Gemüt -th; Nom/AkkSg vereinzelt (zT durch Reimzwang bedingt) -e (zB GWB12,31,3 Jery Bätely
), DatPl -en (im Reim) GWB6,191 Div Geheimschrift 19 [< -ern].
Mit rund 770 Belegen deutlich geringer belegt als ‘Geist’, ‘Herz’, ‘Sinn’ (jeweils ca 3500 Belege) od ‘Seele’ u ‘Gefühl’ (jeweils ca 1600 Belege); überwiegend erst in der klass u nachklass Periode gebraucht: von 217 Briefbelegen 200 nach 1786, von ca 470 Belegen im dichterischen Werk die Mehrzahl in den späten Romanen u autobiographischen Schriften.1) Wie überhaupt kennzeichnend für den Gebrauch von ‘Gemüt’ bis zum Ende des 18. Jh2),
ist es auch bei G nicht von geistigen Kräften geschieden. Es steht vielfach für eine unauflösbare Einheit von Empfindungs- u Denkvermögen, die auch dort erkennbar bleibt, wo einzelne Kräfte des Gemüts (vgl insbes 6 bis 10), zu unterscheiden sind. G prägt diesen Aspekt besonders dadurch aus, daß er mit ‘Gemüt’ auch das Wesen des Menschen, seine Identität u Individualität bezeichnet (vgl 1 mit ca 120 u 3 mit ca 160 Belegen) — eine Bedeutungskomponente, die sich bis in die Spätzeit seines Schaffens verfolgen läßt u sich mit ‘Geist’ od ‘Seele’ berührt. Gleichwohl ist ‘Gemüt’ von ‘Geist’ auch dort, wo dieser seelen- u gemüthafte Kräfte mit einbezieht (vgl s v Geist I 2a,5,6), durch die Betonung der Innerlichkeit unterschieden (vgl 2 mit ca 300 Belegen) u grenzt so an den Bedeutungsgehalt von ‘Herz’, ohne jedoch dessen hohen Stellenwert insbes in der Geniezeit einzunehmen. Seit Anfang des 19. Jh wird ‘Gemüt’ — neben der auch weiterhin bestehenden, die Gesamtheit der seelischen u geistigen Kräfte umfassenden Bedeutung — auch nur auf das Gefühlsleben bezogen u von ‘Verstand’ od ‘Geist’ abgegrenzt (vgl 6 mit ca 50 Belegen, vorwiegend in autobiographischen Schriften u Briefen). Damit einher geht eine zum ersten Mal 1805 ( GWB36,266,20 BiogrEinzh
) zu beobachtende krit Distanzierung vom Wort ‘Gemüt’ in der Auseinandersetzung mit der Kunstauffassung der Romantiker. In den 20er Jahren wendet sich G dann ausdrücklich gegen einen seit der Romantik üblich gewordenen ausufernden Gebrauch des Begriffs u gegen seine Aufweichung als gefühlsbedingte Schwächlichkeit u Inbegriff bloßer Irrationalität (6 c). 1
die gesamte seelisch-geistige Existenz des Menschen a
für die ganze Person; oft mit Poss Pron, insbes ‘mein G.’ anstelle von Ich, auch metonym, insbes im Pl für Menschen, Leute, selten idVbdgn ‘manches, jedes G.’ mein G-e gewöhnt sich nach und nach an’s alleine seyn GWBB7,106,11 ChStein 6.10.85 Bedencke daß .. dein G. .. nicht aushalten würde, wenn der Göttinger Zustand [
betr Herders Amtsantritt] mißlingen .. sollte GWBB9,113,23 Herder [10.5.89] Versöhnt mir nun auch jedes G., das daran [
an G-s heiml Abreise nach Italien] dürfte Anstoß genommen haben GWB30,234,7 ItR Durch den politischen Frieden konnte der Friede zwischen den G-ern nicht sogleich hergestellt werden GWB27,107,28 DuW 7 GWBB7,283,3 ChStein [30.1.85? Korr Fränkel
22,82] GWBB11,93,11 FUnger 13.6.96 A1,272,12 CarlAug an CThDalbg [16./18.12.83] K
uö mit Attr wie ‘jung, weiblich, männlich’ od wertenden Attr wie ‘gut, rein, edel, zart’ ua, meist Pl; einmal ‘die kleinen G-er’ für: die Kinder [
betr Erdbeben von Lissabon] Vergebens suchte das junge G. sich gegen diese Eindrücke herzustellen GWB26,43,16 DuW 1 Mögen Sie außer dem was für die Bibliothek bestimmt ist, auch Ein Dutzend für die Zeichenschule zurück behalten .. so wird in folgender Zeit gar manchen jungen nachstrebenden G-ern etwas höchst Erfreuliches zu Theil werden GWBB29,117,9 Voigt 29.3.18 Über weibliche G-er [> Seelen GWB29,100,1 DuW 18] übte sie [
