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schälen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schälen verb.

Bd. 14, Sp. 2064
schälen, verb. , mhd. scheln, ahd. scelen aus scaljan (Graff 6, 474), mnd. schellen, schwed. skala, engl. scale, confricare, enucleare. 11) von der schale befreien, die rinde abnehmen Frisch 2, 159a sowol transitiv als reflexiv. 1@aa) eigentlich. 1@a@aα) von früchten, bäumen, eiern u. s. w.: Jacob aber nam stebe von grünen papelnbawn, haseln, und castaneen, und schelet weisse streiffe daran, das an den steben das weisse blos ward. 1 Mos. 30, 37; einen baum schellen, die rinden abziehen, delibrare Maaler 349b; die rinden abschellen, gluberare, decorticare ebenda; grütz, geschelte gersten, erbsen. Kirchhof disc. mil. 30; die eichen, so geschelet werden sollen, sind im april und zu anfange des maji zu hauen. Döbel jägerpr. 3, 70b; aus dem schmetterling, den der mai aus der hülse schälte. J. Paul Hesp. 3, 207; sie faszte einen apfel und reichte ihn dem heranwachsenden abenteurer über den tisch hinüber; dieser, hastig zugreifend, fing sogleich zu schälen an. Göthe 21, 71; darzuo möcht zu der selben stundt das obs sich all zumal verlieren, weil du die öpffel schölst und bieren. Grobianus 107 neudruck. reflexiv: sich von der rinden schellen, die rinden lassen, librum remittere dicitur arbor. Maaler 349b; freude hat mir gott gegeben! sehet! wie ein goldner stern aus der hülse, blank und eben schält sich der metallne kern. Schiller 11, 318. 1@a@bβ) die haut des körpers, oder das gesicht schält sich, wenn die haut sich wie eine schale ablöst: wenn ein scherer einem wil ein zan usbrechen, so schelt und scheidet er vor das fleisch von dem zan. Keisersberg brösaml. 2, 71b. 1@a@gγ) vom gestein, zerbröckeln, spalten: er (der serpentin) schelet, zertheilet und spaltet sich leichtlich. Sandrart akad. der edlen bau-, bild- u. malereikünste 1, 1, 1. 1@bb) bildlich. 1@b@aα) jemanden von seiner äuszeren hülle befreien: überhaupt schälte ihn der romanschreiber eifrig aus seiner militärischen hülse. J. Paul uns. loge 2, 49. 1@b@bβ) sich aus einer angelegenheit glücklich herausziehn: wend das scharpf schwert ab, das ist, schöl dich ausz gefärlichen geschäfften. S. Franck chron. 1531 27b; jedoch schelet er sich fein allgemach drauss und lasst sie sein wie sie gern sein wollen. Fischart bienenk. 229b. 1@b@gγ) wie aus dem ei geschält, d. h. so glatt und sauber wie ein aus der schale geschältes ei: ist sie (die jungfrau) klar, als hette man sie von einem ei geschelet. Mathesius Sir. 1, 170a; übrigens lagen hier in W. die sämtlichen preuszischen garden, prächtige, aus dem ey geschälte leute, werth, die schönste königin zu bewachen. Fernow in Böttigers litt. zuständen 2, 264; doch, kerl, du bist dir ja, der teufel hole, schön, gehst du beständig so, wie aus dem ey geschälet, und sind die haare stets in dem toppee gezehlet? Zachariä renomm. 3, 293. 1@b@dδ) ausziehen, rupfen, prellen: jemand schälen, um sein geld bringen, mit spielen, schmausen, betrügen. Spreng bei Seiler 251b; jetzt wollen wir zusammen die kammerdiener und laquaien schälen, während die herren von unsern chefs gemacht werden. Klinger 1, 113. 1@cc) in technischen ausdrücken. α) den rasen von der erde abnehmen, um das land urbar zu machen. Campe. schälen der stoppelfelder, leichtes umackern. β) es schälen sich die splitter, woraus die stäbe oder dauben einer tonne bestehn, wenn sie aus einander gehn. Jacobsson 3, 546b. γ) das papier schälen, das geleimte und getrocknete papier bogenweise von einander ziehn, um zusammenkleben zu verhindern. Jacobsson 3, 547a. 22) anderes, jedenfalls im stamme verschiedenes schälen, spülen, hin- und herschwenken, wogen. Campe. Frischbier 2, 255a. a) von dem wogen der wellen: ein glas ausschälen, es ausspülen; aber auch das getreide schält, wogt wie ein meer. da risz und schält man den wein ausz potten. Garg. 83b. b) die wäsche schälen, sie durch hin- und herschwenken im wasser reinigen. c) schnell flieszen: das wasser schält man (nur) so. Frischbier a. a. o. d) übertragen, schlottrig, unordentlich gekleidet gehn. Campe. 33) nd. wort mit falscher hd. schreibung schälen, verschieden, uneinig sein, mnd. schelen, schellen, schelden Schiller-Lübben 4, 63a, mnld. schellen, schillen Kilian, ags. scilian, engl. skill, altnord. schwed. skilja. in den alten dialekten heiszt es vorwiegend: unterschied machen, discernere, jetzt aber 3@aa) verschieden sein, discrepare: dat schelet veel, das ist ein groszer unterschied, dat schelet as dag un nagt, das ist wie tag und nacht verschieden. Campe. brem. wb. 4, 628. b) zanken, im streit sein, in Hamburg schwatzen. c) fehlen, gebrechen, mangeln: wat schelet di, was fehlt dir? daar schelet nig veel an, es fehlt nicht viel daran u. s. w. 44) schälen in beschälen, s. d. th. 1, 1544, vgl. auch schälhengst.
4750 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schälen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schälen , verb. reg. act. der Schale berauben, wo es doch nur von weichen biegsamen Schalen gebraucht wird. Äpfel, Birne…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schälen

