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kühl

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kühl adj.

Bd. 11, Sp. 2558
kühl, kühle, adj. frigidulus. II. Formen und verwandtschaft. I@aa) mhd. küele, ahd. chuoli; alts. cuoli, côli nicht bezeugt (vgl. unter kuhlen, kühlde), mnd. köle, nnd. köl Dähnert 246b, koil adj., koile adv. Schamb. 108a, häufiger kölig, kühlig; nl. koel. ags. mit und ohne umlaut cêle (cŷle) und côl Ettm. 376; engl. nur noch cool, denn chill ist nicht das ags. cêle (s.kellen 3 und Grein 1, 182), das altengl. noch als subst. bestand, chele, cheele Halliw. 244a, Stratm. 138, jetzt noch als verbum keel (s.kühlen). entlehntn. köl, kölig mit nd. vocal, mit hd. schwed. kylig, wie kyla kühlen u. a. (vgl. unter kühn I, a), die doch zugleich heimische anlehnung haben in altschw. kyld kälte, altn. kylr m. u. a.; vgl. norw. kjölen kühl, kjöl m. kühlung Aasen 217b, worinn. und altnorw. gemischt scheint. I@bb) formell ist zu bemerken einmal ein adv. kule, wie mhd. kuole (Lexer 1, 1787), in einem liede des 16. jh.: der wind der wät so kule (: bule). Uhland volksl. 259. in andern fällen ist der umlaut nur nicht bezeichnet, z. b.: kul machen, erkulen .. refrigerare. voc. 1482 r 7a, vgl. unter dem vor. 2. Anders älter md. kûle, z. b. pass. H. 149, 22, auch im subst. kûle f. Frauenl. 343, 10 (: stûle), pass. K. 401, 81, mit md. û für uo und ausbleiben des umlautes. diesz kûle ist in md. mundarten noch nicht ausgestorben, daher in scherzendem stile, z. b. in dem liede von der groszen seestadt Leipzig: ach das grab das ist so kuhle (: gefuhle). regelmäszig kuhl z. b. noch im Kuhländchen, s. Meinert volksl. 405. aber auch tirol. 'kuel neben küel' Frommann 6, 304, das wäre wie mhd. kuon neben küene (s.kühn I, e). I@cc) das volle alte kühle, das sonst die form der md. mundarten ist, wenigstens im osten (wie schöne, grüne, süsze, kleine), brauchen auch dichter noch, besonders im adv.: da rühren die blumen ihm kühle ans herz. Eichendorf ged. 318 drauszen ist die nacht so kühle. 449; und kühle quoll der sprudel. Geibel ged. (1850) 298; im gletscherabstrom stund mein jagdwein kühle. Scheffel frau Aventiure 201. schon Stieler hat nur kül, Rädlein, Aler, Frisch, Adelung nur kühl, doch Steinbach 1, 944 nur kühle, auch Ludwig: der wind gehet kühle, es wird allgemach kühle. I@dd) den ursprung klärt das altn. auf, wo ein starkes verbum kala, kôl, kalinn frieren bestand (Möbius 224, Fritzner 337a, Egilsson 454a), das urspr. gemein germ. gewesen sein musz. von dessen praet. ist chuoli gebildet, 'das, was kalt war, also neue wärme gewonnen hat' Grimm gramm. 2, 80. s. weiter kalt, auch kellen frieren. IIII. Bedeutung und gebrauch. II@11) kühl ist ein gelinderes kalt, wie lau ein gelinderes warm, nicht alle sprachen haben diese abstufung von kalt, z. b. die lat., wo beides in frigidus zusammenfällt: in ainer küelen zwischen haiʒ und kalt. Megenberg 166, 24; mit eiern, welche sich .. in derselben (höhle) übers jahr halten, weil das ort mehr kühl als kalt ist. Simpl. 2, 262 Kurz. Übrigens wird der unterschied auch bei uns manchmal übersprungen. wie ahd. chuoli auch für gelidus eintritt (Graff 4, 379), mhd. auch der winter küele heiszt Neidh. 