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hecken

ahd. bis sprichw. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
37 in 21 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
99
Verweise raus
96

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hecken verb.

Bd. 10, Sp. 745
hecken, verb. in zwei völlig geschiedenen bedeutungen. 11) hecken ist, wie hacken, eine intensivbildung zur wurzel hag, die in dem verbum hauen mit abgeworfener schlieszender gutturalis hervortritt (sp. 574). die intensivbildung hat nach vielfach gebräuchlicher weise den wurzelschlusz verstärkt, und theils unumgelautete, theils umgelautete form entwickelt (wie die ganz gleichen bildungen schmucken und schmücken von schmiegen, zucken und zücken von ziehen u. a.), nur dasz in beiden verschiedene seiten der wurzelbedeutung zum ausdruck gelangt sind: wenn hacken auf das intensive schlagen zielt, so geht hecken vielmehr auf beiszen und stechen, nach bedeutungen von hauen die sp. 579 aufgeführt sind. ahd. hekchan, hecchan, hechan mordere Graff 4, 762; mhd. hecken hauen, stechen (wb. 1, 607b); nl. hecken mordere Kilian; nhd. hecken, stupfen, pungere, stimulare Maaler 215c; gift, das .. zuletzt wie ein schlang und scorpio beiszt oder heckt. S. Frank sprichw. 2, 23a; welches (scharfe horn) es in seinen rachen heckt. Forer fischb. 38a; so ein ross geheckt wird, es sei von was vergiftem thier es wölle. Seuter rossarzn. 122; haemorrhois, .. ein schlang welches bis oder hecken machet das bluot auszflieszen. Dasyp.; heimlich zu im her kriechen was ein grosze schlang die mein sohn hecket. H. Sachs 3, 1, 188d; untrewe arthelt widerpart, spür ich in meinen sachen, wer weis wie langmich heckt die schlang, das ich sein auch würd lachen. Ambr. liederb. no. 194, 11; übertragen im sinne von plagen: unfal thet sy ser hecken, verluren leib und guot. Soltau 218 (v. 1516); noch bair. hecken stechen, von bienen, mücken, scorpionen, schlangen Schm. 2, 149; in Kärnten hácken stechen, verwunden, besonders von wespen- und bienenstichen Lexer 136; im Lusernischen hêcken Zingerle 34b; schweiz. hecken Stalder 2, 29; in Appenzell hecka mit gift, namentlich von kröten, besprengen, dann übertragen plagen, necken. Tobler 260a; in Tirol ist hecken auf ein spiel gewendet, in dem man eier auf einander schlägt, was sonst auch pecken (schlagen, klopfen) genannt wird. Fromm. 6, 148 (dasselbe spiel heiszt in Nürnberg härteln, sp. 510). dieser bedeutung fällt auch zu, wenn hecken vom durchbrechen der ersten zähne bei kindern gebraucht wird: dentio zähne bekommen, zähne hecken. Kirsch cornuc.; vergl. häckerchen sp. 105. 22) ein ganz anderes wort ist hecken im gegensatz zu dem vorigen oberdeutschen von mitteldeutscher heimat und in der bedeutung parere, nämlich ein denominativ von hecke in der bedeutung 2 und 3 (sp. 743). es ist ganz gleich wie hausen (sp. 657) von haus gebildet, und sagt zunächst nur aus in einer hecke sitzen, dort nisten. der übergang in die heutige bedeutung wird durch die folgenden beispiele anschaulich. 2@aa) die älteste fügung ist die reflexive, zunächst in bezug auf vögel, dann aber auch in freierer anwendung: ander vogele hecken sich muoʒen von der alten kraft daʒ sie werden lîbhaft. H. v. Krolewitz vaterunser 4345 (vorher 4340 nisten); die barbarei hat dort ein rauchaltar. auf selben hecken sich die ungeschickten tholen. Chr. Gryphius poet. wäld. 2, 421; der sorgenwurm heckt sich in seidenwurms geweben. Lohenstein Armin. 1, 557b; es kann sich keine schneck im meere sicher hecken. Wiedemann dec. 90; solche bastart und gothisch rott sich lang bei uns gehecket hat. Opel u. Cohn 338, 22; nun sich die sünde mehrt und mancher widerchrist in gottes tempel lehrt, und schwere ketzerei sich heckt in allen landen. A. Gryphius 1698 2, 424. 