kübel,
m. n. (
s. 1,
c),
gröszeres holzgefäsz. 11)
Formen und verwandtschaft. 1@aa)
ahd. chubil
ist nicht bezeugt, nur das demin. chubili
n. in milichchubili
mulcrum (
melkkübel) Mones
anz. 7, 592,
vgl. Haupt 5, 327
a, 8. 326
a, 58, Graff 4, 355.
mhd. kübel
wb. 1, 892.
im 15.
jh. kübel
cupa Dief. 163
a, kubel, kybel
tina 584
a, kubbel
mulcra 370
a, kubbel, kübbel Michelsen
Mainzer hof 37,
noch im 16.
jahrh. bruekubbel
lacus Trochus S 3
b,
noch livl. kubbel Hupel 130.
es findet sich überhaupt nur hd. Nhd. nebenformen sind auch köbel (
s. d.),
bergm., kobel
modulus quo metallici terram lapidesve excisos extrahunt Aler 1217
b,
mit md. o
für u,
s. auch kubeln
n. unter 2,
b, kübel
n. unter 1,
b am ende und küber. 1@bb)
merkwürdig auch keubel (
s. dort),
in Sachsen, gleichfalls bergmännisch. mit gleichem vocal keuben pl., nordöstl.: do war ein solch wasser tragen .. und sunderlichen im Kneiphofe (
in Königsberg), etliche in kewben und tonnen. J. Freiberg
preusz. chron., h. v. Meckelburg
Königsb. 1848
s. 263.
mit nd. vocal küwen
m., z. b. livl. abkühlküwen
m., abkühltrog Gutzeit 1, 10
a, küven
kübel, zuber Brem. wb. 2, 903,
z. b. bruküwen
braukübel, waschküwen Dähnert 261
a,
bei Chytraeus
nom. sax. c. 11
lacus, ein küven (
vergl. lacus als braukübel bei Trochus
unter a).
auch als n., z. b. meklenb., daher auch das kübel
dort u. a. in dem hd. von Niederdeutschen, s. Voss
u. 2,
c, α; aber auch Stieler 1046
kennt nur das kübel (Steinbach 1, 942
als selten neben dem m.),
vgl. das nordthür. kubeln
n. u. 2,
b. 1@cc)
aber nd. küven
und hd. kübel
sind im vocal unterschieden, das hd. hat urspr. kurzen, das nd. urspr. langen vocal, wie keuben, keubel
zeigen. der vocal von küven
weiter erscheint auch in nl. kuip,
eig. kuipe,
dem im sinn und in den consonanten hd. kufe entspricht, aber wieder mit anderm vocal, mhd. kuofe.
sie alle aber können sich nicht stammfremd sein, sodasz da ein wort in auslautstufe und vocal manigfach gestaltet erscheint, wie sonst nur heimische worte. über das -n
in küven (
verkleinernd wie -l
in kübel)
s. küchlein II, 2,
b. 1@dd)
seit Wachter,
Frisch gilt lat. ableitung als feststehend, sie nennen cupella
f., kleine kufe, tonne, als quelle, Weigand
mlat. cupellus;
ein m. wäre als mutterwort von kübel
nötig. aber cupellus
steht bei Ducange
nur unsicher, und zwar als becher (
κύπελλον),
also unbrauchbar für kübel;
einmal aber auch als getraidemasz, wie kübel 2,
b, aus einem ital. stadtrechte v. 1228.
auch gubellus Dief. 163
a, Graff 6, 698
stimmt im sinne, in der form besonders auch das frz. dem. zu cuve
f. kufe, cuveau
masc., das auf cupellus, cubellus
führt, vgl. prov. cuvel
kübel Diez 1
2, 139,
sodasz eine nahe beziehung zwischen kübel
und rom., mlat. worten nicht zu bezweifeln ist. aber die behauptung der entlehnung auf unserer seite ist verfrüht, es kann wie bei dem verwandten kopf
sein, wo auszer einer wechselwirkung zwischen dem rom. und germ. sich selbst eine urverwandtschaft möglich zeigte, s. sp. 1747 (
s. auch unter 3
und weiter kufe I,
e). 1@ee)
wie dort kelt. und slav. wörter mit in frage kamen, so ähnlich hier: litt. kùbilas
kübel, lett. kubls;
altsl. kŭblŭ, koblŭ, kŭbĭlŭ
m. gefäsz als getreidemasz u. ä., s. Miklosich 325
b,
der anderes beibringt, wie ungr. köböl,
bulg. kŭbel,
slov. kobelj
schaff, russ. kobel''
schöpfkelle, poln. kubel
kübel. kann das alles von kübel
genommen sein, wie Mikl.
