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heit

ahd. bis Dial. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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28 in 19 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

heit

Bd. 10, Sp. 919
heit, feminine endung für die bildung abstracter substantive aus substantiven, adjectiven und participien. Es war früher ein selbständiges wort, masculinen geschlechts: goth. haidus art, weise (Phil. 1, 18. 2 Tim. 3, 8), genau entsprechend dem sanskr. kêtu-s erscheinung, bild, gestalt, würde, hervorragende person (Böhtl. - Roth 2, 424); alts. hêd stand, würde; ags. hâd persona, sexus, ordo, genus, species, modus (Grein 2, 3); altnord. heiðr honor, dignitas; ahd. heit in demselben sinne. auch mhd. lebt das wort selbständig weiter, jedoch als fem. in der bedeutung art, beschaffenheit, weise (mhd. wb. 1, 656b; Lexer 1, 1224): daʒ kinne (Jesu) und ouch ein teil der wangen het ein schœner bart bevangen, der was brûn unde reit, ze mâʒen lanc in schœner heit. Br. Philipps Marienleben 5055. der allgemeine sinn des wortes läszt dasselbe gern als zweites glied von compositen verwendet werden, es dient, wie die fast gleichbedeutenden subst. ahd. tuom, und ahd. scaf modus für zustandsbildungen. die anwendung des wortes in solcher weise geht durch das alt- und mittelhochdeutsche, das altsächs., fries. und ags. mit den töchtersprachen, während sie im altnord. (wie im gothischen) unbekannt ist und die neunord. sprachen wörter wie schwed. bitterhet, lik-het gleichheit,n. mörk-hed dunkelheit erst unter einflusz des niederdeutschen bildeten. Bei solchen zusammensetzungen änderte sich das geschlecht des wortes. nicht im ags., wo es auch als zweites glied von compositen masc. blieb; schwankend im alts., wo die wenigen belegbaren, hierhergehörenden bildungen theils masc., theils fem. sind; durchgängig im friesischen, wo keine solche masculine bildung nachzuweisen ist. das ahd. bewahrt das männliche geschlecht noch an biscofheit sacerdotium, das mhd. an ebenheit genosse (wb. 1, 656b), in andern fällen tritt das weibliche ein, unter dem einflusse davon, dasz die mit heit zusammengesetzten worte gröstentheils abstracta, zustandsbildungen sind, wie ja auch im mhd. heit da, wo es auszer der composition steht, sich durchgängig diesem geschlechte zugewendet hat. auch da, wo composita persönliche begriffe ausdrücken, hat das fem. statt, wie in ahd. cristanheit ecclesia, mhd. kristenheit; mhd. goteheit, menscheit. heit bindet sich mit substantiven, wie im ahd. dioheit humilitas, dëganheit virtus, knehtheit fortitudo, mhd. degenheit, dörperheit, magetheit, wîpheit; nhd. christenheit, kindheit, menschheit, gottheit, narrheit, thorheit; in einer gröszeren anzahl von fällen mit adjectiven, ahd. bittarheit, bôsheit, frîheit, heilagheit, tumbheit, wîsheit, mhd. kuonheit, lôsheit, bôsheit, stolzheit, smâheit, nhd. derbheit, dummheit, faulheit, feigheit, kühnheit, reinheit, trägheit, tollheit, gewisheit und vielen andern, auch mit participien; ahd. farloranheit, farmeʒanheit, trunkanheit, mhd. gelegenheit, beworrenheit, nhd. trunkenheit, ergebenheit, verlegenheit, gelehrtheit, verschwiegenheit, verzagtheit u. a. im allgemeinen hat das nhd. -heit da zur bildung von worten verwendet, wo die alte ableitung -î, mhd. e in abgang gekommen ist, so dasz wo diese ableitung fortdauert wie in grösze, länge, liebe, formen wie groszheit, langheit, liebheit nicht verwendet werden (gramm. 2, 643), doch erlaubt sich hier individueller sprachgebrauch manche ausnahmen, wie z. b. Dief. gloss. breitheit latitudo 320b für breite, tiefheit profunditas 463c für tiefe aufzeigt, Melissus in den psalmen treuhait für treue (N 6b, R 6b), strenghait für strenge (R 1b), auch stolzhait für das masc. stolz (G 7b) gewährt, und noch jetzt lindheit und lindigkeit neben linde lenitas, weichheit neben weiche mollitia hergehen (mollitia weiche Kirsch cornuc.; eine angenehme weichheit. Göthe 25, 23). in andern fällen ist bei fortbestand beider formen sonderung der begriffe eingetreten, wie uns höhe etwas anderes als hoheit, fäule etwas anderes als faulheit ausdrückt; in noch andern endlich dient bei sonst gleichem sinne die eine form mehr der edlen, die andere auf -heit mehr der gewöhnlichen sprache, so dasz nach dieser seite hin schöne von schönheit, reine von reinheit, kleine von kleinheit sich scheidet. Was die bedeutung von heit in solchen zusammensetzungen betriff, so ist sie gramm. 2, 544 dahin bestimmt worden, dasz heit, schaft und thum einander zwar gewissermaszen vertreten, 'doch bestehen feine, zum theil dialectische unterschiede: thum bezeichnet mehr die würde, das gut, heit den bloszen namen, schaft den bloszen zustand.' da die ursprüngliche abstracte bedeutung von heit die nachweislich ältere ist, so sind concrete begriffe wie gottheit, christenheit, menschheit als erst später aus der abstracten bedeutung hervorgegangen aufzufassen, nicht umgekehrt. Einfaches heit, in der bedeutung zustand, art, in älteren nhd. quellen selten: was thuo ich nur, wo denk ich hin dieweil ich also nackend bin. solt ich zum vater in sölcher haidt, nein, würdt im machen gröszes laidt. Schmelzl verl. sohn 27a; findet sich noch bair. die hait das sein, die art zu sein, der zustand: von bloszer hait, freier hait, aus freien stücken, von junger hait auf, von jugend auf, lediger hait, im unverheirateten stande; auch adverbial lödigahait in ledigem stande, jungähait, junghait in jungen jahren. Schm. 1, 1186 Frommann. Über die verkehrung von heit in keit ist 5, 500 ff. ausführlich gehandelt.
5339 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    heitst. m. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    heit st. m. f. , mhd. heit, nhd. -heit ( als Suffix ); as. hêd; ae. hád; an. heiðr; got. haidus. — Graff IV,807 f. Mask.…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HEITstm. stf. stm. femin.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    HEIT stm. stf. ahd. heit lat. persona, sexus, ordo Graff 4,807. vgl. Gr. 2,497. als stm. kommt heit mhd. nur noch in ebe…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    heitAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    heit , Adj. Vw.: s. hēt (2)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    -Heit

