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kaum

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kaum

Bd. 11, Sp. 352
kaum , aegre, vix. ahd. chûmo, mhd. kûme, mnd. kûme, mnl. cume (nnl. erloschen), den andern deutschen sprachen fremd. ahd. chûmo hat die form eines adv., ein adj. dazu aber nicht vorhanden; den stamm aber bieten das adj. chûmîg infirmus, aeger, deficiens, fractus, saucius, chûmida infirmitas, chûma f. quaerimonia, chûmian, chûmôn lugere, gemere, conqueri, flere, auch refl. sih chûmian; noch mhd. kûmen lugere, lamentari, kûmen unde klagen, kûmen unde wuofen (12. jh.) Haupt 1, 286. 287, sich kûmen, sich ängstlich bemühen. Ein adj., das gramm. 1, 748 aus kûme vermutet ward, ist noch nicht gefunden, das kûme Trist. 23, 12, das gramm. 3, 600 und im mhd. wb. dafür angesetzt wird, ist scharf angesehen nichts als das gewöhnliche adv. (swie kûme eʒ sî, wie knapp es auch sei, nämlich dasz er die rute berühre, gleich 'swie kûme erʒ gerüere'). Im nd. indess hat sich ein adj. bis heute erhalten, küm schwach von alter, stöhnend, krank, ôld un küm. brem. wb. 2, 893, Schambach 116a (hier auch adv. küme kümmerlich, knapp), im Lippischen gedrückt, betrübt Fromm. 6, 217, in der grafschaft Mark engbrüstig (quimen, quinen, kränklich, schwach sein) Woeste volksüberl. 101. 104. ein alts. cûmian entspricht dem ahd. chûmian; jenes noch in mnl. cûmen klagen, nnl. kuymen (Kilian), noch jetzt nrh. kümme ächzen, wehklagen Aachener mundart 135, auf der Eifel sich keimen Schmitz 227a (vgl. keimern), dem ahd. verbum gleicht noch schwäb. 'kaumen, rotzen' Schmid 307, d. i. laut weinen; vgl. els. verkômt abgehärmt (verkompt altd. bl. 1, 30). merkwürdig auch eine nordische spur des wortes, schwed. landsch. kaum n. jammer, kauma jammern. Rietz 314a. Auch ein schweiz. wort aus dem Entlibuch und Solothurn erscheint in form und sinn sehr alt: kum, kumig, adv. kränklich, unbehaglich, 'sist mir kum', mihi aegre est. Stalder 2, 142. Diesz kum leidend, nd. küm alterschwach, ahd. chûmîg weisen auf den punkt, woher kaum entstanden. anstrengung (erschöpfung) und krank sein haben öfter éine bezeichnung, z. b. in lat. laborare, gr. κάμνειν, μογεῖν, bei beiden ist stöhnen und ächzen (und chûmian lugere stimmt lautverschoben zu lat. gemere seufzen). chûmo hiesz wol zuerst mit höchstem kraftaufwand, dann mit kaum ausreichender kraft, mit schwachen kräften, mühsam; wäre es ein abgeschwächter instrumentalis chûmû, labore? das dazu nötige masc. chûm könnte in etkum 3, 1174 belegt sein. es wäre ganz wie unser mit mühe, franz. à peine kaum, stärker 'mit müh und not', s. dazu 1; so mag gr. μόγις kaum irgendwie von μόγος mühe, not oder einer älteren nebenform erwachsen sein, während lat. aegre kaum deutlich adv. zu aeger ist, dem mhd. müelîche entsprechend. auch das mhd. kûme fühlte man natürlich als adv., daher mit andern adv. verbunden, z. b.: sô gibest dû (bauer) dînen dienest sô kûme und sô trâge (adv. zu træge). Berthold 151, 27 (49 Kl.), kûme gleich aegre, verdrieszlich, mit mühseligem widerwillen. Das täglich vielgebrauchte wort ist nicht bei der einen form geblieben, es ward erweitert in kaumet (s. d.), kaumend, kaumends, kaumenden, s. auch käumerlich. für au erscheint auch â, ô: darnach huob sich ain grosze wolfaile von allerlai getraid, des man cham gedacht (sich kaum erinnerte). Augsb. chron. (1418) in Mones anz. 6, 377; kam einer spannen lang. Heidelb. urk. von 1411 das. 4, 257; sie kommen kam von irem leben. fabel des 15. jh. bei Grimm Reinh. fuchs s. 369; und schluog mich das ich kam entran. fastn. sp. 332, 27. pirglaken, prem und meten hart (hörte) man kam an den steten. Beheim, Wiener 184, 20 u. oft; diesz kâm ist wesentlich südostschwäb., bair. und östr., noch heute, es geht aber zurück auf eine mhd. erscheinende nebenform koume (wb. 1, 908a, 44), die noch bei Keisersberg erscheint, koum (s. nachher), und im vocal zu verkômt oben stimmt. schweiz. kôm: von schrecken ich kom reden mocht. J. Lenz Schwabenkrieg 3a (kum 28a); mit groszer not si kom entrannen. 80b; auch österreichisch, in einem liede aus Wien, 16. jh.: der zehend kom verstuond. Körners hist. volksl. 