anzunehmen scheint? 22)
Bedeutung und gebrauch. 2@aa) kübel
bei der weinernde, worein die trauben zuerst gesammelt werden, franz. cuve
f. (
diesz aber nur in dieser bed.),
vgl.kufe II, 1,
a bei der weinernde: selig sei der leser, der dich abzwackt und dich in ein kubel legt.
weingrusz, altd. bl. 1, 402; der kelner (
s. d. 1) sal vor der weinehren die fasz, die leiten, die kubbel, die wurztroge, die schrot, die budden und die logeln binden und bruehen lassen. Michelsen
Mainzer hof in Erfurt 35, kübbel 37.
so bezieht sich wol folg. auf die nuszernde im Rheinlande: alle die teufel fliehen gleich vor diesen kreuzlein, wie ein hund vor eim brotkorb und wie die säw vor den nussen im kübele. Fischart
bien. 1588 182
b,
s. kübelein.
hier wäre denn sachlich eine entlehnung aus dem franz. möglich, wenn cuveau
alt genug wäre, oder selbst röm. einflusz, wenn ein volksmäsziges cupellus
im röm. weinbau nachgewiesen würde. s. auch mostkübel Stieler 1046, weinkübel Steinb. 1, 942. 2@bb)
geschichtlich wertvoll erscheint auch kübel
als masz (
s. 1,
e).
so schon in mhd. zeit (
s. Lexers
wb.)
in bair. und östr. quellen: ein chubel korns
urk. des l. ob der Enns 4, 391, fünf kübel habern
mon. boica 36
2, 48
ff., sehs kübel
gleich 1 hofmutte
das. 50 (
ein bair. mutt
gleich 4—6 scheffel Schm. 2, 653).
Auch nordd., md.: hophen meʒʒin mit eime
kubeln, daʒ darzû geticht sî sal nâch dem kubeln, daʒ unsir herrin darzû gemacht habin. Lambert
ratsgesetzg. v. Mühlhausen 39.
das scheint kübelîn
n. in der gewöhnlich mrh. kürzung (
s. unter kräpfel, kräppel 1,
d),
vielleicht vom Rhein her eingeführt mit dem hopfenbau? vgl. das oberrh. kübele
bei der nuszernde unter a. Noch bei Schmeller
2 1, 1218: in Griesbach giengen in weizen, korn und gerste 32, in haber 48 kübel auf das schaff,
wo denn freilich der kübel
gegen die mhd. grösze gewaltig eingeschrumpft erscheint, es geht mit maszen wie mit münzen und titeln. Auch als handelsmasz, z. b. für waid, im 16.
jh.: ich kauf 98 kübel weyd und gib für ein kübel 11 fl. Adam Ryse
rechnung B 5
b. 6
a;
auch einer kauft 3 kübel mit butter D 8
b.
noch jetzt im hüttenwesen, kübel
ein kohlenmasz von drei scheffeln, auch bergm., masz für eisenstein, s. Scheuchenstuel 148, Veith
deutsches bergwb. 302
und kübelsturz;
s. auch 3. 2@cc)
manigfach im hauswesen. 2@c@aα)
z. b. der melkkübel, milchkübel (
ahd. s. 1,
a): kubel
mulcrum vel gelten.
voc. inc. teut. n 8
a; das (
unzeitige werben) geschach nahet bei der kue, die schmitzt mit baiden fszen zuo, schmitzet uns den kubel an den kopf, das darinn nit beleib kein milchtropf.
fastn. sp. 274, 12; er fürcht im hinder der sach vil übel, das etwann dkuo umbschlach den kübel.
trag. Joh. H 5,
als redensart: dasz ein plötzlicher unfall den ganzen mühsamen gewinn vernichte, das spiel verderbe, die redensart könnte gerade aus der Schweiz stammen; was hilfts dasz die kuh viel milch gibt, wenn sie den kübel umbstoszet. Lehman
flor. 1, 798; der melkkübel, den sie in ihrer schönen hand hatte, war aus einem einzigen rubin gemacht. Wieland 12, 175.
