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Schere

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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29 in 20 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schere Die

Bd. 4, Sp. 112b
Die Schere, Mz. — n; Vw. das Scherchen, O. D. Scherlein, ein Wort, in welchem der Begriff des Theilens und Spaltens zu Grunde liegt. S. Scheren 1) I der Ostsee und in einigen Gegenden der Nordsee, die vielen bei einander liegenden Bänke, Eilande und Klippen, welche den Zugang zum festen Lande gefährlich machen; gleichsam abgerissene, abgespaltene Felsen, womit sich auch der Begriff der Schärfe verbindet. 2) Ein gespaltetes, mit tiefen Einschnitten versehenes, in zwei gleiche Arme getheiltes Ding. So ist an dem hintern Gestell eines Leiterwagens die Schere das an dem hintern Ende in zwei Arme getheilte und in der Hinterachse befestigte Holz, dessen vorderes Ende mit dem Vorderwagen verbunden wird, im N. D. das Spreit oder Spriet, von spreizen. An einer Wage heißt der Kolben, in welchem der bewegliche Wagebalken schwebt, auch die Schere, in andern Gegenden der Kloben, das Wagegericht. I Bergbaue ist die Schere das elfte Unterstück eines Bergbohrers, welches aus einem 12 Zoll langen eisernen Griffe, von welchem zwei 5 Zoll lange gerade Arme ausgehen, bestehet, und welches gebraucht wird, wenn man das Gestänge des Bergbohrers aus dem Bohrloche herausziehen will. Eben so heißen die eisernen Beschläge an den Sperrleisten die Schere. Die Bettschere ist in manchen Gegenden ein aus zwei Armen bestehendes Holz an den Wiegen oder Betten der Kinder, welches das Herausfallen der Betten verhindert. Bei den Töpfern ist die Schere ein gespaltetes Holz, über welchem sich die Scheibe mit dem Thone umdrehet, damit sie wagerecht bleibe. Bei den Glockengießern sind die Scheren zwei oder drei eiserne Arme, zwischen welche das Formbrett der Glocke geschoben und daran festgehalten wird. I den Ölmühlen ist die Schere das an der Schlägelwelle dem Schälgelarm gegenüber besindliche Stück, welches vermittelst eines eisernen Bolzens die dazwischen gesteckte und an der Seite mit einem Hebeling oder Daumen versehene Stange hält. Der Einschnitt an den Brotschiebern, in welchen die Stange desselben eingeschoben und befestiget ist, heißt gleichfalls die Schere. Bei den Beckern führt diesen Namen auch die eingeschnittene Öffnung oder breite Kerbe an der Breche, zwischen welcher die Stange mit einem Bolzen befestiget ist, und womit der Teig gebrochen wird Bei den Maurern führen diesen Namen zwei über das Kreuz zusammen gebundene Bretter, die Rüstbäume dadurch in die Höhe zu richten. Die Schere eines Bockes, im Schiffbaue, die beiden obersten Enden der beiden Spieren eines Bockes, welche die Gestalt einer aufgemachten Schere haben. Die Schere eines Flügels, auch im Schiffbaue, das Holz oder der hölzerne Rahm, woran der Flügel befestiget wird und welches sich um das Spill des Flügels dreht, wie die Wetterfahne um ihre Stange; auch das Scherholz. Scheren des Ruders heißen ebendaselbst starke eiserne, durch eiserne Federn mit beiden Seiten des Hinterstevens verbundene Ringe, in welche das Ruder vermittelst der Ruderhaken gehängt wird, so daß sich dasselbe um den Hintersteven wie eine Thür um ihre Angeln drehet. Die Fingerlinge. S. auch Scherwerk. I der Naturbeschreibung, solche Beine mancher Ziefer, die sich am Ende in zwei Theile theilen, deren einer seitwärts beweglich ist und zum Festhalten dient (Chela). Iliger. Die Schere des Krebses, Skorpions  3) Ein aus zwei eisernen oder stählernen, gewöhnlich an einem Stifte, der sie zusammen hält, beweglichen Theilen, die bis zur Hälfte mit einer Schneide und an den Enden mit runden Öhren zum Angreifen versehen sind, bestehendes Werkzeug zum Schneiden, davon es viele an Einrichtung, Größe und Gebrauch verschiedene Arten giebt, z. B. die Schneiderschere, Papierschere, Tuchschere, Blechschere, Drahtschere, Schafschere  Die Lichtschere oder Putzschere faßt zugleich die abgeschnittene Lichtschnuppe in einen hohlen Raum und dämpft sie in demselben. 3) Bei den Pferden, die Höhlung, welche durch die obersten und breitesten Theile der untern Kinnlade gebildet wird. 4) Der wilde Kälberkropf, oder wilder Kerbel mit glatten Samen (Chaerophyllum sylvestre L.), auch Kälberschere. — Da scheren richtig nur mit einem e geschrieben wird, so muß auch bei Schere diese Schreibung beibehalten und weder Scheere noch Schäre geschrieben werden.
4218 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schërestf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    schëre stf. BMZ felszacke, klippe, schere Frisch 2,168 c . vgl. zuo der Schere ( städtchen Scheer im Saulgau ) Urb. 282.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schereF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    schere , F. Vw.: s. schēre (4)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêre

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schêre , plur. die -n, Diminut. das Scherchen, Oberd. Scherlein, ein Wort, welches nach Maßgebung des Zeitwortes sch…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schere

    Goethe-Wörterbuch

    Schere häufig ‘Scheere’ 1) 1 Gerät mit zwei gegeneinander beweglichen Schneiden zum spanlosen Einschneiden u Zertrennen …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schere

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schere , Schneidwerkzeug, s. Scheren . Beim Feldbrückenbau gebrauchtes Gestell aus 2 Stangen, die nahe den obern Enden z…

  6. modern
    Dialekt
    Scherem.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schere m. a. Spr. Scherer, vgl. ahd. scëro: 'Sceere bodam suam pro II mr a .' (Wi 1326) UB. 7, 356. Zs. Feldscher .

  7. Sprichwörter
    Schere

    Wander (Sprichwörter)

    Schere 1. Die Schere ist kein Spielzeug für Kinder. Dän. : Sax giør barnet blindt og kniv een-øyet. ( Prov. dan., 492. )…

  8. Spezial
    Schere

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sche|re f. (-,-n) 1 (Schneidwerkzeug) forfesc f. 2 ‹zool› (Greifwerkzeug bestimmter Krebse und Spinnentiere) forfesc f. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schere

226 Bildungen · 160 Erstglied · 65 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schere

sch + -er + -e

schere leitet sich vom Lemma sch ab mit Suffixen -er und -e.

Zerlegung von schere 2 Komponenten

sch+ere

schere setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schere‑ als Erstglied (30 von 160)

schere (2

KöblerMnd

schere (2 , F., M.) Vw.: s. scherne (1)

Schere(n)begg

Idiotikon

Schere(n)begg Band 4, Spalte 1074 Schere(n)begg 4,1074

Schereiche

RhWB

scher·eiche

Scher-eiche (s. S.) May-Mertloch f.: E., von der die Äste alle paar Jahre abgehauen werden, um Anzündholz zu gewinnen.

Schere II

RhWB

Schere II šE:r Sg. t. f.: 1. Anhaftendes. a. Kruste von Bratkartoffeln oder gebackenen Eiern in der Pfanne, vom Kochen am Innern der Töpfe h…

schereisen

DWB

scher·eisen

schereisen , n. 1 1) hufeisen aus zwei beweglichen theilen, sodasz es mittelst einer schraube an grosze und kleine hufe gelegt werden kann. …

schërelen

ElsWB

scher·elen

schërele n [árələ Gebw. ; árlə Illk. ] mit der Bügelschere kräuseln. Die Umhäng sin d g e schër e lt Gebw. E g e schërleti Kappe Weiberkap…

Scherelplatz

RhWB

Scherel-platz Schleid-Dreiborn Schöneseifen (-əlts-) m.: kleines Brot aus den Teigresten.

scherement

DWB

schere·ment

scherement , n. süsze, leckere speise, besonders von obst; modisches küchenwort des 18. jahrh., wol an das französische fem. chère, mahlzeit…

schēremesses

MNWB

schēremesses , -messet , -mes(t) , schermes(t) , -mester , n. , Schermesser, Rasiermesser .