130, und selbst thüringisch, in einer chron. des 15. jh.: es trugen auch die manne uf diese zeit korze cleider so das sie eren schemen (pudenda) kome bedacktin. Haupt 8, 469; auch in einem rhein. voc. 15. jh. kom Dief. 624c. eine schlechte form kumme steht das. aus einem md. voc., und im Eulenspiegel von 1519, bei Lappenberg s. 92. kaume, mit alter endung, hat noch Hoffmannswaldau: bald einer der sich kaume rührt. sterb. Socr. (1700) 142. 11) Die alte bedeutung 'mit mühe', mit groszer müy und arbeit wie es Maaler 241c erklärt, ist mhd. meist noch sichtbar, oft sehr kräftig, nhd. ziemlich selten (vgl. 5, b); wenn dem Siegfried die erste zusammenkunft mit Kriemhild bevorsteht und er erst in der kirche die messe ruhig mit abwarten musz: vil kûme beite Sîfrit daʒ man dô gesanc. Nib. 300, 1, so ist das noch deutlich: 'mühsam, nur mit anstrengung' wartete er geduldig die messe aus, oder auch, wie bei Berthold vorhin, 'nur mit verdrusz', aegre. nach unserm gefühl scheint aber können dabei zu fehlen: kaum konnte S. erwarten, und so häufig, z. b.: in (den stein der Brünhild) truogen kûme zwelfe der küenen helde unde snel. 425, 4; der künec beite kûme daʒ man von tische gie. 608, 1, 'konnten kaum tragen, konnte es kaum erwarten' denken wir unwillkürlich in folge der schwächung unsres kaum; dô schluog der starke rise dem ritter edel ein wund, das er kaum mit eim beine auf dem Trachensteine stund. hürn. Seifr. str. 108, kaum mit dem einen beine noch stand halten konnte; ich hab (berichtet ein niederer teufel in der versammlung seinem herrn) xl ganzer iar einen münch angefochten in der einöde zuo sünden, und hab in koum (nur mit mühe) in diser nacht darzuo bracht, das er in unkeüscheit gefallen ist. Keisersberg hell. löw a 5b, es ist das mhd. koume, vgl. auf derselben seite z. b. 'auf einem brautlouf'; gar kum (schwer) ein wund wider genist (heilt) die me dan einst ufgbrochen ist. Brant narr. 84, 13; kum loszt sich strofen (zurechtweisen) der verkert. 54, 11; und ist uns bange, das wir kaum odem holen. Jesa. 26, 18, wie ahd. ih chûmo geâtemôn Notker ps. 142, 7 ('dasz wir kaum odem hohlen können' citiert Adelung jene stelle, es steht wol in neueren bibeln so); stilleten sie kaum das volk, das sie inen nicht opferten. apost. 14, 18; da wir aber langsam schifften und in viel tagen kaum gegen Gnidum kamen, denn der wind wehrete uns. 27, 7; wir treffen das kaum, so auf erden ist, und erfinden schwerlich, das unter handen ist: wer wil denn erforschen das im himel ist? weish. Sal. 9, 16, können kaum das mit unserm verständnis erlangen; dise stuck des hausrahts sind am ärgsten, die man kaum (nur mit mühe) zuwegen pringt oder nicht geringlich (leicht) mögen erhalten werden. Fischart ehz. 534 Sch. Aber auch schon mit können: ir müst den galgen raiten, des kan ich kaum erpeiten (erwarten). fastn. sp. 428, 13; wie lieblich sind alle deine werk, wiewol man kaum ein fünklin davon erkennen kan. Sirach 42, 23; er (der teufel) vermag wunderbarliche ssze insenden, also das ein mensch koum anders glouben mag weder (als) das solliche sszikeit von gott sei. Keisersberg irrig schaf D 4a; so konnten sie kaum aufrecht stehn. Gellert (1784) 1, 7; wenn alles sich verhält wie du mir sagest, kann ich mich selber kaum in Nathan finden. Lessing 2, 313. Das können fehlt aber auch in neuerer zeit noch zuweilen: alles öl war ausgetrunken und des lebens letzter funken glimmt' am dürren tachte kaum. Bürger (1789) 1, 216; wir leben nicht, uns träumet des daseins dunkler traum. man sieht gebild' und reimet die schattenbilder kaum. Voss (1825) 3, 216; stille lebte sie (Ophelia) vor sich hin, aber kaum verbarg sie ihre sehnsucht, ihre wünsche, Göthe 19, 92; kaum halt ich mich, dasz ich dich nicht beim kopf mit beiden händen fasse. 11, 126; du bists! ich glaub es kaum. 12, 242; kaum gebiet ich dem kochenden blute. Schiller 490b ihre wonne faszt sie kaum. 61b; kaum entrissen wir den unglückselgen seines grimmes händen. 446a; kann sich — verzeihen sie mir diesen zweifel — ihr edler stolz zu diesem amte borgen? kaum glaub ich es. 282a. diesz blosze kaum ist besonders kräftig, wesentlich dichterisch, wo es nicht in ein anderes kaum übergeht, z. b. in ich glaube es kaum, d. i. nicht so recht, so völlig. das alte starke kaum wird dagegen jetzt meist ausgedrückt durch (nur) mit mühe, mühsam, mit müh und not, mit groszer not, volksm. kräftiger mit genauer oder knapper not, mit knapper müh und not; ein früherer ersatz, schwerlich, ist jetzt selbst schon wieder verblaszt fast bis auf die stufe des heutigen kaum herunter. 