2@bb) hecken, intransitiv, in der hecke weilen, nisten, von vögeln und anderm gethier: Melis hatte sich gestrecket ohngefehr auf seinen bauch hinter einen haselstrauch, da so mancher vogel hecket. Fleming 1, 366 Lappenb. (Od. 4, 28); wiewol du uns hast wollen stecken in örter, wo die drachen hecken. Opitz psalmen s. 87; sie irrten, wenn der mondenschein den wald mit silber deckte, vertraulich durch den myrthenhain, wo mancher vogel heckte. Hölty 27 Halm. 2@cc) von hier aus entfaltet transitives hecken den sinn sich begatten, junge zeugen, das wort geht auszer auf vögel auch auf kleinere fruchtbare säugethiere: denn der vogel hat ein haus funden, und die schwalbe ir nest, da sie junge hecken. ps. 84, 4; solche wolthaten gottes geniesze er auch von dem geflügel, so von einer zeit zu der andern sich bei ihm niederlieszen, entweder zu ruhen und sich zu speisen oder eier zu legen und junge zu hecken. Simpl. 2, 261 Kurz; von einer gattung vögel, die zu derselben zeit ankommen und junge hecken. 262; eine frembde cyprische katz die wol mausen kan, ist einem hauszvater nützlicher, als alle in seinem hause geheckete einheimische ratten und mäuse. Schuppius 56; keine atzel heckt eine taube. Pistorius thes. par. 4, 90; es hecket keine taube einen sperber, fortes creantur fortibus et bonis, neque imbellem feroces progenerant aquilae columbam. Stieler 728; dann der haasz ist gern, da er geheckt wird. Garg. 260a; wo der storch auf hohem sitze friedlich seine jungen heckt. Salis ged. (1803) s. 84. oft ist das object zu ergänzen: item, so hegget und tregt ein jglich thier und allerlei vogel zu seiner zeit. Luther 6, 134b; die caninichen fangen an zu hecken, wenn sie sechs monat alt sind. öcon. lex. (1731) 429; ich geh und will den hahn (der amsel) zur sie in bauer stecken; die jungen bring ich dir, sobald die alten hecken. Gellert 3, 461; setzet eure vorhut dahin, wo die wölfe nistend hecken. Göthe 3, 221; der kukuk, der der grasemück so gern ins nestchen heckt. Shakesp. sommernachstraum 3, 1; selbst scherzhaft von fruchtbaren menschen (vergl.heckemutter): doch es ist gut für die nation, dasz es auch leute giebt, die hecken. mein bruder mästet sich mit ehelicher liebe, und ist schon am duzend kinder. Sturz 1, 27. in noch freierer anwendung: gelt sei oft unfruchtbare wahr, trage und hecke nicht wider gelt (ausspruch Luthers). Zinkgref apophth. 1 (1626) 254; ja ist ein sprichwort worden draus, der neid werd zu hoff ghecket aus, aber in klöstern werd erzogen. Fischart v. St. Dominici leben D 1a (v. 670 Kurz); dasz todtes pferdefleisch den schwarzen kefer heckt, ein krebs den scorpion, der koth den frosch erweckt. Opitz 1, 47; der himmel hat gezürnt, das feuer uns verzehret, die luft auch pest geheckt. 2, 97; itzt heckt die faule luft geschwinde pestilenzen. A. Gryphius 1698 1, 18; und sprach: mein bruder schau, heckt auch die höllsche welt so eine grimme pest? s. 141: gib achtung, bitt ich dich, wie unsre lieder schallen, und was für eine brut man allenthalben heckt, so weit sich das gebiet des teutschen bodens streckt. Caniz ged. 96; wo mir das brot am beszten schmeckt, und wo mein pfennig junge häckt, da ruhet mein vertriebner sinn. Stoppe bei Steinbach 1, 666. 2@dd) hecken, in scherzhaftem oder halb verächtlichem sinne übertragen auf das hervorbringen von gedanken, plänen und anschlägen: wenn der kopf eines spielers wie des miltonschen teufels seiner täglich eine grosze sünde hecket. J. Paul teuf. pap. 1, 70; dieses jämmerliche wortspiel heckte .. ich. s. 82; verse ohne allen reim und metrum, dergleichen ich 1000 in einer stunde hecke, wenns sein musz. flegelj. 1, 76; der wunsch der zärtlichkeit, der wünsche widerspiel, die oft der ehstand heckt, erreicht sein edles ziel. Hagedorn 2, 103; wer tücke heckt, musz nüchtern sein. 3, 125; hinterm ofen sitzt und heckt schelmerei die streiche. Overbeck ged. 241; er ist ein taugenichts, der voller thorheit steckt, spielt, säuft und tabak raucht, und tolle streiche heckt. Göthe 7, 41. vergl. aushecken. 33) hecken in folgendem: der grose Holofern heckt seinen heldenmuth an diesz zwar zierliches, doch gleichwol feindlichs blut. Opitz 3, 79, ist wol nur druckfehler für henken.
7730 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    heckensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    hecken ( auch hackôn ? s. u. ) sw. v. , mhd. hecken, hechen ; afries. -hakia; vgl. mhd. nhd. hacken; mnd. hakken , mnl. …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    heckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +12 Parallelbelege

