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Schêl

mhd. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
36 in 15 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schêl

Bd. 3, Sp. 1407
Schêl, -er, -este, adj. et adv. welches eigentlich schief bedeutet, hernach aber auch für das verwandte schielend gebraucht wurde; wenigstens scheint Luther 3 Mos. 21, 20 es so genommen zu haben: der ein Fell auf dem Auge hat oder scheel ist; wo es bey Michaelis heißt: in dessen Augen eine unregelmäßige Mischung des Augapfels mit dem Weißen im Auge ist. In dem zu Basel 1523 gedruckten N. Test. wird scheel ausdrücklich durch schylen, glunen, übersichtig erkläret. In beyden Bedeutungen ist es im Hochdeutschen veraltet, wo man es nur noch im figürlichen Verstande gebraucht, seinen Unwillen durch schiefe und mürrische Blicke an den Tag legend. Schel zu etwas sehen, seine Unzufriedenheit darüber durch mürrische Blicke und Mienen offenbaren. Siehest du darum so scheel, daß ich so gütig bin? Matth. 20, 15. Ein scheler Blick. Die Stutzer sahen ihn mit schelen Augen an, Zachar. Anm. Im Oberdeutschen schelch, im Schwed. skälg, Nieders. schell, im Holländ. scheel, welches nicht nur schief und krumm bedeutet, schelles Holz, krummes, schief und schell, schief und krumm, sondern auch schielend, und figürlich böse, mürrisch, verdrießlich. Im Griech. ist σκολιος gleichfalls schief. S. Schielen. Das veraltete Hauptwort Schele, Unewigkeit, Zwietracht, Streit, welches noch im Niedersächsischen üblich ist, scheinet zunächst von schallen abzustammen, S. Schelten. Zu einem von beyden gehöret vermuthlich auch das Lat. Scelus. Wer siehet nicht, daß das Franz. Jalonsie und Ital. Gelosia damit überein kommt? Die Schreibart schäl, welche man zuweilen findet, würde sich eher vertheidigen lassen, als die mit zwey e, scheel.
1632 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schëladj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +15 Parallelbelege

    schël ( gen. schelwes) adj. schelch. limus, obliquus, tortus schälb Pictor. vgl. Schmeller 3,352. sîn ougen krump unde s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schelN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    schel , N. Vw.: s. schēl (3)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêl

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schêl , -er, -este, adj. et adv. welches eigentlich schief bedeutet, hernach aber auch für das verwandte schielend gebra…

  4. modern
    Dialekt
    schël

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    schël [ál U., ǽl Str. Wh. ; êl Lauterbg. ] Adj. 1. schielend. Er is t s., drum weiss m e r nit, wëne d ass er a n lue…

  5. Sprichwörter
    Schel

    Wander (Sprichwörter)

    Schel 1. Bässer schäel als blenk. ( Düren. ) – Firmenich, I, 483, 32. 2. Besser schäel 1 , dann gantz blind. – Tappius, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schel

1.315 Bildungen · 963 Erstglied · 339 Zweitglied · 13 Ableitungen

schel‑ als Erstglied (30 von 963)

Schel(l)er I

Idiotikon

Schel(l)er I Band 8, Spalte 539 Schel(l)er I 8,539

Schel(l)er II

Idiotikon

Schel(l)er II Band 8, Spalte 552 Schel(l)er II 8,552

Schel(l)eteⁿ

Idiotikon

Schel(l)eteⁿ Band 8, Spalte 552 Schel(l)eteⁿ 8,552

scheläugig

DWB

schel·aeugig

scheläugicht , scheläugig , adj. zunächst im eigentlichen sinne, schielend: schelauget, schielend Lexer 216 ; übertragen ( s. schel 2, b ): …

Schelam

Meyers

sche·lam

Schelam , britisch-ind. Stadt, s. Salem 2).

schelauge

DWB

schel·auge

schelauge , n. , gewöhnlich im plur., schielende augen, dann übertragen von feindlichen, miszgünstigen, hinterlistigen: und wo sie es ja thu…

schelbe

DWB

sch·elbe

schelbe , f. krümme ( vgl. oben schel unter dem formalen, wo erwähnt ist, dasz bei schelb eine neigung zur differenzierung gegen schel und b…

Schelbeere

Campe

schel·beere

Die Schelbeere , Mz. — n , die Berghimbeere (Rubus chamaemorus L .).

Schelben

PfWB

schel·ben

Schelben m. : ' ringförmiger Beschlag, mit dem die Gabel am Stiel befestigt wird ', Schelwe [ FR-Albsh ]; vgl. Schelle 1 c.

Schelbruch

DRW

schel·bruch

Schelbruch, m. Sühne- oder Friedensbruch das dieselben fridebruche an beiden süten mit sulchir irscheidunge vnd rechtis vffpruchen, als sie …

schelbrāde

KöblerMnd

schelbrāde , F. nhd. „Schälbraten“, Rippenstück E.: s. schelle, brāde W.: s. nhd. Schälbraten, M., Schälbraten, DW 14, 2059? L.: MndHwb 3, 6…

schelc

KöblerMhd

schelc... , . Vw.: s. schalc...

