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Hobel

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Hobel

Bd. 9, Sp. 391
Hobel, Werkzeug zum Formen und Glätten ebener oder gekrümmter Flächen durch Abnahme von Spänen (Hobeln), wird auf Holz, Metall etc. angewendet. Der H. besteht (Fig. 1) aus dem Hobelkasten k mit dem Griff r und dem Hobeleisen m. Ersterer ist ein massives Stück hartes Holz, dessen Sohle a b auf dem Arbeitsstück hingleitet und verschieden gestaltet, auch wohl mit einer Metallplatte belegt ist. Das aus Stahl oder aus mit Stahl belegtem Schmiedeeisen hergestellte, einseitig angeschliffene Hobeleisen steckt in der Mitte des Kastens, in dem Keilloch s, und ragt mit dem scharf geschliffenen untern Ende ein wenig über die Sohle hervor, so daß es bei der Bewegung des Hobels von der Holzfläche einen dünnen, langen Hobelspan abschneidet. Es liegt so in dem Kasten durch den Keil i fest, daß die Zuschärfungsfläche nach hinten gekehrt, und daß es gegen die Sohle unter einem Winkel von 45° geneigt ist. Der Schrobhobel (Schropp-, Schrupp-, Schrot-, Schärf-, Schurfhobel) soll durch Abnahme dicker Späne die Arbeit schneller fördern und hat demgemäß nur ein 24 bis 36 mm breites Eisen mit krummer Schneide. Der Schlichthobel mit etwa 50 mm breiter, geradliniger Schneide dient zum Ebnen (Schlichten); damit das Holz nicht einreißt, befestigt man auf der gewöhnlichen, von der Rückseite zugeschärften Klinge m (Fig. 2) mittels einer Schraube 8´ mit Mutter e noch eine Stahlplatte (Deckel, Deckplatte, Klappe) s d, gegen die der Hobelspan im Augenblick des Entstehens stößt, so daß er zerknickt (Doppelhobel, Doppeleisen). Je länger der H. ist, um so sicherer erhält man damit eine ebene Fläche. Daher benutzt man oft die 60–75 cm lange und 75 mm breite Rauhbank. Mit der Fügebank oder Fugbank werden lange Bretter an den Kanten gerade gehobelt (gefügt), zu deren sicherer Führung an den beiden Rändern ihrer Sohle niedrige, schmale Leisten hinlaufen. Zum Einhobeln von Vertiefungen dient der Simshobel (Gesimshobel), dessen Eisen die ganze Sohlenbreite einnimmt. Mit dem Falzhobel hobelt man an der Kante eines Arbeitsstückes einen rechten Winkel vertieft aus. Der Falzhobel hat eine nach unten vorstehende Leiste (Anschlag), die längs der einen Kante der Sohle hinläuft und beim stellbaren Falzhobel verstellbar ist, so daß breitere und schmälere Falze ausgehobelt werden können. Um einen schon vorhandenen Falz zu verbreitern, benutzt man den seitwärts schneidenden Sim s- oder Falzhobel, auch den Wangen- oder Wandhobet, bei dem der Querschnitt des Kastens und die Fläche des Eisens die Gestalt eines liegenden T (-) haben. Der Zahnhobel, dessen beinahe rechtwinklig zur Sohle stehendes Eisen statt der Schneide eine Reihe seiner, spitziger Zähne besitzt, dient statt des Schrobhobels zur Bearbeitung harter und unregelmäßig gewachsener Hölzer (Maserholz) sowie zum Rauhen von Holzflächen, die zusammengeleimt oder furniert werden sollen. Rundhobel haben Eisen