ähnlich folg. kübel,
nordd. als n. (
s. 1,
b): da ich die gelbliche butter gefertiget und in das kübel abgerahmt den ertrag von zehn groszeutrigen milchkühn. Voss
idyll. 1801
s. 74 (
freigelass. v. 15). 2@c@bβ) butterkübel (
vgl. im handel unter b aus Ryse)
u. ä.: und tragt hinweg den putterkübel. Heros
ird. pilg. 1562 47
a;
auch gleich butterfasz,
zum butter machen, das buttern selbst heiszt tirolisch kübel
oder kübele (
dem.) schlagen Schöpf 349, Fromm. 3, 520,
daher slegkubel
sinum Dief. 537
b, slegelkubel
nov. gl. 348
b;
schwäb. das kübele rühren,
buttern (Birlinger
Augsb. wb. 294
a),
daher rührkübel;
in Luserna und den cimbr. gemeinden kurz kübel Zingerle 39
b, Schmeller 139
b.
ferner krautkübel,
zugleich als masz auf dem markte nach folg.: frau, wie gebt (
verkauft) irs kraut im kübel?
fastn. sp. 370, 32. mehlkübel,
s. kübelein.
aber auch die schweine fressen aus kübeln: mit den seuwen essen aus dem kübel. Luther
tischreden 325
b; und denn must er (
der verlorne sohn) hüten der schwein, und mit in aus dem kübel frasz.
Ambr. lb. 128, 27. und mädchen mit küblen tränkten schon das vieh am brunnen.
mahler Müller
balladen 1776
s. 57. 2@c@gγ) wasserkübel,
in verschiednem gebrauch: sihe dich wol für, wenn du nicht mehr denn solch fünklin (
glauben) hast .. das nicht der teufel da sei und einen kübel vol wasser darein giesze. Luther 6, 60
a; wo man nit kumen wer dar zwischen mit kblen ... Brant
narr. 110
a, 145,
d. h. die bewusztlose mit wasser gelabt
hätte, wie der ausdruck war; sie trug nun den schweren kübel auf dem kopfe. Auerbach
dorfg. 1846 2, 408, wasserkübel 404,
zum wasserholen. der kübel
dient in redensarten als groszes masz (
vgl. von trinkern u. δ), es gieszt wie mit kübeln
sagt man von einem gewaltigen regengusse; daher auch vom blute,
als träger des gemüts: deins gmüths hab ich ein kübl vol bluts. Ayrer
fastn. 74
a (2707, 21). kübel,
in den die dachtraufe ausläuft: dann des regens jäher schlag niederrauscht von trauf' und dach, dasz der sturz ins (
s. 1,
b) kübel prasselt. Voss 1825 4, 163. brunnenkübel
mergus Dief.
nov. gl. 251
b. feuerkübel,
situla incendiaria Stieler 1046,
zum feuerlöschen. waschkübel, spülkübel: teller im kübel abschlagen ... Fischart
Garg. 167
d (
Sch. 309
a),
als spiel; da schürzet sich die fraw, kniet zum kübel, wäscht ihm die zähen. 73
b (
Sch. 125),
wenn der mann ein fuszbad nimmt. ein kubel voll laugen (
zum kopfwaschen, als bad)
fastn. sp. 331, 13.
situla, ein kübel oder schöpfgeschirr Dasypod. 281
c. 2@c@dδ)
schlemmer trinken aus kübeln: ein wiser mäszlich drinken kan und ist gesünder vil dar mit, dann der mit kübeln in sich schüt. Brant
narr. 16, 90,
es ist die übertreibung des sittenrichters, vgl. u. γ; sein neigung, auch guter will zun vollen kübeln. Kirchhof
wendunm. 371
a; herr Peterus kennt die biebel kaum nur auf den titulblat. aber die biervollen kübel besser er durchlesen hat. Riemer
pol. maulaffe 58 (57),
wo doch zugleich an die bierkübel
unter d, α gedacht sein wird. 2@c@eε)
aber auch scheiszkübel, seichkübel
u. ä.: welche mich nit mag (
kann) haben wol, die scheiszt vor laid ein kubel vol.