22) Kaum selbst ist so gut wie unter die partikeln eingetreten und hat sich, da eine verneinung ihm stets leise inwohnte, dem nicht nahe gestellt, als eine vorstufe des vollen nicht; sein unterschied von diesem ist je nach betonung oder zusammenhang verschieden abschattiert, oft aber fast aufgehoben. auch das zeigt sich schon mhd.; wie nämlich da mit weitgreifender ironie (litotes) für starke dinge absichtlich schwache wendungen gebraucht werden, lützel, kleine für gar nicht, vil selten für niemals u. a., so war auch kûme als ironisches nicht gebraucht, s. die stellen im mhd. wb. So entschieden verneint es jetzt nicht mehr, kaum jemals ist 'vielleicht niemals', oder 'so gut wie niemals', oder 'eigentlich niemals', allenfalls 'höchstens einmal', es schwebt zwischen 'niemals' und 'nur einmal', ohne eins von beiden zu sein, also kaum ungefähr gleich 'beinahe nicht': ich wage kaum das zu hoffen, d. i. hoffe es nicht so recht, nur halb oder kaum halb; kain guot chomt von der puochen, dann das man die schwein damit mest, der man aun urlaub (ohne erlaubnis zu melden) kaum genennen dar (wagt, darf). Hätzl. 172a, der gen. der ist herbeigeführt durch das in kaum verborgene nicht (s. d.); das ist kaum denkbar, kaum zu begreifen gleich fast undenkbar; man braucht die feder kaum anzurühren, so springt der deckel auf, man braucht sie nur so leise anzurühren, dasz man sie beinahe gar nicht berührt; er ist ein harter charakter, ich hab ihn kaum einmal weich gesehen; wenn einer zum kornhaufen kam, der zwenzig masz haben solt, so waren kaum (knapp) zehen da. Haggai 2, 17; und so der gerechte kaum erhalten wird, wo wil der gottlose und sünder erscheinen? 1 Petr. 4, 18; indem sie kaum sich ihrer bewuszt in der angst der freude dahinsank. Klopstock Mess. 14, 121; diese betrachtung sollte uns fast bewegen, von der einkleidung des gegenwärtigen werks gar nichts zu sagen. kaum dieses, dasz es aus briefen bestehe. Lessing 5, 62, das ist noch einen grad weniger als 'höchstens dieses'; der Franzose hat doch wenigstens noch eine bühne, da der Deutsche kaum buden hat. 6, 214, kaum im verdrusz statt höchstens gesagt; wie? das fragst du mich? ich weisz ja kaum von wem die rede war. 2, 241; wo bist du, Saladin? wie spielst du heut (schach)? 'nicht gut? ich dächte doch'. Sittah. für mich — und kaum. 2, 226; kaum will mir die nacht noch frommen, denn die träume selber kommen nun in trauriger gestalt. Göthe 1, 101; wo jenseits auf höhen .. der feind einen kaum übersehbaren (fast unübersehbaren) halbzirkel bildete. 30, 78; den schnellempfundnen ersten, kaum verstandnen blick. 41, 252; kaum gibt wahres gefühl noch durch verstummen sich kund. Schiller 76b; kaum warf noch einen bleichen schimmer die hoffnung auf den finstern weg. 49a; noch schlummerts tief in lagers raum, die sterne steigen auf und nieder, die todtenstille regt sich kaum. Körner leier u. schw. 14; die bäche gehen rauschend nieder durch die dämmernde einsamkeit, kaum noch hört man einen hirten singen. Eichendorff ged. 397. Daher kaum mehr, 'beinahe nicht mehr', statt des gewöhnlichen kaum noch, in jenem wird das verneinende in kaum gefühlt: dasz ihr flugs der bansch (bauch) so wehe thate, dasz sie kaum mehr keuchsen kunte. Schoch stud. D 4a; diese güldnen zeiten der deutschen handlung kommen wol niemals wieder, sie werden kaum mehr geglaubt. Möser patr. phant. (1778) 1, 260. gehäuft kaum noch mehr, im munde der Recha die mit höchster ungeduld spricht: ihr habt euch sehr verweilt, mein vater, er wird kaum noch mehr zu treffen sein. Lessing 2, 242. 33) Schon in einigen dieser beispiele nimmt der begriff leise eine neue wendung, das kaum geht von der sache ab mehr auf die meinung, das urtheil des sprechenden über, es wird wie schwerlich, wol, gewiss und viele andere ein mittel, der ausgesprochenen ansicht eine bestimmte stärke zu geben, den grad zu bestimmen wie weit sie gelten solle; aus dem 'beinahe nicht' wird 'nicht leicht', 'wol nicht', 'nach meiner meinung nicht' u. s. w.: ich west dich kaum pasz zu bedeuten dan ein merwunder bei sunst leuten. H. Folz in den fastn. sp. 1275, ich wüszte dich, so viel ich kann, nicht besser zu vergleichen; deshalb er (Jesus) uns hatt mit fleisz underwisen und gereizet zu beten. es ist koum ein werk, darzuo er uns also fleisziklich gereizet hat. Keisersberg irrig sch. H 3a; ich acht und halt, kaum (schwerlich) dein gestalt im ganzen reich wird funden. Ambr. lb. 43, 29; nu stirbet kaum jemand umb des rechtes willen. m. 5, 7; ach gott! wie doch mein erster war, find ich nicht leicht auf dieser welt den andern! es konnte kaum ein herziger närrchen sein. Göthe 12, 155, nicht leicht und kaum könnten da geradezu die stellen tauschen; in Deutschland war es noch kaum jemand eingefallen jene ungeheure privilegierte masse zu beneiden. 