lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Lärm

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
32
Verweise raus
79

Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Lärm

Bd. 2, Sp. 1793
Lärm 1. Du hast den Lärm angefangen, sprach der Narr zum Abt und gab ihm eine Ohrfeige, als dieser das Tischgebet anfing und dann das ganze Convent nachschrie. – Klosterspiegel, 72, 2. 2. Grosser Lärm und keine Hochzeit. (Oberlausitz.) Die Franzosen: Mehr Lärm als Arbeit. Die Spanier: Mehr Lärm als Nüsse. Grosser Kopfputz und wenig Vorrath. Die englischen Neger: Grossthun ohne Landhaus. (Reinsberg IV, 77.) 3. Man muss nicht jedesmal Lärm schlagen, wenn ein Esel über die Strasse geht. Frz.: L'alarme est au camp. (Leroux, II, 58.) 4. Narms is meer Larm as um de leedich Krüb. (Süderdithmarschen.) Es ist nirgends mehr Lärm als um die leere Krippe. 5. Väl Lârm un wenig doahinner. (Strelitz.) – Firmenich, III, 74, 128. 6. Viel Lärm um nichts. – Gaal, 1070; Eiselein, 410; Simrock, 6194; Braun, I, 2163; Reinsberg IV, 75. Böhm.: Mnohu hluku, malá hostina. (Čelakovsky, 80.) Engl.: Much ado about nothing. (Reinsberg IV, 75.) – Much bruit little fruit. (Bohn II, 119.) Frz.: Beaucoup de bruit et peu d'effet. (Gaal, 1070.) – C'est belle montre et peu de rapport. (Lendroy, 1027.) – Voilà bien du tapage, du vacarme pour peu de chose. (Starschedel, 423.) Lat.: Fluctus excitare in simpulo. (Cicero.) (Binder II, 1163.) – Verba sine penu et pecunia. (Plautus.) Wend.: Wulka hara a mały kwas. (Čelakovsky, 80.) 7. Viel Lärm und nichts dahinter. (S. Berg 22.) – Gaal, 1070; Reinsberg IV, 75. Frz.: La montagne a enfanté une souris. (Gaal, 1070.) Ung.: Vajudnak a hegyek, de ime csak egeret szültek. (Gaal, 1070.) 8. Wer gern Lärm hat, halte Gänse und fange Streit mit der Nachbarin an. Engl.: He that loves noise must buy a pig. (Bohn II, 119.) Span.: Quien quiere ruido, compre un cochino. (Bohn II, 119.) 9. Wo Lerm is, spriket de Düvel Amen. 10. Das gibt (setzt) einen Lärmen ab. (Nürtingen.) 11. Das wird Lärm (in der Welt) machen. Frz.: Cela fait un grant éclat dans le monde. (Leroux, II.) 12. Dat's'n Larm, as wenn Kassen vör de Stat is. – Schütze, III, 13; Diermissen, 293. Diese Redensart soll nach Schütze aus Mecklenburg stammen, und entstanden sein, als ein Herzog von Kassel Döpnitz berennte. Dr. Schiller fügt in seinen handschriftlichen Bemerken zu Kassel ein Fragezeichen hinzu und vermuthet, es möge wol ein Herzog Christian, plattdeutsch Kasten für Karsten (vgl. Richey, 111) gemeint sein, wie es auch statt Döpnitz Dömitz heissen müsse, und bemerkt schliesslich, dass er die Redensart weder in einer Schrift gefunden noch je im Volke gehört habe. Erwägt man nun die grosse Bekanntschaft, welche Dr. Schiller mit dem mecklenburger Volksleben und der Literatur überhaupt, wie der mecklenburger insbesondere besitzt, so möchte man fast zweifeln, dass die Redensart mecklenburgischen Ursprungs sei. Diermissen fragt, ob Christian III. vor Lübeck im Jahre 1534 gemeint sei. 13. Er kann keinen Lärm leiden, als den er selbst macht. Er nimmt sich selbst gern viel heraus, will es aber von andern nicht dulden. Frz.: Je n'aime point le bruit, si je ne le fais. (Cahier, 267.) 14. Er macht einen Lärm, als wenn der Kater ein Ei legt. (Mockerau bei Graudenz.) 15. Er macht mehr Lärm als ein Kesselschmied. Frz.: Ressembler aux bahutiers, qui font plus de bruit que de besogne. (Bohn I, 55.) 16. Er macht mehr Lärm als zehn Buben in der Abenddämmerung. – Auerbach, Dorfgeschichten, V, 8. Die alten Griechen sagen: Er macht mehr Lärm als ein Heer von zehntausend Mann. Homer: »So viel schreit er wie neun- oder zehnmal tausend Mann kaum schreien mögen, wenn in der Schlacht sie handgemein werden.