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schänden

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
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53

Eintrag · Rheinisches Wb.

schänden

Bd. 7, Sp. 907
schänden das Wort ist allg. für Bed. 1 im ganzen Geb. mit Ausnahme der Selfk (wo ene beschame, beschamt make), für Bed. 2 in einem grösseren Geb. (mit Ausnahme der Selfk [wo scheljen, aber šandiə Breberen] u. des Klevld), u. zwar Rhfrk šęnə, –e- [Ottw-Theley -i-], Part. gəšęnt; Mosfrk šę·n.ən [Trier-Ld, Wittl, Bitb -E-] Part. gəšęnt u. -a- [-ā-]; Siegld šęn u. -nə, šęŋə, Prät. šandə; Part. gəšant (Freier Grund ausser Wilden, dort dafür scheale »schelten«), Rip im nicht moullierenden Geb. šę·n.ə, Prät. šant, Part. jəšant; im rip., berg., sndfrk. Mouillierungsgeb. šę·ŋ.ə(n), Prät. šaŋk, Prät. jəšaŋk u. jəšant (-ā-); Eup šę·i.ndə, Prät. šaint, Part. γəša·i.nt; Klevld šęndə(n), Prät. šęndə, Part. γəšęnt (überall -ē-, s. Schande) schw.: 1. etwas, einen sch., Schande bringen, verunstalten, meist nur in RA.: Armot schängk net bringt keine Schande Rip, Allg. Kötte (betteln) sch. e winnig, ävver et ärmp net Eusk-Gymnich. Kirche gohn schännt net Bitb-Rittersd. Ein Loch im Kleide es, wat esu gäng (schnell) engk (endet, geflickt werden kann) on esu lang schängk (wenn es ungeflickt bleibt) Sieg-ODollend. He schängt, ävver he brängt sagt der, der statt der Gabel den Löffel nimmt, um grössere Portionen zu verschlingen Mettm-Haan. Schnej gej ow de Nös (Nase) af, dann schännt gej ow eigen Angesecht man soll doch nicht seine eigenen Angehörigen in Unehre bringen Klevld, Allg. Märze Sonn on Aprelse Wend, dat es, wat de jonge Mädjes schännt Klevld. — 2. absol. a. über einen (etwas), mit einem, einen sch., schimpfen, laut tadeln, streng zurechtweisen (nicht immer ein sehr ernsthaftes Sch., dafür räsonieren, rasen, spektakeln, brüllen usf.), aber das einzige Wort für den Begriff (schelten u. schimpen sind auf kleinere Geb. beschränkt, s. d. W.); beide Worte in der Konjugat. šęnə, Part. gəšol Bernk-Rhaunen; gəšon Saarbr, Allg. im ganzen Geb. lrhn. bis einschl. Kemp, Kref (die Selfk scheidet aus), rrhn. bis Düss, Mettm, Lennep; de schännt de ganze Dag, et Dorp voll; die hät et Sch. wedder drop Rip, Allg.; he schängk henger de Bräng (Brandscheitholz) hinter dem Rücken Grevbr-Weveling-hv, — ut huhen Bäumen so laut, dass es alle hören können Sol. RA.: E schännt wei es Besemsbenner Merz, — ene Kesselflecker Rip, Allg., — en Appeltiff. Markthöckerin) Rip, — ene Raf (Rabe) Dür, — e Rohrspatz Koch-Stdt, — dat enem de Botter vom Brut fällt Waldbr. Et Herrgöttche schännt sagt man zu Kindern, wenn es donnert Trier, Bernk. De Jonge spellen gern, de Ale sch. g. Eusk, Rheinb, Bo. En Frau, die net schännt, en Rend, dat net bälkt, dogt (taugt) necks Neuw-Harschb. Wenns de noch lang schännst, wers de alt Bernk-Rhaunen. Wer nicks miəh ze sage hät, fängk an ze sch. Neuss. Senge ös beter (besser) als sch. Kemp-SHubert. Wer schängk, de es geschandt Köln-Stdt. Mach de Mul voll Wasser, dann fängs de an ze sch.! zu dem, der mich ausschimpfen will Bo-Geislar. Sch. mäckt alt Düss-Stdt. Sch., sch duht nit weh, wer mich schännt, der hat (Leis on) Fleh (der is voll ..); L. un Fl. gen Wanze, die dir uf em Kopp erum danze! singen die Kinder zu dem Schimpfenden hin Kreuzn, Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, — L. un Fl. sin ungesund; wer die het, es en Schweinhund! Neuw, — Wanze, moss met Zigeuneren danze! Düss-Benr, — wih, un wer et deiht, de es en Vieh! Sol. Schänn dech (müde), dat döht mer net weh! Siegld. — He schännt iwer Gott on de Welt Allg. We öwwer seng Fameleg schängt, schneck (schneidet) sech seng Nas af Berg (rip). — De Frau hät gehöreg met em geschangkt; he schängkt op de Blagen (Kinger, Huhner), op alles, op de ganze Welt OBerg, Allg. — Wofir hot dich dei Vatter esu geschanndt? Bernk, Allg. einen sch. Kobl-Stdt. RA.: Hen hat mich geschanndt, et helt (holt) ken Hond mih e Steck Bruckt (Brot) van mir af Prüm; der schänndt mich wie e Beidelschneirer Ottw; ech wuər mols geschanndt wie en Bettpisser Altk-Bachenbg. Wer sich selver schängk, den sall wahl keinen andere lovve Köln-Stdt. Er hat mich geschanndt un genannt Kobl. — Die hon sich awer geschänndt, mer hot's iwer finf Heiser gehert, Nahe, Allg. RA.: Die sch. sech (bei Uneinigkeit in der Familie) wie de Kesselläpper Rip, Allg., — de Mannemächer (Korb-) Simm-Horn. — Der krig es (dessen) (se) geschanndt Rip, Allg. — Änem (de) Gerscht (Gerste) sch. ihm die Wahrheit sagen Ottw-Theley, — de Wäss (Weizen) sch. Koch-Lutzerath. — b. einen sch., ihn mit einem Schimpfnamen belegen; he hät mich Lomp (u. ä.) geschanndt Rip. Allg. RA.: Dau brauchs aner net gleich krommen Hond ze sch.! zu dem zornig Schimpfenden Trier. De kammer Schimmel o Bliss sch., he micht sich neist draus ebd. Me schänndt gen Koh bount (bunt), of se hat e Fleckeltje Eup; Gewandtheitsübung: Wann unse Möppelchen inke (euer) Möppelchen en Möppelchen schängt, schängt inke M. unse M. so lang M., bes unse M. inke M. nich me schängt Gummb. — c. eine Krankheit besprechen. Die Krankheit as beschandt Bitb-NStedem. — d. sich sch., sich mit fraglicher Berechtigung oder gegen die übl. Sitte mit einem Titel oder Rang bezeichnen; wat es de aigentlich? Jo, de hät so e klai Denge (Betrieb) on schännt sech Direkter Siegld, Allg. — Abl.: die Schännerei; dat Geschänn(s).
5172 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schänden

