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Schêffel

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
29 in 19 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schêffel

Bd. 3, Sp. 1391
Der Schêffel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches ursprünglich einen hohlen Raum, ein Behältniß bedeutet, aber nur noch als ein gewisses Maß trockner Dinge gebraucht wird. 1) Ein viereckiger Kasten ohne Boden, womit man in Obersachsen die Pflastersteine zu überschlagen und zu bezahlen pflegt, führet daselbst den Nahmen eines Scheffels. Er ist daselbst 11/2 Elle breit, 2 Ellen lang und 1/2 Elle hoch, so daß sein körperlicher Inhalt 12 Kubik-Schuh ausmacht. 2) Noch häufiger wird es so wohl in Ober- und Niederdeutschland von einem Getreidemaße gebraucht, welches zwar nicht überall gleich, aber doch gemeinglich der 3te oder 4te Theil einer Tonne, der 12te Theil eines Malters, und der 30ste, 40ste bis 60ste Theil einer Last ist. In Obersachsen, Schleseien u. s. f. wird der Scheffel wieder in 4 Viertel und 16 Metzen getheilt; in Hamburg, Bremen u. s. f. hält der Scheffel 2 Faß, 4 Himten, oder 16 Spint; in Thüringen 4 Metzen oder 16 Mäßchen; im Osnabrückischen 4 Viertel oder 16 Becher; in andern Gegenden Westphalens 4 Viertel oder 48 Kannen; in Ostfriesland 18 Kruß; in Lübeck 4 Faß; im Würtembergischen 8 Gimri, 82 Unzen oder Vierlinge, oder 128 Achtel; in Basel, wo er auch Müdde heißt, und ein kleineres Maß zu seyn scheinet, 4 Küpflein oder 8 Becher, acht Scheffel machen daselbst einen Sack[] u. s. f. In Westphalen rechnet man 4 Scheffel auf ein Malter, in Danzig 16, in Thuringen, Obersachsen, Ostfriesland u. s. f. 12. In Danzig hat eine Last 60 Scheffel, in Lübeck 96, in Bremen 40, in Hamburg 30 u. s. f. In der Landwirthschaft einiger Gegenden wird es auch als ein Feldmaß gebraucht, so viel Acker zu bezeichnen, als man mit einem Scheffel Getreide besäen kann; zwölf Scheffel Landes. Anm. Im mittlern Lateine als ein Getreidemaß und zwar schon zu Carls des Großen Zeiten Scapilus, Scopellus, Scaphula im Nieders. Schepel, im Schwed. Scäppa, welches daselbst der sechste Theil einer Tonne ist, im Ital. Eschepa, Sceppa. Gemeiniglich siehet man es als ein Diminutivum von dem Oberdeutschen Schaff an, welches unter andern auch ein größeres Maß trockner Dinge ist. Das Baierische das Schäffel kann, weil es ungewissen Geschlechtes ist, eher für ein Diminutivum davon gehalten werden; allein unser männliches Scheffel stammet vielmehr vermittelst der Ableitungssylbe -el, ein Werkzeug, Ding, Subject, mit Schaff aus Einer Quelle her, und bezeichnet eigentlich ein Verhältniß, ein hohles Ding, da es denn so wohl mit unserm Schiff, Schoppen, Schuppen, als auch mit dem Griechischen σκευος, ein Gefäß, verwandt ist, und um dieser und anderer Verwandtschaften willen eben so richtig Scheffel als Schöffel geschrieben wird, zumahl da das erstere den Gebrauch vor sich hat, auf welchen es hier allein ankommt. S. Schaff.
2750 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scheffelstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +11 Parallelbelege

    scheffel stn. kleines gefäss. sie truoc mit bat ein scheffel dar Helbl. 3,32. 2. mass für getreide, in dieser bedeutung …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scheffelm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    schēverdecker , schevel- (scheffel-) , m. , Schieferdecker.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêffel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Schêffel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches ursprünglich einen hohlen Raum, ein Behältniß bedeutet, abe…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scheffel

    Goethe-Wörterbuch

    Scheffel Kleinschr N13,368,21 , ‘Schäffel’ 44,278,15 , auch abgekürzt ‘Sch.’, ‘Schff.’, ‘Schfl.’, ‘Scheffl(.)’ a regiona…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scheffel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Scheffel (von Schaff), deutsches Getreidemaß von sehr verschiedenem Gehalte. z.B. in Preußen = 53,96. in Sachsen = 105,1…

  6. modern
    Dialekt
    †Scheffel

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    † Scheffel [ʿSèfl K. Z. ] m. Schöffe. S. als Familienname Str. ‘Wurde auch der schöffele deheiner sumig vnd keme nut an …

  7. Sprichwörter
    Scheffel

    Wander (Sprichwörter)

