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Klee

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Klee

Bd. 11, Sp. 105
Klee (Kopfklee, Trifolium L.), Gattung der Leguminosen, aufrechte, niederliegende, kriechende oder an den Stengelknoten wurzelnde, ein- oder mehrjährige Kräuter, oft mit holzigem Rhizom, meist gefingerten, selten gefiederten Blättern, mit drei, selten fünf fast stets gezähnelten Blättchen, ganzrandigen, bisweilen zerschlitzten, öfter zu einer langen Scheide verwachsenen Nebenblättern, in Ähren, Köpfchen oder Dolden, seltener einzeln stehenden Blüten, achselständigen oder durch Fehlschlagen der Gipfelknospe scheinbar endständigen Blütenständen, bisweilen zu einer ansehnlichen Hülle verwachsenen Hochblättern und linealischen, länglichen oder verkehrt-eiförmigen, ein- bis zwei-, selten zwei- bis sechssamigen, nicht oder kaum aufspringenden Hülsen. Etwa 250 Arten vorzüglich in den gemäßigten und subtropischen Klimaten der Alten Welt, auch im nördlichen Amerika, wenige auf den Gebirgen des tropischen Afrika, im Kapland und auf den Anden. Mehrere Kleearten werden als wichtige Futterpflanzen angebaut. Der gemeine rote Kopfklee (T. pratense L., s. Tafel »Futterpflanzen I«, Fig. 1) hat am Grunde rundliche, oben längliche, beiderseits feinhaarige Blättchen mit einem hellern Fleck in der Mitte und eiförmige Nebenblättchen. Man unterscheidet zwei Spielarten: den Wiesenklee (Bullenklee), mit weniger umfangreicher Wurzel als der folgende, der in England für Weide benutzt, bei uns nicht kultiviert wird, aber, wild auf Wiesen wachsend, zu den besten Futterkräutern zählt, und den Saatklee (Spanischer, Brabanter, Burgunder, Steirischer, großer, welscher K.), die wichtigste Kleeart. Der Inkarnatklee (Blutklee, Rosenklee, Trifolium incarnatum L., s. Tafel »Futterpflanzen I«, Fig. 3), mit weichem, zottelhaarigem Stengel, dem gemeinen K. ähnlichen, fleckenlosen, an beiden Flächen flaumhaarigen Blättern, ährenförmigen, hoch purpurroten, durch rostbraune Haare zottigen Blütenköpfen, stammt aus Italien und wird als Winter- oder Sommerfrucht gebaut. Der weiße, kriechende K. (Lämmer-, Schaf-, Weide-, Steinklee, T. repens L., s. Tafel »Futterpflanzen I«, Fig. 2), mit liegendem, verästeltem Stengel, verkehrt-eirunden, fein- und stachelspitzig gesägten Blättchen, länglichen, weißlichen, geäderten Nebenblättchen und weißen, nach der Blüte sich herabschlagenden Blüten, gilt auf Wiesen, auf denen er erscheint, immer als ein Zeichen der Güte. Der Bastardklee (schwedische K., T. hybridum L., s. Tafel »Futterpflanzen I«, Fig. 4), mit aufrechtem Stengel, verkehrt-eirunden Blättchen, hellgrünen, eiförmigen Nebenblättern und langgestielten, rundlichen Blütenköpfen mit am Rande leicht rosenroten Blümchen, die sich nach der Blüte herabschlagen, wächst überall wild auf leichtem, frischem Boden. Von mehreren Kleearten, wie T. virescens Greene, T. obtusiflorum Hook., T. variegatum Nutt. und T. Wormskjoldii Lehm. in Kalifornien, werden die Blätter als Gemüse gegessen. Andre Arten, wie der rote Geißklee (Fuchs-, Ährenklee, T. rubens L.), der Bergklee (Spitzklee, T. montanum L.) etc., werden nicht im großen kultiviert. T. alpinum L. gehört zu den besten Alpenfutterkräutern. Vgl. Futter und Fütterung, Futterbau, Kleegras. Ackerklee (Hafen-, Mäuse-, Katzenklee, Hasenpfötchen, T. arvense L.), mit sehr zottigen und äußerst kleinen Blüten, Ackerunkraut, liefert nach der Ernte dem Weidevieh noch Futter und eignet sich als Weidepflanze auf schlechtem Boden zum Anbau. Über T. subterraneum L. s. Tafel »Erdfrüchtler«, Fig. 2, mit Text, über T. nidificum L. s. Tafel »Natürliche Aussaat« [Band 