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Kraus

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kraus

Bd. 11, Sp. 602
Kraus, 1) Christian Jakob, Philosoph, geb. 27. Juli 1753 in Osterode am Harz, gest. 25. Aug. 1807, widmete sich in Königsberg und Berlin, später noch in Göttingen humanistischen, mathematischen und philosophischen Studien und ward 1780 Professor der praktischen Philosophie und Kameralwissenschaften in Königsberg. Der bedeutendste Lehrer neben Kant, übte er, angeregt durch das bekannte Werk von Ad. Smith, einen großen Einfluß auf die Gestaltung der staatswirtschaftlichen Gesetzgebung Preußens aus. Aus seinem handschriftlichen Nachlaß veröffentlichte H. v. Auerswald die »Staatswirtschaft« (Königsb. 1808–11, 5 Bde.; neue Ausg., Bresl. 1837) und »Vermischte Schriften« (Königsb. 1808–13, 7 Bde.), und Johannes Voigt fügte in einem 8. Bande (das. 1819) eine Biographie K. ' nebst Auszügen aus dessen Briefen hinzu. Vgl. Krause, Beiträge zum Leben von C. J. K. (Königsb. 1881). 2) Friedrich, Maler, geb. 27. Mai 1826 auf dem Gut Krottingen bei Memel, gest. 28. Sept. 1894 in Berlin, besuchte das Gymnasium in Königsberg und begann etwa im 19. Jahre seine künstlerischen Studien auf der Akademie daselbst. Später studierte er in Berlin, hielt sich 1852–54 in Paris und ein Jahr in Rom auf und ließ sich dann in Berlin nieder. Er schilderte mit Vorliebe in Genrebildern das Leben der höhern Stände. Seine Bilder sind psychologisch sein empfunden und, dem Gegenstand entsprechend, bald breiter und kräftiger, bald mit eleganter Sauberkeit durchgeführt. Seine bekanntesten Werke sind: die neue Robe, Stadtneuigkeiten, Besuch des Bürgermeisters Six bei Rembrandt, Tizian und seine Geliebte, die Morgenvisite, die Wochenstube, im Boudoir, die erwachende Bacchantin, niemand zu Hause, nach dem Bade (1889), antike Bacchantin (1891), Toilettengeheimnisse (1892) und zur Promenade (1894). Er hat auch zahlreiche Bildnisse gemalt und war Mitglied der Berliner Kunstakademie. 3) Franz Xaver, kath. Theolog und Kunstarchäolog, geb. 18. Sept. 1840 in Trier, gest. 28. Dez. 1901 in San Remo, studierte in Trier, Freiburg und Bonn Theologie und Philologie, befaßte sich während eines längern Aufenthalts in Paris vorzüglich mit archäologischen und paläographischen Studien und wurde 1865 Benefiziat in Pfalzel bei Trier. In Frankreich zu den Hauptvertretern des liberalen Katholizismus (Lacordaire, Montalembert) in Beziehung getreten, suchte K. dieser Richtung in der deutschen Presse und Literatur Eingang zu verschaffen. 1872 wurde K. als außerordentlicher Professor für Kunstarchäologie an die Universität Straßburg und von hier 1878 als Professor der Kirchengeschichte an die Universität Freiburg berufen. Von seinen Schriften sind zu nennen: »Die Blutampullen der römischen Katakomben«(Frankf. 1868); »Beiträge zur Trierschen Archäologie und Geschichte« (Trier 1868, Bd. 1); »Lehrbuch der Kirchengeschichte für Studierende« (das. 1872 bis 1875, 3 Tle.; 4. Aufl. 1896; Bd. 4: »Synchronistische Tabellen«, 1876, 2. Aufl. 1894); »Das Spottkruzifix vom Palatin« (Freiburg 1872); »Die christliche Kunst in ihren frühesten Anfängen« (Leipz. 1872); »Roma sotterranea. Die römischen Katakomben« (Freiburg 1873, 2. Aufl. 1879); »Über das Studium der Kunstwissenschaft an den deutschen Hochschulen« (Straßb. 