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Lochen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
20 in 17 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
55
Verweise raus
35

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Lochen

Bd. 12, Sp. 646
Lochen, Herstellung von Löchern in Blech, Leder u. dgl. durch Ausschlagen der entsprechenden Teile, wobei die gelochten Platten, Blech etc. oder die herausgestoßenen Teile benutzt werden. Zur ersten Art gehören Nietlöcher, Löcher in Platten aller Art (L. im engern Sinne), Zähne an Sägeblättern, Räder und Zeiger für Uhren, die Augen der Nähnadeln, zur zweiten Bügel für Portemonnaies und Zigarrentaschen, Platten für Knöpfe, Münzen und Stahlfedern, Messer- und Schwertklingen, Löffel, Schnallen, Kettenglieder etc. Das L. erfolgt mit Handwerks zeugen oder Maschinen. Zu erstern gehören die Durchschläge (Durchbrechmeißel), Ausschlageisen, Ausschlagbunzen, Putzmeißel, stählerne oder verstählte Stäbchen von 7–12 cm Länge, deren unteres verjüngtes Ende beliebig begrenzte Flächen bildet und mit den Kanten das Arbeitsstück durchschneidet. Man setzt sie auf das zu lochende Blech und schlägt gegen das obere Ende mit einem Hammer. Als Unterlage dient ein Holzstück, eine Platte aus Blei und Zinn oder endlich eine Lochscheibe (Lochring) aus Stahl mit mehreren Löchern von runder, viereckiger oder andrer Gestalt und von verschiedener Größe. Damit das herausgeschlagene Stück (Putzen) leicht durchfällt, erweitern sich die Löcher nach unten (Locheisen, Ausschlageisen und Dübbeleisen). Beim L. mit dem Lochring gibt man dem Durchschlag eine Geradführung. Diese Vorrichtungen bilden den Übergang zu den Maschinen, die als Durchschnitt (Durchstoß, Durchbruch, Schnitt, Lochmaschine, Lochwerk, Stoßmaschine) vielfache Anwendung finden. Mit dem Durchschnitt können kleine und große Löcher sehr regelmäßig und schnell hervorgebracht werden. Für viele Metallarbeiten ersetzt ein Durchschnitt das Bohren sowie Arbeiten mit der Laubsäge und Feile. Bei der Lochmaschine liegt der Lochring (Matrize) auf einer horizontalen Unterlage, während der Stempel in vertikaler Richtung auf und nieder bewegt wird und beim Arbeiten in die Lochscheibe eintritt. Den notwendigen Druck oder die Triebkraft erteilt man dem Stempel durch Schrauben, Hebel, Exzenter u. hydraulische Pressen (hydraulische Durchschnitte). Bei Durchschnitten mittlerer Größe wendet man oft (Fig. 1) eine Schraube a mit mehrfachem Gewinde an, die an ihrem untern Ende auf einem in senkrechten Führungengehenden Schieber den Stempel c trägt. Um eine bedeutende Kraft ausüben zu können, wird die Schraube durch Querarme A gedreht, die oft mit Schwunggewichten wie bei der Spindelpresse ausgestattet sind, so daß der Stempel durch Stoß wirkt. Bei den Hebel durchschnitten (Fig. 2) wird der Stempel d von dem Hebel a abwärts gedrückt, und zwar sehr zweckmäßig mittels eines Fußtrittes p und Zugstange b, weil der Arbeiter dadurch die Hände frei behält. Fig. 3 zeigt einen Hebeldurchschnitt mit Handhebel h und Exzenter bei a. Die Kraftäußerung kann hierbei auch durch Daumen oder Exzenter erfolgen, die mit einer rotierenden Welle verbunden sind. Für transportable Durchschnitte hat sich die Anwendung des Kniehebels (in Verbindung mit zwei Winkelhebeln, Schraubenpaar und Wendeeisen) besonders praktisch erwiesen. Ganz kleine Hebeldurchschnitte führt man in Gestalt einer Zange aus, die statt eines Maules Stempel und Matrize besitzt (Lochzange). Bei großen Durchschnitten, den eigentlichen Lochmaschinen, wird der Stempel in einem senkrecht zwischen einer Führung gleitenden Kopf befestigt, der am obern Ende durch ein Exzenter niedergedrückt wird. Um die Löcher an der richtigen Stelle zu erzeugen, wird der Stempel im Mittelpunkt seiner Grundfläche mit einer kurzen Spitze versehen, die man auf den vorgezeichneten Mittelpunkt des Loches aufsetzt. Aus demselben Grund ist es notwendig, den Antrieb der Maschine so einzurichten, daß die Stempelbewegung augenblicklich ausgerückt werden kann, ohne daß man gezwungen ist, die ganze Maschine in ihrem Lauf zu unterbrechen (Stempelausrückvorrichtungen). Damit der Stempel beim Rückgang das Arbeitsstück nicht mitnehme, ist an dem Maschinengestell eine dem Stempel umschließende Gabel (die Froschplatte) befestigt, die ein Abstreifen des Arbeitsstückes bewirkt. Solche Lochmaschinen pflegt man auch mit Parallelscheren zu kombinieren und so einzurichten, daß der Antrieb in der Mitte des Ständers liegt und eine Seite des Ständers eine Lochmaschine, die andre eine Parallelschere bildet (s. Schere). Man verwendet die Lochmaschine auch oft dazu, von starken Platten Teile abzutrennen, indem man Löcherreihen nach den Trennungslinien erzeugt. Um aus glühenden Eisenstäben sechseckige Schraubenmuttern mit einem runden Loch in der Mitte auszudrücken, ordnet man zwei Stempel an, die ineinander liegen und sich so verschieben, daß der eine erst die Mutter und darauf der andre das runde Loch ausdrückt. Kleinere Maschinen dieser Art dienen zur Anfertigung von Kettengliedern u. dgl.
4792 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lochenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    lochen swv. ib. durchlöchern. part. gelochet Iw. 585 var. ; refl. sich öffnen, auftun Parz. 155,8 ; intrans.? vgl. Helbl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Lóchen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Lóchen , verb. reg. act. welches im Forstwesen einiger Gegenden für lachen üblich ist, mit einem Gränzzeichen bemerke…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lochen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lochen , Herstellung von Löchern in Blech, Leder u. dgl. durch Ausschlagen der entsprechenden Teile, wobei die gelochten…