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schänden , verb. reg. act. Schande zufügen, in der fünften Bedeutung dieses Hauptwortes. 1. Eigentlich, so fern Schande …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schänden

    Goethe-Wörterbuch

    schänden 1 schmähen, schelten, tadeln; auch: verunglimpfen, verleumden; einmal ‘mit Lügen s.’ [ Wilhelm zu den Schauspie…

  3. modern
    Dialekt
    schänden

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schände n [antə Mü. ] in dem Ausdr. mit ei ne m s. einen ausschelten, ihm Vorwürfe machen Stöber Mäder 108. — Schwäb. 4…

  4. Sprichwörter
    Schänden

    Wander (Sprichwörter)

    Schänden 1. Dai sik schennt, dai sik kennt. ( Iserlohn. ) – Woeste, 77, 308. 2. Der sich selbs schend, lobt niemandt. – …

  5. Spezial
    schänden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schän|den vb.tr. 1 (entehren) dejonoré (-rëia) 2 (entweihen) profané (-nëia) 3 mëte a dodanza 4 (vergewaltigen) violenté…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaenden

7 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schaenden 2 Komponenten

scha+enden

schaenden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaenden‑ als Erstglied (1 von 1)

Schändenāme

WWB

schaende·name

Schände-nāme m. [WMünsterl Kos sowie HPaderb Sos Isl KSauerl] 1. Schimpfname. — 2. Spitz-, Spottname.

schaenden als Zweitglied (2 von 2)

verschänden

DWB

ver·schaenden

verschänden , verb. in schande versetzen. zusammensetzung mit schänden ( theil 8, 2137), dessen bedeutung nur durch ver verstärkt wird, mhd.…

Ableitungen von schaenden (4 von 4)

beschänden

DWB

beschänden , macula sceleris imbuere. Stieler 1730 . auffallend mit dem dat. der person: sonst wird ihme sein adel mehr beschänden als ehre …

geschänden

DWB

geschänden , verb. wie das einfache schänden. 1 1) beschädigen: labefacio, ich zerstöre, schweche, geschende Dasyp. O 2 b ; corrumpere, zers…

verschänden

DWB

verschänden , verb. in schande versetzen. zusammensetzung mit schänden ( theil 8, 2137), dessen bedeutung nur durch ver verstärkt wird, mhd.…

zerschänden

DWB

zerschänden , verb. , schänden; wie auch ver- ( th. 12, 1, 1058) nur das grundwort verstärkend: wyr ... haben ... yhn ( den tempel gottes ) …