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schälen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
13 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schälen

Bd. 7, Sp. 878
schälen das Wort ist allg., u. zwar im rhfrk, mosfrk Geb. mit šēl (usf.) »Schale« šēlə, –ī- usf., sonst -ęl-, –ę·l.- [Kemp, Geld, Mörs, Klev mehr geschlossen, aber doch offen; MülhRuhr -e-; Altk, Siegld -ēă-, –ea-; Gummb-Homburgisch, Waldbr, OSieg -ēə-, –īə-; NBerg -ē-; in Eusk, Rheinb vielfach --; in Rip hE šęlt u. -i-, –e-] schw.: 1. schälen, a. wie nhd., Kartoffeln, Äpfel, Birnen, Nüsse, Zwiebel, Gerste, Eier, einen Stock, Eichenstamm, Lohe im RA.: Du schälls de Eərpel esu deck, als wann de drei Säu em Stall hätts Rip; die sch. de E., dat et spönt (spänt) Sieg; de schällt de dönn Grombere deck on de decke dönn May-Rieden. Schällt me se (die Kartoffeln) dick, da schejljen (schelten) de Lüj, sch. me se dünn, da brüllen de Köuhj Heinsb-Millen. Et es e Led en de Welt (su geht et en de W.), wemmer Eərpel schällt; sch. me se dick, dann brommen die Lü; sch. me se dönn, dann grommen de Küh Kref, Verbr, — schällt, schnitt (schneidet) me sek in den Dumen, dann will et char net rumen (vorangehen) Gummb-Berghsn, — dann het mer de Hand voll Prumen Gummb-Stdt. Soss en Frau em Keller, wor am E.sch.; schnick (schneidet) sech en de Domme, do fängk der an ze bromme Sieg-Meind. Gaht na Hüs en schällt de Katt wat kleine Erdappeln! dem gesagt, der nichts Gescheites, nur Wertloses redet oder tut Klev, Rees; goht heim un schell di Muder klein Erpelen dick! MülhRuhr. De micht Aue wie en Kameel, wo Grumbere schilt Simm. Soll eich der ebbes verzehle? De Grombern muss mer sch. Trier. Viz (Apfelwein) vo geschelden Äppeln scherzh. bes. guter V. Trier-Stdt. Dor es nit gut met Appele sch. er lässt sich nicht alles gefallen Klev. Met döm han ich noch en Äppelche (en Bir, en Ei) ze sch. noch eine Auseinandersetzung Rip, Allg. On domet (so) es de Bir geschällt! die Arbeit ist fertig, die Sache ist abgemacht Berg, Bernk, Bitb, Saar, Rhfrk. Dem hän ech ävver es den Öllich (Zwiebel) gescheəlt ihm die Meinung gesagt Sieg-Leuschd. De as am Geərsch (Gerste) sch. er klappert vor Frost mit den Zähnen Sieg-ODollend. A.: Ek mott noch es en Eike (Ei) met ow sch. habe mit dir noch eine Auseinandersetzung. B.: Et (iss) ow E. mar self! Geld-Schravelen. Enem ken weche Eier sch. ihn hart anfassen Sieg, Allg. Ich kann ene ganze Dag an enem Ei sch., dann han ech emmer bloss en Ei man kann basteln, an einer Sache sich aufhalten u. arbeitsam sein u. erreicht doch nichts Schleid, Mosfrk. Blank wie us em (dem) Ei geschällt Rip, Allg. Do steəht en Hus, do kicke drei Mamsellen erus; de spennt Flass (Flachs) en Siə (Side), de anger schällt en Wiə (Weide) usf. Aach. Heə löppt (geht) met e geschällt Steckeltje er ist verarmt, ist bei der Erbschaft um seinen Anteil geprellt Eup, Aach, Selfk. Den Bock sch. Purzelbaum schlagen Saarbg. — Volksgl. Schält ein Mädchen die Kartoffeln zu dick, kriegt sie keinen Mann mit OBerg; kann ein M. einen Apfel sch., dass die Schale dabei nicht zerbricht, so kann es heiraten Jül. — Sich sch.; der Eərpel schällt sech got (net g.) de Hock (Haut) schällt sech nach einer Krankheit; dem senge wihe Fenger sch. sech ganz Rip, Allg.; der Stän schält sich der Eisenstein hebt sich in der Aufbereitung deutlich von Nebenbestandteilen ab Siegld, Altk. RA.: Me muss de Rommel kenne, wie sich de Bire sch. man muss sich zu helfen wissen Ottw-Merchw. Der Fulbom schällt sek der Faulpelz zieht die Jacke bei der Arbeit aus Gummb. — b. ein Feld sch., bes. de Stippele (et Herstland) sch. das Stoppelfeld seicht (dreg) (etwa 10 cm tief) pflügen, sofort nach der Ernte Nahe, Hunrs (u. eremesch.), Saar, Bitb, Prüm, Daun-Strohn, May-Kollig, dann Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül-Barmen, Erk-Mennekr, MGladb-Helenabrunn, Mörs-Neuk, rrhn. Neuw, Altk, Siegld, Gummb, Waldbr, Sieg, MülhRh, Düss-Ld, Mettm. — Obenhin im Weinberg graben, bes. das Unkraut entfernen Kobl-Cobern. — Der Plog schällt jo nimmen (nur) geht nicht tief genug, pflügt zu seicht, im allg. Sinne Koch, Allg. — c. den Rasen abschälen, bei der Brandwirtschaft (veralt.) u. en Wies, en Stöck Heid sch. Allg. — d. die Zähne sch. blecken, vom Hunde, der die weissen Zähne zwischen dem roten Fleisch hervortreten lässt; den Hond schilt de Zänn Bitb, Prüm, Malm, Bo, Neuw, Altk, Berg, Sieg, MülhRh; der H. schäəlt met de Zäng Sieg-Birk; se schällt de Tähne zeigt beim Sprechen oder Lachen die Zähne Gummb, Allg. RA.: Der schällt de Zangk lässt sich nichts gefallen Sieg, — de Zäng wie en böəsen Hongkd Gummb-Nümbrecht. — we en Blothongk Wermelsk. Den schällt met den Ogen wer bei Erregungen das Weisse im Auge stark hervortreten lässt. Der Schuh schällt de Tähne scherzh. er zeigt die weissen Holzstifte Gummb-Stdt. Wat schält er widder de Zähn! sagt der Bergmann von dem Eisensteingang, wenn er stark mit Quarz durchwachsen ist Siegld, Alt. — 2. übertr. a. Kegele sch. schieben Koch-Ediger. — b. de Bockel sch. Purzelbaum schlagen Mayen-Dürler. — c. sich devon sch. sich eine Verpflichtung vom Halse schaffen; sich eraussch. sich entpuppen, enthüllen, klar werden Saarbr. — Abl.: die Schällerei, dat Geschäll(s).
5073 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schälen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schälen , verb. reg. act. der Schale berauben, wo es doch nur von weichen biegsamen Schalen gebraucht wird. Äpfel, Birne…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schälen