2], Fig. 11, mit Text, über T. stellatum L. ebenda, Fig. 14. Die Kultur der Kleegewächse hat ihren Ursprung in Medien, wo die Luzerne sehr früh gebaut wurde. Sie gelangte von dort nach Griechenland um 150–50 v. Chr., dann nach Italien und später nach Spanien. Nach den Verwüstungen der folgenden Zeit kam die Luzerne erst um 1550 von Spanien wieder nach Italien, wo man um diese Zeit auch den roten Kopfklee auf den Acker brachte. Nicht viel später verbreitete sich die Luzerne nach Frankreich und Belgien, wo um 1566 die Kopfkleekultur gleichfalls schon bekannt war. Wenige Jahre darauf finden wir Luzerne- und Kleebau in Deutschland und zwar durch Wallonen nach der Rheinpfalz gebracht. Im 17. Jahrh. konnte in Deutschland kaum von Fortschritten die Rede sein; in den beiden ersten Dritteln des 18. Jahrh. baute man K. in Thüringen, Sachsen, Franken und in der Pfalz. Nach dem roten K. erschien die Esparsette in Süddeutschland und noch später die Luzerne und der weiße K., letzterer von Mainz aus, im Innern Deutschlands. In den 60er Jahren des 18. Jahrh. begann man in Süddeutschland die Kleekultur zu verbessern, und nach Abstellung der Triftservituten der Äcker gelangte sie zu allgemeiner Ausnahme. Man gewann bedeutend gesteigerte Futtermassen, vergrößerte daraufhin den Viehstand und führte Stallfütterung der Rinder ein. Durch die günstigen Erfolge angeregt, führte Schubart 1775 das neue Feldsystem bei Zeitz ein, und seit 1781 wirkte er auch schriftstellerisch für weitere Verbreitung des Kleebaues, der schnell in Thüringen und Sachsen festen Fuß faßte. In Norddeutschland kam der Kleebau dagegen durch unrichtige Anwendung der Lehre Schubarts in großen Mißkredit, und erst durch Thaer, der auf die inzwischen in England gewonnenen günstigen Resultate hinwies, wurde ein weiterer Fortschritt erzielt. Nach 1848 fand der Kleebau schnell allgemeinere Verbreitung, und indem man sich für solche Gegenden, wo Luzerne und Kopfklee versagten, nach Surrogaten umsah, ermöglichte man seine Anwendung auf allen Bodenarten. Der Kleehandel wird am stärksten in Deutschland und zwar in Schlesien, dann in Steiermark und Südfrankreich betrieben, welche Länder alle übrigen mit Samen versorgen. Amerika vermag wegen der geringen Widerstandsfähigkeit seiner Kleeart keinen Markt zu gewinnen. Die Verfälschung des Klees wird vermittelst künstlich gefärbter Steinchen schwunghaft betrieben, weshalb die größte Vorsicht bei Bezug von Kleesamen nötig ist. K. leidet durch Kleeseide (s. Cuscuta) und Orobanche minor (Kleeteufel), durch Aaltierchen (Tylenchus devastatrix und T. Havensteinii) sowie durch Pilze (Peziza ciborioides, Kleekrebs) und Phyllachora (Polythrincium) trifolii (Schwärze des Klees). Über Kleemüdigkeit des Bodens s. Bodenmüdigkeit. Kleeblätter mit vier und mehr Blättern (Vierklee etc.) bringen nach dem Volksglauben dem Finder Glück, in Griechenland glaubt man, daß derartige Blätter Schätze heben und die gefährlichsten Krankheiten heilen. Das Dreiblatt des weißen Klees ist Nationalzeichen (Shamrock) der Irländer und wird zu Ehren ihres Schutzheiligen St. Patrick getragen. Vgl. Wittmack, Gras- und Kleesamen (Berl. 1873); Nobbe, Handbuch der Samenkunde (das. 1876); Harz, Landwirtschaftliche Samenkunde (das. 1885, 2 Bde.). Baumartiger K., soviel wie Melilotus arborea; wohlriechender K., Melilotus coerulea; ewiger K., s. Galega; blauer oder ewiger K., Monats- oder Luzerner K., Medicago sativa; gelber K., Genista pilosa oder Medicago lupulina; spanischer oder türkischer K., soviel wie Esparsette, Onobrychis sativa; welscher K., s. Medicago.
7124 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klee