schelch

DWB

sch·elch

schelch , m. ein kahn, fluszfahrzeug: schielch, schielg, da mit man an daʒ schiff veret ( also kleineres fahrzeug ). Frankf. baumeisterb. (1…

schelcheⁿ

Idiotikon

schelcheⁿ Band 8, Spalte 686 schelcheⁿ 8,686

schëlchheit

Lexer

schelch·heit

schëlch-heit stf. lippiditas, lippitudo: schelicheit, schel-, schilheit Dfg. 332 b . c , schilheit n. gl. 236 b .

schel als Zweitglied (30 von 339)

buschel

KöblerMnd

*buschel , Sb. nhd. ? Hw.: s. buschelmarket E.: s. buschen (2)

wischel

KöblerMnd

*wischel , Sb. nhd. ? Hw.: s. wischeldach E.: Herkunft ungeklärt?

wünschel

KöblerMhd

*wünschel , F. nhd. „Wünschel“ Vw.: s. -gerte E.: s. wunsch W.: nhd. DW-

ēschel

KöblerMnd

*ēschel , Sb.? nhd. „Heisch...“? Hw.: s. ēschelgelt, ēscheltunne E.: s. ēsche, ēschen

pfitschel

BWB

-pfitschel Band 2, Spalte 2,588

plätschel

BWB

-plätschel Band 2, Spalte 2,1073

pretschel

BWB

-pretschel Band 3, Spalte 3,290

tritschel

BWB

-tritschel Band 4, Spalte 4,534

Muschel

RDWB1

Muschel f раковина телефонная трубка

Achat-Múschel

Adelung

achat·muschel

Die Achat-Múschel , plur. die -n, eine jede Muschelart, welche bey ihrer glänzenden Politur und schönen Farben einem polirten Achate gleicht…

Äntenmuschel

Adelung

anten·muschel

Die Äntenmuschel , plur. die -n, eine fünfschalige Muschel, welche Linné unter dem Nahmen Lepas beschreibet, andere aber zu den Pholaden rec…

äschel

DWB

asc·hel

äschel , m. eine feinere, bleichere smalte, gegenüber dem geringeren blauen kobald.

Almosengrschel

Adelung

Das Almosengr—schel , des -s, plur. ut nom. sing. eine Münze, in der Größe eines Dreyers, welche die Fürsten zu Liegnitz im vorigen Jahrhund…

Almosengröschel

DRW

almosen·gröschel

Almosengröschel Liegnitzer Münze des 17. Jahrhunderts am Karfreitag an die Armen auszuteilen vgl. Almosenpfennig Adelung² I 221

Amschel

BWB

Amschel Band 1, Spalte 1,358f.

Bachmäschel

Idiotikon

Bachmäschel Band 4, Spalte 503 Bachmäschel 4,503 o.

Bǘschel

Adelung

Das Bǘschel , des -s, plur. ut nom. sing. das Diminutivum des Wortes Busch, in dessen dritten Bedeutung, ein kleiner Busch, obgleich man dav…

beischel

KöblerMhd

bei·schel

beischel , st. N. nhd. Beuschel, Beischel, Eingeweide, obere Eingeweide eines geschlachteten Tieres, bauchiges Trinkgefäß Q.: Helbl, Urk (12…

Beuschel

BWB

Beuschel Band 1, Spalte 1,1518–1521

Ableitungen von schel (13 von 13)

beschel

BMZ

beschel swv. 1. beschäle, beschneide. diu zwei hufbein er dô nam und beschelte diu löste sie von dem felle Trist. 2878. der nie sein êr besc…

entschel

Lexer

ent-schel m. entschäler, befreier. der sorge entschel Kolm. 6,237.

entschelen

KöblerMhd

entschelen , sw. V. nhd. ? Q.: Eckh, JTit (3. Viertel 13. Jh.) E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 1700 (entscheln), LexerN 3, 1…

erschelen

KöblerMhd

erschelen , sw. V. nhd. ausschälen, erwählen Q.: Kolm (um 1460) E.: s. er, schelen* (1) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 667 (erscheln)

geschel

BMZ

geschel swv. das verstärkte schel. daʒ er den apfel gar geschelte Engelh. 555. biʒ sich diu sêle. gesmucket und geschellet trennt von der cr…

geschēl(e)

MNWB

geschēl(e) , n. , Zwist, Zwiespalt, Streitigkeit , g. unde twêdracht; van (ge)sch. sîn streiten. S. noch schēl(e). (S. das folgende).

geschelen

KöblerMhd

geschelen , sw. V. nhd. schälen Q.: Eckh, KvWEngelh (vor 1260) E.: s. ge, schelen W.: nhd. DW- L.: Hennig (gescheln), Benecke/Müller/Zarncke…

schele

DWB

schele , schel , m. admissarius, zuchthengst, ahd. scelo Graff 6, 475 , mhd. schele, schel, schelhe Lexer mhd. handwb. 2, 691 . Schm. 2, 395…

Unschel

PfWB

Unschel 'Talg' u. ä., s. Unschlitt .

urschel

DWB

urschel , f. , Ursula; zu den zahlreichen mundartlichen formen s. Staub-Tobler 1, 468 ; Martin-Lienhart 1, 68 ; Fischer 6, 306 ; Müller-Frau…

verschel

BMZ

verschel swv. setze mit brettern zu. den waʒʒergraben verschellen M. B. 23,609. vergl. Schmeller 3, 342.

verschelen

KöblerMhd

verschelen , sw. V. nhd. verschalen, mit Brettern vermachen Q.: Urk (1482) E.: s. ver…, schelen W.: s. nhd. verschalen, V., verschalen, DW 2…