  4. modern
    Dialekt
    lochen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    loche n beim Eierspiel mit den stumpfen Enden, dem Loch, aufeinanderschlagen Co. — vgl. Schweiz. 3, 1041. Bayer. 1, 1427…

  5. Spezial
    Lochenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Lochen , n перфорирование , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lochen

27 Bildungen · 2 Erstglied · 20 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von lochen

lo + -chen

lochen leitet sich vom Lemma lo ab mit Suffix -chen.

Zerlegung von lochen 2 Komponenten

loc+hen

lochen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lochen‑ als Erstglied (2 von 2)

lôchenmēker

MNWB

lochen·meker

° lôchenmēker , der l. mê(i)ster = lôhenmēker (wie lôgerwer ), oder = löschenmāker ? (Ub. Magdebg. 1, 154).

lochen als Zweitglied (20 von 20)

abblochen

BWB

abblochen Band 2, Spalte 2,1336

aneklochen

KöblerMhd

aneklochen , sw. V. nhd. anklopfen Hw.: s. aneklopfen E.: s. ane, klochen W.: s. nhd. anklopfen, sw. V., anklopfen, DW2 2, 1096 L.: Hennig (…

auslochen

DWB

aus·lochen

auslochen , excavare, excavando evellere. bergmännisch, erze auslochen, sie unter dem rasen und in schwebenden mitteln, nicht aber aus der t…

belochen

DWB

bel·ochen

belochen , forstmännisch, die harzhölzer belochen, beharzen, das harz durch gemachte einschnitte abzapfen. s. lochbaum . mhd. ist belochen p…

durchlochen

DWB

durch·lochen

durchlochen , ein loch durch etwas schlagen, perforare Stieler 1102 . Beil 157 , wie durchlöchern, mhd. durchlochen Ben. 1, 1024 b . durchlo…

einlochen

Pfeifer_etym

ein·lochen

Loch n. ‘offene Stelle, Öffnung, Spalte, Vertiefung, Lücke’, ahd. loh ‘Verschluß, Versteck, Höhle, Loch, Gefängnis’ (8. Jh.), mhd. loch ‘Ver…

malochen

Pfeifer_etym

malo·chen

Maloche f. ‘(harte) Arbeit’, aus dem Rotw. (18. Jh.), nach jidd. melōche, malōche, hebr. mᵉlā(ʼ)ḵā(h) ‘Arbeit’. malochen Vb. ‘hart arbeiten’…

verlochen

DWB

ver·lochen

verlochen , verb. 1 1) mit löchern versehen Adelung 4, 1473 ; die eisenarbeiter verlochen das eisen, wenn sie löcher zu den nägeln und niete…

zesamenegelochen

KöblerMhd

zesamene·gelochen

zesamenegelochen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. zusammengerollt E.: s. zesamene, gelochen, lechen W.: nhd. DW- L.: Hennig (zesamengelochen)

zesamengelochen

KöblerMhd

zesamengelochen , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. zesamenegelochen*

ūzgelochen

KöblerMhd

ūzgelochen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. ausgerupft Q.: Seuse (1330-1360) (FB ūzgelochen) E.: s. ūz, gelochen W.: nhd. DW- L.: FB 400a (ūzgeloch…

Ableitungen von lochen (5 von 5)

belochen

DWB

belochen , forstmännisch, die harzhölzer belochen, beharzen, das harz durch gemachte einschnitte abzapfen. s. lochbaum . mhd. ist belochen p…

entlochen

Lexer

ent-lochen part. s. entlûchen.

erlochen

Lexer

er-lochen part. s. erlëchen.

gelochen

Lexer

ge-lochen part. s. lûchen.

verlochen

DWB

verlochen , verb. 1 1) mit löchern versehen Adelung 4, 1473 ; die eisenarbeiter verlochen das eisen, wenn sie löcher zu den nägeln und niete…