24, 13, und vorhin im voc. inc. teut. kul frigus, gelu ist, so bedeutet noch nd. in der Altmark verkölen vielmehr erkälten Danneil 238a, köl auch kälte 112b, wien. forköle erkälten, schwedisch förkyla erkälten, erfrieren. und umgekehrt erscheint auch kalt gleich kühl, s. sp. 75 (e), besonders am ende, kühl dagegen als nächste stufe bei heisz: 'Dol, leg den braten morgens bald zuo (am bratspiesz zum feuer) und lasz in küel und langsam abbraten, das er nit verbrin'. Eulensp. cap. 64 (ebenso in Ayrers singspiel vom Eulensp., s. u. kühlung 1, b); Eulenspiegel, der sich als kuchenknab verdungen hatte, versteht freilich den küchenausdruck falsch und legt den braten in den keller; vgl. unter k. II@1@aa) kühle luft, tageszeit, jahreszeit u. dgl.: da der tag nu kuel ward und schier fur uber war. Luther 4, 30b, als die abendkühle kam, in der bibel von 1545 da der tag küle worden war 1 Mos. 3, 8, vgl. hohel. 4, 6; der morgen war kühl und frisch; küle nächte, kül wetter, küler wind Stieler; jetzt, beim eintritt der kühleren witterung, nach dem sommer, während man nach dem winter dieselbe luftwärme lau oder wärmer nennt; bei kühlem purpurschein. Spee trutzn. 132, beim morgenrote; du kühle morgenstunde. Voss (1825) 4, 37. kühler wind, im volksliede formelhaft (wie der grüne wald u. ä.), wie schon mhd.: wer weisz, wo mich der wind, der kühle wind hin treibet. Hoffmann schles. volksl. 259. scherzhaft auch von voller kälte, über die man sich mit dem scherze hinaushebt, besonders es ist maikühle, in dem sinne wie man die ersten schneeflocken den spielenden mücken vergleicht, vergl. Fischart unter c. der kühle mai s. z. b. sp. 75 unten. kühler thau: gen diser sumerzeite do fallen die klen tawe. Uhland volksl. 577. II@1@bb) dazu das kühle (vgl.das kühl oben), kühle luft, kühler schatten, kühler ort u. dergl., doch im nom. kaum vorkommend: im külen sein, sub arboribus recubare, umbra frui, refrigerari Stieler; nach mittage saszen wir junges volk im kühlen. Göthe 1, 15; wie ergötz ich mich im kühlen dieser schönen sommernacht. 1, 46; ringsum nahmen ihn palmen ins kühle. Klopstock Mess. 1, 53; lasz uns hineingehn, frau, ins kühlere. gebe der himmel uns die nacht ein gewitter. Voss abendschmaus v. 15. nd. im kölen, gegen abend Dähnert 246b. vgl.das kalte sp. 86. II@1@cc) wasser, quell, wein u. dgl.: lebt wohl, ihr grotten und ihr kühlen brunnen. Schiller 452a, mhd. trefflich kisküele von einer quelle, der kies als die kühlung erzeugend oder bewahrend gedacht: der brunne ûf dringet âne mies (moos, ganz rein) ûʒ dem felsen durch daʒ gries (kiessand) kisküele, stæte, reine. Mones anz. 8, 489. kühler trunk, vom januar sagt Fischart: wann es in diesem monat gefroren ist, so wird es kühl, trocken und frisch, und wird der arm gleich so wol ein klen trunk haben, als der reich, wiewol die tränk sind ungleich. groszm. 624 Sch., mit anspielung auf den kühlen wein, der in den lustigen kreisen ein wichtig ding war, in volks- und schlemmerliedern formelhaft: bei sszem most und klem wein. Uhland 571, vgl. 578; trag einher klen wein und schenk uns tapfer ein. 583; was trag ich auf der hende? ein gleslein mit klem wein. 587, vgl. 589. 