    hecken , hechen swv. ib. prät. hacte, part. gehact, gehecket: hauen, stechen, stechend verwunden bes. v. schlangen Gen. …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hêcken

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. * Hêcken , verb. reg. act. welches in einigen Gegenden für hacken, Nieders. hicken, mit dem Schnabel beißen, ingleich…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    hecken

    Goethe-Wörterbuch

    hecken 1 nisten, brüten, Junge zeugen, Junge werfen Zugvögel .. die aus der Levante kommen, in Sicilien h. und weiter ge…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hecken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hecken , soviel wie sich fortpflanzen, besonders von Vögeln.

  6. modern
    Dialekt
    hecken

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    hecke n [hèkə Kerzf. Z. Lützelstn. Dehli. ] 1. brüten. ‘Niemol hekt e-n-Yl e Zysele us’ Pfm. V 6. 2. brüten lassen: ich …

  7. Sprichwörter
    Hecken

    Wander (Sprichwörter)

    Hecken Sie heckt wie ein Kaninchen. Ist sehr fruchtbar.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hecken

317 Bildungen · 294 Erstglied · 19 Zweitglied · 4 Ableitungen

hecken‑ als Erstglied (30 von 294)

Heckenbock

SHW

Hecken-bock Band 3, Spalte 205-206

Heckenbube

SHW

Hecken-bube Band 3, Spalte 205-206

Heckenguck

SHW

Hecken-guck Band 3, Spalte 205-206

Heckenhain

SHW

Hecken-hain Band 3, Spalte 205-206

Heckenhase

SHW

Hecken-hase Band 3, Spalte 205-206

Heckenkor

SHW

Hecken-kor Band 3, Spalte 205-206

Heckenpack

SHW

Hecken-pack Band 3, Spalte 205-206

Heckenpfad

SHW

Hecken-pfad Band 3, Spalte 205-206

Heckenrose

SHW

Hecken-rose Band 3, Spalte 205-206

hecken als Zweitglied (19 von 19)

anhecken

DRW

anhecken Strafe androhen bey vermeidung dero angeheckten strafen 1658 Lünig,CJMilit. 672 Faksimile

aushecken

DWB

aus·hecken

aushecken , pullos excludere, ausbrüten, engl. hatch, s. hecken . 1 1) der vogel heckt jährlich sieben junge aus; die taube heckt keinen spe…

behecken

FindeB

* behecken swv. mit einer Hecke umgeben Brun

durchschecken

DWB

durch·schecken

durchschecken , durch und durch scheckig machen. ein kraus weisz har von löcken dick, het ainst mein haubt bedecket; dasselb plassnirt ( bla…

erhecken

Lexer

er-hecken swv. BMZ zu tode stechen Ls.

gehecken

Lexer

geh·ecken

ge-hecken swv. ib. stechen Gen. Kchr. D. 290,12. Pf. arzb. 1,33. prät. gehacte Spec. 112.

gihecken

KöblerAhd

gihecken , sw. V. (1a) Vw.: s. gihekken*

githecken

AWB

git·hecken

gi- thecken sw. v. , mhd. gedecken; mnl. gedecken. — Graff V,100. gi-dachti ( F ), -thagti ( PV ) : 3. sg. prt. O 4,2,24. bekleiden: joh man…

intthecken

AWB

int·thecken

int- thecken sw. v. , mhd. endecken, nhd. entdecken; mnd. entdecken, mnl. ontdecken. — Graff V,101. en-tech-: 1. sg. -e Gl 4,231,35; an-: in…

irhecken

AWB

irh·ecken

ir- hecken sw. v. , mhd. erhecken. ir-hactemo: part. prt. dat. sg. m. Gl 1,570,14 ( M, Göttw. 103, 12. Jh. ). von e. Schlange: ( tot ) beiße…

schecken

DWB

sch·ecken

schecken , verb. : schäcken, geschäcket, variis coloribus inficere, tingere, conspergere, miscere. Stieler 1703 ; meist im part. prät. gesch…

umbithecken

AWB

umbi- thecken sw. v. ; mnl. ommedecken. — Graff V,100. thekent umbi: 3. pl. O 4,29,12. umbi-thahta: 3. sg. prt. O 2,11,51. ringsherum bedeck…

ūzhecken

KöblerMhd

ūzhecken , sw. V. nhd. „aushecken“ Q.: Cranc (1347-1359) (FB ūzhecken), Voc E.: s. ūz, hecken W.: s. nhd. aushecken, sw. V., aushecken, DW 1…

Ableitungen von hecken (4 von 4)

behecken

FindeB

* behecken swv. mit einer Hecke umgeben Brun

erhecken

Lexer

er-hecken swv. BMZ zu tode stechen Ls.

gehecken

Lexer

ge-hecken swv. ib. stechen Gen. Kchr. D. 290,12. Pf. arzb. 1,33. prät. gehacte Spec. 112.

verhecken

Idiotikon

verhecken Band 2, Spalte 1117 verhecken 2,1117