48, 71, das ist so ziemlich 'ich glaube nicht dasz ...'; 'die gegenwärtge zeit ist noch an mehrern wunderdingen fruchtbar'. königin. an gröszern kaum. Schiller 281b. So besonders bei zahlen- oder gröszenbestimmungen, die man im aussprechen noch beschränkt: mancher mit sunden guot gewint, dar umb er in der hellen brint. sin erben achten das gar klein, sie hülfen im nit mit eim stein, sie lösten in kum mit eim pfund. Brant narr. 3, 21, 'nicht einmal ein pfund, glaub ich' würden sie an seine auslösung wenden; halts mit jederman freundlich, vertrawe aber unter tausent kaum einem. Sirach 6, 6; es sind kaum zehn mann gesund wiedergekommen. so oft in der heutigen gelehrtensprache, z. b. ein beweis wird sich kaum finden; der erste satz ist richtig, kaum der zweite; die construction ist richtig, aber kaum entsprechen ihr die thatsachen. das ist nichts als ein unsicheres oder vorsichtiges nicht, 'nach meiner überzeugung nicht'. In 'ich glaube kaum' und ähnlichen ist kaum oft der rest des abhängigen satzes, der aus dem zusammenhange klar ist, z. b. wird nicht bald friede werden? antwort: ich glaube kaum, d. i. ich glaube, 'kaum', glaube, er wird kaum werden. auch blosz kaum in der antwort: 'kann man denn zu gut von den menschen denken?' Vult lachte und sagte 'kaum!' J. Paul flegelj. (1804) 1, 120. 44) Eigen ist ein jetzt vergessenes kaum nicht als starkes 'beinahe'; denn da kaum ist 'beinahe nicht', so hebt ein wirklich zutretendes nicht jenes gedachte auf, und bleibt 'beinahe': man sagt, und ist kaum nicht war, das mehr Schweizer in Frankreich als in ihrem land werden auferstehn (beim jüngsten gericht). Fischart Garg. 27b (37), er meint 'und es wird so ziemlich richtig sein'; ob mich nun wol dergleichen unbillige widerwertigkeit, die ich ohne meinen verdienst tragen musz, oftermals kaum nicht zwinget wie Nero zu sagen 'vellem nescire literas', jedoch habe ich u. s. w. Opitz poeterei vorr. A 2b; hier ist nichts denn finstre nacht, blinde schatten, schwarze hölen, da (wo) die einversperrten seelen kaum nicht werden ümgebracht. Fleming 297. Doch findet sich auch kaum mit einer negation so, dasz nach alter deutscher weise (s. kein 4) die beiden verneinungen einander nicht aufheben, sondern verstärken: nichts mag kaum sein so ungelegen (schwierig), welchs nicht die arbeit bring zuwegen. Fischart gl. schiff 43; aber S. Urbans plag, ihren (ihr) keiner kaum entfliehen mag. groszm. 90 (618 Sch.). 55) Verstärkungen. 5@aa) mhd. war kûme der steigerung fähig, kûmer (kiumer fundgr. 1, 380a), kûmest, z. b.: du wirdest als kûme rîch mit der unê als mit der ê, oder kûmer. Berthold 279, 2 (80 Kl.). 5@bb) wie diesz als kûme, 'so kaum', hiesz es auch vil kûme, wie kûme, swie kûme, kûme genuoc Stricker Karl 8123. mit dem ausrufend steigernden wie noch im 15. jh., bei Wittenweiler: wie chaum bestuond er auf der erd und mochte recht gesprechen 'ja'! ring 32d, 31, 'mit welcher mühe!' im 16. jh. häufig gar kaum, vix aegre Maaler 241c, noch im 17., nun auch verloren: dar umbe sô mugen sie die rechten wârheit gar kûme oder villîchte nimmer mêr begrîfen. theologia deutsch cap. 13; si sprach, ich bin her chomen gar kaum mit groszer eil. Hätzl. 15b; wa ein mönsch ursach hat zuo sünden (die da gar manigfaltig ist), so enthalt sich ein mönsch gar koum. Keisersberg klappermaul B 1b; erberkeit muosz verr hinden stan und kumbt gar kum uf grünen zwig. Brant narr. 83, 9; durch lieb kam er in grosze not, er ist gar kaum entrunnen. Uhlands volksl. 252; weil wir durch unser sünd entwicht sind nun gar kaumb wirdig und werdt. H. Sachs bei Göz 4, 103; wo ist das grosze bild der sonnen zu Rhodis, das seinen daumen auch gar kaum umbklaftern liesz? Opitz 3, 283. fast kaum führt Heynatz antib. 