« Von Schreihälsen und Lärmmachern, die eine heisere widerwärtige Stimme hatten, sagte man: Er brüllt wie der Kikloberos (ein Fluss in Attika, der mit grossem Getöse floss). Cyclobori vox. (Erasm., 145.) Auch: Er macht mehr Lärm, als wenn ein grüner Lorberbaum brennt. Grüne Lorberbäume sollen, ins Feuer geworfen, ein grosses Geprassel verursachen. Sie sagten auch, um grossen Lärm zu bezeichnen: Es ist ein so grosser Lärm wie an der Küste zu Sarpedon. Diese Küste in Thrazien war dem Neptun geweiht und zeichnete sich durch das Geräusch aus, welches durch den unaufhörlichen Andrang der Meereswogen und das Gebrochenwerden derselben entstand. 17. Es ist ein blinder Lärm. – Eiselein, 410; Braun, I, 2163. Lat.: Fulgor ex pelvi. (Seybold, 196; Binder I, 603; II, 1214; Froberg, 314; Philippi, I, 164; Hanzely, 84.) – Rumor sine capite. (Cicero.) (Eiselein, 396; Philippi, II, 160.) 18. Es ist ein Lärm, man kann unsern Hergott nicht donnern hören. – Eiselein, 248. Frz.: Le bruit est si fort qu'on n'entend pas Dieu tonner. (Bohn I, 31.) Holl.: Al waren ook alle duivels, welke Milton in zijn verloren Paradijs zoo mild laat optreden, bijeen, nog zouden ze zulk een geraas niet kunnen maken. (Harrebomée, I, 162.) 19. Es ist ein Lärm wie auf dem polnischen Reichstage. Frz.: Le diable est aux vaches. (Lendroy, 1448.) 20. Es ist ein Lärm wie in der Judenschule. – Frischbier, 442; Frischbier2, 2307; Reinsberg V, 34. 21. Lärm blasen. Lat.: Aquam frigidam suffundere. (Plautus.) (Binder II, 210; Seybold, 194.) 22. Sie macht ein Lärm wie die Henne vor Tage. (Riedlingen.) 23. So viel Lärm um e Bische Käse. – Tendlau, 1055. Ein Jude ass in einem christlichen Wirthshaus Käse, als ein sehr heftiges Gewitter kam. Sein Gewissen erwachte wegen der Uebertretung der rabbinischen Vorschrift. Er warf den noch übrigen Käse zum Fenster hinaus und rief zornig gen Himmel: »Wie das e Lärm is um e Bische' Käs', da is er.« Nach Büchmann (Geflügelte Worte, 3. Aufl.) ist die französische Redensart: Voilà bien du bruit pour une omelette (so viel Lärm um einen Eierkuchen), in ähnlicher Weise entstanden. Danach kehrte der französische Dichter und Freidenker Desbarreaux, der zur Zeit Ludwig's XIV. lebte, an einem Freitage, also einem Fasttage, in einem Wirthshause ein, und bestellte zum Entsetzen des strengkirchlichen Wirths einen Eierkuchen mit Speck. Unterdessen zog sich am Himmel ein furchtbares Gewitter zusammen. Gerade als der Wirth die bestellte Speise auf den Tisch stellte, erfolgte ein entsetzlicher Donnerschlag, der das ganze Haus erdröhnen machte. Zu gleicher Zeit sank der Wirth, der in dem Toben der Elemente eine Strafe für die Uebertretung der Fastengebote erblickte, vor unserm Dichter nieder und flehte ihn himmelhoch an, die Rache des Himmels zu beschwichtigen. Desbarreaux steht auf, öffnet das Fenster und wirft den Eierkuchen mit dem so berühmt gewordenen obenerwähnten Worten hinaus. – Dass das Wort des deutschen Juden eine blosse Nachahmung der französischen Redensart sei, wird man erst behaupten können, wenn man weiss, dass derselbe später gelebt, die französische Redensart gekannt hat und nachgewiesen ist, dass ein deutscher Jude nicht ebenso witzig sein kann wie ein französischer Dichter. [Zusätze und Ergänzungen] 24. Viel Lärm auf den Schanzen und keine gebrochenen Lanzen. – Giani, 723. In der Bedeutung: viel Geschrei und wenig Wolle. It.: Assai pampini e poca uva, gran rombazzo e poche lanze rotte. (Giani, 723.)
7039 Zeichen · 176 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lärm