    Goethe-Wörterbuch

    schälen a zu ‘Schale’ A1b: die Schale entfernen, abziehen sie [ Hersilie ] faßte einen Apfel und reichte ihn dem heranwa…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schälen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schälen , das flache Umpflügen von Grasnarbe, mitunter auch von Stoppeln, um sie durch reichlichen Luftzutritt rascher z…

  4. modern
    Dialekt
    schälen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schäle n [êlə Fisl. Roppenzw. Attenschw. ; élə Su. Hlkr. Co. ; êlə Dü. Bf. U. ] schälen. D Hüt schält si ch nach Scha…

  5. Spezial
    schälen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schä|len vb.tr. 1 descuscé (descüscia), moné (mona) 2 (entrinden) scorzé (-za).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaelen

11 Bildungen · 4 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schaelen 2 Komponenten

scha+elen

schaelen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaelen‑ als Erstglied (4 von 4)

Schälenprügel

PfWB

schaelen·pruegel

Schälen-prügel m. : 'geschälter Prügel', Scheleprichel [Pirmas ( Kieffer 68) PS-Rodalb ( Bernhard 158)]; vgl. Schälbengel , -prügel . —

schaelen als Zweitglied (4 von 4)

abschälen

DWB

abschälen , decorticare, von der schale lösen: bäume, äpfel, obst abschälen, die rinde, das brot abschälen. einen wilden boden abschälen, de…

anschälen

DWB

anschälen , parum deglubere: bäume, äpfel anschälen.

ausschälen

DWB

aus·schaelen

ausschälen , decorticare: nüsse, mandeln, bohnen ausschälen; Christus kann sich wol ausschelen, das du die schale davon kriegest und den ker…

beschälen

DWB

beschälen , besser wäre beschelen, equam inire: die stute beschälen, belegen, bedecken, bespringen lassen; wird aber nur vom hengst, nicht v…

Ableitungen von schaelen (3 von 3)

beschälen

DWB

beschälen , besser wäre beschelen, equam inire: die stute beschälen, belegen, bedecken, bespringen lassen; wird aber nur vom hengst, nicht v…

Verschälen

Campe

† Verschälen , v. ntr . mit haben , im N. D. 1) unterschieden oder verschieden sein, ungleich sein. 2) Verschlagen. Es verschält nichts, es …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schaelen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaelen/dwb?formid=S03901
MLA
Cotta, Marcel. „schaelen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaelen/dwb?formid=S03901. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schaelen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaelen/dwb?formid=S03901.
BibTeX
@misc{lautwandel_schaelen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schaelen"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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