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matt

mnd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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20 in 16 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Matt adj, adv

Bd. 3, Sp. 228a
Matt, — er, — este, adj. u. adv. 1) Einen sehr merklichen Mangel an Kräften habend und empfindend, sofern er von innern Ursachen, als Entbehrung der Nahrung, Krankheit, Verblutung  herrühret und unfähig macht auf andere Dinge stark einzuwirken; wie auch, in diesem Mangel an Kräften gegründet; zu unterscheiden von müde und laß. S. d. Von Hunger, von Hitze, nach einer Krankheit matt sein. Matt werden. »Und die Sonne stach Jona auf den Kopf, daß er matt ward.« Jon. 4, 8. Dem matten Körper Erholung und Stärkung verschaffen. Sich matt wachen, fasten, grämen, quälen, durch vieles und langes Wachen  matt werden, der Kräfte des Körpers und des Geistes beraubt werden. Und wenn sich ja in kurzer Frist Sein matt gewachtes Auge schließt. Bürde. Flöße Gotteskraft den Müden I das matt gequälte Herz. Ebeling. Uneigentlich, einen geringen Grad der Lebhaftigkeit und Stärke habend, keinen starken Eindruck auf die Sinne oder den Geist machend. Eine matte Stimme, die Stimme eines matten Menschen  die keinen starken Eindruck macht. Matt sprechen, beim Sprechen Mattigkeit verrathen, wie auch, ohne Geist und Lebhaftigkeit sprechen. Das Bier, der Wein ist matt, schmeckt matt, wenn demselben die Kraft, Stärke, Frische fehlt, und kein starker Eindruck davon gespürt wird. Besonders vom Glanze oder Lichte, keinen leb=[] haften Eindruck auf das Auge machend. Ein mattes Licht. Die Strahlen der untergehenden Sonne färbten nur noch matt die Gipfel der Berge. Ein matter Schein, Glanz. Dennoch trugen sie sich auf matt durchscheinenden Flügeln. Voß. Matte Augen, die keine Lebhaftigkeit, keinen Ausdruck zeigen. Ein matter Blick, dem die Lebhaftigkeit, das Feuer mangelt. Matte Farben, die keinen Glanz, keine Lebhaftigkeit haben. Ein matter Demant, der wenig Glanz, wenig Feuer hat. Mattes Gold, das nicht geglänzt oder geblänkt ist, also wenig Licht zurückwirft. Etwas matt arbeiten. Matte Stellen in einer getriebenen Arbeit. Das Matte fällt neben dem Glänzenden angenehm ins Auge. Die Oberfläche eines Körpers überhaupt wird matt genannt, wenn sie wenige oder keine Lichtstrahlen zurückwirft. I diesem Sinne werden in der Pflanzenlehre die Theile der Gewächse matt genannt (opaca), wenn sie ohne allen Glanz sind. Dann außer der Stimme  auch von andern unkörperlichen Dingen. Ein matter Gedanke, der sowol von Mangel an Geist und Mangel an Lebhaftigkeit des Geistes zeugt, als auch wenig oder keinen Eindruck auf den Geist macht. So auch, ein matter Scherz. Eine matte Schreibart, der es an aller Lebhaftigkeit und Eindrücklichkeit fehlt. »Bei Gütern, die wir stets genießen, wird das Vergnügen endlich matt.« Gellert. Ehemahls wurde mat für, keine Kraft zum fernern Widerstande habend, überwunden gebraucht. Do stuond er ledig unde mat. Boners Fabeln. 5. Daher der Gebrauch im Schach= oder Königsspiele, wo der König matt wird, wenn der Gegner ihn aller Kraft beraubt, ihn so in die Enge treibt, daß er keinen Zug mehr thun kann und sich für überwunden bekennen muß, wodurch das Spiel geendiget wird. Einen matt machen, den Gegenspieler dahin bringen, daß er mit seinem Könige keinen Zug mehr thun kann, wodurch er das Spiel verloren hat. I weiterer Bedeutung wo mat ehemahls Untergang, Tod bedeutete, gebrauchte man matt für todt und sagte, ein Land matt machen, für, dasselbe verwüsten. Auch gebrauchte man es überhaupt für beraubt, nicht habend. Do sie was alles trostes mat. Boners Fabeln. 6. 2) I den Kupferhütten heißt matt strenge.
3447 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mattAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    matt , Adj. Vw.: s. mat (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Matt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Matt , -er, -este, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches in folgenden Bedeutungen vorkommt. 1. * Todt; eine im Deuts…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    matt

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 matt subst auch Kleinschr 1 schwach, erschöpft, kraftlos (infolge körperlicher u/ od geistiger Anstrengung, Krankheit …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Matt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Matt , im Schachspiel soviel wie tot, v. arab. mât , wie schachmatt von schâh mât (der König ist tot).