    Goethe-Wörterbuch

    schälen a zu ‘Schale’ A1b: die Schale entfernen, abziehen sie [ Hersilie ] faßte einen Apfel und reichte ihn dem heranwa…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schälen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schälen , das flache Umpflügen von Grasnarbe, mitunter auch von Stoppeln, um sie durch reichlichen Luftzutritt rascher z…

  4. modern
    Dialekt
    schälen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schäle n [êlə Fisl. Roppenzw. Attenschw. ; élə Su. Hlkr. Co. ; êlə Dü. Bf. U. ] schälen. D Hüt schält si ch nach Scha…

  5. Spezial
    schälen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schä|len vb.tr. 1 descuscé (descüscia), moné (mona) 2 (entrinden) scorzé (-za).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaelen

11 Bildungen · 4 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schaelen 2 Komponenten

scha+elen

schaelen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaelen‑ als Erstglied (4 von 4)

Schälenprügel

PfWB

schaelen·pruegel

Schälen-prügel m. : 'geschälter Prügel', Scheleprichel [Pirmas ( Kieffer 68) PS-Rodalb ( Bernhard 158)]; vgl. Schälbengel , -prügel . —

schaelen als Zweitglied (4 von 4)

abschälen

DWB

abschälen , decorticare, von der schale lösen: bäume, äpfel, obst abschälen, die rinde, das brot abschälen. einen wilden boden abschälen, de…

anschälen

DWB

anschälen , parum deglubere: bäume, äpfel anschälen.

ausschälen

DWB

aus·schaelen

ausschälen , decorticare: nüsse, mandeln, bohnen ausschälen; Christus kann sich wol ausschelen, das du die schale davon kriegest und den ker…

beschälen

DWB

beschälen , besser wäre beschelen, equam inire: die stute beschälen, belegen, bedecken, bespringen lassen; wird aber nur vom hengst, nicht v…

Ableitungen von schaelen (3 von 3)

beschälen

DWB

beschälen , besser wäre beschelen, equam inire: die stute beschälen, belegen, bedecken, bespringen lassen; wird aber nur vom hengst, nicht v…

Verschälen

Campe

† Verschälen , v. ntr . mit haben , im N. D. 1) unterschieden oder verschieden sein, ungleich sein. 2) Verschlagen. Es verschält nichts, es …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schaelen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaelen/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „schaelen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaelen/rhwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schaelen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaelen/rhwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-12},
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