lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Kolbe

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
103
Verweise raus
53

Eintrag · Campe (1807–1813)

Kolbe Die

Bd. 2, Sp. 998b
Die Kolbe, Mz. die — n, oder der Kolben, des — s, d. Mz. w. d. Ez. 1) Ein dicker, runder oder rundlicher und dabei nicht langer Theil an einem Dinge. Dergleichen ist der dicke runde Theil an einer Keule, der längliche rundliche und dicke Theil an den Schießgewehren, welcher beim Schießen an die Backe angelegt wird. Am Kopfe des Menschen nennt man den obern gerundeten Theil, besonders wenn er geschoren ist, ebenfalls die Kolbe, daher die niedrige Redensart, einem die Kolbe lausen, ihn durch Schläge zurecht bringen, ihm derbe harte Verweise geben. Den dicken Kopf eines Bockes ohne Hörner nennt man auch Kolbe, daher ein Bock selbst mit einem solchen Kopfe nach Ad. ein kolbiger Bock oder Kolbenbock genannt wird. Bei den Jägern führt das junge, weiche und noch nicht in Enden ausgehende Gehörn der Hirsche auch den Namen Kolben. S. Kolbenhirsch. Die Wurzeln der Haare heißen wegen ihrer länglich rundlichen Gestalt ebenfalls Kolben. Aus demselben Grunde nennt man Kolben die walzenförmigen wolligen sammtähnlichen Körper an den Enden mancher Schilfgewächse und diese Gewächse selbst, z. B. die Rohrkolbe, Teichkolbe oder Wasserkolbe (Typha L.) und die Ielskolbe (Sparganium L.); ferner den langen runden Zapfen, welchen die Körner des Türkifchen Weizens bilden, wie auch, die büscheligen Samenähren mancher Hirsenarten. I weiterer Bedeutung ist in der Pflanzenlehre der Kolben (Spadix) jede Art des Blütenstandes, wo die Blüte von einer Scheide umgeben ist, sie mag die Form einer Ähre, Traube oder Rispe haben. I Hüttenbaue ist der Kolben das Ende des Tragestempels, welcher in das Bühnloch gelegt wird, und in den Eisenhämmern versteht man darunter diejenigen Stücke Eisen, aus welchen man das Stabeisen schmiedet, auf den Blechhämmern aber bekommen diejenigen fußlangen viereckigen Stücke Eisen, welche aus den Deulen oder Theilen und aus den Stürzen geschmiedet werden, den Namen Kölbel, davon derjenige Arbeiter, der sie unter den Zinnhammer bringt, sie breit zu schmieden, der Kölbelaufheber heißt. Ferner nennen die Uhrmacher die kegelförmige Spitze am Kolbenzirkel den Kolben, und in der Geschützkunst führt der dikkere Theil an dem Setzer, dem Wischer und der Ladeschaufel diesen Namen. 2) Ein mit einem solchen dickern gewöhnlich runden oder rundlichen Ende versehenes Ding oder Werkzeug. So heißt eine Keule noch ein Kolben. S. Streitkolben, Kolbenrecht. So nennen die Schäfer und Hirten in manchen Gegenden die dicken langen Stöcke mit einem dickern runden und gebogenen Ende, einen Kolben; daher die niedrige Redensart, einen mit der Kolbe lausen, ihn derb durchprügeln. Das am Ende dicke rundliche Holz, womit in den Schmelzhütten der Herd derb gestoßen wird, heißt gleichfalls Kolben, wie auch bei den Büchsenmachern, das walzenförmige Holz, Blei oder Eisen, womit sie den Lauf eines Gewehres inwendig kolben oder glätten, dagegen der gespaltene Kolben deselben, dessen sie sich zu ähnlichem Gebrauche bedienen, nichts Ähnliches damit hat, sondern eher einer Gabel gleicht. Bei den Glasern und andern Handwerkern, ein knolliges Eisen, dessen sie sich beim Löthen bedienen; der Löthkolben. I der Scheidekunst sind die Kolben, kugelige gläserne Gefäße mit engem langem, entweder geradem oder gebogenem, nach dem Ende zu sich verengendem Halse, deren man sich zum Abziehen, Scheiden, Verbrennen  fester und flüssiger Körper bedient; auch Kolbenflasche, Kolbenglas, Kolbengefäß (Retorte). C. Ähnlichkeit damit haben kleine hohle verschlossene Gläschen, in deren bauchigem Theile etwas Weingeist eingeschlossen ist, und welche mit einem Knalle zerspringen, wenn dieser Weingeist in der Hitze über glühenden Kohlen [] oder an einer Lichtflamme in Dampf verwandelt wird, Springkölbchen, Knallgläser. I der Zieferlehre ist der Kolben das äußerste gerundete Ende der Fühlhörner (Apex). Bei den Saug= und Druckwerken nennt man Kolben einen eisernen Bolzen mit einem Ringe, die Zugstange daran zu befestigen, wie auch das runde mit Löchern an den Seiten versehene Klötzchen, worauf die Scheiben= und Pumpenleder gelegt werden, ehe man es an die Zugstange schraubet. I O. D. nennt man wegen der kolbichten Gestalt auch eine Kalbsund Schöpsenkeule einen Kalbskolben und Schöpskolben. 3) Ein kolbiges Thier. So führt der Kaulkopf, die Kaulquappe den Namen Kolbe, Rotzkolbe  (Cottus gobio L.).
4342 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KOLBEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    KOLBE swm. keule, kurzer dicker knüttel. ahd. cholbo Graff 4,393. clava, contus, pilus sumerl. 3,60. 50,64. voc. o. 23,5…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kolbe