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Klee , (einsylbig,) des Klees, (zweysylbig,) plur. doch nur von mehrern Arten, die Klee, (zweysylbig,) ein Nahme, we…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Klee

    Goethe-Wörterbuch

    Klee Pflanzengattung aus der Familie der Schmetterlingsblütler mit verschiedenfarbigen kugeligen Blüten u dreiteiligen B…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klee

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Klee (trifolium) , zu den Hülsenfrüchten gehörige Pflanzengattung mit mehren Arten: Wiesen-K., Bastard- od. kriechender …

  4. modern
    Dialekt
    Klee

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Klee [‘ X lé S.; Klé fast allg.; Kliè M. ] m. Klee. Er het vierblättrige n K. im Sack! der hat das Glück sicher Gebw. Br…

  5. Sprichwörter
    Klee

    Wander (Sprichwörter)

    Klee 1. Euer Klee ist der Freund unserer Ziege. ( Wend. Lausitz. ) 2. Klee ist der Vater des Weizens. ( Frankenwald. ) 3…

  6. Spezial
    Klee

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Klee (Trifolium sp.) m. (-s) ‹bot› trafëi (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klee

315 Bildungen · 273 Erstglied · 42 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von klee

kl + -e + -e

klee leitet sich vom Lemma kl ab mit Suffixen -e und -e.

klee‑ als Erstglied (30 von 273)

Kleeacker

SHW

Klee-acker Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeberg

SHW

Klee-berg Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeblatt

SHW

Klee-blatt Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeblume

SHW

Klee-blume Band 3, Spalte 1391-1392

Kleebock

SHW

Klee-bock Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeer

SHW

Klee-er Band 3, Spalte 1391-1392

Kleefeld

SHW

Klee-feld Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeflecken

SHW

Klee-flecken Band 3, Spalte 1391-1392

Kleegabel

SHW

Klee-gabel Band 3, Spalte 1391-1392

Kleegarten

SHW

Klee-garten Band 3, Spalte 1391-1392

Kleegewann

SHW

Klee-gewann Band 3, Spalte 1391-1392

Kleegrummet

SHW

Klee-grummet Band 3, Spalte 1391-1392

Kleehase

SHW

Klee-hase Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeheu

SHW

Klee-heu Band 3, Spalte 1391-1392

Kleehonig

SHW

Klee-honig Band 3, Spalte 1391-1392

kleeig

SHW

klee-ig Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeplacken

SHW

Klee-placken Band 3, Spalte 1391-1392

Kleereiber

SHW

Klee-reiber Band 3, Spalte 1391-1392

Kleereiter

SHW

Klee-reiter Band 3, Spalte 1391-1392

Kleering

SHW

Klee-ring Band 3, Spalte 1391-1392

Kleesalz

SHW

Klee-salz Band 3, Spalte 1391-1392

Kleesamen

SHW

Klee-samen Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeschor

SHW

Klee-schor Band 3, Spalte 1391-1392

Kleeseide

SHW

Klee-seide Band 3, Spalte 1391-1392

Kleesense

SHW

Klee-sense Band 3, Spalte 1391-1392

Kleestaub

SHW

Klee-staub Band 3, Spalte 1393-1394

Kleestroh

SHW

Klee-stroh Band 3, Spalte 1393-1394

Kleestück

SHW

Klee-stück Band 3, Spalte 1393-1394

klee als Zweitglied (30 von 42)

Bastardklee

Adelung

bastard·klee

Der Bastardklee , des -s, plur. inusit. eine Art Klee mit doldenförmigen Blumenköpfchen, viersamigen Hülfen, und einem aufsteigenden Stamme;…

biberklee

DWB

biber·klee

biberklee , m. trifolium fibrinum, poln. bobrek, falsch fieberklee.

