schnappen
das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk
-ab-, sonst
-ap- [im snfrk. Trübungsgeb.
-ǫp-]
schw.: 1. trans. etwas, einen schn. a. schnell ergreifen, haschen; von jedem Ding, auch dem in die Höhe geworfenen (
z. B. Ball, Spielknöchel), mit den Händen oder mit dem Munde, auch nach etwas schn. Siegld, Rip, Nfrk, von einem in die Höhe geworfenen Dinge Rhfrk, uMos, Westerw
gappen III,
gappschen, gappsen, Mosfrk
fänken, Rhfrk, Mosfrk
schn. von Tieren, etwas erhaschen, danach schn.,
z. B. der Hund hot en Mick geschnappt; er
schnappt das, was hingehalten wird, auch er
schnappt no dem Knochen, — no dem Jong sucht ihn zu beissen, —
hot en geschnappt; dann etwas mit schneller Bewegung wegnehmen;
sich den Appel schn. (u.
graspen), aber
derno grapsen; Rhfrk auch
äne schn. abfangen, verhaften u.
pass nure se guts uf dei Dauwe uf, sunscht krieschde se allegar geschnappt weggefangen (Mosfrk
kreien, hollen); im übrigen hat das Rhfrk, uMos, Westerw Bed., die sonst fehlen; alle diese Anwendungen von
schn. sind auch Rip, Nfrk, nur dass hier die A. allgemeiner ist,
z. B. bes. Zugeworfenes, in die Luft Geworfenes, Hinfallendes
schnappt mer; ech schmissen den Ball, on du schnapps en; beim
Schnappstenchenspill schnapp mer de Kuətele; komm, mer spille Ballschn. oder einfach
schn. mit den Fangsteinchen (
s. Schnappstein) (dies auch Kobl, May, Neuw-Rhein);
Schnappches spiele (sein) Altk-Wallmenr;
Bretzele, Häring schn. (
s. d. W.) bei Volksbelustigungen;
wer ent van dem Geld, dat ech en de Loch (Luft)
werfe, schnapp, dem gehürt et; dat Schaf (Schrank)
wör ömgefalle, wann ech et net geschnapp hätt; ech wor am falle, do han ech mech an em Struch geschnapp; einen fliehenden oder sich versteckenden Verbrecher bei frischer Tat schn., ergreifen;
den han se noch rasch geschnapp, dat e net lofe konnt gohn (auch Rhfrk, uMos, OMosfrk);
do wör ech bal van em Auto geschnapp (ergriffen)
wuərde; etwas rasch, heftig an sich nehmen, ergreifen;
he schnappte flöck den Stock on schlog drop; der Hund, das Pferd
hät en geschnapp ihn gebissen;
schnappen, schn. de Has! Hetzruf an den Hund (auch Rhfrk, Mosfrk);
no jet schn. nach etwas heftig greifen;
der Hongk schnapp no der Wuərsch; enem de Wort us de Mul schn. vorwegnehmen;
sihr (schnell)
hatt he de Flent van der Wand geschnapp; enem jet für de Nas fort-, wegschn. (dies auch Rhfrk) Rip, Nfrk. RA.:
Der schnappt wie ene Hech Grevbr (auch Kreuzn-Langenlonsh).
Weə schnappt, deə hat Aach-Stdt.
Mer weiss nit, woför et got es, sät der Wolf, do schnappten he sich en Mick Köln-Stdt.
Alle Bate (Hülfen)
helpe, sät de Wof, du schnappden he en Fluəh (du froət he en Knussel (Mücke)
op emoəl, — sät de Ku, du pessde se en de Ruəhr Heinsb.
Er mät (macht)
en Mul, als wenn er Heuschrecke schn. wöll Neuw-Linz.
Der schnappt derno wie e Jagdhond Trier-Stdt, —
wie en Hond no de Mecke Kobl-Metternich. Derjenige, der Maulaffen feilhält,
schnapp no Flegen MülhRh-Immenkeppel, —
no gebrone Duve MGladb-Odenk.
He schnapp no dem Bettdoch (Bettuch) er gähnt Eusk, Allg. (auch Simm
nom B.zibbel; Bernk (Mos)
nom Leinduch). Der am versuffen es, schnapp sich an em Strühshälm Köln-Stdt.