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Lärm , des -es, oder der Lärmen, des -s, plur. inus. 1) Überhaupt, ein jeder lauter, beschwerlicher Schall; ingleich…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lärm

    Goethe-Wörterbuch

    Lärm gelegentlich in der älteren Form ‘(der) Lärmen’ 1 lautes (störendes) Geräusch; öfter mit Adj wie ‘entsetzlich, gewa…

  3. modern
    Dialekt
    Lärmm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Lärm , Lärmen m. : wie schd., Läʳm [mancherorts, Lambert Penns 96 Krämer Gal 138 Rußl-Speyer], Lärme [mancherorts SOPf, …

  4. Sprichwörter
    Lärm

    Wander (Sprichwörter)

    Lärm 1. Du hast den Lärm angefangen, sprach der Narr zum Abt und gab ihm eine Ohrfeige, als dieser das Tischgebet anfing…

  5. Spezial
    Lärm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lärm m. (-[e]s) 1 (laute Geräusche) vera (veres) f. , drumblamënt (-nc) m. , stumblamënt (-nc) m. , crabal m. 2 (Geschre…

Verweisungsnetz

88 Knoten, 94 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 1 Kompositum 78 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laerm

53 Bildungen · 42 Erstglied · 7 Zweitglied · 4 Ableitungen

laerm‑ als Erstglied (30 von 42)

Lärmapparate

Meyers

Lärmapparate ( Alarmapparate, Warner, Rufer ), Vorrichtungen, die durch Ertönen einer Glocke, einer Pfeife (s. Dampfpfeife ) oder eines Läut…

Lärmbild

GWB

laerm·bild

Lärmbild in der Vbdg ‘Lust- und Lärmbild’ s Lustbild B40,248,14 Zelter 15.1.26 Martina Eicheldinger M.E.

lärmbläser

DWB

laerm·blaeser

lärmbläser , lärmenbläser , m. der den ruf zu den waffen bläst; auch bildlich, aufwiegler: lermenbleser, classicen, incensor seditionis, er …

Lärmchen

RhWB

laerm·chen

Lärmchen lęrmχə, Pl. -χər Goar-Weiler n.: einzelstehender Halm in einem Felde, das angebaut ist, in dem jedoch nur hier u. da ein Körnchen a…

lärmecke

DWB

laerm·ecke

lärmecke , f. ecke an der gelärmt wird; vgl. hauptlärmecke theil 4 2 , 618.

lärmen

DWB

laer·men

lärmen , verb. lärm machen, seit spätestens dem 17. jahrh. aus dem substantiv lärm gebildet, mit der seltenen nebenform larmen, wie sich neb…

lärmenblasen

DWB

laermen·blasen

lärmenblasen , n. das zeichen, welches der trompeter der cavallerie gibt, wenn solche sich eiligst auf dem lärmplatze versammeln soll. Jacob…

lärmend

LDWB2

laerm·end

lär|mend adj. drumblan, cun na gran vera, cun n gran sciosciüre. ▬ lärmend es Durcheinander sconfuria f. ; lärmend es Flügelschlagen (z.B. d…

Lärmens

PfWB

laer·mens

Lärmens n. : = Lärm , Lärm(e)s [ LA-Herxh Don-Werb ]. Do war e L.! [ LA-Herxh ]. Mach nore kee L.! [ Don-Werb ].

lärmenschlagen

DWB

laermen·schlagen

lärmenschlagen , n. zeichen des tambours zum sammeln der soldaten auf dem lärmplatze. ebenda; in der form lärmschlagen, bildlich: leute ... …

Lärmenstange

PfWB

laermen·stange

Lärmen-stange f. : ' überaus große weibliche Person ', Lärmestang [ PS-Trulb ]; vgl. DWb. VI 207 Lärmstange.

lärmer

DWB

laer·mer

lärmer , m. vociferator, turbator, tumultuosus, clamator, clamitans. Stieler 1147 (lermer); wie viel unerkanntes verdienst jener stille flei…