1874); »Kunst und Altertum in Elsaß-Lothringen« (das. 1876–92, 4 Bde.); »Straßburger Münsterbüchlein« (das. 1877); »Charakterbilder aus der christlichen Kirchengeschichte« (Trier 1879); »Synchronistische Tabellen zur christlichen Kunstgeschichte« (Freiburg 1880); »Realenzyklopädie der christlichen Altertümer« (das. 1882–86, 2 Bde.); »Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden« (mit Durm u. a., Bd. 1–6, das. 1887–1904); »Die christlichen Inschriften der Rheinland e« (das. 1890–1894, 2 Bde.); »Geschichte der christlichen Kunst« (Bd. 1 u. 2, das. 1895–1900); »Essays« (das. 1896, 2. Sammlung 1901); »Dante, sein Leben und sein Werk« (Berl. 1897); »Cavour. Die Erhebung Italiens im 19. Jahrhundert« (Mainz 1902). Von Kunstwerken gab er ferner heraus: »Die Wandgemälde der St. Georgskirche zu Oberzell auf der Insel Reichenau« (Freiburg 1884); »Die Miniaturen des Codex Egberti in der Stadtbibliothek zu Trier« (das. 1884); »Die Miniaturen der Manesseschen Liederhandschrift« (Straßb. 1887); »Luca Signorellis Illustrationen zu Dantes Divina Commedia« (Freiburg 1892); »Die Wandgemälde von San Angelo in Formis« (das. 1893). In der Beilage zur Münchener Allgemeinen Zeitung veröffentlichte K. 1895–99 anonym die die Mißstände in der katholischen Kirche scharf beleuchtenden »Spectator-Briefe«. Vgl. Braig, Zur Erinnerung an Franz Xaver K. (Freiburg 1902); Hauviller, Franz Xaver K., ein Lebensbild (das. 1904). – In Erinnerung an K. wurde im Mai 1904 in München die Kraus-Gesellschaft gegründet zur Pflege für religiösen und kulturellen Fortschritt. Sie will an der Verinnerlichung und tiefern Erfassung des Christentums arbeiten, die deutsche Eigenart in der Betätigung des religiösen Lebens gewahrt wissen und vor allem den Frieden zwischen den Bekenntnissen erstreben. Protestanten können die außerordentliche Mitgliedschaft erwerben. 4) Viktor, Ritter von, österreich. Historiker, geb. 2. Nov. 1845 in Prag, ward 1870 Gymnasialprofessor in Wien und gehörte 1880 zu den Gründern des Deutschen Schulvereins, dessen Referent für Böhmen er ist. 1883 ward er in Steiermark zum Abgeordneten des Reichsrats gewählt. Er schrieb unter anderm: »Zur Geschichte Österreichs unter Ferdinand I., 1519–1522« (Wien 1873); »Maximilians I. Beziehungen zu Siegmund von Tirol in den Jahren 1490–1496« (das. 1879); »Das Nürnberger Reichsregiment« (Innsbr. 1883); »Deutsche Geschichte im Ausgang des Mittelalters« (Stuttg. 1888–1900, 2 Bde.) und gab »Maximilians I. vertraulichen Briefwechsel mit Siegmund, Freiherrn zu Stettenberg« (das. 1875) heraus. 5) Friedrich, Mediziner, geb. 31. März 1858 zu Bodenbach in Böhmen, studierte in Prag und Wien, wurde 1882 Assistent am Physiologisch-chemischen Institut in Prag, trat dann in das Pathologisch-anatomische Institut über, begann seine klinische Tätigkeit unter Kahler und habilitierte sich als Privatdozent in Prag. Mit Kahler ging er nach Wien, wurde hier 1893 außerordentlicher Professor und Leiter der innern Abteilung des Rudolf-Spitals, 1894 Professor für spezielle Pathologie und Therapie in Graz und 1902 Gerhardts Nachfolger in Berlin als Direktor der zweiten Medizinischen Klinik der Universität. K. pflegte besonders klinische Fragen aus dem Gebiet der medizinischen Chemie und förderte auch die physiologische Chemie. Er arbeitete speziell über das Verhalten des Blutes in Krankheiten in bezug auf den Alkaleszenzgrad, die Sauerstoffkapazität des Blutes, die Verteilung der Kohlensäure auf die Bestandteile des Blutes, die Oxydation des Zuckers im Blut etc. Andre Untersuchungen beziehen sich auf den respiratorischen Gasaustausch im Fieber, bei Blutarmut und bei allgemeinen Ernährungsstörungen. Er schrieb über die Krankheiten der Mundhöhle und der Speiseröhre (für das Nothnagelsche Handbuch) und über die Krankheiten der Blutdrüsen für das Ebsteinsche Sammelwerk.
7018 Zeichen · 124 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kraus