En klein Känneke on en dörschtig (durstig)
Männeke on dann nit vollgetapp (-gezapft)
ös bald fortgeschnapp? Rätsel von der Öllampe Mörs-Orsoy. — Im bes. absol. den Klicker gegen eine Wand werfen, dass er zurückschnellt Barm, Elbf, MülhRh;
die (Frau)
hät mol widder geschnapp sie ist schwanger Rip, Nfrk; gierig essen Prüm-Steffeln, Sol, Monsch-Rötgen;
jet (vill) ereschn. Monsch-Vossenack, Geilk-Baesw;
(sich) ene schn. einen trinken, sich einen genehmigen Heinsb, Duisb;
den han ech mer ävver es (einmal)
geschnapp gefasst, vorgenommen; ihm die Leviten gelesen oder sogar geprügelt Rip, Nfrk. — Sich eine Krankheit zuziehen;
he wor verres (verreist),
ongerwegs schnapp he (sech) de Broskrankhet; heə hat (sich) ene Zog (Luftzug, Erkältung)
geschnapp Rip, Nfrk (Rhfrk, Mosfrk hierfür u. für die folgenden bis »die Kuh ...«
kriegen, erwischen). — Etwas (einen) zufällig, aber mit Freude auffinden, treffen;
dat (den) han ech onnerwegs geschnapp ebd. — Etwas billig erstehen;
dat han ech spottbellig geschnapp, — für ene Appel on e Ei (ful Bir) g. ebd.;
genge (keinen)
Has a jet g. han bei einem Gelegenheitskauf keinen besonderen Vorteil haben Aach-Stdt. — Noch etwas (einen) gerade erreichen;
dat (den) han ech noch grad geschnapp; ech kreg (noch gr.) de Elfuhremess ze schn. ebd. — Die Kuh
hät Wengk (Wind)
(Lof) geschnapp hat Trommelsucht nach zuviel Grünfutter
ebd. u. May. —
Jet fresche Loch (Luft)
schn. gohn; Odem (Lof) schn., nom O. schn. Luft schöpfen, stark atmen, keuchen bei entfliehendem Atem Rip, Nfrk u. Saar, Trier-Mertesd
(-ā-), Bernk, uMos, May, Bitb-Koosbüsch Kyllbgw Rittersd, Prüm (sonst für die beiden letzten Anwendungen Rhfrk, Mosfrk
scheppen, schefen);
nom Odem schn. im Sterben liegen; auch absol.
he es am schn. er keucht, liegt im Sterben, ist wirtschaftl. verloren
ebd.;
he leckt om Schn. im Sterben MGladb-Rheind;
er schnapp er schluchzt, weint krampfhaft Bergh-Harff, Heinsb. RA.:
Hej schnappt no Loft wie en Fesch op't Land, — kort bej't Water Dinsl.
Schnappt et Vieh no Loft, dann rückt (riecht)
et Gewedderdoft Mörs-Rheinbg. —
Et Wort schn. hastig ergreifen, seine Meinung dazwischenwerfen Aach-Stdt. — b. mehr übertr.;
dat hos de geschnappt richtig erfasst Trier-Stdt;
ech schnapp(t) hennen drop sprach rasch hintendrein Sieg-Rhönd;
dat well ech meine, schnappte der drop erwiderte er schnell Köln-Stdt;
der schnapp derno möchte es gerne haben, wissen Rip;
wat en doədrop te schn. steht! wartet, bes. auf Geld Kemp; etwas
darschn. oberflächlich, schnell erledigen;
der schnapp seng Arbet nur su dar; use Pastur schn. de Möss su dar Rip.;
schn. on schnaue barsch anfahren Eup;
esu darschn. vorlaut, aber auch schlagfertig irgend etwas in die Unterhaltung werfen MüEif;
henschn. gierig hinsehen Aach-Eschw. — 2. intrans. a. mit »sein« α. stürzen, fallen, in die Höhe schnellen;
pass op, der Bom schnapp, — es am Schn., — Schnapp bal für (vorne)
herüver; loss dat Kend (das man auf dem Arme hält)
net schn.! überschiessen; die Feder eines Schlosses
schnapp Rip, Nfrk, auch Saarbr;
de Sonn as om (am)
Schn. sinkt Bitb-Nattenh; etwas
schn. losse fahren lassen, aufgeben Rip, Nfrk, Siegld, Kobl;
der Oəm (Atem)
schn. loəte stossweise gehen lassen MGladb;
Jan on Tring (Katharina)
trocke (zogen)
an en Ling (Leine);
J. let schn., Tr. fel op de Hacke MGladb, Erk;
er wor zesammegeschnappt bestürzt Goar-Alken. — β.
schnell herüvverschn. hinübergehen, –springen, etwa zum Nachbarn Sieg-Ägid. — γ.
he schnapp noch üvver, — es van luter Geschedighet üvvergeschnapp er wird verrückt, ist nicht bei Sinnen Rip, Nfrk, aber auch Rhfrk (auch
de Milch is iwergeschn. kurz vor dem Gerinnen) Mosfrk. — δ. mit »sein« u. »haben«, hinken,
doherschn., met änem Bän schn.; he es (hot) geschnappt Simm, Kobl, Neuw (nicht kurköln.), Altk, Sieg-Leuschd
(-ę-), Waldbr, Siegld. — b. mit »haben«. α.
et Schloss schnapp, — hät geschnapp klinkt ein Rip, Nfrk. — β. vorbei sein;
do hat's awer geschnappt da war's vorbei, etwa mit seiner Geduld Saarbr;
et hät g. die Sache ist abgetan Rip. — γ. ein Nickerchen, Schläfchen halten;
er schnappt e bess-che; er hot e b. geschnappt Kreuzn, Hunsr. — δ. mit dem Kopfe nicken, zum Zeichen der Bejahung, des Grusses;
jo schn.; wemmer gefrot werd, sät mer jo, dann brauch mer nit meh ze schn. Saarbr, Ottw, Nahe, Hunsr. RA.:
Der schnappt wie e Esel Allg. — ε. schaukeln;
se sein am Schn.; se hon geschnappt Wend-Baumholder, Goar-Steeg, Zell-Lötzbeuren Raversbeuren.