593; man singt nicht viel vom warmen wein, der kühl uns lustig macht .... ein warmer ghört den weibern zu, dem mann der kühle wein. Hoffmann gesellschaftsl. 157, vgl. unter kühlwasser. auch im gegensatz zum brannten wein, brantwein: der eheteufel ... treibet den mann ... aus dem haus, frü morgen zum brannten wein, von dem zum külen wein. Musculus eheteufel 1564 F 4b. noch im volksliede, aber neuerdings auch in gebildetem munde, mit halb scherzender halb gelehrter alterthümelei, vgl. Scheffels kühl stehender jagdwein unter I, b (kalt stellen, kalt stehen ist das gewöhnliche), so ein kühler trunk, in Berlin eine kühle blonde (2, 143). II@1@dd) kühler ort u. ä.: kl und lustig ort, aestiva. Maaler 254d, eine sommerfrische; die gegend, wo ich ietzund dichte, ist einsam, schatticht, kühl und grün. Günther 269; ein kühles thal mit leichten büschen. Göthe 3, 40; noch ist die laube kühl und grün. Hölty 251. kühler keller, mit gedanken an den kühlen wein: im kühlen keller sitz ich hier auf einem fasz voll reben. K. Müchler (s. weim. jahrb. 6, 160). ferner kühler schatten (vgl.schattenkühl Göthe 13, 84): daʒ diu linde mære mir küelen schaten bære. Walther 93, 13 Wack.-Rieger. und die bäume und büsche, die ihn bringen: unter schatticht kühlen linden. Lessing 1, 53; wo über Eckhofs grab geheime schauer wehn und kühle bäume grünen. Gotter 1, 271. kühles zimmer, kühle wohnung, auch im adv.: prächtger wald, wos kühl zu wohnen. Eichendorf 140. II@1@ee) übertragungen des begriffes: der wälder kühle lust. Hagedorn 1, 34, statt der kühlen wälder lust, mit übertragung des kühl vom äuszern ins innere. mit einer andern übertragung spricht Brockes von kühler klarheit, gedämpftem lichte: durch allgemeine (vorherschende) schatten bricht ein sanftes licht, in welchem dunkelheit mit küler klarheit scherzet. ird. vergn. in gott 1, 48 (1728), was von der wärme gilt, auf das verwandte licht übertragen; vgl. übrigens kalte farbe sp. 80 unten. kühler mondschein (des alters) J. Paul herbstbl. 3, 181. II@1@ff) besonders springt, wie natürlich, der begriff leicht in kühl machend über, kühlung gebend, kühlend, wie Stieler küler schatten mit umbra refrigerans erklärt: doch mir umschwebt ein zarter lichter nebelstreif noch brust und stirn, erheiternd, kühl und schmeichelhaft. Göthe 41, 252. ein kühles bad, ein kühlendes. von kühlenden früchten: erdbeeren kühl und duftig (walderdbeeren). Uhland ged. (1847) 450. II@1@gg) auch vom menschen selber, oder von vieh, wie kalt und gegensätzlich heisz, warm: und spielt' ihr mit dem flügelein die rothe wange kühl. Hölty 47 (der traum); das wasser rauscht', das wasser schwoll, ein fischer sasz daran, sah nach dem angel ruhevoll, kühl bis ans herz hinan. Göthe 1, 185, allerdings nicht blosz sinnlich gemeint, s. 3, a; führe den schecken zum stall, und futter' ihn, Jürgen, mit haber. doch erst trockne den schaum, dasz er kühl werd', ehe du tränkest. Voss abendschmaus 2; im blanken hemde gehn wir bursche kühl und mähn. die heumad 73. dazu sich kühl kleiden, kühle kleidung: das jüngferchen kleidet sich immer luftig und kühl. Luise 1795 1, 453 (später zefyrlich 1, 554). II@1@hh) das kühle grab, die kühle erde: üb' immer treu und redlichkeit bis an dein kühles grab. Hölty 48 (der alte