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Hünkel

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Hünkel

Bd. 3, Sp. 984
Hünkel n.: 1. hiŋgəl [-ī- Simm-Laufersw] Sg. u. Pl. nach Wk. III 24 bis einschl. Saarbr-Kreuzgraben, Saarl-Friedrichsw Differten Wadgassen Bous Ensd Hostenb Schaffhsn Hülsw Saarwelling Fahlschd Landsw, Ottw-Steinb Hasborn (u. hūn), Trier-Otzenhsn Neuhütten Züsch Dammflos, Bernk-Dhronecken Bäsch Thalfang Allenb Wierschw Bruchw Schauren Stipshsn Hochschd Crummenau, Zell-Hirschf Büchenbeuren Sohren Würrich Altlay Rödelhsn, Simm-Buch Mörz Belth, Goar-Pfalzf Leining, dann die Rheinorte bis Brey [Kobl-Horchh Vallendar Mallendar h. neben hō:n]; in Neuw-Engers Heddersd -i-; Neuw-Dierd -E:- [sonst hat der rhein. Teil des Westerw Huhn]. a. das voll ausgewachsene, Eier legende Huhn [das Wort Huhn fehlt diesem Geb.]; H. fisele abtasten nach Eiern Wend-Leitersw; beim Bopparder Nachbarschaftsfest (Orgelbornerkirmes) wird ein H., das seine Eier verlegt, zum Tode verurteilt u. auf dem Anger dot geschlahn; dem der Schlag glückt, ist der H.könig. RA. (s. bei Huhn, die dort als allg. angegebenen auch bei H.): Gäns, wo schleife, Med (Mädchen), wo peife, H., wo krehe, de soll mer gleich de Häls erumdrehe Meis. Es H. mirem (mit dem) rore Kopp, dat let (legt) de dickschte Eier Wend-Dörrenb. Dar es e H., dat gäckst, awer net let eine Frau, die keine Kinder mehr bekommt. Die H., die viel gackele, leə Eier Allg. Jung H. leə die Eier, un alde Kih gen die Milch Allg. E gescheid H. let ach mol newert Nist (in die Brennessele) Allg. Dem sei H. leə zweimol de Dag un gen noch die Kaffimilch so verspottet man den überklugen Menschen Simm-Laub. Uns H. muss mer besser uf die Schwänz kloppe, se leə net richtig Allg. Die H., wo's grescht (grösste) Gekräsch (Gekreische) mache, leə die wenigste Eier Allg. E geht erim, dat mer mänt, die H. här em det Brot gehult Allg. Er stiehlt so hurdig, wie e H. Gerscht peckt Bernk-Hottenb. Gehe ich mit? Antw.: Jo, wann die H. die Dreck gefresst han Ottw-Wiebelsk. Schreib et in de Schorschte, dat die H. et nit auskratze! Allg. Er schreibt, mer mänt, do här e H. gekratzt Allg. De (Schwächling) hot nore Kraft, um e H. uf die Bankkist ze hiwe Simm-Laub. Wenn de äm (einem) in de Hub (Hof) eninguckt, do frecke die H. Simm-Laub. De hot ach H. mehr dot getret der spät nach Hause kommt Simm. Der Ängstliche geht mer em Stecke bei e freckt (dot) H. Allg. De duht käm dore H. ebbes Allg. — Vergleiche. So dumm wie e H. Allg.; so dull wie e H. schwindlig Simm, Goar; de fihrt sich of wie e doll H. Zell-Pünderich; de geht erim wie e brihig H. Allg.; verrickt wie e br. H. mannstoll Meis-Merxh; so ängstlich wie e verscheicht H. Nahe; e isst be e H. May-Ruitsch; e hot e Stimm wie e H. Ottw-Wemmetsw; er läft (läuft) wie e scheel H. Simm-Sargenr; de geht dorum wie e dot H. Kreuzn-Münchwald; dronke (schwindlig) wie e H. Wend, Birkf, Kreuzn; der hot meh Stange wie H. grosse Pläne, aber keine Mittel Kreuzn, Simm. — Kinderld. Heio, bobeio, schla's H.che dot, es let mer Eier un frisst mer mei Brot (do ropp ich dem H.che sei Fererche aus un mach meim Kindche e Bettche doraus) Allg. — b. übertr. e dumm (doll, verricktes) H. dummes (tolles, geckes) Weib; en verkaltes H. den es immer fröstelt Allg.; e schneeblind H. wer aus Dummheit nicht recht sieht Simm-Laub. — 2. hiŋgəlχə im Geb. von H. 1; dann hiŋgəl, meist -e- Pl. wie Sg. u. -əln [Sg. -ələn