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Schlingen

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 8 Wb.
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5 von 16
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88

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schlingen

Bd. 17, Sp. 869
Schlingen (Schlucken), der Vorgang, durch die der Mundinhalt in den Magen befördert wird. Der Bissen oder Schluck gelangt zunächst auf die obere Fläche der Zunge. Diese drückt sich dann sukzessive von vorn nach hinten, d. h. zuerst mit der Spitze, dann mit dem Rücken, an den harten Gaumen an und schiebt auf diese Weise den Bissen in die Rachenhöhle. Hat der Bissen die Mundhöhle verlassen, so legen sich die beiden Schenkel des vordern Gaumenbogens aneinander und bilden einen Verschluß nach der Mundhöhle hin, das Gaumensegel wird nach oben gezogen und verhindert den Eintritt des Bissens in die Nasenhöhle; der Kehlkopf wird gehoben und sein Eingang durch den niedergedrückten Kehldeckel verschlossen. Bei Flüssigkeiten und sehr weichen Bissen genügt der in der Mundhöhle entwickelte Druck, um deren Inhalt gleich bis an den Mageneingang zu befördern. Festere Bissen nehmen noch die Muskeltätigkeit des Rachens und die Speiseröhre in Anspruch. Erst treten dabei die Schlundschnürer und dann von oben nach unten fortschreitend die Speiseröhrenmuskeln in Tätigkeit. Sobald diese peristaltische Bewegung den Magenmund erreicht hat, wird der Bissen durch ihn hindurch in den Magen gedrückt. Der Anfang der Schlingbewegungen erfolgt willkürlich, die Fortbewegung des Bissens durch Schlund und Speiseröhre ist reflektorisch und kann willkürlich nicht gehemmt werden. Wird beim S. durch Sprechen, Niesen, Lachen etc. der Verschluß des Kehlkopfes aufgehoben, so gelangt ein Teil des Bissens in den letztern (»in die falsche Kehle«), und als Folge dieses »Verschluckens« tritt reflektorischer Husten ein, durch den der gereizte Kehlkopf sich des Fremdkörpers zu entledigen sucht. Bei Gaumenlähmung nach Diphtherie oder bei gewissen Erkrankungen des verlängerten Markes (Bulbärparalyse) läuft beim Versuch zu schlucken die Flüssigkeit durch die Nase ab. Sind die Schließmuskeln des Kehlkopfes gelähmt, z. B. bei Gehirnkrankheit oder nach Verletzung der betreffenden Nerven, so schließt sich weder der Kehlkopf noch reagiert er gegen in ihn hineingeratende Speiseteilchen, da mit der Muskellähmung auch Unempfindlichkeit seiner Wandung verbunden ist. Diese Teilchen geraten daher in die Lunge und erzeugen dort eine schnell tödlich endende Schluckpneumonie. S. auch Schlingbeschwerden. Vgl. Schreiber, Über den Schluckmechanismus (Berl. 1904).
2341 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schlingen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Schlingen , verb. irreg. act. et neutr. welches im letzten Falle das Hülfswort haben bekommt. Imperf. ich schlang, (i…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1schlingen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 schlingen 1 etw/sich legen, auch: binden, vereinzelt für: etw mit etw umgeben; meist ‘etw um jdn/etw s.’, auch mit Sac…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlingen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schlingen oder Schlucken (deglutitio) , nennt man die physiologische Thätigkeit. durch welche feste oder flüssige Stoffe…

  4. Sprichwörter
    Schlingen

    Wander (Sprichwörter)

    Schlingen 1. Am Schlingen gehen mehr zu Grunde als am Ringen. 2. Früher nicht zu schlingen (bändigen), jetzt nicht zu fi…

  5. Spezial
    schlingen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schlin|gen (schlang, geschlungen) vb.tr. 1 (winden um, um etwas legen) lié incëria, mené incëria, mëte incëria, intorcor…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlingen

29 Bildungen · 18 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schlingen 2 Komponenten

sch+lingen

schlingen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlingen‑ als Erstglied (18 von 18)

schlingenbaum

DWB

schlingen·baum

schlingenbaum , m. der kleine mehlbaum, viburnum lantana Pritzel-Jessen 434 b ( quelle von 1763). Tabernaemont. (1664) register ( im text st…

schlingenbeere

DWB

schlingen·beere

schlingenbeere , f. , dasselbe wie das vorige Jacobsson 7, 237 b , wo bemerkt wird, dasz man die langen schösse der pflanze zu vogelschlinge…

schlingen II

RhWB

sch·lingenii

schlingen II das Zeitw., das eigentlich als schlinden (mhd. slinden ) aufgeführt werden müßte, ist in der Lautung u. Flexion mit schl. III g…

schlingen III

RhWB

sch·lingeniii

schlingen III dies Zeitw., wie schlingen II lautend u. flektierend, ist bezeugt aus Trier-Stdt , aus dem Berg u. Rip (wie bei schl. II), SNf…

schlingenstein

DWB

schlingen·stein

schlingenstein , m. schleuderstein, in älterer sprache: glans, slingenstein Dief. 264 c , nov. gloss. 194 a , auch schlingstain ebenda. vgl.…

Schlingenstellen

DRW

schlingen·stellen

Schlingenstellen, n. Jagd mit einer Schlinge (II), häufig verboten soll auch hiemit daß schlingenstellen, haaßenschießen vndt laußen, so wei…

schlingenwerfer

DWB

schlingen·werfer

schlingenwerfer , m. schleuderer, in älterer sprache ( vgl. schlinge I): und die stat ward umb gegeben von den schlingenwerffern. bibel von …

schlingen als Zweitglied (7 von 7)

anschlingen

DWB

anschlingen , injicere, innectere. die ältere und die heutige sprache verwenden dies wort nur in starker form, schwache erscheint im 17 jh. …

beschlingen

DWB

beschlingen , constringere, irretire, schlingen über einen werfen. Stieler 1854 .

hineinschlingen

GWB

hinein·schlingen

hineinschlingen [ Reineke: ] er [ Isegrim ] fiel über die Hälfte [ des erbeuteten Schweins ], | Schlang begierig hinein [ Reinke de Vos: ath…

überschlingen

DWB

ueber·schlingen

überschlingen , v. , untrennb. verbindung. 1) etwas schlingend bedecken. a) die felsen überschlingt dichter epheu G. W. Keszler briefe (1810…

umschlingen

DWB

umschlingen , vb. 1 1) untrennbar. 1@a a) um etwas ( sich ) herumschlingen, herumwinden: deren symbola gewesen: seit unverzagt ... mit einem…

verschlingen

DWB

versch·lingen

verschlingen , verb. schlingend hinunterschlucken, mhd. in der früheren zeit nicht nachgewiesen, erst aus glossarien des 15. jahrh. aufgefüh…

Ableitungen von schlingen (4 von 4)

beschlingen

DWB

beschlingen , constringere, irretire, schlingen über einen werfen. Stieler 1854 .

entschlingen

DWB

entschlingen , solvere, aus der schlinge lösen: den knoten zu entschlingen, läszt Bav den gott aus einer wolke springen. Wieland 31, 116 ; v…

erschlingen

DWB

erschlingen , devorare, glutire, verschlingen, mhd. erslinden: alse jenre Leviathan sô girlîche irslunde den menschen âne sunde. Hartman vom…

verschlingen

DWB

verschlingen , verb. schlingend hinunterschlucken, mhd. in der früheren zeit nicht nachgewiesen, erst aus glossarien des 15. jahrh. aufgefüh…