landmann); nun schläft sie dort im kühlen. es schneit auf sie, und thaut auf sie. Kosegarten dicht. (1825) 6, 153; er liegt in Padua begraben ... zum ewig kühlen ruhebette. Göthe 12, 151. es heiszt einen in die kühle erde betten, er liegt da kühl gebettet, und in diesem kühl sammeln sich trostgefühle, während man vom kalten grabe, der kalten erde mit schmerzlicher abwendung spricht, vgl. das folg. kühner die kühle verwesung J. Paul 4, 218. II@1@ii) ins jenseits wird nämlich kühle, kühlung versetzt als gegensatz zu der hitze oder kälte, unter deren bilde uns das suchen, leiden, schmerzen hienieden erscheint, schon Göthes 'ewig kühles' ruhebette vorhin ist bestimmt zugleich so gemeint, vgl. kühlen 3, a: droben im paradiese, wo kühle bäche flieszen zwischen palmbäumen, und früchte drüber hängen wie gold. Göthe an Lotte 9. oct. 1772 (G. u. Werther s. 58); bleibt, sel'ge, bleibt in eurem Eden! des lebens hauch bläst schwer und schwül durch stumme leichenvolle öden. Elisium ist mild und kühl. Kosegarten poes. 1798 2, 358. schon im erdenleben kühlt uns hoffnung, trost u. ä.: vom hauch der hofnung kühl umweht vergiszt er gram und schmerz. die erde rings um ihn vergeht, er schwingt sich himmelwärts. Salis 42 (das abendroth). II@1@kk) selten von speisen im gegensatz zu dem heiszen zustande in dem sie aufgesetzt werden: die speis wird kühl, cibus infrigescit Aler 1250b, man nennt das sonst kalt, mit der übertreibung des verdrusses. vgl. das kühl braten im Eulensp. oben, Michaelis unter kühlen 1, von brote unter kühlen 2, d. II@22) eine art mittelstellung zwischen dem vorigen und folgenden nimmt ein älteres kühl ein, in der alten mystischen naturlehre, wie kalt 3, das nachzusehen ist; von einem throne von elefàndes beine heiszt es: daʒ rîche gestûle (mhd. gestüele) ist von natûre kûle. pass. H. 149, 22; das elfenbein war von natûre kalt (sp. 81 unten), vgl. Megenberg 135, 27 von der natürleichen kelten des helfenpains. noch im 16. jahrh.: wenn das silber erhitzt ist, so eilet und begert es des külen bleyes, wie ein gejagter und hitziger hirsch des külen wassers begert. Mathesius Sar. 159a, 13. pred., vom schmelzen und silberbrennen, auch das blei war nämlich kalter natur 149a (auch frisch nennt er es ebend.), s. Megenberg 481, 9 vergl. mit 480, 1. 479, 15. s. auch kühlen 2, b. II@33) ins innere übertragen. II@3@aa) auf der schwelle zum innerm steht z. b. Göthes kühl bis ans herz hinan (1, g), von leiblich- seelischem gesamtgefühl, mit vorwiegen des erstern. mehr ins innere tritt folg.: schon will die freche hand das heilige berühren. da zuckt es heisz und kühl durch sein gebein und stöszt ihn weg mit unsichtbarem arme. Schiller 71a (bild zu Sais), hier von einer unheimlichen, geisterhaften kühle, nicht wie sonst einer wolthuenden; nicht jeder log, wer dir die wahrheit vorenthielt ... er will das herz mit fleisz dir machen kühl, nicht heisz. gott sagt dir auch zum glück nicht alles was er weisz. Rückert brahm. 