mit konkaver Schneide. Für konkave Flächen dienen die Schiffshobel, deren Sohle der Länge nach konvex gerundet, der Breite nach gerade ist, und der runde H. mit gerader, der Breite nach zylindrisch gewölbter Sohle und Eisen mit bogenförmiger Schneide zur Ausarbeitung langer, rinnenartiger Höhlungen. Zur Ausarbeitung von Gesims- und Leistenwerk dient eine größere Sammlung von Hobeln (Kehl-, Karnies-, Stab-, Hohlkehl-, Fenstersprossen-, Profilhobel), die zusammen das Kehlzeug genannt werden, profilierte Eisen besitzen und zum Arbeiten auf Querholz mit Vorschneidzahn versehen sind. Die Plattbank (Plattenhobel) erzeugt die rings um die Füllung von Türen angebrachten Platten. Bei Holzverbindungen werden vielfach besondere H. benutzt: Spundhobel für Verbindung auf Nute und Feder, paarweise zusammengehörend, nämlich ein Nuthobel und ein Federhobel. Bei ersterm ist das Eisen nur so breit wie die Nute, an dem Federhobel ist das Eisen gabelartig in zwei gerade Schneiden geteilt, die zwischen sich den Spund stehen lassen. Der Grundhobel ebnet bei Verbindungen auf den Grat mit dem Grundeisen das Innere der mit der Gratsäge gebildeten Vertiefung; das Eisen ist L-förmig, mit der Schneide an der wagerechten Seite. Grathobel zur Herstellung einer dreiseitigen, spitzwinkligen Furche. Die Sohle dieses Hobels ist der Breite nach abgedacht und mit einem Vorschneidzahn versehen, der die Fasern quer durchschneidet. Bei den amerikanischen Hobeln besteht auch der Kasten aus Eisen und trägt inwendig eine Einrichtung, die eine sehr seine und feste Einstellung des Eisens gestattet und als Grundlage die durch Fig. 3 vor Augen geführte Konstruktion hat. Auf der eisernen Sohle s s sitzen nebst den Griffen a und b das eiserne Winkelstück c zur Aufnahme des Doppeleisens 4 und verschiebbar festgestellt durch Schrauben e. Zum Festhalten des Eisens dient die um die Schraube t drehbare und abnehmbare Klappe g g, die durch einen Exzenter i mit Griff h gegen den untern Teil des Eisens gedrückt wird. Die Einstellung des Eisens erfolgt von einem Hebel n, der mit einem Ende in einen Schlitz des Eisens greift und mit dem andern Ende durch die Mutter m angezogen wird. Der H. findet bei Metallen namentlich Anwendung zum Abhobeln der Zinntafeln, aus denen die Orgelpfeifen erzeugt werden, und zum Bestoßen und Facettieren der Stereotypplatten und Galvanos und hat hier die Form des Schlichthobels mit schwerem, eisernem Kasten. Vgl. Hobelmaschinen.
5343 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HOBELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    HOBEL stm. decke, deckel. vgl. engl. hovel nhd. hütte, obdach. H. zeitschr. 5,220. 178. hobelwagen, kobelwagen Frisch 1,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hobel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Hobel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Werkzeug zum Hauen, d. i. stoßend Schneiden, verschiedener Handwerker. 1) De…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hobel