  5. modern
    Dialekt
    matt

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    matt [màt Su. Str. K. Z. Betschd. Kindw. ] Adj. matt, müde. Rda. M. wi e e Krott, wi e e Sechser ( Geldstück ), wi e d G…

  6. Spezial
    matt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    matt adj. 1 (glanzlos) turgher (-gri, -gra), grët (grëc, -a) 2 (erschöpft) sfiní (-nis, -nida) 3 (schwach) debl (-i, -a)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit matt

452 Bildungen · 381 Erstglied · 63 Zweitglied · 8 Ableitungen

matt‑ als Erstglied (30 von 381)

Matt I

Idiotikon

Matt I Band 4, Spalte 548 Matt I 4,548

Matt II

Idiotikon

Matt II Band 4, Spalte 548 Matt II 4,548

Mattarsch

SHW

Matt-arsch Band 4, Spalte 567-568

Mattfurz

SHW

Matt-furz Band 4, Spalte 567-568

Mattlech

SHW

Matt-lech Band 4, Spalte 569-570

Mattschiß

SHW

Matt-schiß Band 4, Spalte 569-570

Matt (Adj.)

Wander

Matt (Adj.) Matt (Adj.). 1. Es wird niemand matt gesetzt, dem man nicht zuvor Schach geboten hat. – Breslauer Zeitung, 1864, Nr. 91. 2. Er i…

mattäugig

DWB

matt·aeugig

mattäugig , adj. matte augen habend: mattäugige gestalten saszen in einem düstern raume umher; auch ohne umlaut mattaugig: ein mattaugiges, …

Mattappel

MeckWB

matt·appel

Wossidia Mattappel m. Apfelsorte, braun und weiß Nützl. Beitr. 1819, Sp. 277.

Mattaro

Herder

matt·aro

Mattaro , Mataro , Hohlmaß in Tunis für Oel = 956, für Wein = 478, in Tripolis = 1137 Par. Kubikzoll.

Mattarsch

PfWB

matt·arsch

Matt-arsch m. : 'kraftloser Mensch, Schwächling', -aaʳsch [ KL-Bann ]; vgl. PfWB Lapparsch . SHW Südhess. IV 567 .

Mattathīas

Meyers

Mattathīas ( Mattatja, Mathitjahu ), Priester von Modeïn in Palästina, aus dem Geschlechte der Hasmonäer, Stammvater der Makkabäer (s. d.).

Mattatias

LDWB2

Mat|ta|ti|as nom. propr. m. ‹bibl› Matatia .

mattaufflimmernd

DWB

mattaufflimmernd , part. : beim schein der mattaufflimmernden lampe. Pyrker Tunis. 2, 197 .

mattblökend

DWB

mattblökend , part. : die abendglocke ruft den müden tag zu grabe, mattblökend kehrt das vieh in langsam schwerem trabe heim von der au. Got…

Mattblëtz

Idiotikon

Mattblëtz Band 5, Spalte 280 Mattblëtz 5,280

mattbunzen

DWB

matt·bunzen

mattbunzen , m. beim goldschmid ein bunzen mit einer fein punktierten matten spitze, zu solchen stellen der getriebenen gold- und silberarbe…

Mattchnëcht

Idiotikon

Mattchnëcht Band 3, Spalte 727 Mattchnëcht 3,727

mattdamm

DWB

matt·damm

mattdamm , m. ein mit matten oder decken von stroh bekleideter damm. ebenda.

matt als Zweitglied (30 von 63)

ALTERSMATT

DWB2

alters·matt

DWB2 ALTERSMATT adj. DWB2 vor alter matt; zu alter B : DWB2 1828 ist er krank und altersmatt Schwab ged. 1,385. 1861 altersmatt gewordene ge…

bachmatt

DWB

bach·matt

bachmatt , m. equus bellator, ein groszes tartarisches pferd, russ. bachmat'', poln. bachmat ( Linde 1, 40 b ): hätte ich meinen bachmatt, d…

Bimatt

MeckWBN

Wossidia Bimatt n. Fische, die beim Fischen als Nebenprodukt anfallen Ro. Zu Matt 1 3.

Burnenmatt

ElsWB

burnen·matt

Burne n matt f. Brunnenmatte, Flurbezeichnung für ein Feld mitten im Walde, auf dem früher ein Feldbrunnen war Illk.

dod'smatt

MeckWB

dod·s·matt

Wossidia dod'smatt todmatt: hei wir dod'smatt Sta Stargard@Peetsch Peetsch .

