Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
knolle swM.
2 bildl. und übertr.
2.1 ‘Last’
2.2 von Personen ‘einfacher, ungebildeter Mensch’
2.3 in der Verbindung knollen gewinnen wohl ‘zornig, grob werden’ (vgl. Komm. z.St.)
3 als (sprechender) Bestandteil von Personennamen
1 ‘Klumpen, Ballen’ er nam bech unde vaiztez vlaichs unde hâr unde sôt dc under ainander unde machot dc ze knollon PrSchw 2,109; ab den schâfen schar si woll / des wart ein michel knoll EnikWchr 1436. 1504; der bâbst enruochet wer beschirt, / daz im der wollen ein knolle wirt Renner 9024. – von Metall, das in dieser Form aufbewahrt wird (vgl. silberknolle ): nâch blî der künic sante; / zuo einem knollen man ez rante EnikWchr 19168. 24469; ez lit manic guldin knolle / dort in jenen shrinen Rennew 12030; Parz 17,23; JTit 6234,2 u.ö. 2 bildl. und übertr. 2.1 ‘Last’ swer nu sîner sêle wölle frumen, / der lege vür sich der sünden knollen, / von dem sîn herze was zeswollen Renner 19455; PrBerth 1:67,27; nach minne sin gerunge was siner jugende ein berk mezer [berggleicher] knolle, / daz er si mit kuͤsche muͦst verdecken, / swie dick im liechte ougen und munde rot di minne kunde erwecken JTit 265,2 2.2 von Personen ‘einfacher, ungebildeter Mensch’ die knollen, / di propheten und David Brun 7001 2.3 in der Verbindung knollen gewinnen wohl ‘zornig, grob werden’ (vgl. Komm. z.St.): singe ich mînen höveschen sanc, sô klagent siz Stollen. / dêswâr ich gewinne ouch lîhte knollen, / sît sî die schalkheit wellen, ich gemache in vollen kragen Walth 32,12 3 als (sprechender) Bestandteil von Personennamen: daz die Knollen zvͤ Gansheim lehen von mir habnt UrkCorp (WMU) 234,30. – hierher oder zu 2.2 (?): Conrat Knoll und sin wib Bauernh 105
MWB 3,1 403,36; Bearbeiterin: Wemhöner