Bernk-Neumag], gern -əlχə(n) Verbr. nach Wk. Küken an der Saar, im Hochw, im Geb. südl. der Mos u. an der Mos, wo für H. 1 Huhn gilt; n. der Mos bis einschl. Malm-Amel Manderf, Daun-Hillesh, Aden-Stdt Kaltenborn Leimb Herschb Blasw Schalkenb, Ahrw-Königsf NZissen NBreisig, rrhn. (etwas mehr stromaufwärts beginnend) bis einschl. Neuw-Irlich Rengsd Puderb NWamb, Altk-Almersb Altenk Hilgenr Hamm (in Altk-Birken Wissen Neuhöhe neben Küchelche) Formen, deren Vokal noch deutlich dem ahd. huoniclin entspricht, u. zwar hī:ŋkəl (-e·i.- Saarbg-Faha) Bitb, SPrüm; -ē:- Wittl, Koch, Daun (bis zur Entrundungsl.); -:- May, Aden, NDaun, Malm, Ahrw (s. Grenze oben) [dazu einige MA. mit -n-losen Formen, u. zwar hē:kəl Wittl-Cröv, Bitb-Neidenb Wolsf; -ī:- Prüm-Brandschd Elchr; -:- Aden-Blasw Rodder, Malm-Vith, Ahrw-Hönning; -ø- Ahrw-NBreisig]; rrhn. in Neuw (entrundend) hE:ŋgəl, dann --, –:-, wie auch in dem südöstl. Teil von Altk; zur Sieg hin aber -ø-, –y-, wie auch das Siegld -e-, –ø-, –y- [-o- Siegld-Kredenb; -ō- Siegld-Freudenbg] aufweist [hE:gəl Neuw-Puderb; -ē- Siegld-Rinsd] [abseits hiŋkəlχən nur übertr. kleine Frau oSülzt; gebratenes Küchlein Aach-Ld 1836; høŋkəl junges Huhn Dinsl-Aldenr, -y- Barm]. a. das Küken, solange es noch des Schutzes der Henne bedarf (dann Püll, dann Huhn); s. Wk. Küken; de Gluck het veier H.(n); us Gl. hat acht H.(ə) ausbracht. RA.: En Goddes Name, zwelf H.ə on ene Hahn! Kobl-Bend. Hoste de zähn gespränkelde Hähnkele net gesehn? so verspottet man die MA. derer von Koch-Bruttig, die E bevorzugen. Dat H. is gescheider als de Klucks Neuw-Rengsd. Hal dei Maul, bes et H. kräht! Neuw-Elgert. Do hat och es (einmal) e blend H. en Erbes funn Wittl-Cröv. He bessert sech wie Klörn Hand; erscht fresst he det H. on da de Klucke. Hisch, drett de H.cher net dut! zu einem Spätaufsteher Prüm-Mürlenb. Ich gen doll (schwindelig) wie en H. Koch-Bremm, Bernk-Neumag; esu krank wie en H. Bitb; he kollert op der Stross wie e kr. H. Saarbg-Beurig; su voll (besoff) we en H. uSaar, Wittl, Bitb; dronke wie en H. Prüm-Mürlenb; so nass wie en H. Trier-Mehring; scheel wie en H. Bitb-Hütting; den hat en Otem (Atem) wie en H. einen kurzen A. Prüm-Ihren; de left (lebt) wie die H. im Scheissdreck Bernk. — b. übertr. α. persönl. Hinkelche Kosew. für kleines Kind Trier-Mettnich Mühlf; Schmeichelkätzchen May-Wierschem. — β. Hönkel ohne Grund ängstlicher Mensch, bes. Weib May, Neuw-Rodenb. — γ. Hinkelchen kleine Frau (nur diese Bed.) oSülzt. — δ. einfältiges Weib; auch domm H.; übermütiges, mannstolles W., auch doll (verrickt, geckig) H.; en orm H. bedauernswertes W. Allg.; vergastert (-geistert) H. ängstliches W. Kobl-Winning; dab H. tauber Mensch Kreuzn. — c. sachl. α. in der Birne es e H. dren Edelfäule Neuw, Altk, Siegld, Ahrw-Hönning, — β. H.cher Kiefernäpfel, Tannenzapfen Kreuzn-Bockenau Eckw Winterb Ippenschd, Daun-OBetting. — γ. Butterweck in Form eines Kükens May. — δ. Strudel im fliessenden Wasser Wend-Reichenb. — ε. das Weib hat e H. ist stolz, putzsüchtig Saarl-Piesb.
6406 Zeichen · 188 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hünkelstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    hünkel stn. s. huoniclîn.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    hünkeln.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    hünkel , n. junges huhn; ahd. huonichli, huonichlîn ( alemannisch, fränkisch ), mit doppeltem verkleinerungssuffix ( ver…

