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Matt

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Matt

Bd. 3, Sp. 110
Matt, -er, -este, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches in folgenden Bedeutungen vorkommt. 1. * Todt; eine im Deutschen völlig veraltete Bedeutung, deren hohes Alter aus dem Hebr. מות, sterben, erhellet. Im mittlern Lat. ist matare tödten, Span. matar, und im alt Franz. Mathe das Grab. Es gehöret in derselben zu unsermmetzeln, Metzcher, und vielleicht auch zu mähen, so fern es ehedem schneiden überhaupt bedeutete, S. diese Wörter. 2. * Überwunden, so in die Enge gebracht, daß man sich nicht mehr zu helfen weiß; eine gleichfalls im Ganzen veraltete Bedeutung. Im mittlern Lat. mattus, Franz. maté. Man sagte ehedem, jemanden matt sprechen, ihn auffordern, sich für überwunden zu erklären. Wer hoestis halb das messer hat Der mag dem andern sprechen matt, der Burggraf von Riedenburg. Ein vugent dem kuinig spricht mat, ebend. Im Deutschen gebraucht man es nur noch in dem Schachspiele, wo der Schach oder König matt wird, wenn er völlig überwunden ist, so daß er keinen Zug mehr thun kann. Si hant das spil verloren und er eine tuot in allen mat, Walther von der Vogelweide. Im Franz. mat, und selbst im Persischen, aus welchen Gegenden dieses Spiel in Europa bekannt geworden, mat. S. Matsch, welches gleichfalls hiervon abzustammen scheinet. Man hatte ehedem auch das Hauptwort Mat, welches noch bey dem Stryker vorkommt, und das Verderben bedeutet, Isländ. Maat. 3. Der Kräfte in einem hohen Grade beraubt, einen hohen Grad des Mangels der gehörigen oder gewöhnlichen Kräfte empfindend und darin gegründet; in welcher Bedeutung es noch am häufigsten vorkommt. 1) Eigentlich. Daß sie laufen, und nicht matt werden, Es. 40, 31. Der Herr, der die Ende der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, V. 28. Wie Widder, die matt vor dem Treiber hergehen, Klagel. 1, 6. Und die Sonne stach Jona auf den Kopf, daß er matt ward, Jon. 4, 8. Von schweren Arbeiten, Mangel der Nahrung, großer Hitze, nach einer langen Krankheit u. s. f. wird man matt. 2) Figürlich. (a) Nicht den gehörigen Grad der Lebhaftigkeit oder Stärke habend; im Gegensatze des lebhaft, stark. Eine matte Stimme. Bey Gütern, welche wir stets genießen, wird das Vergnügen endlich matt, Gell. Ein matter Scherz. Ein matter Gedanke. Ein matter Styl. Eine matte Entschuldigung, welche es an der einleuchtenden Gründlichkeit fehlet. (b) Besonders von dem Glanze oder Lichte, einen geringern Grad des Lichtes habend; gleichfalls im Gegensatze des lebhaft. Die matten Strahlen der Sonne. Ein mattes Licht. Eine Oberfläche ist matt, wenn sie kein Licht zurück wirft, daher wird bey den Künstlern matt dem polirten entgegen gesetzt; Franz. mat. Mattes Gold, welches nicht polirt oder brunirt worden. Matte Farben, bey den Mahlern, welche keinen Glanz haben, dergleichen Umbra und Massicot sind. Ein matter Demant, welcher wenig Feuer, wenig Glanz hat. Auch figürlich. Die Abendstunde sollte ihre matten Reitze in einem günstigen Lichte zeigen. (c) Ingleichen auch von dem Geschmacke. Das Bier, der Wein schmeckt matt, wenn er die lebhafte Schärfe oder Kraft verloren hat. Ehedem gebrauchte man es in noch mehrern figürlichen Bedeutungen. Jeroschin nennt ein Land matt, welches in schlechtem Vertheidigungsstande ist. Ein Land matt machen heißt bey eben demselben es verwüsten. Bey dem Burggrafen von Riedenburg stand der Hund, der über dem Schatten im Wasser sein Stück Fleisch verlor, ledig unde mat, das er fin stuki[] hat verlorn, d. i. traurig, betreten. Alles trostes mat sin, ist bey eben demselben dessen beraubt seyn. Anm. In der dritten Hauptbedeutung im Dän. mat, im Schwed. matt, im Angels. methig, im Engl. mate, im Böhm. mdle. Im Isländ. ist maeddir, modr, maeda, abmatten, Engl. to mate. Es gehöret zu müde, Mühe, und vielleicht auch zu Muße. Mit verändertem Endlaute ist im Nieders. mak, nicht nur sanftmüthig, friedsam, sondern auch matt. Wenn man alle Bedeutungen dieses Wortes zusammen nimmt, so wird es sehr wahrscheinlich, daß sie nur Figuren einer ältern sind, welche niedrig, tief, bedeutete, und wovon das Stammwort ma, mä, me, lautete, von welchem vermittelst verschiedener Ableitungslaute unser Matte, eine Wiese, Meer, Morast, Mos, und andere mehr abstammen. Im Ital. ist matto dumm, betäubt, und Matto ein Narr. S. 2. Matz und 5. Matte.
4241 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mattAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    matt , Adj. Vw.: s. mat (3)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Matt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Matt , -er, -este, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches in folgenden Bedeutungen vorkommt. 1. * Todt; eine im Deuts…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    matt