    Goethe-Wörterbuch

    Hobel als (typisches) Tischlerwerkzeug, auch als Inbegriff prakt Tätigkeit [ gegen den Hallenser Philosophieprof CHJakob…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hobel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Hobel , bekanntes Werkzeug der Tischler und Metallarbeiter, zum Ebnen und Zurichten des Materials bestimmt, deßwegen von…

  5. modern
    Dialekt
    Hobel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Hobel [Hópl Olti. ; Hówl Steinb. Hattst. Su. Osenb. Banzenh. Ruf. ; Hòwl Co. U. W.; Pl. Héwl Su. ; Hòwlə U.; Hòwələ Lütz…

  6. Sprichwörter
    Hobel

    Wander (Sprichwörter)

    Hobel 1. Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben. – Simrock, 4784; Braun, I, 1404. Die Arbeit wird sonst zu grob. 2…

  7. Spezial
    Hobel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ho|bel m. (-s,-) plana (planes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hobel

107 Bildungen · 44 Erstglied · 62 Zweitglied · 1 Ableitungen

hobel‑ als Erstglied (30 von 44)

Hobelbank

SHW

Hobel-bank Band 3, Spalte 619-620

Hobelspan

SHW

Hobel-span Band 3, Spalte 619-620

hobelbank

DWB

hobel·bank

hobelbank , f. bank auf der das zu hobelnde holz befestigt wird: dolatorium hobelbank Dief. 189 b ; hobelbanke tabula scrinaria Steinbach 1,…

hobelbinde

DWB

hobel·binde

hobelbinde , f. eine binde des wundarztes von schneckenförmiger anlegung, auch spiralbinde. Jacobsson 6, 89 a .

hobeldecke

DWB

hobel·decke

hobeldecke , f. decke über einen wagen ( vergl. das letzte hobel no. 2): hobeldeck, pabo, est tectura curri, bige et navis. voc. inc. theut.…

hobeleisen

DWB

hobel·eisen

hobeleisen , n. das schneidende eisen des hobels. Jacobsson 2, 267 b : die hobelmaschine von Gerard in Paris besteht aus einer senkrechten s…

hobelförmig

DWB

hobel·foermig

hobelförmig , adj. von der form eines hobels. hobelförmiges blatt nennt der gärtner ein blatt, welches zusammengedrückt, rundlich, auswärts …

Hobelkasten

Campe

hobel·kasten

Der Hobelkasten , des — s , d. Mz . w. d. Ez. bei den Buchbindern, ein Kasten, in welchen die Papierspäne beim Beschneiden der Bücher fallen…

Hobelkeil

RhWB

hobel·keil

Hobel-keil (s. S.) Allg. m.: K., mit dem das H.messer festgekeilt wird.

hobelklinge

DWB

hobel·klinge

hobelklinge , f. das schneidende eisen am hobel: hobelklinge mêche Rondeau 312 .

Hobelmaschinen

Meyers

hobel·maschinen

Hobelmaschinen (hierzu Tafel »Hobelmaschinen« mit Text), Werkzeugmaschinen zum Bearbeiten von Metall und Holz. Bei den Metallhobelmaschinen …

Hobelnase

PfWB

hobel·nase

Hobel-nase f. : 'der gekrümmte Handgriff am Hobel 1 1', Howwelnas [ GH-Zeisk ]. —

Hobelspäne

Meyers

hobel·spaene

Hobelspäne , von Buchenholz, werden in der Schnellessigfabrikation zum Füllen der Essigbildner angewendet; auch hat man H. zum Verpacken der…

Hobelspän(en)

ElsWB

hobel·spaenen

Hobelspän(e n ) [Hòwlpán m. Pl. O.; –pánə f. Pl. U., –pǽnə Str. , selten Sing. Hòwlpán f. U. ] 1. Hobelspäne, Abfall beim Hobeln. ‘Howel…

hobel als Zweitglied (30 von 62)

Argleⁿhobel

Idiotikon

Argleⁿhobel Band 2, Spalte 946 Argleⁿhobel 2,946

bârhobel

MWB

bârhobel stM. ‘Bahrtuch’, Tuch oder Fell zur Bedeckung des Leichnams: abe im zarter den überdon / unde warf den barhobel dan Serv 3421 MWB 1…

bārhobel

KöblerMhd

bār·hobel

bārhobel , st. M. nhd. Bahrdeckel, Bahrtuch, Tuch zum Bedecken des Leichnams Q.: Serv (um 1190) E.: s. bār, hobel W.: nhd. DW- L.: Lexer 10a…

Chabishobel

Idiotikon

Chabishobel Band 2, Spalte 946 Chabishobel 2,946

Chabisschnëtzhobel

Idiotikon

Chabisschnëtzhobel Band 2, Spalte 947 Chabisschnëtzhobel 2,947

Chetschhobel

Idiotikon

Chetschhobel Band 2, Spalte 946 Chetschhobel -ä- 2,946

Chäm(b)hobel

Idiotikon

Chäm(b)hobel Band 2, Spalte 946 Chäm(b)hobel 2,946

Chötschhobel

Idiotikon

Chötschhobel Band 2, Spalte 946 Chötschhobel 2,946

Falzhobel

Adelung

falz·hobel

Der Falzhobel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Holzarbeitern, ein Hobel, Falze, d. i. Rinnen, Hohlkehlen damit zu verfertigen.