1, 405 an aus dem 'deutschen Barre' 3, 444: die Deutschen hatten dergestalt abgemattete pferde, dasz sie sich fast kaum halten konnten, diesz fast oberd. gleich sehr. 5@cc) eine neuere verstärkung ist nur kaum: Saladin verfügt von zeit zu zeit auf abgelegnen wegen nach dieser veste sich, nur kaum begleitet. Lessing 2, 220; jener denkt nur kaum mit seinen augen, dieser sieht auch mit seinen gedanken. 8, 244; machen sie sich gefaszt mehr als eine nachricht zu lesen, wovon die geschichtschreiber der kirche nur kaum murmeln. 8, 374; Miller, ich weisz nur kaum noch, wie ich in sein haus kam — was war die veranlassung? Schiller 209a. es scheint jetzt auch vergessen. 5@dd) verdoppelt kaum kaum, oder kaum und kaum: der miethling flohe weg, der wilde wolf brach ein und liesz mich schwaches vieh kaum kaum noch übrig sein. Fleming 30; ich war kaum kaum kommen, modo accesseram, und noch kühner 'kaum-kaumlich wollte es angehen, difficulter atque aegre fiebat' Stieler 941 (s. kaumlich); dasz man vom baum den schattenbaum kaum kaum noch unterscheiden kann. Brockes 7, 116; dem noch von auszen erschien, im leben, die himmlische gottheit, die der neuere kaum, kaum noch im herzen vernimmt. Schiller 84a, das komma zwischen beiden kaum dürfte dem sinne nach nicht stehn; kaum, und kaum, kann ich es nun erwarten, was er mir zuerst befehlen wird. Lessing 2, 252 (Nathan 2, 7), da sind die kommata wol bedacht, sie stehn schon in der 1. ausg. des Nathan 1779 s. 104; weil unsre hauslust manches trieb, was kaum und kaum in schranken blieb. Voss (1825) 4, 154. kaum, und aber kaum, vix, ac ne vix quidem. Stieler 941. vortrefflich ist eine verstärkung in der schwäb. mundart, unkaum Schmid 333, mit dem un wie in unwirsch, unkosten u. a. 66) Von der zeit. kaum mit seinem knappen masz auf die zeit angewandt hat eine weitere entwickelung veranlaszt, die mhd. noch unbekannt scheint. das schiff soll eben abstoszen, man will noch eben mitfahren: steig ein, es ist kaum ein augenblick zeit übrig; der eingestiegne sagt dann: ich hatte kaum noch zeit über die landungsbrücke zu kommen, so schnell stiesz das schiff ab, er hatte sie aber doch noch, eben knapp abgeschnitten; dann aber sagt er mit einer übertreibung wie sie die erregung mit sich bringt: ich war kaum über die landungsbrücke, als man sie abnahm und das schiff abstiesz, oder nachdrücklich vorangestellt: kaum war ich hinüber, so nahm man sie ab. kurz kaum gewann auf solche weise die bedeutung von 'eben erst' (wie ähnlich nur), aber weit schärfer als diesz. so denn 6@aa) allein: ich bin kaum (oder kaum erst) von der reise zurückgekommen und musz schon wieder fort, deutliche übertreibung; kaum angelangt ward er von der polizei gefaszt; er spielt und gewinnt oft, aber kaum gewonnen geht das geld wieder fort; 'ist B. nicht hier?' er ist kaum fort, eben erst weggegangen. sein antlitz, kurz zuvor so welk, so todtenbleich, wird feuerroth, sein puls, der kaum so träge und muthlos schlich, verdoppelt seine schläge. Wieland Oberon 8, 13, kurz zuvor und kaum völlig gleichbedeutend; das meer, so fürchterlich kaum aufgebirgt, sinkt wieder bis zur glätte des hellsten teichs. das. 8, 31; denn vor andern verlieh der schmeichlerin Amor die gabe, freude zu wecken, die kaum still wie zu asche versank. Göthe 1, 272; du übst die alten zauberlieder, du lockst ihn der kaum ruhig war. 1, 70, da mischen sich die zeitliche und die ursprüngliche bed.: 'eben erst' und 'mit mühe'. ganz eigen ist folg. gesagt: (alles schläft), mich hälts wach, dasz es kaum ist wie ich noch mit dir zusammen war. Bettine br. 1, 146, kurze zeit erst her ist. 6@bb) verstärkt durch noch, wie von dem 'noch nicht' entnommen, das in dem kaum noch versteckt ist: und eilt den alpen zu das erste gras zu finden, wo kaum noch (eben erst) durch das eis der kräuter spitze sprieszt. Haller (1777) 34; und ihr, noch kaum so sanft wie Amors holde braut, giebt die verzweiflung itzt die augen von Medusen. Wieland Oberon 5, 44; die schranken sind noch kaum geöffnet, und man wollte die wettläufer lieber schon bei dem ziele sehen. Lessing 7, 451; wir haben eine übersetzung vom Shakespear. sie ist noch kaum fertig geworden, und niemand bekümmert sich schon mehr darum. 7, 68; kaum hatt' er noch das geld empfangen, so rief der witzge delinquent ... Gellert (1784) 1, 212; hier auf dem strohe liegt die erst entbundene frau des reichen besitzers, die ich mit stieren und wagen noch kaum, die schwangre, gerettet. Göthe 40, 245. 