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kunst

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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

kunst stF.

kunst stF. Substantivbildung zu kunnen anV.; Gen. künste, kunste, Pl. künste, auch sw. künsten Loheng , DvASchr , RvEAlex ; kunsten HvFritzlHl 198,36; zum Verhältnis zu list stM. s. F. Scheidweiler, kunst und list, in: ZfdA 78 (1941), S. 62–87. 1 ‘Wissen, Kenntnis’
1.1 allg.
1.2 bezogen auf Gottes Schaffenskraft, Gesamtheit des Wissens, Allmacht Gottes
2 ‘Wissenschaft’
2.1 allg.
2.2 einzelne Wissenschaften
2.2.1 septem artes liberales
2.2.2 weitere Disziplinen
3 ‘Fähigkeit, Können, Vermögen’
3.1 allg.
3.2 bezogen auf höfische Fähigkeiten
3.3 bezogen auf Dichtkunst
3.4 bezogen auf handwerkliche Fertigkeiten
3.5 bezogen auf Handarbeit
3.6 bezogen auf Obst-/ Weinbau
3.7 bezogen auf Heilkunst
3.8 bezogen auf schöpferische Fähigkeiten, künstlerisches Können
3.9 von religiöser Ekstase
3.10 bezogen auf Fähigkeiten der Täuschung
3.10.1 Magie, Zauberei
3.10.2 List, Hinterlist, Bosheit
3.11 bezogen auf die Fähigkeit von Feuer ‘Kraft, Macht’ (s.a. DWB 5,2684 s.v. Kunst 6.a )
4 ‘Haltung, Gesinnung, Sittlichkeit, Tugend’
   1 ‘Wissen, Kenntnis’    1.1 allg.: Jeronimus sprichet: nieman enmac von gote genemen kunst, wîsheit und vröude, er ensî denne ein guot mensche Eckh 2:161,1; hoch ob aller kunste muze wir die wisen / mit gotlicher vernunste uber die liste und liste macher prisen JTit 2605,1; diu kint diu vor drin jâren / zuo gesetzet wâren, / mit kunst ez diu sô schiere ervuor / daz der meister selbe swuor, / er gesæhe von aller hande tugent / nie sô sinnerîche jugent Greg 1175; der eilfte der hiez Zêleon [der Priester mit hôher wîsheit, V. 2746 ] , / an dem man künste was gewon KvWSilv 2768; den beiden [Adam und Eva] gap sîn witze sâ / rehte wîsheit unde sin. / vernunstic leben gap er [Gott] in / und machte sie von künste wîs RvEBarl 2027; vil pfaffen ist der kuͤnste bloz, / die doch wænent kuͤnnen vil Rennew 31870; di einen di gehôren zu der vornunft, daz ist wîsheit, kunst und klugheit; und di in disen sint beslozzen diz heizen vornunftige tugende HvFritzlHl 181,21; kunst und rât gehôren zu der wârheit der werkunge: kunst zu urteilne und rât zu vindene ebd. 181,33; Reinfr 19800; BdN 3,10. – bezogen auf ein bestimmtes Wissen(sgebiet): dar an [an der Tafelrunde] ein kunst mich verbirt [fehlt mir] , / ine weiz niht welher hinne ist wirt Parz 148,7    1.2 bezogen auf Gottes Schaffenskraft, Gesamtheit des Wissens, Allmacht Gottes: in gote lît alle kunst Kröllwitz 3964; got der hât geleit / sîne kunst und sîne kraft, / sînen vlîz und sîne meisterschaft, / an disen lobelîchen lîp [der Laudine] : / ez ist ein engel und niht ein wîp Iw 1687; daz an dir diu gotes kunst / hât volbrâht der sælden gunst. / der got der an dich sîne kunst / leite und ouch der sælden gunst, / der behüete dir dîn leben RvEGer 6339; von den helden er [Parzival] geschouwet wart: / dô lac diu gotes kunst an im Parz 123,13. 