Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schichten
schichten
Schicht f. ‘horizontale (Gesteins)lage, Überzug, zeitliches Pensum des Arbeitstages, alle in einem bestimmten Zeitabschnitt Arbeitenden, Gruppe von Menschen mit gleicher oder ähnlicher beruflicher Tätigkeit’, mhd. (md.) schiht, mnd. schicht(e) ‘(An)ordnung, Einteilung, Reihe an- und übereinandergelegter Dinge, Gesteins- oder Erdarten, Zeit, die zum Abbau einer Gesteinsschicht erforderlich ist, Arbeitspensum, -frist, Ende des Tagwerks’ ist ein Wort des Bergbaus, das schon früh bis ins Obd. vordringt. Es gehört zum Verb schichten ‘(übereinander)ordnen, aufstellen, aufreihen’, mhd. (md.) schihten ‘abteilen, einteilen, in eine bestimmte Ordnung bringen, trennen’, mnd. schichten, mnl. scichten, die neben mnd. schiften ‘teilend ordnen, tätig sein, ins Werk setzen’, mnl. sciften ‘trennen, teilen’, nl. schiften ‘teilen, gerinnen (von Milch)’, afries. skifta, aengl. sciftan ‘teilen, ordnen, bestimmen’, engl. to shift ‘(ver)schieben, verändern’, anord. skipta ‘tauschen, teilen, entscheiden’, norw. skifte (germ. *skiftjan) stehen. Sie führen mit verwandtem Schiff (s. d.) auf die Labialerweiterung ie. *skē̌ib- der unter scheiden (s. d.) angeführten Wurzel ie. *skē̌i- ‘schneiden, trennen, scheiden’. Das oben genannte, aus *skift, *schift entwickelte und sich aus der Bergmannssprache verbreitende Substantiv fällt lautlich zusammen mit wohl nicht verwandtem, sondern zu geschehen und Geschichte (s. d.) gehörenden mhd. schiht, md. mnd. schicht ‘Ereignis, Begebenheit, Zufall, Schickung, Eigenschaft’, nhd. (nur bis etwa 1700) Schicht. – Schichtarbeit f. ‘Arbeit in gleichmäßig sich ablösenden, über den Tag und die Nacht verteilten Zeitabschnitten’, zuvor im Bergbau ‘Arbeit, bei der der Arbeiter nach der Zahl der geleisteten Schichten bezahlt wird’ (19. Jh.). umschichtig Adj. ‘abwechselnd’ (19. Jh.).