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Kraus , -er, este, adj. et adv. mehrmahls gekrümmet; doch nur in einigen Fällen. 1) Von zarten, dünnen Körpern, dünnen K…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kraus

    Goethe-Wörterbuch

    kraus -ß AADiv3,93 1 bezogen auf Haarstruktur: sehr stark (auf störrische, widerspenstige Weise) gelockt, geringelt; von…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kraus

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Kraus , Christian Jakob, ein Kollega Kants in Königsberg, geb. 1753 zu Osterode in Ostpreußen, gest. 1807 zu Königsberg,…

  4. modern
    Dialekt
    Krausm., n.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kraus -o- m. , n. 1. Kanne, Krug: 'dat kroes' Rost. Arzn. 26 b ; insbes. irdenes, gläsernes oder zinnernes zylindrisches…

  5. Sprichwörter
    Kraus

    Wander (Sprichwörter)

    Kraus 1. Et geit niet so krûs, of me fend doch nog en Lûs. ( Meurs. ) – Firmenich, I, 407, 303. 2. Se es so krûs, wie en…

  6. Spezial
    kraus

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    kraus adj. 1 (gelockt) aricé, rice (rici, ricia), riciolé (-lá, lada), da riciui, da roli 2 (faltig, runzelig) infizé (-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kraus

123 Bildungen · 120 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

kraus‑ als Erstglied (30 von 120)

Krausdarm

SHW

Kraus-darm Band 3, Spalte 1787-1788

Kraushammer

SHW

Kraus-hammer Band 3, Spalte 1787-1788

Krauskohl

SHW

Kraus-kohl Band 3, Spalte 1787-1788

Krauskopf

SHW

Kraus-kopf Band 3, Spalte 1787-1788

krausbärtig

GWB

kraus·baertig

krausbärtig zu kraus 1 [ bezogen auf Aufführung von ‘Lila’ ] Was die Kleidungen betrifft .. Der Oger wird wie eine Art von wilder Mann k., s…

krausbalsam

DWB

kraus·balsam

krausbalsam , m. wie katzenbalsam. Stieler. siebenb. krous bâlsem krauseminze Haltrich plan 74 a .

krausbart

DWB

kraus·bart

krausbart , m. 1) krauser, voller bart. M. Kramer. 2 ) der korallenschwamm, bocksbart.

krausbebuscht

DWB

krausbebuscht , mit krausem buschwerk bewachsen: wann ich von krausbebüschter höhe die groszen weiten übersehe. Uz 2, 133 (261); und krausbe…

krausbeere

DWB

kraus·beere

krausbeere , f. 1) die preiselbeere; 2) rauhe stachelbeere, grosselbeere, ' uva crispa ', grossularia Tabern. ( Dief. 270 b ), ostfries. krü…

Krausberg

RhWB

kraus·berg

Kraus-berg -ūš- Dür-Stdt m.: Anhöhe vor der Stadt, auf der ein Kreuz steht, in der RA.: Emmes op der Kr. wönsche seiner überdrüssig sein.

krausborstig

DWB

kraus·borstig

krausborstig , von krausen borsten: eines misgeformten krausborstigen ungeheuers. Göthe 39, 345 .

Krausbuddel

MeckWB

kraus·buddel

Krausbuddel f. etwa ½ l fassende Flasche, kleiner als die Kannbuddel; diente auch zum Buttern bes. der Ziegenmilch Schö; flache oder runde B…

krausche

DWB

krausche , f. 1) gleich karausche Ludwig 1069 , nd. krûske ( sp. 206), krûtsch Danneil. 2 ) oberlaus. krausche f., krauschenholz, holz das i…

Krauschel

SHW

Krauschel Band 3, Spalte 1787-1788

Krauschloss

RhWB

Krau-schloss -ǫu- Ahrw-Remag n.: Quälgeist.

Krauschmiere

RhWB

Krau-schmiere (s. S.) Allg. f., n.: Salbe gegen Krätze.

krausdick

DWB

kraus·dick

krausdick , kraus und dick, grob: die weder kalt noch warm sind und .. so ungenieszlich, und einem so krausdick im magen liegen, als hätt ei…

krausdistel

DWB

kraus·distel

krausdistel , f. eryngium campestre, mannstreu, wolldistel, nl. kruisdistel ( Kilian 265 b ), schwed. krustistel. 15. jh. kruse distel Dief.…

Krause I

SHW

Krause I Band 3, Spalte 1787-1788

Krause II

SHW

Krause II Band 3, Spalte 1787-1788

Ableitungen von kraus (3 von 3)

gekraus

DWB

gekraus , n. subst. verb. zu krausen kraus machen: wiewol zum besten lebst (lebt?) im haus ja wer ein weib hat ohn gekraus. Wickram kunst zu…

krause

DWB

krause , kräuse , f. 1 1) krausheit: so hat sie ( die natur ) doch dise grosze geheimnis ( f. ) darhinter gesteckt, das es ( das haar ) mit …

verkrausen

DWB

verkrausen , verb. kraus werden, kraus sein. kraus eigentlich verschlungen, gerunzelt, gefältelt, mit der nebenbedeutung des gekünstelten, d…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kraus". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kraus/meyers?formid=K08754
MLA
Cotta, Marcel. „kraus". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kraus/meyers?formid=K08754. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kraus". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kraus/meyers?formid=K08754.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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