    Scheffel 1. De eine Schepel langet (holt) den andern. – Schambach, II, 192. Warnung vor Verschwendung, einer holt den an…

  8. Spezial
    Scheffel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schef|fel m. (-s,-) 1 (Getreidescheffel) star (-s) m. 2 (Tränkscheffel) pazun (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheffel

89 Bildungen · 63 Erstglied · 26 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von scheffel 2 Komponenten

schef+fel

scheffel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scheffel‑ als Erstglied (30 von 63)

Scheffel I

Idiotikon

Scheffel I Band 8, Spalte 305 Scheffel I 8,305

Scheffel II

Idiotikon

Scheffel II Band 8, Spalte 350 Scheffel II 8,350

Scheffelach'zoll

DRW

Scheffelach'zoll, m. Abgabe auf vom Schäffler hergestellte Gefäße hat auch daz reht, daz sin [appt] amman nimt den ... kuͤbel und scheffelac…

Scheffelacker

DRW

scheffel·acker

Scheffelacker, m. Acker, welcher neben dem Zehnten noch eine weitere Abgabe von einem Scheffel Getreide gibt daß wir unsern hofe zu H. ... m…

scheffelære

Lexer

scheffe·laere

scheffelære , scheffeler stm. BMZ schäffler, fassbinder Oberl. Münch. r. schäffler, scheffler Chr. 4. 109,26. 254,1. 255,28. 320 anm. 6. vgl…

scheffelambehte

KöblerMhd

scheffel·ambehte

scheffelambehte , st. N. nhd. Schöffenamt Q.: Urk (1283) E.: s. scheffe, scheffel, ambehte W.: s. nhd. Schöffenamt, N., Schöffenamt, DW 15, …

scheffelbrief

Lexer

scheffel·brief

scheffel-brief stm. von den schöffen ausgestellte urkunde Oberl. 1385 1420 . schöffel brief ib. 1429 1395 .

Scheffelbüxe

Wander

Scheffelbüxe Hei heft e Schepelböxe on e Metzkenarsch. – Frischbier, I, 518.

scheffeldrescher

DWB

scheffel·drescher

scheffeldrescher , m. , wie scheunendrescher, ein drescher, der gröszere mengen getreide ausdrischt, als gewöhnlich ist: essen wie ein schef…

Scheffelgeld

DRW

scheffel·geld

Scheffelgeld, n. eine Verbrauchssteuer auf Getreide bdv.: Scheffelgroschen item van tarwe oft rogge, daerof de last gebroocken wort ende die…

Scheffelgroschen

DRW

scheffel·groschen

Scheffelgroschen, m. eine Abgabe auf Getreide bdv.: Scheffelgeld das die alttmerkische ... stedte durch bemelten abschidt ... in dem scheffe…

Scheffelheuer

DRW

scheffel·heuer

Scheffelheuer, f. Naturalabgabe, die nach Scheffeln (III 1) gemessen wird bdv.: Scheffelgülte [die Untersassen sollen] aller scheppelheuer v…

scheffelholz

DWB

scheffel·holz

scheffelholz , n. holz zur anfertigung von scheffeln: auch so soll kainer kain schindelholz, noch scheffelholz nit aus der pfarr geben. Tir.…

Scheffel II

RhWB

Scheffel II das Wort, veralt., war allg. (heute nur noch en Sch. Kohlen, Sand ), u. zwar šęfəl [uSieg, LRip auch -ęvf-, –ęif-, –E-; Altk-Hor…

Scheffel, Jos. Victor v

DWBQVZ

--- briefe an Karl Schwanitz nebst briefen der mutter Scheffels (1845—1886). Stuttgart 1906 . ---

scheffelkopf

DWB

scheffel·kopf

scheffelkopf , m. kobold mit scheffelgroszem kopfe, mit dem man die kinder schreckt. Frischbier 2, 264 a .

Scheffelkorn

DRW

scheffel·korn

Scheffelkorn, n. eine Abgabe auf Getreide bdv.: Scheffelgülte [kirchher zu Warin] bekennet, das er habe entfreiet die vier hufen von teghede…

Scheffelmarkt

DRW

scheffel·markt

Scheffelmarkt, m. Markt (I), auf dem mit Scheffeln (I) gehandelt wird [clage,] das die von B. den scheffel vnd saltzmarckt nicht halden wie …

Scheffelmaß

DRW

Scheffelmaß, n., f. I wie Scheffel (II) so heben wy ... onsen börgern von W. ... gegunt und beleinet, dat sie ... moegen halen in onse wybbo…

scheffeln I

RhWB

scheffeln I -ef- Gummb ; -Ep- Klevld schw., in der Wend.: Et schepelt gut (famos) der Körnerertrag ist gut. RA.: Wann et Koərn nicht scheffe…

scheffel als Zweitglied (26 von 26)