  3. modern
    Dialekt
    Hünkel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Hünkel [Hìkl Obgericht Saarunion Büst Dehli. ; Hìkələ Tieffenb. ; Hekl Wh. Lorenzen ] n. Hühnchen, Küchlein. — Hess. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit huenkel

143 Bildungen · 143 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von huenkel 2 Komponenten

huen+kel

huenkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

huenkel‑ als Erstglied (30 von 143)

Hünkelbē²n

WWB

huenkel·ben

Hünkel-bē²n n. [ Min Ravensbg Lippe] Kerngehäuse von Apfel oder Birne. ⟨ Hünkel - [verstr.], Hunkel - [ Bie Lippe] ⟩

hünkeldieb

DWB

huenkel·dieb

hünkeldieb , m. habicht: gesetzt aber, der habicht oder hünkeldieb käme über die hüner. Hätt-gern don Iro 208 . im stift Hersfeld heiszt der…

hünkelig

RhWBN

hünkelig Adj.: 1. b. edelfaul, von der Birne, s. Wk. N 5 (bauchsiech).

Hünkelken

WWB

huen·kelken

Hünkelken n. junges Hühnchen, Küken ( Wal Bh). ¶ RhWb 3,984: Hünkel . — Vgl.→ Hinkel .

Hünkel(s)auge

PfWB

huenkel·sauge

Hünkel(s)-auge n. : = Hühnerauge , Hinkelaa, Pl. -aache [mancherorts mittl. VPf], Hinkelsaa, Pl. -aae [ KU-Reichsth KB-Bubh ], -au, Pl. -aue…

Hünkel(s)balken

PfWB

huenkels·balken

Hünkel(s)-balken m. : = Hünkelsstange , Hinkelsbalke [ KL-Stelzbg Mölschb ]; vgl. Hühnerbalken . Südhess. III 819 ; Rhein. III 987 . —

Hünkel(s)bein

PfWB

huenkels·bein

Hünkel(s)-bein n. : 'Hühnerbein', -bääⁿ [ KL-Lind ]. Südhess. III 819 ; Rhein. III 987 . —

Hünkel(s)braten

PfWB

huenkels·braten

Hünkel(s)-braten m. : = Hühnerbraten , Hinkel(s)broode, -broore [mancherorts WPf LA-Gommh]. Südhess. III 819/20 . —

Hünkelsbröckelchen

RhWB

Hünkels-bröckelchen -ę- Allg. Pl.: Br., wie man sie den Hühnern hinstreut. RA.: Et Kind micht H.cher es zerbröckelt das Brot, matscht in den…

Hünkel(s)brühe

PfWB

huenkels·bruehe

Hünkel(s)-brühe f. : 'Hühnerbrühe', Hinkelsbrih [ZW-L'wied KB-Bubh vereinzelt nördl VPf]. Südhess. III 820 . —

Hünkel(s)brust

PfWB

huenkels·brust

Hünkel(s)-brust f. : 1. = Hühnerbrust , Hinkelbruscht [vereinzelt mittl. VPf], -brischtche [ ZW-Gr'bundb LU-Oggh ], -brischdel [vereinzelt m…

Hünkel(s)darm

PfWB

huenkels·darm

Hünkel(s)-darm m. : 1. 'Vogelmiere (Stellaria media)', Hinkeldaaʳm [nördl. u. mittl. VPf Lambert Penns 81], Hinkels- [mancherorts WPf NPf nö…

Hünkel(s)dieb

PfWB

huenkels·dieb

Hünkel(s)-dieb m. : = Hühnerdieb 1, Hinkel(s)dieb [verbr.]. RA.: Er guckt unner sich (unne raus, schleicht dohin, schämt sich) wie e H. [ver…

Hünkel(s)dreck

PfWB

huenkels·dreck

Hünkel(s)-dreck m. : = Hühnerdreck , Hinkeldreck [vereinzelt NPf mancherorts nördl. u. mittl. VPf Lambert Penns 81], Hinkels- [verbr. WPf SW…

Hünkel(s)drecker

PfWB

huenkels·drecker

Hünkel(s)-drecker m. : 'einzelner Kotballen von Hühnern', Hinkelsdreckeʳ [ KU-Kaulb RO-Odh ]. Südhess. III 821 . —

Hünkel(s)ei

PfWB

huenkel·sei

Hünkel(s)-ei n. : = Hühnerei , Hinkelaai [vereinzelt], Hinkels- [mancherorts]; daawes H. 'unbefruchtetes H.' [ WD-Niedkch KL-Alsbn ]; Schlou…

Hünkel(s)feder

PfWB

huenkels·feder

Hünkel(s)-feder f. : = Hühnerfeder , Hinkelferreʳ [ ZW-Bechhf NW-Kallstdt ], Hinkelsfeddeʳ [ LU-Friesh ], -ferreʳ [ KL-Wörsb Lind ], -felleʳ…