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Peinigen

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Adelung
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Peinigen

Bd. 3, Sp. 681
Peinigen, verb. reg. act. Pein verursachen, jetzt nur noch in der zweyten Bedeutung des Hauptwortes, einen hohen Grad der Schmerzen und der Unlust verursachen. So wohl körperlicher Schmerzen.[] Da dieser todt war, peinigten sie den vierten auch und geißelten ihn, 2 Macc. 7, 13. Von dem reichen Manne heißt es Luc. 16, 25: er werde in der Hölle gepeiniget. Der König Herodes legte die Hände an etliche von der Gemeine sie zu peinigen, Apostelg. 12, 1. In welchem Verstande der von außen zugefügten körperlichen Schmerzen doch in der anständigern Sprechart martern üblicher ist. Am häufigsten gebraucht man es noch von der Verursachung des höchsten Grades der Unlust des Gemüthes, der Seele. Was plaget ihr doch meine Seele, und peiniget mich mit Worten? Hiob 49, 2. Die Furcht peinigt mich. Das peinigende Gewissen. Ihre Unschuld, ihre unbefangene Seele fühlt nicht, wie sehr mich die kleinen Vertraulichkeiten peinigen, Göthe. Ich kenne keine größere Marter als die, wenn Vorwürfe, die man sich hätte ersparen können, zu ihrer Zeit uns peinigen, Hermes. So auch die Peinigung. Anm. Dieses Zeitwort ist das neuere Intensivum von dem im Hochdeutschen veralteten peinen, welches noch im Niederdeutschen und den verwandten Sprachen völlig gangbar ist, und bey dem Ottfried pinon, im Nieders. pinen, im Angels. pinian, im Schwed. pina, im Franz. peiner lauter, und auch Mühe verursachen, ingleichen strafen bedeutet, in welchem Verstande es mit dem Lat. punire überein kommt. Im Isländ. lautet dieses Wort pinda, und da pina auch im Schwedischen beengen bedeutet, so erhellet daraus die schon bey dem vorigen Worte bemerkte Verwandtschaft mit binden, winden, und andern Zeitwörtern, in welchen der Begriff der Bewegung der erste und ursprünglichste ist, wohin mit dem Zischlaute auch unser zwingen gehöret, welches im Finnländ. painan heißt; woraus zugleich die Verwandtschaft mit bange erhellet.
1891 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Peinigen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Peinigen , verb. reg. act. Pein verursachen, jetzt nur noch in der zweyten Bedeutung des Hauptwortes, einen hohen Grad d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    peinigen

    Goethe-Wörterbuch

    peinigen 1 jdm physischen Schmerz, Qual zufügen; mehrf bildl bzw in bildl Zshg a in mythol Zshg: jdn einer (göttlichen) …

  3. modern
    Dialekt
    peinigen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    peinigen Band 2, Spalte 2,155f.

  4. Spezial
    peinigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    pei|ni|gen vb.tr. 1 (quälen) tormenté (tormënta), tribilé (-lëia), tichiné (-nëia) 2 (foltern) tortoré (-rëia), martorjé…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit peinigen

7 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von peinigen 2 Komponenten

pein+igen

peinigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

peinigen als Zweitglied (4 von 4)

Abpeinigen

Campe

Abpeinigen , v. trs. 1) Durch Peinigen von einem Andern erlangen. 2) Sehr peinigen. Das Abpeinigen. Die Abpeinigung.

notpeinigen

DRW

not·peinigen

notpeinigen, v. (einer Frau) Gewalt antun plünderten sie vnsser hauss ... erschossen ein br. vnd notpeinigten ... eine alte schwester 1621 F…

Ableitungen von peinigen (3 von 3)

erpeinigen

DWB

erpeinigen , dasselbe: sie hat erbeinigt meinen leib. Ayrer 326 b , schon ahd. schrieb man oft bîna und bînôn ( Graff 3, 339. 340 ).

verpeinigen

PfWB

ver-peinigen schw. : ' heftig zusetzen, plagen ', vepeiniche [ KB-Albish ]; dafür meist peinigen . Syn. s. quälen .

zerpeinigen

DWB

zerpeinigen , verb. , zermartern: Schottel haubtspr. 654 ; Stieler 1323 ; er kargte, wucherte, zerpeinigte vom morgen bis hin zu mitternacht…