Aufscheffel

DRW

auf·scheffel

Aufscheffel Zuschlag zum Fronlohn der Hofdrescher 1796 HStArchDresden loc. 14068

burcscheffel

MWB

burc·scheffel

burcscheffel stM. Hohlmaß (Scheffel), das man auf einer Burg, in einer Stadt gebraucht: daz selbe getreide sal man messin mit deme burchsche…

holzscheffel

MWB

holz·scheffel

holzscheffel stM. ‘Holzscheffel’ (ein Maß): triginta octo mensuris auene, que volgariter dicuntur holczschephel UrkHenneb 4:5,14 (a. 1299) M…

kastenscheffel

KöblerMhd

kasten·scheffel

kastenscheffel , st. M. nhd. „Kastenscheffel“, ein Getreidemaß Q.: Urk (1280) E.: s. kaste (1), scheffel (2) W.: nhd. DW- L.: DRW

Mahlscheffel

DRW

mahl·scheffel

Mahlscheffel, m. Steuer auf Getreide, das zum Bierbrauen bestimmt ist vgl. 1Mahlgeld (III 2) 1652 ProtBrandenbGehR. IV 525 Faksimile

Maltscheffel

DRW

malt·scheffel

Maltscheffel, m. wie Malt (I) sex servisias, quevis servisia habet triginta et octo maltscepel avene 1341 ArchWestf. 3, 1/2 (1828) 145

Malzmetzscheffel

DRW

Malzmetzscheffel, m. 1661 CAug. I 178 Faksimile metz-scheffel heisst in denen rechten ... die von einem jeden scheffel des geschrotenen malt…

Malzscheffel

DRW

malz·scheffel

Malzscheffel, m. Meßgefäß für Malz der malczscheffel aber so im der muhlen zum ein meczen vnnd ausmeßen gebraucht wirdt, soll, wan er gestri…

Markgrafenscheffel

DRW

markgrafen·scheffel

Markgrafenscheffel, m. Getreideabgabe an den Markgrafen den kornczins genant den markgrauenscheffel 1376 MZoll. IV 360 16 ecker, davon man p…

Pachtscheffel

DRW

pacht·scheffel

Pachtscheffel, m. eine Maßeinheit für Naturalpachten vgl. Pachtmaß so auch das capittel die pacht und zins an korn mit gewonlicher gangbarer…

Pfaffenscheffel

DRW

pfaffen·scheffel

Pfaffenscheffel, m. Getreideabgabe an die Kirche vgl. Pfaffenbede bei der pfarr zum H. wurd am pfaffenscheffel vorgehalten und abgebrochen 4…

Polizeischeffel

DRW

polizei·scheffel

Polizeischeffel, m. mit dem Zeichen des Polizeidirektoriums versehenes Meßgefäß (vgl. CCMarch. V 2 Sp. 533) wessen sich unsere ... land-staͤ…

Roggenscheffel

DRW

roggen·scheffel

Roggenscheffel, m. Scheffelmaß für Roggen vgl. Roggenmaß dat he mit enen roghen schepel hadde haveren ute meten 1424 BeitrRostock 15 (1927) …

Salzscheffel

DRW

salz·scheffel

Salzscheffel, m. Meßgerät für Salz; Maßeinheit für Salz schall de tolner hebben to Louenburg enen zoltschepel, de se lik gekempet wesen scha…

Schleichenscheffel

DRW

schleichen·scheffel

Schleichenscheffel, n. ein Hohlmaß für Getreide kuster ... hat von iderm haußwirt ... 4 brott, ein schleichenscheffel rogken 1600 PrignitzVi…

stadtscheffel

DWB

stadt·scheffel

stadtscheffel , m. scheffelmasz einer stadt. vgl. entsprechend oben stadtelle, stadtreif, stadtrute: statscheffel Zwickauer mühlenordn. von …

statscheffel

Lexer

stat·scheffel

stat-scheffel stm. in einer stadt gebräuchlicher scheffel. Zwickauer mülenordnung v. j. 1333 ( Espe Leipz. bericht v. j. 1848 s. 28 ).

wahnscheffel

DWB

wahn·scheffel

wahnscheffel , m. der letzte scheffel eines haufens getreide, der nicht ganz voll ist, zu dem adj. wahn. nd. wânschepel brem. wb. 5, 176. da…

wīnscheffel

KöblerMhd

wīn·scheffel

wīnscheffel , st. M. nhd. Weinscheffel (Getreidemaß bzw. Hohlmaß) Q.: Brun (1275-1276), Cranc (FB wīnscheffel) E.: s. wīn, scheffel W.: nhd.…