130,22; got in sînes geistes brünste / an dir zeigte sîne künste, / dô er aller sünden tünste / gar von dir geveimet hât SM:EvS 1: 12,2; ChristhChr 2024; Pass I/II (HSW) 26610. – personifiziert auch von den göttlichen Personen selbst: der maide sün Jesus Christ, / der auch ist die ware chünst Märt 24905; [Jesus Christus] ist mein chünst und ist mein got ebd. 24927 auf die Trinität bezogen: si namten den vatter den ungeschaffen ewigen got, den sun die unbegunnen wisheit, ir beider geist nanten si die rehte kunst der warheit Mechth 4: 14,10    2 ‘Wissenschaft’    2.1 allg.: sciencia : kunst VocOpt 38.001; doctrina : kunst ebd. 38.002; disciplina: kunst ebd. 38.003; so ist diu vunfte gebe sa / geheizen sciencia. / daz chut chunst ze diute / unte manet uns tumpen liute, / daz wir leren wistoum ArnoltSieb 11,3    2.2 einzelne Wissenschaften    2.2.1 septem artes liberales: – allg.: daz sint die sieben hohe kuͦnst HvNstGZ 775; der vliz darnah ze Attene was, / da man sit lerte unde las / der sibin liste hohe kunst RvEWchr 15768; wir haben künste vil geschriben, / der sint ûz erwelt siben WälGa 8899; Kostus [...] satzte si zu schule, alsô daz si wol gelêret was der siben kunste HvFritzlHl 253,21; die siben frîen künste Renner 16075. 1249; wie die kvnste weren. / an einer leret man buchstaben. / die ander ist erhaben, / [...] zv den scharfen sinnen. / die dritte zv der werlde zirde, / zv dem sange die vierde. / die funfte leret mezzen wol; / die seste, wie man zelen sol. / die sibende leret die list, / waz wunders an dem gestirne ist Herb 7666; Minneb 448; KLD:Kzl 16: 10,16. – Trivium (Grammatik, Rhetorik, Dialektik): die brief mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet Loheng 7577; ganzir sprache wort vnd sin / mit kvnste habent vnder in Martina 245,104; [Platons] kvnst vnde sine list, / [...] : / daz ist dialetica Herb 10671; Martina 245,106; loyca ist ein tief kunst Vät 22623; JTit 1870,4; nû was ein meister under in / der truoc von kunst vil hôhen sin, / Dêmostenes was er genant, / wîs an filosofîe erkant RvEAlex 3654; so vellet mir iez ein spruch in, den las ich in der schule der natúrlichen kunst [hier: Metaphysik von Aristoteles] Seuse 388,2; RvEAlex 1385. – Quadrivium (Geometrie, Arithmetik, Astronomie, Musik): ouch kunde er wol von listen daz / wie man der dinge lenge maz / von gêometrîe: / diu kunst was sîn âmîe RvEAlex 140; ez ist ain lere in der kunst, die man geometriam oder erdenmezzerinne haizzet KvMSph 19,13; von arismetica der kvnste Martina 245,79; chunst der astronomei HvHürnh 26,16; die [...] jehent das die chunst der planetenn schwär sei ebd. 26,5; der steren chunst ebd. 26,16. 26,1; ain lerespruch in der sternseher kunst KvMSph 43,15; BdN 106,14; Martina 14,98; Tannh 5,60    2.2.2 weitere Disziplinen: – Theologie: wir sprechen vmbe die kunst. die man hinze got wendet [...] div ist scientia scientiarum div ist ein chunst aller kunste PrKlostern 33; verworfen ist Divînitas / diu ie der künste vrouwe was WälGa 9150. 9123. 9136; dar nâch in den jâren drin / dô gebezzerte sich sîn sin / alsô daz im dîvînitas / gar durchliuhtet was: / diu kunst ist von der goteheit Greg 1189. – Medizin: al der arzte kunst Parz 643,21; von arzenîe erwelte kunst / sîn herze vinden kunde KvWPant 140; ez wære von in dô / gedisputieret wol alsô / ûz der kunste von Salerne Ottok 30018; Crane 492; dy konst van Ypocras OvBaierl 72,1. – Recht: der nâch las er von lêgibus / und daz kint wart alsus / in dem selben liste / ein edel lêgiste: / diu kunst sprichet von der ê Greg 1197; der was einer ein juriste, / an der kunst und an dem liste / het er meisterschaft genomen Ottok 21677    3 ‘Fähigkeit, Können, Vermögen’    3.1 allg.: so suͦln si auch iren chinden einen schulmaister schaffen, des si nvtz vnd ere haben an chuͦnst vnd an eren, so si in aller besten immer vinden