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 matt besiegt, geschlagen im Schachspiel; auch als Ansage, Ausruf 1) ; einmal im Bild [ Adelheid: ] Schach dem König! […

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Matt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Matt , im Schachspiel soviel wie tot, v. arab. mât , wie schachmatt von schâh mât (der König ist tot).

  5. modern
    Dialekt
    matt

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    matt [màt Su. Str. K. Z. Betschd. Kindw. ] Adj. matt, müde. Rda. M. wi e e Krott, wi e e Sechser ( Geldstück ), wi e d G…

  6. Spezial
    matt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    matt adj. 1 (glanzlos) turgher (-gri, -gra), grët (grëc, -a) 2 (erschöpft) sfiní (-nis, -nida) 3 (schwach) debl (-i, -a)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit matt

396 Bildungen · 381 Erstglied · 7 Zweitglied · 8 Ableitungen

matt‑ als Erstglied (30 von 381)

Matt I

Idiotikon

Matt I Band 4, Spalte 548 Matt I 4,548

Matt II

Idiotikon

Matt II Band 4, Spalte 548 Matt II 4,548

Mattarsch

SHW

Matt-arsch Band 4, Spalte 567-568

Mattfurz

SHW

Matt-furz Band 4, Spalte 567-568

Mattlech

SHW

Matt-lech Band 4, Spalte 569-570

Mattschiß

SHW

Matt-schiß Band 4, Spalte 569-570

Matt (Adj.)

Wander

Matt (Adj.) Matt (Adj.). 1. Es wird niemand matt gesetzt, dem man nicht zuvor Schach geboten hat. – Breslauer Zeitung, 1864, Nr. 91. 2. Er i…

mattäugig

DWB

matt·aeugig

mattäugig , adj. matte augen habend: mattäugige gestalten saszen in einem düstern raume umher; auch ohne umlaut mattaugig: ein mattaugiges, …

Mattappel

MeckWB

matt·appel

Mattappel m. Apfelsorte, braun und weiß Nützl. Beitr. 1819, Sp. 277.

Mattaro

Herder

matt·aro

Mattaro , Mataro , Hohlmaß in Tunis für Oel = 956, für Wein = 478, in Tripolis = 1137 Par. Kubikzoll.