Cornelia] durchaus eine unwiderstehliche Gewalt GWB29,240 Var Gute G-er sehen so gerne den Finger Gottes in der Natur GWB22,337,14 Lj VI GWBB29,174,24 Carl Aug [15.5.18?] K GWB18,196,13 Unterhaltungen GWB20,193,23 Wv I 18 GWB42
2,34,5 Reformationsf 1817 GWB47,50,14 Üb strengeUrteile
uö ‘das hohe wohltätige G.’ für Herzogin Anna Amalia GWB46,6,3 Winckelm Widm
‘deutsche G-er’ wünschte ich letzterm [
dem ‘Morgenblatt’], bey der allgemeinen Befreyung deutscher G-er, auch völlige Geistes- und Geschmacksfreyheit GWBB24,131,8 Cotta 7.2.14 GWBB32,62,10 LeseGes Mainz 10.10.19 GWBB47,39,24 Varnhagen 25.4.30
uö(selten) im Bild [
Hafis’ Divan] Von abertausend Blüthen | Ist es ein bunter Strauß, | Von englischen G-en | Ein vollbewohntes Haus GWB6,191 Div Geheimschrift 19
in der Überschrift zur Spruchsammlung von 18153) verallgemeinernd für das menschl Ich Gott, G. und Welt GWB2,213 Titel b
unter Hervorhebung der Beeinflußbarkeit durch äußere Eindrücke; insbes idVbdgn ‘auf jds G./die G-er (ein)wirken, jds G./die G-er beeinflussen, beeindrucken, gewinnen’ Goldreich werd ich [
G] nie, desto reicher an Vertrauen gutem Nahmen und Einfluss auf die G-er GWBB5,326,23 ChStein 12.5.82 Es war die Persönlichkeit des großen Königs [
Friedrichs II.] die auf alle G-er wirkte GWB26,71,18 DuW 2 [
Wilh:] Wie leicht wird es einem Großen, die G-er zu gewinnen! wie leicht eignet er sich die Herzen zu GWB22,18,21 Lj IV 2 Tasso 1719 GWBB1,1,9 Ysenburg 23.5.64 GWB22,57,21 Lj IV 9
uö idVbdg ‘einen Eindruck aus dem G. waschen’ GWB31,38,28 ItR
idVbdg ‘Falten schlagen und drücken sich ins G.’ GWB30,34,24 ItR c
selten iGz ‘Körper’ bzw den Körper betreffenden Dingen; auch neben ‘Geist’ u ‘Seele’ Dem G-e nach ist man schon fast ganz geheilt, und der Körper wird ja auch bald nachfolgen GWBB19,340,14 Christiane 28.5.07 [
Apotheker zum Pfarrer üb die Kutschfahrt:] Gerne vertrau’ ich, mein Freund, euch Seel’ und Geist und G. an; | Aber Leib und Gebein ist nicht zum besten verwahret, | Wenn die geistliche Hand der weltlichen Zügel sich anmaßt GWBHermDor VI 299 AA35,18 Werth I GWBB16,157,9 Schiller 19.12.02 GWB22,352,11 Lj VI
uö 2
die seelisch-intime Sphäre des Menschen, das Innere, ‘Herz’, die gegenüber der äußeren Welt als vorrangig bewertete Innerlichkeit a
als der wesentliche Teil des Menschen aufgefaßt, wiederholt idVbdg ‘im G. vorgehen’, intensiviert ‘das innerste G.’; häufig neben ‘Herz’ Unglück bildet den Menschen und zwingt ihn sich selber zu kennen, | Leiden gibt dem G. doppeltes Streben und Kraft GWB4,120 Unglück bildet 2 [
Egm:] Die Kraft seines Volks, ihr G., den Begriff den sie von sich selbst haben, will er [
der König] schwächen, niederdrücken, zerstören, um sie bequem regieren zu können GWB8,270,20 Egm IV Kehrte ich dann wieder zu meinem Freunde Jacobi zurück, so genoß ich des entzückenden Gefühls einer Verbindung durch das innerste G. GWB28,292,21 DuW 14 GWB28,283,12 ebd GWB18,161,1 Unterhaltungen
uö als Gegenstand der Selbstbetrachtung u -reflexion, insbes im Hinblick auf innere Einigkeit od Zwiespältigkeit, Leid- od Glückserfahrung, (geheime) Hoffnungen u Wünsche Ich war zu sehr gewohnt, mich mit mir selbst zu beschäftigen, die Angelegenheiten meines Herzens und meines G-es in Ordnung zu bringen GWB22,342,28 Lj VI SchöneSeele Als der Geistliche nun das Lob des Mädchens vernommen, | Stieg die Hoffnung sogleich für seinen Freund im G. auf GWBHermDor VI 120 [
Charlotte zu Ottilie:] Laß dich nicht .. in die vorigen Verhältnisse wieder hineinziehen: dann gibt es erst einen Zwiespalt im G. der unerträglich ist GWB20,380,4 Wv II 15 GWB3,21 TrilogLeid Eleg 4