UrkCorp (WMU) 2345,19; dâ [Burgtor] reit der wirt vor im [Iwein] in. / der hete die kunst und den sin / daz im dâ von niht arges enwar Iw 1096; dar umbe hât uns unsir herre gesant alsô wît sô die werlt ist, daz wir sie bikêrtin, unt gab uns die kunst, daz wir sprêchin zwô unt sibinzic zungin PrMd (J) 350,31    3.2 bezogen auf höfische Fähigkeiten: – allg.: si kam zuo disem man gevarn, / der künde hovelîche kunst, / dâ mite er hôher liute gunst / verdienet hete mangen tac KvWTroj 5839; nuͦ hat ez der Strickære / geniwet durch der werden gunst, / di noch minnent hoͤfesliche chunst StrKarl (S) 118. – ritterliche Fähigkeiten wie Reiten, Kämpfen o.ä., häufig kombiniert mit kraft, manheit o.ä.: [Gregorius besaß] ganze kunst ze ritterschaft Greg 1994; in strîte man ouch kunst bedarf Parz 756,6; mit kunst si de arme erswungen: / fiurs blicke ûz helmen sprungen ebd. 742,11; ir kunst unde ir manheit / wart dâ erzeiget schiere ebd. 739,14. 265,7; dô was hie kunst unde kraft: / sî mohten von rîterschaft / schuole gehabet hân Iw 7003; [ Volkêr, der videlære, ] begonde im sîner künste alsolhen teil dâ geben, / daz er von sînem swerte muose ligen tôt NibB 2285,2; er hêt mänlîche kraft / und ganze kunst ze strîte Wig 7538; Gâwein, / des kunst an rîterschefte schein ebd. 10428. 7652; manic puneiz muotesrîch / wart dâ mit ritters kunst geriten UvLFrd 456,7. 262,9; das da ein ritter were mit vollen waffenen und von edeler kunst unde mit warer mankraft Mechth 3: 18,5. – Jagd: phlac ich ie meisterschefte / an weidenlîcher kunste Hadam 334,2; dar gie diu cumpanîe / und nâmen sîner [Tristans] künste [des Wilderlegens] war Tr 2997; die kunst von der curîe ebd. 3474; nu kunde birsin, schiezin, jagen / Lamech durh chunst und durh bejac: / dirre selbin chunst er pflac / gewerlich al ungelogen RvEWchr 547. 21331. – Musizieren, Instrumentenspiel: [sie] kâmen des beid über ein, / daz er si lêrte künste vil. / [...] / hie mite er si dô seiten spil / begunde lêren alzehant KvWTroj 15811; RvEWchr 524; si hete eine pfifen, / darin si blies mit ir kunst Pass I/II (HSW) 28179; so leert zy menige guͦnst / van alre melodyen kuͦnst MinneR 496 110    3.3 bezogen auf Dichtkunst: Frouwenlop meister Heinrich, / der ûf die kunst ist kluoc Ottok 86557; uz kezzels grunde gat min kunst, so gicht min munt Frl 5:115,7; her Walther unde zwen Reimar, ein Wolferam, / der künste stam / mit sange noch uz in loubet ebd. 5:117G,8; gefiolierte blüte kunst ebd. 8:26,1; hete ich ûf tihten kunst, / sô sold ich von dem zagen / sîn missetât sagen / und von dem frumen frumikeit Ottok 57414; swer siner kvnst meister ist, / der hat gewalt an siner list. / [...] / des ist der tichtere / wise vnd gewere Herb 1; Wig 124; FvSonnenburg 19,9; Loheng 7637; StrAmis 13    3.4 bezogen auf handwerkliche Fertigkeiten: – Zimmererhandwerk: dirre Joseph burger was / ze Bethleem, als ich ez las [...] / der kunst was er ein zimberman WvRh 2195; ez warn zwene zimberman, / den an ir chunste niht zeran, / si wærn harte meisterlich StrKD 63,2; Parad 98,2. – Schmiedehandwerk: der smit was sîner künste kluoc, / er konde smidewerkes gnuoc HvFreibTr 6005; helm und schilt, die gâben glîz, / dar an was gelegt mit künsten manic vlîz / von meisters handen gar mit kluogen witzen Loheng 3975; [die Schmiede] Mime unde Hertrîch: / ir kunst was vil ungelîch Bit 172; EnikWchr 1552; HvFritzlHl 198,36; RvEWchr 538. – Goldschmiedehandwerk: wol dem edlen gold