281, nach dem sprichwort was ich nicht weisz, macht mich nicht heisz. noch mehr innerlich: die silbenstechenden ausleger der poeten erwecken mir halb kühl im busen und halb schwül aus stolz und trauer ein gemischtes mitgefühl. das. 652, reimend kühl und schwül, wie sonst kalt und heisz. II@3@bb) kühler kopf, mut, kühles blut, kühle seele u. dgl., im gegensatz zur hitze der aufgeregten leidenschaft: hitzig köpf und gehe dat die hören warlich in kein rat (kriegsrat). es ghört ein kler kopf darzu, das recht ein hauptman kriegen thu. Murner luth. narr 126 Sch.; bei kühlem muth. Gryphius 1, 115; denn in der blutgen affair' bei Lützen ritt er euch unter des feuers blitzen auf und nieder mit kühlem blut. Schiller 323a; den herzog selbst sah man, mitten unter dem feindlichen kugelregen, mit kühlor seele seine truppen durchreiten. 964b. auch hier, wie im folg., nicht eins mit kalt, das vielmehr jede empfindung leugnet, die bei kühl noch vorhanden ist, nur unbeherscht durch die dinge. II@3@cc) auch der mann selber heiszt in diesem sinne kühl, wenn z. b. Keisersberg fürs strafen der kinder den rat gibt, nicht im frischen zorne zu strafen und dabei bemerkt: wenn du kl bist und du es strofen soltest, so thuost du im nüt (nichts). post. 2, 61b, genauer kühl von sinnen, nl. koel van sinnen, sedatus, tranquillus Kil. (vgl. kühlsinnig); nur gegen ende ihres lebens, nach tausendfachem kampf, ward Eloise etwas kühler. Zimmermann einsamk. (1784) 2, 262; o schande Roms! dasz Nero kühl das blut der bürger zapft' und zechte. Gökingk 2, 35; er sah ruhig und kühl die äuszeren schneestürme um sich fliegen. J. Paul Fibel 17, doch unsicher ob adj. oder adv., die da ineinander flieszen. II@3@dd) von allerlei verwandtem thun, z. b. kühl berechnen, überlegen, kühle berechnung. ein kunstwerk, das nicht 'zündet', findet kühle aufnahme, wird kühl aufgenommen, was doch auch wärmer ist als kalt. kühl beten u. ä., ohne die nötige wärme: nicht küel, sondern eifrig und andächtig beten. Albertinus bei Schm. 2, 290, das trifft denn mit lau ziemlich zusammen, s. dazu unter kalt 3, d. 4, a. kühle arbeit, die leidenschaftslose ruhe und milde wärme braucht: (der jüngling) oft scherzhaft, selten klug, voll sprünge wie sein gaul, auf tanz und jagd erhitzt, zu kühler arbeit faul. Hagedorn 1, 120. II@3@ee) endlich von äuszerungen des geistes oder der seele, worin sich ihre temperatur spiegeit und auf andere wirkt: e küele ausred, eine schale a., bair. Schm. 2, 291, auch hd. ein kühler spasz u. ä., ein schaler, kahler, eig. gehaltloser, denn aller gehalt erwärmt irgendwie; wäre ich der elendeste schmierer und hätte ... die schalsten romänchen und kühlsten empfindeleien oder possen und fratzen aufs papier gekleckt .. Wieland in Merks briefs. 1, 194, vgl.kalte bossen (frigidi joci Suet. Claud. 21) u. kalt 4, a. Daher wird etwas, das uns erkältet, im verdrusz kühl, kalt genannt: muszte Judas solches geld wegen des abgeschmachen und khlen 'meum et tuum' der gemain übergeben. Abr. a. S. Clara bei Schm.; trefflich mit rückkehr zum sinnlichen kühl in einem kath. rätsel bei Schmeller: 'warum beten die klosterfrauen lateinisch?' weil es den armen seelen wol tuet; nämlich lateinisch beten und nichts davon verstehn ist küel, und was küel ist, tuet den armen seelen wol (die ja in der höllenglut sind, wie man das dort bildlich an wegen täglich sieht). s. auch kühlheit.
15991 Zeichen · 399 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kühl

