Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
innen
1.1 lokal ‘innen, im Inneren’
1.1.1 alleinstehend
1.1.2 in Verbindung mit anderen Adv.
1.2 vereinzelt ( Lanc ) direktional ‘herein, hinein’ (auch als trennbares Verbpräfix, vgl. în + Verb)
2 Präp.
2.1 mit Gen. ‘innerhalb, in’
2.1.1 lokal
2.1.2 temporal
2.1.3 in der temporalen Wendung innen dës (s.a. in dës in 2.1 , inner dës inner 3.2 und innewendic dës innewendic 3.2.1
2.1.3.1 adv., ‘währenddessen, unterdessen, zu dieser Zeit’
2.1.3.2 subjunktional, ‘während’ (vgl. in / în )
2.2 mit Dat. ‘innerhalb, in’
2.2.1 lokal
2.2.2 temporal
2.3 mit Instrumentalis in der temporalen Wendung innen diu
1 Adv. 1.1 lokal ‘innen, im Inneren’ 1.1.1 alleinstehend: dô sie dâvür [vor die Burg] quâmen / und niemen dâ vernâmen / ûf türmen noch ûf zinnen / noch in der veste innen, / sie dâhten, ez wære durch list getân ErnstD 2126; SAlex 1041; sint aber di naselocher innen heiz SalArz 40,38; der selbe turn innen / drilichiu gewelbe hât Flore (P) 4178. 4995. 4998; von den brunnen / die dare springent / vier ahe [Paradiesflüsse] innen / abe runnent VMos 6,3; ich kan niht komen hinnen. / maht du mich verbergen iender innen? KLD: UvL 40: 2,6; er chom nahtes dar mit der froͮwen chnehte vnd sparten die tuͤr innen vnd namen ab dem toten lichnamen dar er in gewunten was Konr 12,35. – truͦbe was ime sin muͦt – / mit lachenten ougen. / sines herzen tougen / newesse nieman innen Rol 2857; daz in diu himelische süeze / in dem herzen innen grüeze LvRegSyon 3379. – in Opposition zu ûʒen : [die Frucht] hat vzen ein herte rinde. innen hat ez samen SalArz 86,47; Rol 1965; ûzen an der mûre und innen / lît dâ hôher türne vil Wig 9901; UvZLanz 224. 7126; übertr.: si was reine uzen unde innen AvaLJ 2,4; diu wâren âne valsch geworht beidiu ûzzen und och innen SM: UvS 29: 2,3 (= Walth 31,5 ); ich sihe die bittern gallen mitten in dem honige sweben: / diu welt ist ûzen schœne, wîz, grüen und rôt, / und innan swarzer varwe, vinster sam der tôt Walth 124,38. 121,6; VRechte 508; auch zu bûʒen: daz din leben an sinem sine / reine buzen und innen schine HeslApk 4508. – in Opposition zu vor : die stige solt du verdurnen / innen unde vor Rab 287,2 1.1.2 in Verbindung mit anderen Adv.: – selten mit dâ(r) oder dare: wil du hie in dirre kemenât belîben, / [...] dar innen ich dich wol verhil KLD: UvL 40: 3,7; er sluͦc in mit dem swerte / uf ainen helm herten. / erne macht sin nicht gewinnen: / daz fiûr enzunte sich dar innen Rol 5078. – dort: ich enbeiß nie eßens noch trinckens dort innen Lanc 469,6; also bliben sie vor der brugken haltende, und das sie sehen wolten ob yemant dort innen herußkeme wiedder den sie sprechen mochten ebd. 449,36 u.ö. – hie: lieber vrvnt min, / [...] werbet mit sinnen, / hie ist vil binen innen ReinFu K,1548. – von: wan swer zer minnen tür în gât, / den man von innen niht în lât, / dazn ist der minnen niht gezalt, / wan daz ist valsch oder gewalt Tr 17002; zu der stunt da kam von innen aldar ein ebtißinne Lanc 14,34; er schrey lut uber alle die burgk, und die von innen lieffen zu yren wapen ebd. 8,10; als man sô gar von innen gelâzen ist Eckh 5: 283,9; in Opposition zu von ûʒen: von dem nützen lâzenne, daz man tuon sol von innen und von ûzen Eckh 5: 196,6; di da reiniget daz von vzzen ist des cheliches vnd der schüzzeln. aber von innen [ intus ] sit ir vol ravbes vnd vnreinicheit EvAug 57,21 1.2 vereinzelt ( Lanc ) direktional ‘herein, hinein’ (auch als trennbares Verbpräfix, vgl. în + Verb): die jungfrau stieß das heubt innen, die frau gab der jungfrauwen das liecht in ir hant Lanc 253,6 2 Präp. 2.1 mit Gen. ‘innerhalb, in’ 2.1.1 lokal: ob ich innan landez vervar in sehs milen UrkCorp 2857,16 2.1.2 temporal: von vnsers herren gebûrtlichem tâge tusent zwaihundert vnde fierzech iâr jnnan hoͮwotse [d.i. höuwetes, ‘Juli’ ] an sante Jacobes tâge sæiliche UrkCorp 7,12 2.1.3 in der temporalen Wendung innen dës (s.a. in dës → in 2.1, inner dës → inner 3.2 und innewendic dës → innewendic 3.2.1 2.1.3.1 adv., ‘währenddessen, unterdessen, zu dieser Zeit’ der drit nutz waz, do ich dar an gedahte, daz mir der hýmel offen wart und ich dez gewisse waz, waͤre ich innen dez tot, daz ich ân underlaz ze hýmel komen waͤre PrGeorg 338,29; und was im die frauwe von Tamelirde so lieb worden innendes das er synes rechten wibes ein gut teil da mit vergaß Lanc 522,11 – auch satzeinleitend: nune wessen die gesellen wer / under dem gezelte lac. / innen des entweich der tac / der naht mit sînem glaste Wig 3313; Wh 87,9; UvZLanz 1990; Parz 555,18 2.1.3.2 subjunktional, ‘während’ (vgl. in /în ): 2.1.3.2.1 allein die subjunktionale Funktion tragend: daz [Pferd] dort von Gâwâne gienc, / innen des er Meljanzen vienc Parz 389,28. 260,16; Wh 175,18 2.1.3.2.2 zusammen mit dô (... dô), sô (... sô) und unde: innen des dô er az, / kom ein maget rîche Wig 1719; innen des dô Dârîus / enphie die selben brieve alsus / [...] / dô kam ein bote sâ zestunt RvEAlex 4493; UvZLanz 1357. – innân des sô ditz geschiet / und in daz mære wol behaget, / sô sehents eine schœne maget UvZLanz 4674. – innen des unt diu mennischeit erstarp, / diu gotheit ir daz leben erwarp Wh 219,29 2.2 mit Dat. ‘innerhalb, in’ 2.2.1 lokal: dar nâch îlten die verzern / mit roube und ouch mit brande / die stete in dem lande / innen zwênzec mîlen Flore (S) 387; Lancelot, der innen dem thorn ist Lanc 449,3. 629,2 2.2.2 temporal: innen disen drîzec tagen Tr 8810. 10504; das er in des konig Artus hof nit komen solt innen dem tag den sie im macht Lanc 638,19 2.3 mit Instrumentalis in der temporalen Wendung innen diu: Emmor dare chom, begunde der tohter bitten. / innen diu chômen die sune Gen 1607; er sprach: " [...] ich chom umbe daz, daz daz israheliske liut da verlorn was!" / innen diu daz wip vur in gie AvaLJ 71,5
MWB 2 1917,35; Bearbeiterin: Baumgarte