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Kolbe , plur. die -n, oder der Kolben, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Kölbchen, Oberd. Kölblein, im gemein…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kolbe

    Goethe-Wörterbuch

    Kolbe s Kolben Nikolaus Lohse N.L.

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kolbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Kolbe , Karl Wilh., geb. 1757 zu Berlin, gest. 1835 als Zeichnungslehrer in Dessau, Landschaftsmaler u. Kupferstecher, V…

  5. Sprichwörter
    Kolbe

    Wander (Sprichwörter)

    Kolbe 1. Jeder geht mit seinem Kolben den eigenen Weg. » ... Muss man derowegen einen jeden mit seinem Kolben seines Weg…

Verweisungsnetz

123 Knoten, 125 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 2 Kompositum 108 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kolbe

164 Bildungen · 100 Erstglied · 64 Zweitglied · 0 Ableitungen

kolbe‑ als Erstglied (30 von 100)

kolbegêr

Lexer

kolbe·ger

kolbe-gêr stm. gêr mit einem kolben am ende. ndrh. kolvegêr Karlm. 403,51.

kolbegêr

MWB

kolbegêr stM. gêr, dessen Stange ein dickes Ende hat?: Olyuer der wygant, / der droich da in syner hant / eynen groessen kolue geyr, / dar m…

kolbegēr

KöblerMhd

kolbe·gēr

kolbegēr , st. M. nhd. „Kolbeger“, Kolbenspieß, Wurfspieß mit einem Kolben am Ende Q.: Karlmeinet (1320-1340) E.: s. kolbe, gēr W.: nhd. DW-…

kolbelen

KöblerMhd

kolbe·len

kolbelen , sw. V. nhd. „kolbeln“, abziehen des Gesindes, umziehen des Gesindes Q.: DW (1460) E.: s. kolbe? W.: nhd. (ält.) kolbeln, sw. V., …

kolbelîn

Lexer

kolbe·lin

kolbelîn stn. dem. zu kolbe Renn. 16729. kölbelîn, vom pistille der blume Hpt. 9,33.

kolbeln

DWB

kolbeln , im Egerer stadtb. v. 1460, vom abziehen, umziehen des gesindes beim dienstwechsel: süllen dieselben dienstboten .. umb lichtmess, …

kolbelîn

MWB

kolbelîn stN. Dimin. zu kolbe 1: der suochet ein schirmswertelîn, / einen buckeler und ein kölbelîn Renner 16759. – übertr., von keulenförmi…

kolbelīn

KöblerMhd

kolbe·līn

kolbelīn , st. N. nhd. Kölblein, Kölbchen, Keulchen, Blumenpistill Q.: DvAOff (1250-1272), Renner E.: s. kolbe W.: s. nhd. Kölblein, N., Köl…

Kolbengras

SHW

Kolben-gras Band 3, Spalte 1601-1602

Kolbenäcker

PfWB

Kolben-äcker Pl. : FlN, Äcker mit Sumpfboden, auf denen Rohrkolben wachsen, Kolweäckeʳ [ RO-Wartbg LU-Opp ]. —

kolbenartig

GWB

kolben·artig

kolbenartig bauchig, in Form eines Destillierkolbens erinnere man sich .. der sogenannten Florentiner kolben- oder keulenartig geblasenen ..…

Kolbenbirsch

Adelung

kolben·birsch

Der Kolbenbirsch , des -es, plur. die -e, bey den Jägern, ein Hirsch so lange er noch Kolben statt des völlig vereckten Geweihes hat, ein Hi…

Kolbenblume

Campe

kolben·blume

Die Kolbenblume , Mz. die — n , in der Pflanzenlehre, eine Art zusammengesetzter Blumen, deren gemeinschaftlicher Boden für die Blümchen in …

kolbenbock

DWB

kolben·bock

kolbenbock , m. bock ohne hörner, s. DWB kolbe 9, c, β , vgl. kielbock.

kolbenbohrer

DWB

kolben·bohrer

kolbenbohrer , m. bohrer mit kegelförmigem kolben, dessen feilenstreife alle auf die spitze zugehen, die löcher zu versenkten schrauben oder…

kolbenbürste

DWB

kolben·buerste

kolbenbürste , f. kolbenförmige bürste, wie zum ausputzen von kannen, gläsern, bei Frisch 1, 532 b aus einer sächs. bürstenbindertaxe.