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Kühl , -er, -este, adj. et adv. ein wenig kalt, das Mittel zwischen warm und kalt zu bezeichnen. Es gehet ein kühler Win…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kühl

    Goethe-Wörterbuch

    kühl von rund 160 Belegen 95% in Pkt 1 1 mBez auf physische Phänomene a mäßig kalt, auch: frisch; meist (insbes bei mete…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kühl

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kühl , Gotthard , Maler, geb. 28. Nov. 1850 in Lübeck, bildete sich anfangs auf der Akademie in Dresden und dann auf der…

  4. modern
    Dialekt
    kühlAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kühl Adj. : 1. 'ein wenig kalt', kihl (kīl) [allg.]; vgl. kühlecht ; e kihl(es) Liftche [verbr.]. 's Werrer is k. [KU-Sc…

  5. Sprichwörter
    Kühl

    Wander (Sprichwörter)

    Kühl 4. Er ist kühl und zugeknöpft bis an die Halsbinde.

  6. Spezial
    kühl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    kühl adj. 1 frësch (-sć, -ca) 2 (ziemlich kühl) frëit (-ic, -ida ), frescot (-oc, -a). ▬ kühl aufbewahren conservé tl fr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kuehl

101 Bildungen · 96 Erstglied · 0 Zweitglied · 5 Ableitungen

kuehl‑ als Erstglied (30 von 96)

kühlachtig

RhWB

kuehl·achtig

kühl-achtig Dür-Stdt Adj.: ein wenig kühl. RA.: E Kiddche (wenig) k., sät Mester Gass, do log e bes övver de Uhre em Schnei (Schnee).

Kuehläger

ElsWB

kuh·laeger

Kuehläger m. eine schattige Stelle auf der Weide, wo das Vieh um die Mittagszeit (od. auch nachts) sich aufhält Bf. Illk. ; jetzt nur noch F…

Kühlanlage

LDWB2

kuehl·anlage

Kühl|an|la|ge f. (-,-n) implant de desfridamënt m. , implant da desfridé m.

Kühlapparate

Meyers

Kühlapparate , zur Herabsetzung der Körpertemperatur im ganzen oder einzelner Körperteile dienende Vorrichtungen. Dahin gehört zunächst der …

kühlbad

DWB

kuehl·bad

kühlbad , n. kaltes bad zum abkühlen, im gegensatze des vorausgehenden dampfbades. 1 1) bei den alchymisten: es ist wie der geheimnisvolle s…

kühlbecken

DWB

kuehl·becken

kühlbecken , n. luter, kuelbecken Dief. 340 b , lacus, frigidarium aeneum Stieler 74 , Steinbach 1, 80 , kühlbecken bei groszer gasterei, di…

Kühlbütte

PfWB

kuehl·buette

 Kühl-bütte f. : ' Bütte bei der Bierbrauerei '. a. 1596: 1 groß Bier Keßel 5 Kuelbieden [Werschw-SchR Bl. 596].

kühlde

DWB

kühlde , kühlte , f. kühlung, kühle. 1 1) nd. bestehen neben einander kölde, költe kühlung, kühle, kühler wind, und kulde kälte, frost, so i…

kühldöse

DWB

kuehl·doese

kühldöse , f. bottich zum kühlen des abgesottenen bieres, s. döse . Adelung.

Kühldüppen

RhWB

kuehl·dueppen

Kühl-düppen -ø- Bo-Alfter Card Volmershv n.: Henkeltopf zur Mitnahme des Essens auf die Arbeitsstätte.