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    -Heit , ein außer Zusammensetzung veraltetes Wort, welches ehedem eine Person bedeutete, da es denn so wohl im männliche…

  5. modern
    Dialekt
    heitadv.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    heit [hèit Fo. Lix. Sgd. Ha. ; hánt D. Si. ; hit Hom. Ri. ; sonst hút] adv. heute: heite morje; heit ze Ta's heutzutage …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit heit

7.299 Bildungen · 186 Erstglied · 7.101 Zweitglied · 12 Ableitungen

heit‑ als Erstglied (30 von 186)

Heit(e)rigi

Idiotikon

Heit(e)rigi Band 2, Spalte 1771 Heit(e)rigi 2,1771

heitampfeⁿ

Idiotikon

heitampfeⁿ Band 12, Spalte 1906 heitampfeⁿ 12,1906

heitampfig

Idiotikon

heitampfig Band 12, Spalte 1906 heitampfig -ä- 12,1906

heitar

AWB

hei·tar

heitar adj. , mhd. nhd. heiter; as. hêdar; ae. hádor, vgl. auch hádor subst. ; an. heiðr. — Graff IV,812 ff. haitar Grdf. Gl 1,12,33 ( Pa ).…

heitaren

AWB

heit·aren

heitaren sw. v. , mhd. nhd. heitern; vgl. as. hêdron. — Graff IV,814. haitrit: 3. sg. Gl 1,118,9 ( Pa ); heit-: dass. -arit H 5,3,4; -irit G…

heitarî(n)