Bisamklee

Adelung

bisam·klee

Der Bisamklee , (dreysylbig,) des -s, (viersylbig,) plur. inus. eine Art Klees, welche nach Bisam riecht.

erdbeerklee

DWB

erdbeerklee , m. trifolium fragiferum.

fieberklee

DWB

fieber·klee

fieberklee , m. menyanthes trifoliata, bitterklee. für biberklee 1, 1807.

gauchklee

DWB

gauch·klee

gauchklee , m. oxalis acetosella Nemnich, wie kuckuksklee, gauchampfer.

Geißklee

Adelung

geiss·klee

Der Geißklee , des -s, plur. inus. ein niedriges Staudengewächs mit schönen gelben Blumen und Schoten, wovon einige Arten in Oberdeutschland…

güldenklee

DWB

guelden·klee

-klee , guldenklee, m., teilweise für den gelbblühenden steinklee ( melilotus officinalis ) gebräuchlich, bezw. für lotus corniculatus, s. N…

hasenklee

DWB

hasen·klee

hasenklee , m. name mehrerer pflanzen, oxalis acetosella, sauerklee; trifolium arvense, katzenklee; gelber hasenklee, anthyllis vulneraria; …

herzklee

DWB

herz·klee

herzklee , n. oxalis acetosella, sauerklee, hasenklee. Nemnich 3, 829 .

honigklee

DWB

honig·klee

honigklee , m. trifolium melilotus, gemeiner steinklee. Nemnich 4, 1478 . kleiner gelber honigklee ist lotus corniculatus, der wilde steinkl…

hopfenklee

DWB

hopfen·klee

hopfenklee , m. trifolium flore lupuli, eine art klee die wie hopfen blüht. Frisch 1, 466 a .

hühnerklee

DWB

huhn·er·klee

hühnerklee , m. thymus serpyllum, quendel: serpillus vel serpillum, herba, kleiner costentz, quendel, hunerklee, hunerserb, hunerkol. glosse…

Igelsklee

Adelung

igel·s·klee

Der Igelsklee , des -s, plur. inus. eine Art des Klees, dessen Samenknöpfchen nach der lichtgelben Blume stachelig und so rauch wie ein Igel…

katzenklee

DWB

katzen·klee

katzenklee , m. katzenklä, lagopus. Maaler 241 b . katzenklee ( Frisius s. v. lagopus ) oder hanenfusz Schnurr hausb. 228 . hasenklee Frisch…

leberklee

DWB

leber·klee

leberklee , m. gemeiner klee mit leberfarbener blüte. auch anemone hepatica, leberblume.

raupenklee

DWB

raupen·klee

raupenklee , m. scorpiurus, eine gattung pflanzen mit spiralförmig gewundenen hülsen. Nemnich 4, 1263 .

Rothklee

Wander

roth·klee

Rothklee Rothklee ist der Vater des Weizen. – Wunderlich, 104.

sauerklee

DWB

sauer·klee

sauerklee , m. oxalis acetosella Pritzel - Jessen ; oxytriphyllon, panis cuculi, buchampfer, sawer waldampffer, souwerklee, gauchbrot, gauch…

schotenklee

DWB

schoten·klee

schotenklee , m. eine gattung von hülsenpflanzen ( lotus ) Nemnich ; lotus corniculatus, der gehörnte schotenklee, lotus dorycnium, der gefi…

sichelklee

DWB

sichel·klee

sichelklee , m. medicago falcata. Nemnich ( mit sichelförmigen schoten ). Oken 3, 1638 . hierzu sichelkleeschwärmer, m., das rothringel, ein…