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Müll

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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9 in 7 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Müll

Bd. 14, Sp. 225
Müll (Kehricht), häusliche Abfallstoffe, wie Lumpen, Speisereste, Scherben, Metallgegenstände, Reste aus den Feuerungen etc. (Hausmüll), nebst Sand, Pferdemist etc. von der Straße (Straßenmüll). Die Beseitigung des Mülls vollzieht sich in kleinen Städten ohne Schwierigkeit, indem man das Hausmüll zu den Exkrementen in die Grube wirft und das Straßenmüll abfährt. In großen Städten, besonders in solchen mit Kanalisation, bedarf es einer geregelten und schnellen Abfuhr des gesamten Mülls. Das Hausmüll wird in eisernen Kasten, in Tonnen oder Säcken gesammelt und staubfrei in die Wagen gebracht. Dabei behält jedes Haus stets denselben Behälter oder der volle wird gegen einen leeren ausgewechselt. Im letztern Fall liegt eine gewisse Gefahr der Verschleppung von Ansteckungsstoffen vor. Man hat auch in den Häusern senkrechte Schächte mit Abzweigungen nach den Küchen angeordnet und solche Einrichtungen getroffen, daß das M. aus jeder Küche staubfrei in den Sammelkasten fällt. Auch der weitere Transport des Mülls (nebst Umladung) auf Eisenbahnen oder Schiffen muß staubfrei erfolgen. Man lagert das M. auf abgelegenen, sonst nicht nutzbaren Plätzen ab, bei den Mengen aber, welche die großen Städte liefern (Berlin im Sommer täglich 2500, im Winter 3000 cbm), entstehen hierbei erhebliche Schwierigkeiten. Rationeller ist die Sonderung des Mülls in seine Bestandteile. Man läßt es in Schächten ohne jede Staubentwickelung auf Siebe fallen und desinfiziert es dabei durch überhitzten Wasserdampf oder heiße Luft. Die feinern Teile werden aufgeschüttet und bepflanzt, auch zur Melioration von Ödländereien benutzt, die gröbern Teile gelangen nach möglichster Entstaubung auf Lesebänder und werden hier von Arbeiterinnen sortiert. Man hat dabei aus Brot-, Fleisch-, Pflanzenabfällen Schweinefutter bereitet, die Knochen gemahlen, Scherben, Lumpen, Metall etc. der Industrie zugeführt, auch Brenn material gewonnen. In manchen Städten hat man auch mit gutem Erfolg die Sortierung schon bei der Ansammlung in den Häusern ausgeführt und dabei namentlich Küchenabfälle von viel besserer Verwendbarkeit gewonnen (Dreiteilungs-, Separationssystem). Eine andre Art der Müllbeseitigung besteht in dessen Verbrennung in eignen Öfen (Kehrichtöfen), wie sie seit 1870 in England in verschiedenen Konstruktionen benutzt werden. Das englische M. enthält sehr viel Kohle (selbst im Sommer noch über 10 Proz.) und ist deshalb gut verbrennbar. Die Verbrennungsgase werden zum Heizen von Dampfkesseln, zur Erzeugung von Elektrizität benutzt, die Asche und Schlacke zu Pflasterungsmaterial, künstlichen Steinen, Zement. Nach anderm Verfahren gewinnt man aus dem M. Heiz- und Leuchtgas, auch Teerstoffe etc. Die Ergebnisse sind nach den lokalen Verhältnissen sehr verschieden. In Berlin, wo meist Braunkohle gebrannt wird, ist das M. sehr reich an Asche und so arm an Kohle, daß die englischen Öfen ohne weiteres nicht anwendbar sind. Ausgedehnte Versuche zur Verbrennung des Berliner Mülls haben keine befriedigenden Resultate geliefert. Vgl. Weyl, Studien zur Straßenhygiene (Jena 1893) und Fortschritte der Straßenhygiene (das. 1901); Vogel, Beseitigung und Verwertung des Hausmülls (das. 1897); Meyer, Die städtische Verbrennungsanstalt für Abfallstoffe in Hamburg (2. Aufl., Braunschw. 1901); Brix, Der Städtekehricht und seine unschädliche Beseitigung (Leipz. 1902); Röhrecke, Müllabfuhr und Müllbeseitigung (Berl. 1902); Bohm und Grohn, Über Müllverbrennung in England (das. 1894).
3488 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Müll

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Müll , — es , o. Mz . ein Haufe unnützer besonders aus kleinen Theilen bestehender Dinge, welche man aus dem Hause  der…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Müll

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Müll ( Kehricht ), häusliche Abfallstoffe, wie Lumpen, Speisereste, Scherben, Metallgegenstände, Reste aus den Feuerunge…

  3. modern
    Dialekt
    Müllm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Müll m. : ' Schutt, Hausmüll ', in der heutigen Mda. nach dem Schd., Mill [mancherorts], vereinzelt auch nicht eingelaut…

  4. Spezial
    Müll

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Müll m. (-[e]s) 1 ciomënt m. 2 (Kehricht) scoadöres f.pl. 3 (sperrig) refodam m. 4 (Ramsch) rofl m. , grafl m. , plunder…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muell

184 Bildungen · 176 Erstglied · 3 Zweitglied · 5 Ableitungen

muell‑ als Erstglied (30 von 176)

Müllapfel

PfWB

muell·apfel

 Müll-apfel m. : eine Apfelsorte, Millappel [ Gal-Dornf ]; vgl. mull 2.