6@cc) mit einer conjunction: als nu Isaac volendet hatte den segen uber Jacob, und Jacob kaum hin aus gegangen war von seinem vater Isaac, da kam Esau sein bruder von seiner jaget. 1 Mos. 27, 30; doch wenn sich kaum die lauen lüfte rühren, ist blum und gras und mensch nicht mehr zu spüren. Canitz (1734) 178; wenn kaum die lerchen noch den frühen tag begrüszen ... entreiszt der hirt sich schon aus seiner liebsten küssen. Haller (1777) 34; nachdem er kaum aus dem gefängnis entlassen ist, stiehlt er schon wieder. 6@dd) ebenso dann ohne conjunction im vordersatze: er hat kaum ausgetrunken, springt im sein herz entzwei. Uhlands volksl. 218; das volk het kaum ihr wunsch verricht, verlor das schiff sich aus dem gsicht. Fischart gl. schiff 527; kaum war der vater todt, so kömmt ein jeder mit seinem ring ... Lessing 2, 278; kaum ist das erste blatt in Frankreich abgezogen, so feuchtet Deutschland schon zur übersetzung bogen. J. B. Michaelis 1, 121; kaum kamen die letzten in sichern port, so rollte das letzte getrümmer fort. Bürger ged. (1789) 2, 94; doch dem war kaum das wort entfahren, möcht ers im busen gern bewahren. Schiller 59a; kaum seh ich mich im ebnen plan, flugs schlagen meine doggen an. 66b. da entspinnt sich die bed. 'sobald als ..' und zwar in der schärfsten bezeichnung die möglich ist. noch kürzer und schärfer wird der vordersatz gefaszt durch das blosze part. praet. (gramm. 4, 909): kaum gesprochen, so geschah es. Herder Cid 54; kaum gesagt, da entflog zu dem binsigen sumpfe der knabe. Voss Luise 1, 210; kaum gesagt, so enteilte Marie, die geschäftige hausmagd. idyll. 13, 147; kaum gedacht, kaum gedacht, wird der lust ein end gemacht. W. Hauff. 6@ee) aber nóch einfacher wird in erregter und dichterischer rede die ganze periode gefaszt. in tiefster bewegung, mit aufhebung aller satzzeichen, jammert Gretchen: ich bin ach kaum alleine, ich wein, ich wein, ich weine, das herz zerbricht in mir. Göthe 12, 190, sobald ich nur allein bin, so weine ich, dasz u. s. w.; beinah ebenso kann der gemeine mann sagen: ich bin kaum alleine, kommt auch der störenfried schon. auch in des Epimenides erwachen einmal mit kahlem nachsatz und ohne die sonst dabei nötige umstellung: kaum ist ein groszes werk gethan, ein neues war (da war e. n.) schon ausgedacht. 13, 273. gewöhnlich tritt da und ein als band des nachsatzes: ich seh es kaum und das unglück ist geschehen, da war das unglück schon geschehen: kaum hat der vögel chor zu singen angefangen, und uns ist alle lust in lauter leid versetzt. Morhof ged. 203; kaum viermal hat der mond erneuert seinen schein, und sieht man wie der tod den lebensfaden schneide. 349. Im vordersatze tritt in gewissen fällen dürfen (d. i. brauchen) aushilflich ein: des kleinen wiege stand zu nacht an meinem bett, es durfte kaum sich regen, war ich erwacht. Göthe 12, 163, d. i. sobald es sich kaum regte, eigentlich: es brauchte sich beinahe nicht zu regen, noch ehe es sich wirklich regte. das ist volksmäsziges und hausdeutsch, z. b. von einem verzogenen kinde: er darf kaum lallen (oder winken u. ä.), wird ihm sein wunsch erfüllt. ebenso ich darf nur, blosz ... 6@ff) man hat ernstlich den versuch gemacht diesz kaum vollends zur conjunction zu erheben, so Hurter im leben k. Ferdinands II. 7, 233: kaum der herzog gestorben war, wurden die katholiken theils vertrieben theils mishandelt, und öfter daselbst; sagt man in Österreich so? den übergang dazu bildet kaum dasz .. für 'als kaum ..', manche andere conjunction ist nur durch ein solches ursprünglich verbindendes, dann übergangnes dasz dazu geworden, wie damit, nachdem, währenddem, trotzdem: kaum dasz der zofe hand den langen anputz endet ... so lächelt alles schon in ihrem angesicht. Zachariä verwandl. 3, 7; kaum dasz ich Bacchus den lustigen habe, kommt auch schon Amor der lächelnde knabe. Schiller 50b. 77) Dieses kaum dasz dient aber auch auszer solchem periodenbau, mit einer elliptischen wendung wie ähnlich nur dasz .., blosz dasz .. (2, 815), in dem kaum, nur ist dann ein ganzer gedanke, satz verborgen: ärmliche kleider, kaum dasz sie die blösze decken; kaum, dasz sich je ein paar also geliebet hat! Morhof ged. 208, das komma steht im druck: es ist kaum möglich, kaum dagewesen oder ähnlich; die zählte sie mit wenig freude und sprach: kaum dasz ichs dulden kann — bei allen weibchen die ich weide treff ich nur einen widder an. Hagedorn 3, 36; die sonne stieg indesz blutroth zum horizonte, kaum dasz ihr trüber stral auf Leipzig blicken konnte. Zachariä renomm. 