schmide! / der siner hochen künste lide [Glieder] / also zartlich gerüren kan GTroj 7618; daz selbe harnasch wehe des goldes was mit kunste / geworht JTit 1682,1; Loheng 5340; übertr.: der helig geist hat si [die Krone] geworcht und gesmidet [...] mit der edelen kunst der heligen drivaltekeit Mechth 7: 1,47    3.5 bezogen auf Handarbeit: kein snîder lebt sô rehte stolz, / der sîne kunst bewære, / gebristet im der schære, / dâ mite er schrôte ein edel tuoch KvWTroj 111; [von Figuren auf einem Wappenrock:] die wâren drîn geweben wol, / als ez gebôt der künste vlîz ebd. 9561; Maria machte dem kindelin / gar listeklichen ain roͤklin, / [...] / wan dú froͮwe mære / kunde alle froͮliche kunst WernhMl 5509; [Aquila und Priscilla] waren der kunst, daz sy gezelt kunden machen Apostelgesch 18,3. – auch als wîpliche ~ bezeichnet: [vom Spinnen:] wan in began wîplicher kunst / zehant verdriezen und beviln KvWTroj 15880; dú was von erst dú mit begunst / irdahte wipliche kunst / mit nadiln und mit drihin: / nejen, brettin, rihin RvEWchr 542    3.6 bezogen auf Obst-/ Weinbau: wer ich ein peltzgebure [einer, der Bäume pfropft] , so wer ich an der kunst hie niht geletzet, / wie mangerley er edeles obzes baere JTit 4879,2; kunde der wingarter nút die kunst, er snitte also balde abe daz edel holtz daz die trúbel schiere bringen sol, also daz boͤse und verderbete den wingarten Tauler 31,29    3.7 bezogen auf Heilkunst: den [beiden juncvrouwen ] bevalch er in dô, / daz sî im sîne wunden / salbeten und bunden. / ouch wonte in ir gemüete / schœner kunst diu güete / daz sî in schier ernerten Iw 5618; die besten arzâte, / als die heidenschaft sie hâte, / der natûrlîchen kunste / mit getrûwer gunste / er im gewinnen wolde Kreuzf 7701    3.8 bezogen auf schöpferische Fähigkeiten, künstlerisches Können: – Baukunst: Augustînus sprichet: ein meister, der ein hûs machet, der bewîset sîne kunst dar an Eckh (Pf) 164,22; den [ palas ] kund ein meister bowen, der winkel mez und wage / lert nach der snuͤre howen. er kan auch snelle wurken sunder vrage, / der himel und erde uf nichte hat gesetzet. / des ist er siner kunste von allen meistern immer ungeletzet JTit 6257,4; dâ mit sant Babel zehant / dâ man mûrmeister vant. / zwên und sibenzic was ir zal. / ir kunst si kunden über al EnikWchr 3282. – bildende Kunst: der künic sprach: ‘nu sagt mir, / meister, waz künste kunnet ir?’ ‘da kan ich malen alsô wol / daz ez alle diu werlt loben sol. / [...].’ StrAmis 504; als ein gemalet bilde, / daz nach eines meisters list / mit richer kunst gemachet ist Vät 32806; vil bild in richem werde ergozzen, ergraben, erhowen, / [...], / von hoher kunst JTit 345,3; ein mâler, der ein volkomen bilde hât gemachet, dâ prüevet man sîne kunst ane Eckh 1:330,2; BraunschwRchr 4535    3.9 von religiöser Ekstase: der prister Eli sprach, / do er si [ frauwe Anna ] in andaht peten sach: / ‘wie pist du von weine so naß; / ge hin, piz du in verdeuest paß.’ / wan si der hailigen kunst / waz worden so in brunst, / daz in dez muste dunken / sie wer von weine drunken MvHeilGr 787; diu sehste gâbe ist der kunst, von der die lêrer sprechent, dâ ein mensche sîniu werc bringen kan zuo einer solhen sache, dâ mit er sich mit got vereinet Eckh (Pf) 369,19; swie tump ich doch anders sî, / mir ist iedoch diu wîsheit bî, / daz ich wol weiz Jesum Christ / daz er diu obrist wîsheit ist, / diu daz herze durhgrebet / und den inren sin erhebet / in die kunst, die nieman / mit rede zende bringen kan LvRegSyon 2833. 