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Hefe

ahd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
16 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Hefe Die

Bd. 2, Sp. 593b
Die Hefe, Mz. die — n, überhaupt alles dasjenige, was sich in einer Flüssigkeit, wenn sie in Ruhe ist, ohne absichtlichen Zusatz zu derselben, absetzt. Ölhefen, die aus einem Schleime bestehen. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung aber dasjenige, was sich in einer Flüssigkeit durch die Gährung absondert, und entweder in die Höhe getrieben und ausgestoßen wird, oder zu Boden sinkt; auch die Bärme, im O. D. Gärm, Germ, Görm, in Baiern die Gerben, im Österreichischen Urhab, in Steiermark Gleger. Bierhefen, Weinhefen, Essighefen. Bei den Bierhefen unterscheidet man die Gahre, Gäscht, Oberhefen oder Spundhefen, und die Unterhefen, Stellhefen oder Backhefen. S. d. Bier, Wein auf den Hefen liegen lassen. Den Wein von den Hefen ziehen. Etwas bis auf die Hefen austrinken, es ganz austrinken, nichts übrig lassen. Den Leidenskelch bis auf die Hefen ausleeren, alle Leiden bis zu Ende zu erdulden. I gemeinen Leben bildet man mit Hefen mehrere uneigentliche Ausdrücke. Die Hefen trinken, das Unangenehme einer Sache empfinden. Die Hefen austrinken müssen, eine Strafe in ihrem ganzen Umfange ertragen müssen. Auf die Hefen kommen, auf den Hefen sitzen, auf das Äußerste kommen und gekommen sein, keinen Ausweg mehr wissen. »Nun sitzen wir mit dieser Weisheit auf den Hefen.« Weiße. »Er wird nun wol auch auf die Hefen gekommen sein.« Lessing. Jer. 48, 11 und Zeph. 1, 12 kömmt auch der Ausdruck vor: »auf seinen Hefen stille liegen,« für, in Ruhe und Sicherheit leben. Die Hefe des Volks, auch bloß die Hefe, der niedrigste, schlechteste und verdorbenste Theil des Volkes.
1584 Zeichen · 26 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    hefe

    Althochdeutsches Wörterbuch

    hefe Gl 1,418,26 s. helfan.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hefeswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    hefe ( ahd. hefo Graff 4,823 ) swm. faex, faeces. sumerl. 36,61. 54, 15. gl. Mone 7,593. Diefenb. gl. 123.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    HefeDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Die Hefe , Mz. die — n , überhaupt alles dasjenige, was sich in einer Flüssigkeit, wenn sie in Ruhe ist, ohne absichtlic…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hefe

    Goethe-Wörterbuch

    Hefe durch alkoholische Gärung einer Flüssigkeit ausgefällte Substanz; idVbdg ‘gebrannte H-n’ als Ausgangsprodukt für di…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hefe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hefe , der während der Gährung zuckerhaltiger Fruchtsäfte (Weintraubensaft) od. des Malzauszuges sich bildende, u. bei B…

  6. modern
    Dialekt
    Hefef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Hefe f. : 1. wie schd., Heef (hēf) [verbr. NPf VPf Ost-PS], Heew (hēw) [KU-Rothsbg Zweibr PfId. 65], Heeb (hēb) [westl. …

  7. Spezial
    Hefe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    He|fe f. (-,-n) 1 lové (lová) m. 2 gherm m. 3 ‹fig› (treibende Kraft) fermënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hefe

105 Bildungen · 101 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

hefe‑ als Erstglied (30 von 101)

Hefeboppes

SHW

Hefe-boppes Band 3, Spalte 209-210

Hefebund

SHW

Hefe-bund Band 3, Spalte 209-210

Hefefrau

SHW

Hefe-frau Band 3, Spalte 209-210

Hefegockes

SHW

Hefe-gockes Band 3, Spalte 209-210

Hefekloß

SHW

Hefe-kloß Band 3, Spalte 209-210

Hefekranz

SHW

Hefe-kranz Band 3, Spalte 209-210

Hefekuchen

SHW

Hefe-kuchen Band 3, Spalte 209-210

Hefemoppes

SHW

Hefe-moppes Band 3, Spalte 209-210

Hefeplatz

SHW

Hefe-platz Band 3, Spalte 209-210

Hefering

SHW

Hefe-ring Band 3, Spalte 209-210

Hefeteig

SHW

Hefe-teig Band 3, Spalte 209-210

Hefewein

SHW

Hefe-wein Band 3, Spalte 209-210

Hefebränke

RhWB

Hefe-bränke -bręŋk Köln-Stdt f.: -bütte.

Hefebranntwein

RhWB

hefe·branntwein

Hefe-branntwein hęfə-, –E- (stets so, also auch Hunsr nicht hīp- ) Allg. m.: Br. aus Weinhefe. RA.: Stark wie H.

Hefebrei

RhWB

hefe·brei

Hefe-brei hęvfə- Sieg-ODollend m.: Br. aus Weinhefe, von den Alten viel gegessen.

Hefedampfnudel

PfWB

hefe·dampfnudel

Hefe ✝ -dampfnudel f. : = Dampfnudel 1, Heewedampnudel in der RA.: Dem geht 's Herz uf wie e H. [ Gal-Obl ]. —

Hefedruft

RhWB

Hefe-druft hęfəndrū:ft Mos f.: Weinhefe.

Hefefonzel

RhWB

Hefe-fonzel hęfəfntsəl Schleid-Dollend m.: -kuchen.

Hefefrau

RhWB

hefe·frau

Hefe-frau hīp- Simm f.: Fr., die die Hefe 1 b bringt.

Hefefronzeln

RhWBN

Hefe-fronzeln Daun-Betteld Pl.: -küchlein (vgl. –fonzel im Wb).

hefe als Zweitglied (4 von 4)

bierhefe

DWB

bier·hefe

bierhefe , f. faex cerevisiae: die kraft seiner lenden ist versiegen gegangen und nun musz bierhefe den menschen fortpflanzen helfen. Schill…

schefe

Lexer

schefe s. scheffe swm.

ölhefe

KöblerMhd

ölhefe , sw. F. Vw.: s. ölhebe