6, 18, d. i. 'kaum so viel vermochte sie noch, dasz ...'; und kaum dasz sie zur zier dergleichen thut, als widerstände sie. Wieland 23, 259; kaum dasz er ganz von weiten, so viel ich mich erinnere, an einer einzigen stelle, auf seine liebe gegen die alte religion zielt. Lessing 3, 282; kaum dasz ich mich halte, nicht auffahre, zu dir hinrenne und mir deine einwilligung erzwinge. Göthe 18, 98; es ist sehr trübe, groszer lehrer, kaum dasz hie und da ein sternchen durchblinkt. 14, 133; kaum dasz er seinen triumph in gegenwart Ottiliens verbarg, so sprach er sich gegen Charlotten laut aus. 17, 299, das geht zugleich über in 'während er kaum (mit mühe, beinahe nicht) ...'; gewiss nicht. kaum dasz ich zweimal sie gesehn. Schiller 269b wie jauchzt meine seele und singet in sich! kaum dasz ichs verhehle, so glücklich bin ich. Eichendorff ged. 288; ich wäre um ein haar den berg hinab gekollert, kaum dasz ich noch in einen dornstrauch greifen konnte, geht über in 'wenn ich nicht noch .. hätte greifen können'; ich weisz nicht wie das stroh feuer gefangen hat, kaum dasz ein kleines fünkchen in die nähe hin flog; jetzt ist die luft milde wie im sommer, und kaum dasz hier und da ein regentag das wolkenlose blau des klaren himmels unterbricht. W. v. Humboldt an eine freundin 2, 96. diese wendungen gehören vorzugsweise der gesprochenen sprache an, sie haben etwas heftiges, die gemütsbewegung malend. Dann auch ohne dasz und satz: die wunde ist schlecht geheilt, er musz sich ängstlich in acht nehmen, kaum ein kleiner diätfehler und der schmerz ist wieder da; kaum ein schöner tag, so war er gleich von so schwüler hitze ... dasz sich ein gewitter zusammenzog und wieder kühle und regen herbeiführte. W. v. Humboldt a. a. o. 1, 362. 88) auch durch ellipse erklärt sich ein seltener gebrauch von kaum, wo es als 'doch wenigstens' auftritt und seine natur ganz zu verleugnen scheint. in Leipzig, Dresden, Bautzen sagt man ganz gewöhnlich: nein, nein, ich gehe gleich mit, da hab ich kaum das vergnügen deinen bruder kennen zu lernen; ich ärgere mich nicht über das regenwetter, da rück ich kaum mit meiner arbeit vor; lasz nur das alte haus einfallen, da musz er kaum ein neues bauen, da kann ers kaum nicht wieder flicken lassen. ebenso in Thüringen, Schlesien: gut, da brauch ichs kaum nicht zu sagen; wenn dus nicht nimmst, behalt ichs kaum. Weinhold 42b. schon Rädlein 529b nahm es auf, mit sternchen als dial. bezeichnet: kaum, dann, doch, z. b. so haben wir kaum noch eine kleine lust gehabt. bei schriftstellern ist es äuszerst selten; Gellert hat es aus dem munde eines bauern: er sagte dasz er einen kleinen sohn hätte .. der ihm des abends, wenn er von der arbeit käme .. etwas daraus vorlesen sollte (aus Gellerts fabeln), so würde er kaum nicht in die schenke gehen. briefe 1756 s. 133, 14. brief (werke 1840 3, 102, 1784 4, 129). es wird meist mit einem ganz besondern ton gesprochen; der fall ist allemal ein solcher dasz man sich in eine beschränkung, etwas unangenehmes, unerwartetes, neues zufrieden oder fröhlich schickt, indem man daraus einen andern auch nicht gehofften gewinn berechnet. das kaum enthält eine auslassung, eigentlich: mags immer regnen, da rück ich doch mit meiner arbeit vor, wozu ich ohne das kaum gekommen wäre; davon bleibt allein kaum und springt in den hauptsatz, wie partikeln und betheuerungen gern springen. sehr ähnlich, wo nicht gleich ist übrigens schon ein mhd. kûme, z. b. Parz. 433, 4 waʒ denne, belîbe ich kûme! d. i. offenbar: thut nichts, wenn ich nur eben noch bleiben kann, genauer: wenn ich zwar kaum, aber doch noch unterkommen finde. 99) blosz willkür ist es, wenn sich im 17. 18. jh. kaum als adj. gebraucht findet: mit kaumer (verdruckt kummer) noth Rädlein 529b, wie mit genauer noth; er kann mit kaumer noht die augen von ihr kehren, wenn über tisch er sitzt. Neumark lustw. 150, es ist das, wie wenn wir theilweise u. ä. jetzt als adjectiv brauchen.
30258 Zeichen · 540 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kaum