fügehobel

DWB

fuege·hobel

fügehobel , m. bei den tischlern oder schreinern ein von zwei personen geführter hobel, die falze, fugen und nuthen an den durch dieselben »…

Fëdere(n)hobel

Idiotikon

Fëdere(n)hobel Band 2, Spalte 946 Fëdere(n)hobel 2,946

gärbehobel

DWB

gaerbe·hobel

gärbehobel , m. beim böttcher, hobel womit sie die fässer inwendig, an den böden, wo die kimme eingestrichen werden soll, rund hobeln. Adelu…

galgenhobel

DWB

galgen·hobel

galgenhobel , m. galgenstrick, galgenschwengel: ainer hiesz Wolfgang Strobel, ain pöser galgenhobel. Beheim Wiener 7, 28 . eig. von dem stra…

gehrhobel

DWB

gehrhobel , m. bei tischlern, hobel zum herstellen der gehrung. Adelung ; s. unter gehren 4, d.

gesimshobel

DWB

gesims·hobel

gesimshobel , m. wie simshobel, ein hobel der tischler, mit dem an einer falze ein kleines gesimse ausgestoszen wird Jacobsson 2, 71 b .

glatthobel

DWB

glatt·hobel

glatthobel , m. , seltener auch glätthobel in anlehnung an die gebräuchliche bildungsweise verwandter zusammensetzungen, der ' schlichthobel…

Grathhobel

Adelung

grath·hobel

Der Grathhobel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Tischlern, ein Hobel, dessen Eisen an der Seite der Schneide mit einem halben Schwalben…

grundhobel

DWB

grund·hobel

grundhobel , m. 'gr., wird bey den tischern ( tischlern ) gebraucht, wenn in der mitte des holtzes etwas tief gestoszen oder gegründet wird …

harthobel

DWB

hart·hobel

harthobel , m. hobel für hartes holz, wegen des steilstehenden hobeleisens auch steilhobel. Jacobsson 2, 223 a .

Karnīeß-Hobel

Adelung

karniess·hobel

Der Karnīeß-Hobel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Tischlern, ein Hobel mit einer Schneide von zwey gegen einander gewandten Bogen, Kar…

kehlhobel

DWB

kehl·hobel

kehlhobel , m. dolabra cymaea Stieler 914 , bei tischlern, glasern, ein hobel zum aushobeln der hohlkehlen, kehlstosz. auch umfassender mit …

krauthobel

DWB

kraut·hobel

krauthobel , m. wie krauteisen, zum hobeln des sauerkrauts hauptsächlich. Adelung , Frisch, Schm. 3, 664 .

leistenhobel

DWB

leisten·hobel

leistenhobel , m. hobel zur anfertigung einer leiste, planula ad formandos limbos adglutinatos. Frisch 1, 604 c .

nuthhobel

DWB

nuth·hobel

nuthhobel , m. hobel zum ausstoszen der nuthen Jacobsson 3, 150 b . Eggers 2, 284 .

Obgenthobel

Idiotikon

Obgenthobel Band 2, Spalte 946 Obgenthobel 2,946

Rauhhobel

Adelung

rauh·hobel

Der Rauhhobel , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Tischlern, ein Hobel, das Gröbste oder Rauheste von dem Holze wegzubringen, der Schropph…

Ableitungen von hobel (1 von 1)

behobelung

DWB

behobelung , f. o du hockst wol zu tisch. das macht ich hab auch auf der rebleut stub zu Bennfeld promoviert. ja mit bestoszung und behobelu…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hobel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hobel/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „hobel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hobel/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hobel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hobel/meyers.
BibTeX
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