Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kamp stM.
2 ‘Webkamm’
3 ‘Kamm’ als Teil des Kopfes oder Nackens mancher Tiere (Hautlappen, Federschopf, Mähne o.ä.)
4 ‘Stielgerüst der Weintraube, an dem die Beeren hängen; Kamm, Rappe(n)’
5 ‘Schambereich’ (Schambein, -hügel?)
1 ‘Kamm’, Gerät mit Zinken zum Richten des Haares (auch zum Hochstecken bzw. als Haarschmuck): sô nimet er denne in sîne hant / zalrerst einen champ; / er rihtet daz sîn hâr, / ez sol ime ligen, daz ist wâr Messgebr 221; solen wir uns strelen off [kämmen oder] strichen, / dar moest ir uns den kamp richen KarlGalie 13675; sie nam ein gulden vorspan vor ir und gab es Lionel, das ers Lancelot gebe, und einen herlichen kamp, des zene irs hares vol steckten, und den gúrtel den sie umb hett mit dem bútel der dran was Lanc 442,7 u.ö. 2 ‘Webkamm’ vnd swer dekainen smalen kamben het, der sol in brechen oder brennen, oder in swes gewalt er vunden wirt oder dehainen valsche an der linwat begat, der sol oͮch zehen schillinge geben UrkCorp (WMU) 584,12; dir [Christus] wab [webte] ein cleit der frône geist / mit götelichen kammen / in der megde lîbe guot, / warf unde wevel [Aufzug (Kette) und Einschlag (Schuss) eines Gewebes] was ir muot KvWLd 1,28; KvWTurn 793 3 ‘Kamm’ als Teil des Kopfes oder Nackens mancher Tiere (Hautlappen, Federschopf, Mähne o.ä.): einen kamp hêt er als ein han Wig 5055; ez [Wiedehopf] ist ain schœner vogel und hât ainen vedreinen kamp auf dem haupt, den füert er sam ainen gekrœnten helm BdN 228,3. 198,5; er [der Drache] ist gekrœnt auf dem haupt nâch der grœzen seins leibes, reht als er ainen grôzen kamp hab ebd. 268,20. – (vor zorne) sînen ~ riuhen/ striuʒen/ strûben: der wart do als ein lamp / der von zorne sinen camp / hatte vor geruhit / dez menic tier in schuhit Martina 177,50; er [der Mensch] sich gein im [Gott] hiuzit [erdreistet] / vnd dicke torlich striuzit / gein sinem herren sinen kamp / als gein dem wolve tuot ein lamp ebd. 2,77; der dâ vor in lewen wîs / vor zorne strûbte sînen kamp, / der wart nû senfte als ein lamp StrKarl 4963 4 ‘Stielgerüst der Weintraube, an dem die Beeren hängen; Kamm, Rappe(n)’ man verbuͤtt auch allermengelich [...], daz nieman kein win machen sol mit keinem gemechde [Zutat] , noch groͤz noch klein, noch mit namen mit gebrantem wine, denne allein mit kemmen und mit bern WüP 98,5. 98,8 5 ‘Schambereich’ (Schambein, -hügel?): wenn man si [die Birne] in regenwazzer seudet und [...] si legt niden auf den kamp, dâ die rauhen püsche wachsent [ super pectinem ] , sô vertreibt si des leibes hinlauf, der dâ kümt von colera in dem leib BdN 340,26; pint ez [ ain pflaster ] auf die niern und auf den kamp, dâ daz püschel stêt ebd. 343,24
MWB 3,1 129,4; Bearbeiter: Richter