fastn. sp. 239, 3,
rühmt sich ein meierssohn; ach lieben freunt, ich wolt gern scheiszen (
klagt ein kranker), helft mir doch pald auf den kübel. 1057, 14; das macht mir im bauch ein unrhu ... trieb mich wol zwölf mal auf den kübel. H. Sachs
narrenschneiden (Wack.
les. 2, 93); ei red nit also, du fallest anderst ins bapsts ban! 'man hofiert dem bapst ein kübel vol uf seinen falschen ban!' Schades
sat. u. pasqu. 3, 173; kübel
als seichkübel, s. Scheit grob. unter kachel 2. 2@dd)
mehrfach auch im gewerblichen leben. 2@d@aα)
z. b. braukübel,
bottich, aber auch von diesem unterschieden: der bender ... sal die bierbuttich und kubbel im brawhaus und im malzhaus jerlich binden.
Mainzer hof in Erfurt 37,
vgl.bruekubbel
unter 1,
a, nd. brûküwen 1,
b und kühlkübel,
auch kufe II, 1,
b. 2@d@bβ)
bei gerbern der lohkübel,
bei maurern der kalkkübel,
bei pappenmachern (Krünitz 54, 253).
bei gärtnern, kübel
für gewächshauspflanzen, gartenkübel, fruchtkübel,
selbst auf thönerne gefäsze zu gleichem zwecke angewandt (Krünitz): die vielen pflanzen, die ich sonst nur in kübeln und töpfen ... zu sehen gewohnt war. Göthe 28, 150. 2@d@gγ)
im bergbau, kübel
zum fördern der gesteine aus dem schachte, dazu förderkübel, kübelförderung (Scheuchenstuel 148), bergkübel, erzkübel,
s. Veith
deutsches bergwb. 301
fg. formelhaft verbunden kübel und seil: und seil und kübel wird in längrer ruh nicht am verbrochnen schachte stocken. Göthe 2, 152. kübel und seil einwerfen,
wenn so tief gegraben ist, dasz man einen haspel setzen und die erde herausziehen musz, kübel und seil fahren lassen,
aufhören etwas an das bergwerk zu wenden Frisch 1, 552
c, Veith 301,
das letztere offenbar eig. zugleich mit aufopferung des kübels und seils, die man in der grube läszt. bei Schuppius
erzählt ein sperling: auf den fahrwegen habe ich kübel und seil eingeworfen und da biszweilen ein körnlein angetroffen. 838,
das stammt aber von Luther,
s. Mathesius
Luther (1583) 99
b. 2@ee)
noch einige redensarten. 2@e@aα) einem den kübel binden,
genauer besser binden,
von schlägen die ihm werden, entlehnt von den schlägen mit denen der faszbinder dem kübel die reife fest klopft (
vergl.kübler gleich bötticher und die weisung Engelmanns unter a): er sprach: wurd mir ain aidgenosz, ich will im den kübel binden basz.
lied von der schlacht bei Pavia, Liliencron 3, 424
b, Wolff
hist. volksl. 660,
als landsknechtischer witz, zugleich wol auf den melkkübel
der Schweizer anspielend; da warstu zeitlich sehr geschmirt (
geschlagen) und half darzu das hausgesind, dasz man dir wol (
d. h. gut) den kübel bind (
d. i. bünde). Fischart
nachtrab D ij
b (1, 42
Kurz). 2@e@bβ)
wie dem fasse,
so dem kübel den boden ausstoszen,
ein länger drohendes übel, verlust u. dgl. durch ungeschicktes verfahren endlich zum vollen durchbruch bringen: noch hett der unfal nit ain ort (
ende), sonder muest dem kibel den boden gar uszstoszen.
Zimmer. chr. 1, 360. es ist verloren, was man in alte kübel schütt (
die kein nasz mehr halten). Lehman
flor. 1, 799. des teufels kübel,
die hölle, es ist wol eig. an einen kübel mit heiszem wasser oder heiszer lauge in badereien gedacht (
vgl.das heisze bad
von der hölle Göthe 41, 328): sondern erlös, ach gott, uns von allem übel, sie müssen alle, ja alle in des teufels kübel. Weller
30 jähr. kr. 205.
Eigen kübel
für übel,
wie sie eben im reim gebunden erschienen: mein guter kerl, halt mir nichts fürn kübel.
wisbadisch wisenbrünnlein 177,
schon bei Fischart: habt mir nichts für ein kübel (
es geht ein derber witz vorher).