Lärmes

RhWB

laer·mes

Lärmes lęrməs uWupp, Sol Pl. t.: Schelte, Vorwürfe; L. krigen; dat werd L. gewen.

lärmetieren

RhWB

larme·tieren

lärmetieren lęrmətē:rə  Bergh-Kirchherten , Erk-Körrenz schw.: wehklagen, lamentieren, poltern, lärmen.

lärmfackel

DWB

laerm·fackel

lärmfackel , f. fackel als zeichen, zu den waffen zu eilen: zugleich pflanzten sie lärmfackeln auf. Jacobi Thucyd. 1, 258 .

lärmfeuer

DWB

laerm·feuer

lärmfeuer , n. feuer als gleiches zeichen: inzwischen hatte man auf dem wege nach Athen hin lermfeuer gemacht. Heilman Thucyd. 297 ; imgleic…

lärmfroh

DWB

laerm·froh

lärmfroh , adj. : wie in des frostes hauch der fluthende weiher gefesselt starrt, dasz auf ihm, lärmfroh, die muntere jugend der eisbahn räu…

lärmgasse

DWB

laerm·gasse

lärmgasse , f. in einer festung die unbebaute strecke zwischen dem walle und den häusern der stadt; als sammelplatz der truppen benutzt, auc…

lärmig

DWB

laer·mig

lärmig , adj. von lärm erfüllt, mit lärm sich äuszernd: nun aber ging die lärmige freude über die glückliche auferstehung des herrn mit tage…

lärmkanone

DWB

laerm·kanone

lärmkanone , f. kanone, die das zeichen zum sammeln unter waffen oder zur verfolgung eines feindes gibt: dämmrung! das lager! dumpf herüber …

lärmmacher

DWB

laerm·macher

lärmmacher , m. der lärm macht, schreier, prahler: bei ihnen ( den Griechen ) konnte kein lärmmacher so leicht mit seinen ausgeschickten tra…

lärmplatz

DWB

laerm·platz

lärmplatz , lärmenplatz , m. platz in einer festung worauf die soldaten nach empfangenen zeichen unter die waffen treten. Eggers kriegslex. …

laerm als Zweitglied (7 von 7)

Heidenlärm

RDWB1

Heidenlärm m (в зависимости от контекста) страшный шум, грохот (при падении тяжёлого предмета), гвалт (о голосах) разг. , галдёж (о голосах)…

feuerlärm

DWB

feuer·laerm

feuerlärm , m. concursatio ex incendio orto: machet, schlagt lärm! trommelt durch alle gassen! stürmt mit der glocke!

Gelärm

Adelung

gela·erm

Das Gelärm , des -es, plur. car. ein anhaltendes oder wiederhohltes Lärmen. Sich dem eiteln Gelärme der Welt entziehen, Zimmerm.

heidenlärm

DWB

heiden·laerm

heidenlärm , m. überaus groszer lärm: die kinder machten einen heidenlärm.

kriegslärm

DWB

kriegs·laerm

kriegslärm , m. gleich kriegsgeschrei in den bed. 3 bis 6, z. b. für gerüchte von krieg: jener kriegslärm war ein blinder gewesen. Herberger…

Pandurenlärm

Wander

panduren·laerm

Pandurenlärm Es ist ein Pandurenlärm. Die am 4. August 1870, im deutsch-französischen Kriege von Baiern und Preussen mit Sturm genommene Sta…

teufelslärm

DWB

teufels·laerm

teufelslärm , m. tumulto ò fracasso furioso, teuffelslermen Rädlein 872 b ; was für ein teufelslärmen ist denn das da unten? Immermann schri…

Ableitungen von laerm (4 von 4)

Gelärm

Adelung

Das Gelärm , des -es, plur. car. ein anhaltendes oder wiederhohltes Lärmen. Sich dem eiteln Gelärme der Welt entziehen, Zimmerm.

gelärme

DWB

gelärme , n. lärmendes treiben, gelerme tumultus Stieler 1147 : wir fliehn vor uns ( selber ) in das gewühl, der welt gelärme hat zum ziel, …

unlärm

DWB

unlärm , m. : Mörike ges. schr. 2 6 , 417 anm. zur erläuterung von ungüte 115 (dasz es eine ungüte vom brot drum sei); Schmid schwäb. wb. 52…

verlärmen

DWB

verlärmen , verb. lärmend zubringen: den ganzen abend verlärmen. Heinsius 4, 1, 1313 .