AWB

heit·arin

heitarî ( n ) st. f. , mhd. nhd. ( älter ) heitere. — Graff IV,814. heiteri: nom. sg. Nb 179,13 [195,7]; gen. sg. Nc 743,17 [80,12]; dat. sg…

heitarnissa

AWB

heitar·nissa

heitarnissa st. f. — Graff IV,814. heitar-nissa: acc. sg. H 3,2,3. helles Leuchten, klares Licht: heitarnissa uuihes atumes ingiuz unserem i…

heitarī

KöblerAhd

heitarī , st. F. (ī) nhd. Helle, Klarheit, leuchtende Klarheit, reiner Glanz, Heiterkeit, Milde, heiteres Wetter ne. lightness, clarity, ser…

heitarīn

KöblerAhd

heitarīn , st. F. (ī) Vw.: s. heitarī*

hêitbant

MNWB

heit·bant

° hêitbant (Hans. Ub. 5, 319) Bindemaß für Kiefernholz? oder zu 1 hêde?

heitber

BMZ

heit·ber

heitber , heidelber stn. heidelbeere. sumerl. 20,23. der pfaffe næm ein heidelber für sîn opfer in disen nœten Renner 8922.

heitber, heidelber

MWB

heitber, heidelber stF. ‘Heidelbeere’ (eigentl. ‘Heide-Beere’; zur älteren und der jüngeren, heutigen Form vgl. Kluge, S. 401): vaccinum: he…

heitbere

KöblerMhd

heit·bere

heitbere , st. N., st. F. nhd. Heidelbeere ÜG.: lat. vaccinium SH Hw.: s. heidelbere Q.: Gl, Netz, Renner (1290-1300), SH E.: s. ahd. heidib…

hêitbrēken

MNWB

heit·breken

hêitbrēken wildes Land in Kulturland verwandeln, rōden vel h. S. 2 hêide 1.

hêitbret

MNWB

heit·bret

° hêitbret (heybret) = -dēle? Wasserschott ? (Ub. Brschwg. 3, 112 u. 346).

hêitdü̑pe

MNWB

heit·duepe

° hêitdü̑pe , f. , wilder, unkanalisierter Graben? (Ub. Bremen 5, 186). Vgl. hêidêp?

hêⁱtebrêf

MNWB

heite·bref

° hêⁱtebrêf , m. , schriftlicher Auftrag auf Bürgschaft für eine Schuld (Kanzlei Christians I. von Dänemark). Vgl. 2 hê(i)ten 3.

heiteleⁿ

Idiotikon

heiteleⁿ Band 2, Spalte 1768 heiteleⁿ 2,1768

heiten

KöblerMnd

hei·ten

heiten , sw. V. Vw.: s. hēten (1)

heiteneⁿ

Idiotikon

heiteneⁿ Band 2, Spalte 990 heiteneⁿ 2,990

hê(i)ten(t)

MNWB

heit·ent

hê(i)ten(t), n. , Geheiß, Auftrag, Befehl, Forderung, mit Präp. wie 3 hê(i)te, s. d., van hê(i)ten, van hê(i)ten(d)e(s) wēgen, dȫr(ch) h. un…

heitenētele

KöblerMnd

heitenētele , F. Vw.: s. hētenettele*

heiter

DWB

hei·ter

heiter , adj. serenus. ahd. heitar, mhd. heiter; alts. hêdar; nl. heyder clarus, coruscus, resplendens Kilian ; ags. hâdor; altn. heiðr; mit…

heit als Zweitglied (30 von 7.101)

adelhafticheit

KöblerMhd

*adelhafticheit , F. nhd. „Adel“ (M.) (1) Hw.: s. adelhaftic, heit E.: s. adelhaftic, heit W.: nhd. DW2-

anenēmlichheit

KöblerMhd

*anenēmlichheit , st. F. Vw.: s. un- E.: s. anenemen (1)

argheit?

KöblerAhd

*argheit? , st. F. (i) nhd. Geiz, Habgier ne. avarice, greediness Hw.: vgl. anfrk. argheid*, argheide* W.: mhd. archeit, arkeit, st. F., „Ar…

betrahticheit

KöblerMhd

*betrahticheit , st. F. Vw.: s. vore-* E.: s. betrahtic, heit

bevlecheit

KöblerMhd

*bevlecheit , st. F. Vw.: s. bevlecketheit

bevlecketheit

KöblerMhd

*bevlecket·heit

*bevlecketheit , st. F. nhd. Beflecktheit Vw.: s. un- E.: s. bevlecket, heit W.: nhd. Beflecktheit, F., Beflecktheit, DW-

biledelichheit

KöblerMhd

*biledelichheit , st. F. Vw.: s. un-* E.: s. bilede, lich, heit, keit W.: s. nhd. Bildlichkeit, F., Bildlichkeit, DW 2, 19

biswīhheit

KöblerAhd

*biswīhheit , st. F. (i) Hw.: vgl. anfrk. biswīkheid*, biswīkheide*

bittarheit?

