Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
hemmen swV.
2 einen ze einem ‘jmdn. an jmdm. fesseln’
1 ‘etw./jmdn. hemmen, hindern, aufhalten’ gras, wie bist verslemmet! / din grune ist gehemmet. / wer spiset nu alle tier [...] ? Daniel 2682; si werden grulich gehemmyt / und zu tode gar geclemmyt / in der gerichte phorten Hiob 1765; dâwidir [ unkûsche ] doch mit allir craft / der reine gotis degin vacht, / daz vleisch mit hungir clemminde / und manchirwîs ôt hemminde NvJer 18841; – subst.: diz hemmin alsô swinde, / mûhe unde hungirnôt / dem vorgenantin hûse bôt NvJer 14000. – ir hemmen und ir keren, bezogen auf den Lauf der Planeten (vgl. ZfdA 75 (1938), 22f.: hemmen zu lat. morari, kêren zu lat. retrorsus aufugere): ich han geechset [mit einer Achse versehen] allen speren [Himmelssphären] / beide ir hemmen und ir keren Frl 1:17,27; wer machet alle speren, / ir hemmen und ir keren / zwuschen den zween achsen smoltz / an den der himel sunder holtz / loufet und doch stille stat / und von steten nicht ingat? Hiob 3192. 78 2 einen ze einem ~ ‘jmdn. an jmdm. fesseln’ dar umb so tut mich hemmen / leit zu im gar vesticlich Minneb 5088
MWB 2 1355,17; Bearbeiterin: Herbers