Mattarsch

PfWB

matt·arsch

Matt-arsch m. : 'kraftloser Mensch, Schwächling', -aaʳsch [ KL-Bann ]; vgl. Lapparsch . Südhess. IV 567 .

Mattathīas

Meyers

Mattathīas ( Mattatja, Mathitjahu ), Priester von Modeïn in Palästina, aus dem Geschlechte der Hasmonäer, Stammvater der Makkabäer (s. d.).

Mattatias

LDWB2

Mat|ta|ti|as nom. propr. m. ‹bibl› Matatia .

mattaufflimmernd

DWB

mattaufflimmernd , part. : beim schein der mattaufflimmernden lampe. Pyrker Tunis. 2, 197 .

mattblökend

DWB

mattblökend , part. : die abendglocke ruft den müden tag zu grabe, mattblökend kehrt das vieh in langsam schwerem trabe heim von der au. Got…

Mattblëtz

Idiotikon

Mattblëtz Band 5, Spalte 280 Mattblëtz 5,280

mattbunzen

DWB

matt·bunzen

mattbunzen , m. beim goldschmid ein bunzen mit einer fein punktierten matten spitze, zu solchen stellen der getriebenen gold- und silberarbe…

Mattchnëcht

Idiotikon

Mattchnëcht Band 3, Spalte 727 Mattchnëcht 3,727

mattdamm

DWB

matt·damm

mattdamm , m. ein mit matten oder decken von stroh bekleideter damm. ebenda.

matt als Zweitglied (7 von 7)

bachmatt

DWB

bach·matt

bachmatt , m. equus bellator, ein groszes tartarisches pferd, russ. bachmat'', poln. bachmat ( Linde 1, 40 b ): hätte ich meinen bachmatt, d…

Bimatt

MeckWBN

Wossidia Bimatt n. Fische, die beim Fischen als Nebenprodukt anfallen Ro. Zu Matt 1 3.

nāmatt

KöblerMnd

nāmatt , N., F. Vw.: s. nāmāt

Pfarre(n)matt

Idiotikon

Pfarre(n)matt Band 4, Spalte 550 Pfarre(n)matt 4,550

Prattele(n)matt

Idiotikon

Prattele(n)matt Band 4, Spalte 550 Prattele(n)matt 4,550

schachmatt

DWB

schach·matt

schachmatt , adj. ein ausdruck beim schachspiel. das wort stammt wie das spiel selbst ( s. schach ) aus dem persischen, wo schâh mate bedeut…

Ableitungen von matt (8 von 8)

ermatten

DWB

ermatten , n. fatigatio: so jagen wir ihn ohn ermatten. Schiller 58 b .

ermattung

DWB

ermattung , f. fatigatio, lassitudo: die höhere art der weltanschauung bleibt als das erste und ewige im autor und menschen unverrückt, inde…

gematt

RhWB

ge-matt: schlecht, nicht dauerhaft südl. uWupp.

matte

DWB

matte , f. geronnene milch, matz ( vgl. das. nr. 8): episerum matte, matten Dief. 205 a , vgl. käsematte th. 5, 254; rendel, lipp, käsemägel…

unmatten

KöblerMnd

unmatten , Adv. Vw.: s. unmāten

vermatt

RhWB

ver-matt: et es v. zu arg, nicht zum Aushalten Wippf-Dohrgaul .

vermatten

DWB

vermatten , verb. ermatten, selten und heute in der schriftsprache ungebräuchlich: Stolbio war dermaszen vermattet, dasz er kaum noch auf di…

Zermatt

Meyers

Zermatt (franz. Praborgne ), Pfarrdorf im schweizer. Kanton Wallis, Bezirk Visp, 1620 m ü. M., am Fuße des Matterhorns (s. d.), am linken Uf…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „matt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/matt/adelung?formid=M00681
MLA
Cotta, Marcel. „matt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/matt/adelung?formid=M00681. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „matt". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/matt/adelung?formid=M00681.
BibTeX
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