Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gemüll
Gemüll
Müll m. ‘Haushaltsabfall, Unrat’, ahd. mulli ‘Abfall, Kehricht’ (11./12. Jh.), mhd. mulle, mul, mnd. mül ‘Staub’, nd. Mull, Müll ‘lockere Erde’ (die umlautlose Form schriftsprachlich in Torfmull m.), nl. mul ‘feine Erde, Sand’, aengl. myl ‘Staub’ gehören wie die Kollektivbildung ahd. gimulli ‘Staub, Schutt’ (9. Jh.), mhd. gemülle, gemül ‘das durch Zerreiben, Zermalmen Entstandene, Staub, Kehricht’, nhd. Gemüll n. und die Verben ahd. mullen (8./9. Jh.), mhd. müllen, müln ‘zerstoßen, zermalmen’, anord. mylja ‘zerreiben, vermahlen’ als schwundstufige Formen zu der unter mahlen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Erst im 18. Jh. wird das bis dahin nur im Nordd. übliche Müll in die hd. Schriftsprache aufgenommen. Moderne Bildungen dazu sind Mülleimer (19. Jh.), Müllabfuhr, Müllschlucker (20. Jh.).