Kolbendrǟjeⁿ

Idiotikon

Kolbendrǟjeⁿ Band 14, Spalte 696 Kolbendrǟjeⁿ 14,696

Kolbenente

Campe

kolben·ente

Die Kolbenente , Mz. die — n , ein Art Enten am Kaspischen Meere; die einsame Ente (Anas rufina L .).

kolbe als Zweitglied (30 von 64)

ansetzkolbe

DWB

ansetzkolbe , m. beim geschütz. Garg. 201 a .

berkolbe

Lexer

ber·kolbe

ber-kolbe swm. schlagkolben, zum einstossen des ausgesottenen salzes in die kufen Schm. Fr. 1,258.

blîkolbe

MWB

blîkolbe swM. eine Schlagwaffe ähnlich wie blîkiule : cestus: blicolbe VocBV927 3:360,63; dâ golden sie in rehte / [...] mit blîkolben swâre…

blīkolbe

KöblerMhd

blī·kolbe

blīkolbe , sw. M. nhd. Bleikolben, Bleikeule ÜG.: lat. caestus Gl Q.: En, Gl (11./12. Jh.), PassIII E.: ahd. blīkolbo* 11, sw. M. (n), Bleik…

brechkolbe

DWB

brech·kolbe

brechkolbe , m. ein eisen, das die kammacher glühen, um ochsenhörner inwendig dünn zu brennen.

dampfkolbe

DWB

dampf·kolbe

dampfkolbe , f. dampfkolben , m. 1 1. rundbauchiges gefäsz zur bereitung des wasserdampfs. der kopf ist wie ein dampfkolben, um in diesem re…

destillierkolbe

DWB

destillierkolbe , m. brennkolbe, wie destillierblase, destillierglas, franz. alambic, cucurbite, ein gefäsz von glas mit rundem bauch und en…

deutelkolbe

DWB

deutelkolbe , f. typha, rohrkolbe, tuttelkolbe, deutelkolbe, dittlekolbe, narrenkolbe Nemnich 2, 1517 . ahd. tûtilcholbo m. tirsus Graff 4, …

distelkolbe

DWB

distel·kolbe

distelkolbe , m. caput cardui. von der haberzins keinen distelkolben wannen durch die wanne wegschwingen Weisth. 1, 254.

duttenkolbe

DWB

dutte·n·kolbe

duttenkolbe , f. wie deutelkolbe. tuttenkolb oder ast oder sprusz aller kreuter, thyrsus Voc. theut. 1482 hh 4 a . düttenkolb typha Dasypod.…

faustkolbe

DWB

faust·kolbe

faustkolbe , m. clava, fausthammer: da nun die stadtknecht mit faustkolben in anfallen. Kirchhof wendunm. 289 b ; wenn ich erwisch ein schle…

fühlkolbe

DWB

fuhl·kolbe

fühlkolbe [fülkolbe], m. der zum fühlen dienende kolbe an dem oberen ende des fühlhornes: das letzte glied ( der fühlhörner des schwarzen st…

glockenkolbe

DWB

glocken·kolbe

-kolbe dasselbe wie glockenbalken, nur in wbb. zu ausgang des 18. jahrh. belegt: ' balke, daran eine glocke vest gemacht ' Schrader dtsch.-f…

harnkolbe

DWB

harn·kolbe

harnkolbe , f. kolbe zum destillieren des harns. Jacobsson 2, 221 b .

Ielskolbe

Campe

iel·s·kolbe

Die Ielskolbe , Mz. die — n . 1) Ein Name der Ielsknospe oder des Schwertriedels . S. d. 2) Ein Name des Stechapfels.

igelskolbe

DWB

igel·s·kolbe

igelskolbe , f. 1 1) hölzerne streitkolbe, am kopf mit stacheln beschlagen, falscher morgenstern: scharmützeln mit der wechter igelskolben. …

kampfkolbe

Lexer

kampf·kolbe

kampf-kolbe swm. welich der tiuvel heiʒet dich kempfen unde welich der tiuvel hât dir den kampkolben erloubet Berth. 325,22. kempf kolb, ces…

lauchkolbe

DWB

lauch·kolbe

lauchkolbe , m. blüten- oder samenkolbe des lauchs: asparagus, tallus, louchkolb voc. opt. 50 b , 15.