2838    3.10 bezogen auf Fähigkeiten der Täuschung    3.10.1 Magie, Zauberei: swaz man von zouberlisten seit / dar an was sîn kunst sô grôz RvEAlex 113. 424; von starker zouberîe kunst / was diu geschrift getihtet KvWTroj 9652; ander kvnst ich wiste: / daz waren zouberliste. / die kvnst ich also lange treip, / vnz mir der name bekleip, / ich were ein zouberinne Herb 845; so lernt er zauberie, / die kuͦnst nigromancie HvNstGZ 5075; BdN 451,25. 434,7; WhvÖst 11384. 4908; Pass I/II (HSW) 20139; Ottok 32601; Brun 10311. swarze ~ : dô saiten di knechte dem herren, daz si [hl. Agnes] mit der swarzen kunst betrogen wêre HvFritzlHl 68,2; sundirlich was her wol erfarn in astronomien unde in der swarzin kunst Köditz 10,16. 10,24. – Wahrsagerei: Joseph sprach ‘war daht ir daz ir iht uerstalet mir? [...] an liezzen [Wahrsagen] ist nieman mir gelich; die chunst han gelernet ich.’ GenM 96,21; den [Leuten] saget er [Apollon] solhiu mære, / daz er ein wîssage wære. / alsolher kunst nam er sich an: / swaz gerne hôrte der man, / daz seit er im künftic gar RvEBarl 10167. 2495; sin [Judas, ein weiser Mann] kunst wiste also, / daz Antigonus solde do / sterben in Pirgostraton ie, / doch in welcheme oder wie, / des hat sin kunst im niht geseit Macc 11689. 11693    3.10.2 List, Hinterlist, Bosheit: ich chlage der loesære [Heuchler] chunst / und versage in dar zu mine gunst StrKD 158,213; nu vant ir arclistiger sin / die kunst, daz si wol quemen / von in und sich entnemen [sich drückten] / von der kirchen arbeit Pass III 150,43. 152,95; [Irekel zu Meliur, nachdem sie Partonopier unter die zum Ritterschlag bestimmten Knappen eingeschleust hat:] ich schuof alhie mit mîner kunst, / daz er von iu ze ritter wart KvWPart 14870. – von den Fähigkeiten des Teufels: sie wæren stæte an ir begunst [Vorhaben] / und lerneten des tiuvels kunst. / sie wâren gotes künste vrî RvEBarl 10584; [Teufel:] dis kint wart ane súnde gezilet und geborn, es were mir anders nie verholn. nu habe ich alle mine kunst verlorn Mechth 5: 23,90; WernhMl 4696; Brun 6289; personifiziert: du arge kunst, du bose list, / genuget dir niht daz du bist / mit dinen leiden huten / ein irrer der guten? Vät 5113    3.11 bezogen auf die Fähigkeit von Feuer ‘Kraft, Macht’ (s.a. DWB 5,2684 s.v. Kunst 6.a): [Lucia, die mit Feuer gemartert wird:] ich habe got, den herren min, / gebeten umme dise vrist, / daz noch min leben an mir ist. / sin vruntschaft und sin hohe gunst / bewart mich vor des vures kunst, / die mir nicht kan gesigen an Pass III 30,28    4 ‘Haltung, Gesinnung, Sittlichkeit, Tugend’ si kêrte ir herze an guote kunst: / des bejagte si der werlde gunst. / frou Herzeloyd diu künegin, / ir site an lobe vant gewin, / ir kiusche was für prîs erkant Parz 103,1; daz er muz beliben alda vor / mit den vumf juncvrouwen / die niht vor beschouwen / wolden ires herzen kunst [ ‘ihre Gesinnung prüfen’ ] Vät 19575; Jesus crist, / der dirre kunst ein meister ist, / der sprichet: ‘lernet von mir den sin, / wan ich demutiges herzen bin!’ ebd. 22670; von kunst gewinnt man tugent WälGa 9263. 9271. 9273; diu kunst, diu êwic ist [...] und dâ mite man daz himelrîche erwirbet [...], daz ist tugentlîchez leben DvASchr 309,7; Boner 4,44. – Lit.: J. Trier, Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes, 1931; Bruno Boesch, Die Kunstanschauung in der mittelhochdeutschen Dichtung, 1976.