KöblerAhd

*bittarheit? , st. F. (i) nhd. „Bitterkeit“ Hw.: vgl. anfrk. bittarheid*

bolganheit?

KöblerAhd

*bolganheit? , st. F. (i) Hw.: vgl. as. *bolganhēd?

brechafticheit

KöblerMhd

*brechafticheit , st. F. Vw.: s. ge- E.: s. brech, haftic, heit W.: nhd. DW-

brechlichheit

KöblerMhd

*brechlich·heit

*brechlichheit , st. F. Vw.: s. ge- E.: s. brechen W.: s. nhd. (ält.) Brechlichkeit, F., Brechlichkeit, DW 2, 352

brestlichheit

KöblerMhd

*brestlichheit , st. F. Vw.: s. ge- E.: s. brestlich, heit W.: nhd. DW-

brēkicheit

KöblerMnd

*brēkicheit , F. Vw.: s. brēkichhēt

burticheit

KöblerMhd

*burticheit , st. F. Vw.: s. ein- E.: s. burtic, heit

bæricheit

KöblerMhd

*bæricheit , st. F. nhd. ...barkeit Vw.: s. ahte-, danc-, ein-, engest-, ēr-, offen-*, wandel- E.: s. bæric W.: nhd. DW-

derbicheit

KöblerMhd

*derbicheit , st. F. Vw.: s. bi- E.: s. derbic W.: nhd. DW2-

dienlicheit

KöblerMhd

*dienlicheit , st. F. Vw.: s. dienlichheit

drozzenheit

KöblerMhd

*drozzen·heit

*drozzenheit , st. F. nhd. „Drossenheit“, Trübsal Vw.: s. ver- E.: s. drozzen, heit W.: s. nhd. Verdrossenheit, F., Verdrossenheit, DW 25, 2…

drucheit

KöblerMhd

*drucheit , st. F. nhd. „Fesselung“, Unterdrückung Vw.: s. ver- E.: s. ver, druc (1), heit W.: nhd. DW2- L.: FB 411a (*verdrucheit)

dāhticheit

KöblerMhd

*dāhticheit , st. F. Vw.: s. vore-* E.: s. dāht, denken, ic, heit W.: nhd. DW2-

einfaltīgheit

KöblerAhd

*einfaltīgheit , st. F. (i) Hw.: vgl. anfrk. einfaldigheid*

faltīgheit?

KöblerAhd

*faltīgheit? , st. F. (i) Hw.: vgl. anfrk. *faldigheid?

gancheit

KöblerMhd

*gancheit , st. F. Vw.: s. un- E.: s. ganc, heit W.: nhd. DW-

Ableitungen von heit (12 von 12)

beheit

Lexer

be-heit s. behagen, behegen.

beheiten

KöblerMnd

beheiten , sw. V. Vw.: s. behēten

entheit

KöblerMnd

entheit , N. Vw.: s. enthēt

en(t)hêⁱten

MNWB

en(t)hêⁱten , stv. , verheißen, zusichern, geloben; heißen, befehlen.

erheit

DWB

erheit , fictus, corruptus, schweizerisch in der redensart erheit und erlogen, wie sonst erstunken und erlogen. Alb. von Rütte s. 21 , üblic…

Geheit

MeckWB

Geheit n. Geheiß, Befehl: 'went se dat ... van usem gehete doen' (1372) UB. 18, 170; mod. meist in der Wendung ut sin eigen Geheit aus eigen…

geheite

KöblerMnd

geheite , N. Vw.: s. gehēte

heite

AWB

heite Gl 2,103,48 s. hant.

urheit

DWB

urheit , f. , als neubildung für originalität bei Campe ; verd. wb. (1813) 431 b . vgl. ureigenheit und zur bildung ur- B ende: die u. ist d…

verheit

Lexer

ver-heit s. verhîen.

verheiten

MeckWB

verheiten a. Spr. vörheten 1. anordnen: 'anno Dom. 1549 ... ist dit bock ut bofhel und van wegen mines g. h. ... vorheten und upgerichtet' T…

Verheitung

MeckWB

Verheitung a. Spr. Vörhetinge f. Verheißung: 'na dyner vorheting' Slüt. Gesangb. E 8 a ; 'van my jo vele vorhetinge sindt' Schlue 56.