Scheremetjew

Meyers

Scheremetjew , alte, mit den Romanows (s. d.) verwandte russische Familie. Iwan Wasiljewitsch S., Bojar, zeichnete sich unter der Regierung …

Scherenarm

SHW

Scheren-arm Band 5, Spalte 257-258

scheren1

PfWB

scheren 1 st., schw. : 1. a. '(die Haare, die Wolle u. ä.) mit der Schere abschneiden, durch Schneiden kürzen; (jemanden, etwas) von den Haa…

scheren2

MeckWBN

Wossidia MeckWB scheren 2 seem. ein Tau durch einen Block ziehen; auch stark flektiert: 'n Tau ward twischen twee Blöck schoren Ro Rostock@N…

scheren3

PfWB

scheren 3 schw. : sich sch. 'sich schleunigst entfernen', meist im Imp.: Scheʳ dich! [ WD-Marth IB-Erfw/Ehling HB-Einöd ZW-Mittb FR-A'lein B…

scherenassel

DWB

schere·nassel

scherenassel , f. scolopendra forficata. Nemnich, eine art asseln mit scheren an den füszen. Adelung.

Scherenauge

Wander

scheren·auge

Scherenauge He hett et ock dör et Schêrenaug loten (lassen, fallen). ( Meurs. ) – Firmenich, I, 401, 97.

schere als Zweitglied (30 von 65)

anschere

DWB

anschere , f. actus attondendi, bei webern und wollescherern, besser anschur. vgl. anschirren.

bilderschere

DWB

bilder·schere

bilderschere , f. forficula, ausschneideschere, die einen wafneten geschärfte bilderscheren, die andern wollten sich mit groszen nadeln wehr…

blechschere

DWB

blech·schere

blechschere , f. zum schneiden des blechs. auge, dessen winkel eine ofne blechschere oder aufgestellte falle scheinen. J. Paul Tit. 2, 32 .

drahtschere

DWB

draht·schere

drahtschere , f. zum zerschneiden des metalldrahts, franz. cisailles Beil 150 .

gartenschere

DWB

garten·schere

gartenschere , f. grosze schere zum beschneiden der hecken, heckenschere Adelung, gartenschär, stutzschär M. Kramer 1719 ; ein buch war für …

haarschere

DWB

haar·schere

haarschere , f. ( mhd. hârschære Ben. 2, 2, 158 ), forpex voc. inc. theut. i 2. Frisch 1, 388 ; forpex ein haarschär Dasypod. ; schneider- u…

hausschere

DWB

haus·schere

hausschere , f. kleine schere wie sie in der haushaltung gebraucht wird: man muosz etwa fünf gerad lassen sein, nit alle ding berafflen ( be…

heckenschere

DWB

hecken·schere

heckenschere , f. eine grosze und mit langen griffen versehene schere, mit der der gärtner die hecken verschneidet. Jacobsson 2, 243 a .

holscher(e)

MNWB

hol·schere

holscher(e) , hölscher(e) , m. , ° holtscher (Holmberg Handwerkerbez. 59) Holzschuhmacher , vgl. holtschômāker.

Holzschere

Wander

holz·schere

Holzschere Etwas mit der Holzscher beschneiden. – Fischer, Psalter, 87 a .

hölschere

KöblerMnd

hölschere , M. Vw.: s. holtschōære*

hārschere

KöblerMhd

hār·schere

hārschere , st. F. nhd. Haarschere ÜG.: lat. (forpex) Gl Hw.: vgl. mnd. hārschēre Q.: Gl (12. Jh.), Voc E.: s. hār (1), schere (1) W.: nhd. …

Knappschere

Wander

knapp·schere

Knappschere Mit de Knappschêre tosnîden. – Richey, 128. Sehr genau und kärglich zu Werke gehen.

knippschere

DWB

knipp·schere

knippschere , f. kleine schere, z. b. zum bilderausschneiden. Adelung, knippschär, dim. knippschärlein M. Kramer (1719) , schon im Leipz. vo…

Ableitungen von schere (1 von 1)