MWB 3,2 734,23; Bearbeiterin: Herbers

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    kunstst. F. (i)

    Köbler As. Wörterbuch

    kunst , st. F. (i) nhd. Weisheit ne. wisdom (N.) ÜG.: lat. (potestas) H Hw.: vgl. ahd. kunst (st. F. i) Q.: H (830) E.: …

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    kunstst. F. (i)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    kunst , st. F. (i) nhd. Kunst, Kenntnis ne. knowledge Hw.: vgl. as. kunst*, ahd. kunst Q.: W, Jur E.: germ. *kunsti-, *k…

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kunst

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    kunst O D 3,24,17 s. kumft.

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kunststf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    kunst ( gen. künste) stf. das wissen, wie in etwas gehörig zu werke zu gehen ist nebst der fertigkeit in der ausübung di…

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kunstF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    kunst , F. Vw.: s. kumpst (1) L.: Lü 194a (kunst) Son.: örtlich beschränkt

  6. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kunst

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Kunst , plur. die Künste, Diminut. das Künstchen, Oberd. Künstlein, und zusammen gezogen Künstel. Es stammet vermitt…

  7. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kunst

    Goethe-Wörterbuch

    Kunst ca 3600 erfaßte Belege (bei teilw selektiver Exzerption, besonders in Br u Tgb). Die ältere Bed “Kenntnis, gelehrt…

  8. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kunst

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Kunst , s. Aesthetik . Man unterscheidet redende, tönende und bildende K.; vgl. die betr. Art.; freie Künste , s. d.

  9. modern
    Dialekt
    Kunst

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Kunst [ X ùnt Olti. Fisl. ; ‘ X òỳt Attenschw. ; Khùnt Su. Co. Dü. Str. Z. Han. Betschd. W.; Kht M. ; Khût Sulzern…

  10. Sprichwörter
    Kunst

    Wander (Sprichwörter)

    Kunst 1. A Konst at nian Bruat. ( Amrum. ) – Haupt, VIII, 369, 321. 2. Aller Kunst Anfang ist geringe. 3. Als beste Kuns…

  11. Spezial
    Kunstf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Kunst , f искусство , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kunst

1.152 Bildungen · 986 Erstglied · 163 Zweitglied · 3 Ableitungen

kunst‑ als Erstglied (30 von 986)

Kunstdung

SHW

Kunst-dung Band 4, Spalte 43-44

Kunsteis

SHW

Kunst-eis Band 4, Spalte 43-44

Kunstherd

SHW

Kunst-herd Band 4, Spalte 45-46

Kunstmist

SHW

Kunst-mist Band 4, Spalte 45-46

Kunstwabe

SHW

Kunst-wabe Band 4, Spalte 45-46

kunstabelēren

KöblerMnd

kunst·abelēren

kunstabelēren , sw. V. nhd. an den Festen der Patrizierbrüderschaft teilnehmen E.: s. kunstabel L.: MndHwb 2, 708 (kunstavelêren) Son.: örtl…

kunstabelīe

KöblerMnd

kunstabelīe , F. nhd. Festveranstaltung der Patrizierbrüderschaft E.: s. kunstabel L.: MndHwb 2, 708 (kunstavelîe) Son.: örtlich beschränkt

Kunstabler

MeckWBN

kun·stabler

Wossidia Kunstabler m. Konstabler, Polizist, Schutzmann Müll. Reut. 76 b .