Garg. 287
b,
Sch. 541;
der witz, der wie ein schulwitz aussieht, wird aus einem landläufigen spruche mit jenem reime genommen sein, der zu finden bleibt, der kübel
darin war vermutlich der '
übel'
riechende k. c, ε. 2@e@gγ)
endlich vom kübelklopfen
Garg. 112
a,
Sch. 200 (
hier auf die kübel
der trinker c, δ angewandt),
man brauchte kübel,
natürlich umgekehrte, als trommeln, in der fasnachtlust hauptsächlich: im volgten nach auf seiner spor der aller gröszten pfeiffer vier, je zwen auf einem kamelthier, mit krummen pfeifen, als in Schweiz. besunder hiesz einr (
für einr, hiesz) meister Seiz, der trg ein narrenkappen an ... und klopft darzuo (
zu dem pfeifenklang) auf einem kübel. Herm. v. Sachs.
mörin 5
c (Wack.
leseb. 1
2, 997, kibel 1859 1210, 18); als heimlich haltet er (
der buler) sin sachen, das iederman dovon muosz sagen, die vischers uf den küblen schlagen. Brant
narr 62, 26,
wiederholt von Keisersb. im
weltl. lewen 55
b,
s. unter fischerknabe,
die Straszburger fischer trommelten also etwas aus auf ihren fischkübeln (umbschlagen
austrommeln),
wol auch zur fasnacht, vergl. Frisch 1, 552
c,
dem Scherz-Oberlin 837
einfach folgen; die kinder es an gassen sagen, dfischerknaben am (an
noch gleich auf) kübel schlagen. Murner
schelmenz. 11
a.
die Schweizer melkerknaben
läszt ein östr. trutzlied oder schmachlied
des 15.
jh. kübel,
melkkübel oder butterkübel, genauer deren deckel zum austrommeln brauchen in der einen fassung: si schlugend uf die kübel (: übel), dasz es im berg erhall. Wolff
hist. volksl. 485,
andere fassungen aber haben si schluogen uf den sumber (
pauke) Liliencr. 1, 386
b,
jenes scheint nur eine verstärkung des spottes; aber auch bei Herm. v. Sachs.
bezieht sich vielleicht das als in Schweiz
mit auf das kübeltrommeln, das man denn am Oberrhein den stolzen eidgenossen spottend nachgemacht hätte; schweizerischen gebrauch bestätigt wol kübeln 2.
dasz es wirklich bauernsitte war, beim tanze, zeigt ein Neidhart 'des kübels überlit' (
d. i. deckel): swer dem reien volget mit, der muoʒ schrîen heiâ hei unt hei! denn so pümpert in der smit ûf ein kübelüberlit.
MSH. 3, 283
b,
es ist wol der deckel eines butterfasses. 33)
wichtig eine sachliche berührung von kübel
mit korb. 3@aa)
so bergm.: kohlkübel, beim zinn- und eisenschmelzen statt der kohlkörbe hölzerne, geflochtene kübel, das kohl (
die kohlen) damit zu messen.
bergwerkslex. Chemn. 1743 336
a,
also ein kübel den spahnkörben ähnlich. auch statt des förderkübels (
d, γ)
erscheint korb: da die alten teutsche knappen .. ihr körb und seil eingeworfen. Mathesius
Sar. 16
a,
gleich kübel und seil einwerfen,
vergl. Veith 302,
es werden eben '
hölzerne, geflochtene kübel'
sein, s. korb II, 2,
b aus lattenwerk u. ä. (
vgl.krebe 3,
c). 3@bb)
auch auszer dem bergwesen: brotkübel, brotkorb,
mactra, cartallus. Maaler 79
a,
nach Frisius 791
a,
vermutlich auch eine art spahnkorb. 3@cc)
das erinnert aber an kober
korb, zumal die nebenform küber (
s. d.)
kübel. der bergmännische kübel findet sich auch als kobel,
modulus, quo metallici terram lapidesve excisos extrahunt Aler 1217
b,
schon im 16.
jahrh. bei Agricola köbel
pl. (
s. dort), kobel (Weigand 1, 615).
damit tritt denn kübel
in verwandtschaft zu kobel, kober, koben,
s. unter kober 3,
und besonders auch kübler 2,
vgl.kufe I,
c. e, β von flechtwerk.