riechen, schnüffeln kennen, wie riechen daneben den sinn von olere, geruch, unangenehmen geruch von sich geben, habe; Adelung überliefert die redensart in der fassung: das schnupft ihm vor die nase. bei das verschnupft ihn liegt also eine andere vorstellung zu grunde. 3@bb) bei mir hast du geschnupft, das machst du mir nicht glauben, bei mir hast du es verdorben, verschüttet Albrecht 205b, vgl. Wander a. a. o. 4, 309, 2. der eigentliche sinn von schnupfen scheint hier zu sein: abschnappen, versagen. so sagen die bergleute: die zeche schnuppet, die guten erzgänge verlieren sich, so dasz man statt einer ausbeute zusetzen musz Frisch 2, 217a, vgl. Jacobsson 4, 30b. 7, 266a; schnupf bezeichnet ein plötzliches, schnell vorübergehendes, ebenso nd. snupp, s. oben schnupfen, m. 3.
6295 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Schnupfen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Schnupfen , verb. reg act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, der Form nach ein Intensi…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schnupfen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Schnupfen häufig -ppen Erkältungskrankheit, Katarrh der Nasenschleimhaut; wiederholt mBez auf Goethes eigene Erkrankunge…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schnupfen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schnupfen (coryza) , Entzündung der Nasenschleimhaut, Katarrh derselben, verbunden mit öfterm Niesen, Gefühl von Spannun…

  4. modern
    Dialekt
    schnupfen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schnupfe n [nùpfə fast allg.; nypə W. ] 1. schnupfen (Tabak oder auch zerriebene Kräuter, Kampfer). Gi b m i r e Pris,…

  5. Spezial
    Schnupfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schnup|fen m. (-s,-) ‹med› ( Atemwegserkrankung, Erkältung, Nasenkatarrh) strüscia (-ies) f. ▬ sich einen Schnupfen hole…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnupfen

17 Bildungen · 10 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnupfen 2 Komponenten

sch+nupfen

schnupfen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnupfen‑ als Erstglied (10 von 10)

schnupfenhaft

DWB

schnupfen·haft

schnupfenhaft , adj. : schnupfenhafte zustände; schnupfen verursachend: schnupfenhafter nebel. Göthe an Zelter 6, 195 .

schnupfenhaftet

DWB

schnupfenhaftet , adj. schnupfenbehaftet: träg, faul, und schnupfenhaftet. Göthe 2, 138 Weim. ausgabe.

Schnupf(en)nase

PfWB

schnupfen·nase

Schnupf(en)-nase f. : 1. a. 'durch eine Erkältung gerötete, geschwollene, triefende Nase', Schnuppenas ('šnubə;nās) [ KB-Kriegsf , vereinzel…

schnupfennasz

DWB

schnupfennasz , adj. : um sie todt, auf jeden fall schnupfennasz ( aus dem wasser ) herauszufischen. briefwechsel zwischen Humboldt u. Varnh…

Schnupfen (Subst.)

Wander

schnupfen·subst

Schnupfen (Subst.) Schnupfen (Subst.). 1. Es muss einer bissweilen den Schnuppen haben, das er den Handel nicht rieche. – Lehmann, 790, 13. …

Schnupfen (Verb.)

Wander

schnupfen·verb

Schnupfen (Verb.) Schnupfen (Verb.). 1. Jeder schnupft, und niemand sagt, es stinkt. In der grossen eleganten, wie politischen Welt sieht ma…

schnupfen als Zweitglied (6 von 6)

Heuschnupfen

RDWB1

Heuschnupfen m аллергия на цветение (тж. на травы, пыльцу растений) (а не "насморк")

einschnupfen

DWB

ein·schnupfen

einschnupfen , naribus ducere, vgl. einschnauben : viel taback einschnupfen; den säuerling einschnupfen. Ettners med. maulaffe 829 ; einer e…

stockschnupfen

DWB

stocksch·nupfen

stockschnupfen , m. , schnupfen, der nicht flieszen will ( vgl. 1 stocken, verb. III, 1; als gegensatz der flieszende schnupfen) öcon. physi…

verschnupfen

DWB

versch·nupfen

verschnupfen , verb. 1 1) durch schnupfen aufbrauchen: viel tabak verschnupfen. Campe ; auch viel geld verschnupfen, für schnupftabak veraus…

Ableitungen von schnupfen (1 von 1)

verschnupfen

DWB

verschnupfen , verb. 1 1) durch schnupfen aufbrauchen: viel tabak verschnupfen. Campe ; auch viel geld verschnupfen, für schnupftabak veraus…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schnupfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnupfen/dwb?formid=S15739
MLA
Cotta, Marcel. „schnupfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnupfen/dwb?formid=S15739. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schnupfen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnupfen/dwb?formid=S15739.
BibTeX
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