Kunstabsicht

GWB

kunst·absicht

Kunstabsicht Pl für jds (eines Malers) künstlerische Bestrebungen Tischbeins Talente, so wie seine Vorsätze und K-en lerne ich nun immermehr…

Kunstadel

Campe

kunst·adel

○ Der Kunstadel , des — s , o. Mz . der Adel, der höhere Rang, der Vorzug, welchen die schönen Künste geben; oder auch der Adel, die höhere …

kunstadept

DWB

kunst·adept

kunstadept , m. eingeweihter der kunst, spöttisch für kritiker. Gotter 3, lxix.

kunstähnlich

DWB

kunst·aehnlich

kunstähnlich , der kunst nahekommend: das handwerk zu einer gewissen kunstähnlichkeit erheben. Göthe 44, 282 .

Kunstähnlichkeit

GWB

kunstaehnlich·keit

Kunstähnlichkeit für eine weithin technische, kunsthandwerkliche Angleichung an die Kunst [ über den Dilettanten auf dem Gebiet der Zeichnun…

Kunstäußerung

GWB

kunst·aeusserung

Kunstäußerung iSv künstlerische Ausdrucks-, Gestaltungsweise Von Claude Lorrain, der nun ganz ins Freie, Ferne, Heitere, Ländliche .. sich e…

kunstakademie

DWB

kunst·akademie

kunstakademie , f. akademie für kunst, s. Krünitz 55, 125 ff., in Berlin schon 1699 ( das. 140), anfangs lieber pluralisch ( s. kunst 5, c, …

Kunstakademien

Meyers

Kunstakademien , Kunstschulen höherer Art, auf denen alles, was zum technischen und praktischen Unterricht des bildenden Künstlers notwendig…

kunstanfang

DWB

kunst·anfang

kunstanfang , m. die ältesten kunstanfänge. Beckers weltg. 2, 32 , eine der zusammensetzungen, die man für unnötig und unnütz erklären musz,…

Kunstanfrage

GWB

kunst·anfrage

Kunstanfrage Bitte um nähere Information über ein best Kunstwerk [&spiklzu;Kunstfrage] B33,385 Noehden 22.9.20 K Syn Kunstfrage Horst Fleig …

Kunstangelegenheit

GWB

kunst·angelegenheit

Kunstangelegenheit Pl mit Ausnahme von T12,152,5 , zweimal Bindestrichschr pauschal, summarisch für Dinge u Verhältnisse im Bereich der (bil…

kunst als Zweitglied (30 von 163)

Kleinkunst

RDWB1

Kleinkunst f (Lakune) малые художественные формы: собирательное обозначение таких видов искусства, как шансон, акробатика, кабаре, карикатур…

Redekunst

RDWB1

Redekunst f ораторское искусство, красноречие, велеречивость устар. feine Redekunst - цветы красноречия идиом.

ackerkunst

KöblerMhd

acker·kunst

ackerkunst , st. F. nhd. „Ackerkunst“, Feldbau E.: s. acker, kunst W.: nhd. DW2- L.: Lexer 361b (ackerkunst), LexerN 3, 12 (ackerkunst)

Ätzkunst

Adelung

atz·kunst

Die Ätzkunst , plur. inusit. die Kunst, Figuren mit Scheidewasser in eine kupferne Platte zu ätzen; die Radier-Kunst.

Apothekerkunst

Wander

apotheker·kunst

Apothekerkunst Ist dies eine Apothekerkunst? D.h.: Ist es so schwer, als die Kunst eines Apothekers? Man will damit sagen, dass sich von dem…

Arzneikunst

Wander

arznei·kunst

Arzneikunst Die Arzneikunst macht kranke, die Mathematik traurige und die Theologie sündhafte Leut. – Einfälle, 276.

aukunst

KöblerMhd

aukunst , st. F. Vw.: s. ākust (1)

Bǘschelkunst

Adelung

Die Bǘschelkunst , plur. die -künste, eine Art einer sehr einfachen Wasserkunst, da das Wasser durch mehrere an einer Kette befindliche Büsc…

baukunst

DWB

bauk·unst

baukunst , f. architectura, in allen ihren anwendungen, bürgerliche und kriegsbaukunst, wasserbaukunst, bergbaukunst u. s. w. auch die ausge…

Baumkunst

Adelung

baum·kunst

Die Baumkunst , plur. die -künste, im gemeinen Leben, Künste, die Natur der Bäume und ihrer Früchte zu verändern.