Fautmatt

MeckWB

faut·matt

Wossidia Fautmatt f. Fußmatte; ihre Herstellung, meist aus Tauwerk, war eine Lieblingsbeschäftigung der Seeleute auf langen Fahrten Wo. Seem…

Fischmatt

MeckWB

fisch·matt

Wossidia Fischmatt n. eine gewisse Menge Fische: bring' mi 'n bäten Fischmatt mit Ro Rostock@Dierhagen Dierh ; das im Hamen der Wade blinken…

gammelmatt

DWB

gammel·matt

gammelmatt , m.? n.? wann man in Italien kommt, so findet man .. pomeranzen, citronen, granaten, melonen ( als gewöhnliche speise ). allein …

gematt

RhWB

ge-matt: schlecht, nicht dauerhaft südl. uWupp.

Glanzmatt

ElsWB

glanz·matt

Glanzmatt f. Flurbezeichnung einer grossen zwischen den Feldern und dem Walde gelegenen Wiesenfläche Betschd.

gliedmatt

DWB

glied·matt

-matt müde in den gliedern Gutzkow ritter v. geiste (1850/52) 8, 58; übertr.: wesz seele würde nicht bewegt, gedenkt er dann der warmen hand…

Hang'matt

MeckWB

hang·matt

Wossidia Hang'matt seem. stets ohne Umlaut f. Hängematte; einst beliebte Strafe bei der Marine mit der Hang'matt auf dem Nacken an Deck steh…

herzmatt

PfWB

herz·matt

herz-matt Adj. : ' ermattet '. Ich sin heʳzmatt [ KL-Reichb , LU-Opp ]; vgl. PfWB abständig 2, PfWB todmatt . SHW Südhess. III 454 .

Hëtschenmatt

ElsWB

hetschen·matt

Hëtsche n matt f. Wiese im Privatbesitz, früher wahrscheinlich im Gemeindebesitz und im Genuss desjenigen, der den Eber [Hat] hielt Ndrbets…

Hufschmatt

LothWB

Huf schmatt D. Si. Hufschmied.

hungermatt

DWB

hunger·matt

hungermatt , adj. matt von hunger: die hungermatten spechte konnte man mit der hand fangen. dorfzeit. 1844, s. 210.

Judenmatt

ElsWB

juden·matt

Jude n matt f. Name einer grösseren Meierei, wo zur Zeit der Judenverfolgungen 1500 Juden verbrannt worden sein sollen Ruf.

Kaleschmatt

LothWB

Kale-schmatt [kháləšmàt Si. ] m. Kaltschmied. — lux. 207 Kâlschmatt.

krüppelmatt

DWB

krueppel·matt

krüppelmatt , matt wie ein krüppel, ein erschöpfter: herzlos und krüppelmatt. Tieck ges. nov. 5, 148 .

Lorringmatt

MeckWB

Wossidia Lorringmatt f. Matte aus ausgedrehtem Tauwerk: kratzt sick de Schoh up de Lorringmatt vör de Stuwendör af Bri. 2, 65.

Mannsmatt

ElsWB

manns·matt

Mannsmatt f. Wiese, die ein Mann in einem Tage mähen kann St. — vgl. Schwäb. 369 Mattsmann. 373 Mannsmad.

mummelmatt

MeckWB

mummel·matt

Wossidia mummelmatt völlig ermüdet Seem. Bew. 218; kinderspr. s. MeckWB mummeln 2.

Mummelsmatt

ElsWB

mummel·s·matt

Mummelsmatt f. grosse Gemeindewiese, die der Stierhalter unentgeltlich in Benutzung hat Betschd.

Munnimatt

ElsWB

munni·matt

Munnimatt f. Bed. wie Mumm e lsmatt Pfetterhsn. Urbis . — Idiotikon Schweiz. 4, 550.

Ableitungen von matt (8 von 8)

ermatten

DWB

ermatten , von dessen ursprung unter matt die rede ist. 1 1) intr. languescere, fatigari, ermüden: sein geist ermattet, ermüdet; die ganze t…

ermattung

DWB

ermattung , f. fatigatio, lassitudo: die höhere art der weltanschauung bleibt als das erste und ewige im autor und menschen unverrückt, inde…

gematt

RhWB

ge-matt: schlecht, nicht dauerhaft südl. uWupp.

matte

DWB

matte , f. 1 1) mattheit, mattes wesen: matte nennt der gold- und silberdrahtplätter ein kleines glanzloses, beim gusz entstandenes grübchen…

unmatten

KöblerMnd

unmatten , Adv. Vw.: s. unmāten

vermatt

RhWB

ver-matt: et es v. zu arg, nicht zum Aushalten Wippf-Dohrgaul .

vermatten

DWB

vermatten , verb. ermatten, selten und heute in der schriftsprache ungebräuchlich: Stolbio war dermaszen vermattet, dasz er kaum noch auf di…

Zermatt

Meyers

Zermatt (franz. Praborgne ), Pfarrdorf im schweizer. Kanton Wallis, Bezirk Visp, 1620 m ü. M., am Fuße des Matterhorns (s. d.), am linken Uf…