Kühleborn

GWB

kuehle·born

Kühleborn ‘Onkel K.’: nach dem Schabernack treibenden Wasser- u Schutzgeist in der Undine-Erzählung Fouqués 1) ; in scherzhafter Selbstident…

kühleim

DWB

kuehl·eim

kühleim , m. scherzhaft für kühdreck: ich wolt zur gdächtnus auf den maien dich lan in kleim contrafaien und dein nas gar schön drein visir…

kühleimer

DWB

kuehl·eimer

kühleimer , m. eimer mit kaltem wasser oder eis, worin man wein in flaschen u. ä. kühlt, kühl hält. Campe. ähnlich in schmieden zum abkühlen…

Kühlein

Wander

kuehl·ein

Kühlein Um keine Kühle (würd ich das thun). ( Nürtingen. )

Kühleiter

PfWB

kuehl·eiter

Küh-leiter f. : Pl. 'Leitern für den von Kühen gezogenen Wagen', Kihlädere [ PS-Hintwdth ].

kühlen

DWB

kuh·len

kühlen , verb. zu kühl, mhd. küelen, ahd. chuolian, chuolan, auch chuollan, gichuollan (-ll aus -lj) Graff 4, 380 ; alts. côlian nicht bezeu…

Kühlende Mittel

Meyers

Kühlende Mittel ( Temperantia ), s. Entzündungswidrige Mittel .

kühler

DWB

kuh·ler

kühler , m. refrigerator, küler Stieler 920 . vorrichtungen, gefäsze zum kühlen heiszen so, z. b. im maschinenwesen: der unverdichtete wasse…

Kühlewein, Wilh

DWBQVZ

--- präfixstudien zu Goethe. in: W. Kühlewein u. Th. Bohner, beiträge zu einem Goethe-wörterbuch. Straßburg 1904. (= zfdwf., beiheft zu bd. …

Kühlfáß

Adelung

kuehl·fass

Das Kühlfáß , des -sses, plur. die -fässer, ein Faß, einen flüssigen Körper darin abzukühlen. In den Brauhäusern kühlet man das Bier in Erma…

kühlfasz

DWB

kühlfasz , n. fasz zum abkühlen, z. b. in brauereien, brantweinbrennereien: emola, frigidarium, ein kulefasze ( in der küche ). Trochus S ij…

Kühlgeld

Campe

kuehl·geld

Das Kühlgeld , des — es, Mz. die — er , ein gewisses Geld, welches die Schiffer, die Getreide schiffen, dafür daß sie das Getreide umstechen…

kühlhafen

DWB

kuehl·hafen

kühlhafen , m. in glashütten, ein groszes kühlgefäsz, topf, s. Campe.

kühlhaft

DWB

kuehl·haft

kühlhaft , verstärktes kühl, md., z. b. es ist kühlhaft im zimmer, ziemlich kühl oder auch etwas kühl, auch kuhlhaft ( sächs. ). nd. koilhaf…

kühlheit

DWB

kuehl·heit

kühlheit , f. gleich kühle f., ist nicht in gebrauch, wie doch nl. koelheid ( dän. kölighed). aber bair. zu kühl 3, e küelhait abgeschmackth…

Ableitungen von kuehl (5 von 5)

erkühlen

DWB

erkühlen , 1 1) refrigerare, ahd. irchuolan, mhd. erküelen: dis erkült das herz. Keisersb. sch. der pen. 30 ; da er seins zorns und unmuots …

erkühlung

DWB

erkühlung , f. refrigeratio: erkülung suchen wider die grosze hitz. Münster 1375 ; die es ( den giftigen honig ) gessen haben, fallen auf di…

kühle

DWB

kühlein , kühle , n. kleine kuh. mhd. küelîn ( Fickers spiegel deutscher leute s. 84 ), nhd. kle vaccula, buccula, vitula Maaler 254 d , kü…

verkühlen

DWB

verkühlen , verb. kühl werden, kühl machen. weitverbreitetes wort, heute noch mehrfach mundartlich ohne umlaut gebraucht, so verkuelen Schm.…

verkühlung

DWB

verkühlung , f. das kühl, kalt werden: diesen tag ... erlaube ich mir den silberblick meines lebens zu nennen. möchte er nicht auch, wie bei…