Bienenkunst

Adelung

bienen·kunst

Die Bienenkunst , plur. die -künste, im gemeinen Leben, künstliche und oft abergläubige Hülfsmittel, die Bienen zu erhalten und zu vermehren…

bildkunst

DWB

bild·kunst

bildkunst , f. bildende kunst: es ist fast kein glied an des menschen leibe, welches nicht seine deutung in der bildkunst hat, die ohren bed…

Blumenkunst

Adelung

blumen·kunst

Die Blumenkunst , noch mehr aber im Plural die Blumenkünste, Handgriffe, die Blumen an Farbe, Größe und Geruch zu verändern.

dichtkunst

DWB

dicht·kunst

dichtkunst , f. poësis, die fertigkeit zu dichten, dann die gesetze die dabei zu beobachten sind, im allgemeinen wie in beziehung auf einzel…

Edelkunst

Wander

edel·kunst

Edelkunst Ein Edelkunst ist federbose; wer die brauchen kan, der nem ein fuchsschwantz für ein besen, die Welt wils jetzt so han. – Henisch,…

Êrdmêßkunst

Adelung

erd·messkunst

Die Êrdmêßkunst , plur. car. die Kunst oder Wissenschaft, die Erde, und in weiterer Bedeutung auch alle auf derselben befindliche Körper zu …

eselskunst

DWB

esel·s·kunst

eselskunst , f. ars asinina, stulta: und wolte mit solchen worten ire eselskunst brauchen. Luther 3, 521 a ; dein eselskunst ist gar kein nu…

färbekunst

DWB

faerbe·kunst

färbekunst , f. ars tingendi, inficiendi: anleitungen zur färbekunst. Göthe 52, 295. 54, 250 .

Fếldmếßkunst

Adelung

feld·messkunst

Die Fếldmếßkunst , plur. inus. die Kunst oder Wissenschaft, welche solches lehret, und welche ein Theil der Geometrie oder Erdmeßkunst ist.

feuerkunst

DWB

feuer·kunst

feuerkunst , f. pyrotechnia. feuerkunst oder chymie. Leibnitz 468 . in Nürnberg auch eine feuersprütze.

Feuerwêrkskunst

Adelung

feuerwerk·s·kunst

Die Feuerwêrkskunst , oder Feuerwerkerkunst, plur. inus. die Wissenschaft, allerley Feuerwerke, besonders Feuerwerke zum Erste zu verfertige…

firkunst

AWB

fir·kunst

fir- kunst st. f. ; vgl. ae. fracoþu f. ( vgl. Bosw.-T., Suppl. S. 260 ). — Graff IV,413 f. uir-chunst: nom. sg. Np 24,14; gen. sg. - ] e Np…

gartenkunst

DWB

garten·kunst

gartenkunst , f. gartenbau als kunst, gartenbaukunst, aufgeführt zuerst bei Adelung, früher gärtnerkunst, das er auch als gleich dazu stellt…

geberdenkunst

DWB

geberden·kunst

geberdenkunst , f. mimik, pantomimik. Engel mimik 1, 23 u. ö., vgl. Adelung. auch nl. gebarenkunst.

Gedächtnißkunst

Adelung

gedaechtniss·kunst

Die Gedächtnißkunst , plur. inus. die Kunst, die Kraft des Gedächtnisses zu erweitern, besonders wenn solches vermittelst der Einbildungskra…

Ableitungen von kunst (3 von 3)

unkunst

DWB

unkunst , f. : mangel an kunst und deren gth.; ohne plur.; mhd. mnd. unkunst, mnl. onconste, nl. onkunst. vgl. after-, gaukel-, halb-, misz-…

urkunst

DWB

urkunst , f. , ursprüngliche kunst. kunst II 4 mit ur- C 4 c: es darf wohl als allgemein verständlich angenommen werden, dasz ... das hervor…

verkunsten

Lexer

ver-kunsten swv. nu ist dîn kunst verkunstet Msh. 3,56 b .