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Kaum , adv. mit Mühe, mit Anstrengung aller Kräfte. 1) Eigentlich, wo es doch nur gebraucht wird, wenn die angewandte Be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kaum

    Goethe-Wörterbuch

    kaum 1 als Vorstufe od Einschränkung einer Verneinung; oft zum Ausdruck einer Einstellung, Einschätzung, Vermutung uä a …

  3. modern
    Dialekt
    kaumAdv.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    kaum Adv. : 1. temp. a. kaum [verbr.], kaam (kām) [mancherorts], kumm (kum) [lothr. SWPf ( Keiper Nachl.)]. α. 'gerade e…

  4. Spezial
    kaum

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    kaum adv. 1 (wenig) apëna 2 (so gut wie nicht) gnanca 3 nia lere 4 (sicherlich) da laur, ri. ▬ sie kannte ihn kaum ara l…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaum

15 Bildungen · 15 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kaum‑ als Erstglied (15 von 15)

kaumererst

SHW

kaum-ererst Band 3, Spalte 1217-1218

Kaumäu

RhWB

kaum·aeu

Kau-mäu køydəmøy Rheinb-Altend Sg. t. m.: sinnloses Gerede, Quatsch.

Kaumagen

Meyers

kaum·agen

Kaumagen ( Proventriculus ), eine besondere Abteilung des Vorderdarmes bei Gliedertieren, worin die Nahrung durch feste Chitinplatten und-zä…

Kaumanes

RhWB

kaum·anes

Kau-manes køymā:nəs Köln , Bergh , Dür m.: einer, der die Worte langsam herausbringt.

Kaumeler

RhWB

kaum·e·ler

Kaumeler Zell-Sohren Sg. u. Pl. m.: unsittliche männl. Person.

kaumeln

RhWB

kaum·eln

kaumeln -ǫum- Daun , Aden schw.: heimlich beraten, bes. von jüdischen Händlern; se sen am k. — Abl.: die Kaumelerei, dat Gekaumel(s).

kaumet

DWB

kau·met

kaumet , erweiterung von kaum: es ist ein pompa draus worden und nur ein weltlicher schein kaumet überblieben. Luther 1, 187 b ; umb rechts …

kaumlich

DWB

kaum·lich

kaumlich , kaum mit neuer adverbialendung. Stieler 941 : ( büchlein ) also verzert, abgenützt ... das man kaumlich den anfang und das end am…

Kaumuskel

Campe

kau·muskel

Der Kaumuskel , des — s, Mz. die — n , in der Zergliederungkunst, ein Muskel, welcher beim Kauen besonders in Thätigkeit ist und den Unterki…

Kaumuskelnerve

Campe

kaumuskel·nerve

Der Kaumuskelnerve , des — n, Mz. die — n , in der Zergliederungskunst, ein aus dem obern Zweige des Unterkieferzweiges entstehender und zum…

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Cotta, M. (2026). „kaum". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kaum/dwb?formid=K02883
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Cotta, Marcel. „kaum". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kaum/dwb?formid=K02883. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kaum". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kaum/dwb?formid=K02883.
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