Müllboden

ElsWB

muell·boden

Müllbode n [Mìlpòtə Betschd. ] m. leichter, unfruchtbarer Boden, der immer reichlicher gedüngt werden muß als schwerer Boden. M. ist stets b…

Müllem

Wander

muel·lem

Müllem Fahr' hin gen Müllem und lass dir den Geck ausschneiden. (S. Molnheim.)

müllen

DWB

muel·len

müllen , verb. zerreiben, zermalmen; im bairischen erhalten, sonst zu mühlen umgedeutet, vgl. oben sp. 2639.

müllen

FWB

1. ›etw. zerstoßen, zermalmen, zerkleinern; (Mehl) mahlen‹.; 2. ›(Erde) auflockern, aufhacken‹.

Müllenbach

Meyers

muellen·bach

Müllenbach , Ernst , Schriftsteller, geb. 3. März 1862 in Köln, gest. 27. Juli 1901 in Bonn, studierte seit 1881 klassische Philologie und G…

Müllenhoff

Meyers

muellen·hoff

Müllenhoff , Karl Viktor , berühmter Germanist, geb. 8. Sept. 1818 in Marne (Süderdithmarschen), gest. 19. Febr. 1884 in Berlin, studierte i…

Müllenhoff, Karl Victor

DWBQVZ

--- sagen, märchen und lieder der herzogthümer Schleswig Holstein und Lauenburg. Kiel 1845 . — QV III —. ---

müller

DWB

muel·ler

müller , m. molitor, molendinarius. 1 1) wie mühle auf lat. molina, so geht müller auf mlat. molinarius ( ital. mulinaro, span. molinero ) z…

Müllerart

Adelung

mueller·art

Die Müllerart , plur. die -ärte, eine kleine Art an einem langen Stiele, welche die Mühlknappen der Getreidemüller ehedem auf der Reise und …

müllerblau

DWB

mueller·blau

müllerblau , adj. weiszlich blau, von der farbe der kleidung der müller. vgl. müllerfarbe .

Müller-Breslau

Meyers

mueller·breslau

Müller-Breslau , Heinrich , Ingenieur, geb. 30. Mai 1851 in Breslau, studierte nach beendeter Teilnahme am deutsch-französischen Kriege 1870…

muell als Zweitglied (3 von 3)

Restmüll

RDWB1

Restmüll m мусор, остающийся после сортировки всей массы мусора на перерабатываемую часть (бумага, пластик), стекло, пищевые отходы

Sperrmüll

RDWB1

Sperrmüll m крупногабаритный мусор, крупные отходы день, когда можно выставить на улицу перед домом крупногабаритный мусор, который забирает…

Gemüll

Pfeifer_etym

Müll m. ‘Haushaltsabfall, Unrat’, ahd. mulli ‘Abfall, Kehricht’ (11./12. Jh.), mhd. mulle, mul, mnd. mül ‘Staub’, nd. Mull, Müll ‘lockere Er…

Ableitungen von muell (5 von 5)

Gemüll

Pfeifer_etym

Müll m. ‘Haushaltsabfall, Unrat’, ahd. mulli ‘Abfall, Kehricht’ (11./12. Jh.), mhd. mulle, mul, mnd. mül ‘Staub’, nd. Mull, Müll ‘lockere Er…

gemülle

DWB

gemülle , n. staub, schutt u. ä., zermalmtes, ahd. gamulli ruder Graff 2, 712 , mhd. gemülle Lexer 1, 848 , zu mhd. müllen, ahd. muljan zers…

Mülle

RhWB

Mülle -·l., Pl. -·l.ə(n) ; s. Moll IX f.: 1. a. -e- Erdkröte, sich in Felsen aufhaltend u. an warmen Abenden einen Glockenton von sich geben…

zermülle

BMZ

zermülle swv. dasselbe. dem slangen sol man daʒ houbet zermüllen myst. 312,13 in A.

zermüllen

DWB

zermüllen , verb. , zerreiben, zermalmen; vom ahd., mhd. müllen ( s. darüber th. 6, 2639 unter mühlen); im mhd. gut bezeugt, s. mhd. wb. 2, …

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APA
Cotta, M. (2026). „muell". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/muell/meyers?formid=M08978
MLA
Cotta, Marcel. „muell". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/muell/meyers?formid=M08978. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „muell". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/muell/meyers?formid=M08978.
BibTeX
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