Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
hecke stN.
2 ‘Einfriedung, Absperrung, Zaun’
3 (jägerspr.) dauerhaft angelegte, lebende Hecke oder vorübergehend errichtete Barriere, Absperrung aus Strauch-, Flechtwerk mit Öffnungen, in denen Fallen angebracht sind, zu denen das Wild getrieben wird (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 84); diese Jagdmethode wird als unweidmännisch betrachtet, auch verboten
4 Bedeutung unklar
1 ‘dorniges Gebüsch, Gesträuch, Hecke’ (nicht immer sicher von 2 zu unterscheiden): beyde haͤcken vnd dorn / kerte er dar vil vnerkomen, / da er die ritter hatt vernomen Krone 13973. 14121; der gie fur eine hecke JTit 4967,4; swaz [Wild] vinster hecke sliefet / und mîdet liehte genge / und sich ân nôt vertiefet / in dornic hecke, nâch dem niht enhenge [jage] Hadam 41,1. 3; bildl.: als eines igels borster scharf / im daz [...] ach [Weh, Schmerz] sîn hâr gein berge warf, / sus wart sîn herze in zornes hec verdürnet Loheng 5730. – als Schutz und Sicherheit bietender Ort: svenne ime die nacht virgienc / unde ime die tach ane vienc, / so muste die wol geborne / sich heben zu eime dorne / etuwa zu einer hecke GrRud H 51; daz her von im wancte / als cleine vogele von dem arn: / di enwænent niender sich bewarn / ê si erstieben in die hecke UvZLanz 3307; bî ir muomen hûse und [La. vnder ] einem hecke / kom ich zir: des was si geil Neidh WL 8:5,7. – in Flurbeschreibungen: vnd von dann avzerhalp eins grozzen pirpavms in der hegge vnder den Vͤdelhers prvnn UrkCorp (WMU) 462,44; jtem ein acker nebent der hege ebd. 3037,5 u.ö. 2 ‘Einfriedung, Absperrung, Zaun’ maceriam: hegen PsTr 79,13; ich hain in [ wîngart ] vmbgrauͦen vnd eyne hecke druͦmme, eynen tzuͦn gemacht vnd eynen kelter drin gebuͦwit vnd die steyne druͦys geleysen Tauler (C) 1:166,21 (vgl. Is 5,2); ir guten werfet nuwen segen / mir hin obir mine hecke Brun 30; bildl., hierher oder zu 3: fur jamer starke hecke sluͦg [pflanzte an] er in mit triwen JTit 279,2 3 (jägerspr.) dauerhaft angelegte, lebende Hecke oder vorübergehend errichtete Barriere, Absperrung aus Strauch-, Flechtwerk mit Öffnungen, in denen Fallen angebracht sind, zu denen das Wild getrieben wird (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 84); diese Jagdmethode wird als unweidmännisch betrachtet, auch verboten: swer iagt gerehticlîchen / den sol man guotes wîsen, / swer aber wil erslîchen, / an hecken vâhen, des sol nieman prîsen Hadam 216,4; nu slahent [legen an] si die hecke sô verborgen, / [...] ein edel wilt sich dar inn mac erworgen ebd. 321,5. 215,2; das niman in dem selbin wiltbanne jagen sal, dan ein keiser [...], der sal jagen âne hecken und âne garn zu zeichen [wohl = ziehen ] . wer dar ubir jagit zur heckin und begriffen wirt, der hat eine hand virlorn WeistGr 6,396 (a. 1338); item soe en sall nemands vp des richswalde ze hege iagen noch mit strueppen [Schlingen ] noch mit winden ebd. 2,776 (a. 1342) 4 Bedeutung unklar: jâ tuont uns die dörpel vil ze leide, / gewinnent si heggen [Anm.z.St.: ‘Rückendeckung’, oder eher ‘Sticheleien’? ] / hiure under einander vil gelîche SM:Go 3: 1,5; NeidhWB, S. 120 stellt es mit Verweis auf Egi, Hegi SchweizId 1,143 mit der (mhd. nicht belegten) Bedeutung ‘Ordnung; Gleichgewicht’ zu ege stFM. und übers.: „falls sie sich unter einander vertragen”
MWB 2 1239,33; Bearbeiter: Tao