uö mit der Konnotation der Verborgenheit in direkter Gegenüberstellung zu sinnl erfahrbaren Dingen; zT in Überleitung zu b; idVbdgn ‘jds G. öffnen, auf-, verschließen’ uä, einmal ‘Blick in jds G.’ Der tiefste Grund meiner menschlichen Anlagen und dichterischen Fähigkeiten ward durch die unendliche Herzensbewegung aufgedeckt, und alles Gute und Liebevolle was in meinem G-e lag, mochte sich aufschließen und hervorbrechen GWB28,286,21 DuW 14 [
Tasso zu Antonio:] Wenn du mein Glück vor deinen Augen siehst, | So wünscht’ ich, daß du mein beschämt G. | Mit eben diesem Blicke schauen könntest Tasso 695 GWB20,80,22 Wv I 7 GWB20,121,7 Wv I 10 GWB24,201,2 Wj I 11
uö in zeugmatischer Vbdg Er [
Basedow] hatte .. die Absicht, das Publicum .. zu gewinnen, und zwar nicht etwa die G-er, sondern geradezu die Beutel aufzuschließen GWB28,273,17 DuW 14 GWBB12,23,14 JungStilling 19.1.97 K b
als Zentrum inneren, seelischen Reichtums, insbes schöpferischer Kraft (mit besonderem Wertgehalt), auch verallgemeinernd-abstrahierend; idVbdgn ‘Tiefe des .. G-s’, ‘das G. ausweiten’ uä so ist es .. noch viel seltner, daß ein Künstler sowohl in die Tiefe der Gegenstände, als in die Tiefe seines eignen G-s zu dringen vermag, um .. wetteifernd mit der Natur, etwas geistig Organisches hervorzubringen GWB47,12,13 PropylEinl [
Prinzessin:] mehr | Und mehr verwöhnt sich das G., und strebt, | Die goldne Zeit, die ihm von außen mangelt, | In seinem Innern wieder herzustellen Tasso 974 Aus tiefem G., aus der Mutter Schoos | Will manches dem Tage entgegen GWB2,216 GottGemütWelt 33 GWB45,261,10 Diderot,Malerei Anm GWB32,118,9 ItR
uö idVbdg ‘Mangel des G-s’ bezogen auf den fehlenden inneren (die seelisch-geistigen Bedürfnisse befriedigenden) Gehalt eines Singspiels GWB35,9,11 TuJ c
als Grundlage u Ursprung zwischenmenschl Gemeinschaft bzw Trennung; häufig Pl; idVbdgn ‘G-er stimmen überein, verbinden, vereinigen sich, ziehen sich an, sind verwandt, gleichgestimmt’, ‘G-er trennen, entfernen’, ‘Harmonie der G-er’ uä [
Prinzessin:] Wie mehrte sich im Umgang das Verlangen | Sich mehr zu kennen, mehr sich zu verstehn! | Und täglich stimmte das G. sich schöner | Zu immer reinern Harmonien auf Tasso 1867 gleich von dem ersten Augenblick ihrer Bekanntschaft an hatte sich die Übereinstimmung ihrer [
Lottes u Werthers] G-er so schön gezeigt AA135,6 Werth
2 II zu meiner Beschämung und Verzweiflung mußte ich endlich bemerken, daß sich ihr [
Ännchens] G. von mir entfernt habe GWB27,111,21 DuW 7 [
Wilh an Natalie] unsere G-er zogen sich an und unter den feurigsten Küssen schwuren wir [
Wilh u der Fischersohn] eine ewige Freundschaft GWB25
1,44,28 Wj II 11 GWBB8,336,7 CarlAug 25.1.88 AA117,21 Werth
1 II
uö idVbdg ‘jds G. ist bei jdm’ iSv in Gedanken u mit dem Herzen bei jdm sein, insbes ‘mit ganzem G-e dein/bei dir sein’ am Schluß in Briefen an ChStein Ich bin mit ganzem G-e dein und freue mich des Lebens nur in dir GWBB8,10,7 ChStein 30.8.[86] GWBT1,232,20 v 25.9.86
uö(selten) ‘jds G. von einem Ort entfernen’ GWBB8,303,24 CarlAug 8.12.87 d
die innere Stimme, richtungweisende Instanz für sittl Verhalten, Gewissen “Wo ist der Lehrer, dem man glaubt?” | Thu’, was dir dein kleines G. erlaubt GWB2,243 Sprichw 447 [
Tasso:] Doch schöner ist’s, wenn uns die Seele sagt, | Wo wir der feinen Vorsicht nicht bedürfen. [
Antonio:] Darüber frage jeder sein G., | Weil er den Fehler selbst zu büßen hat Tasso 1213 Die Thierfabel gehört eigentlich dem Geiste, dem G., den sittlichen Kräften, indessen sie uns eine gewisse derbe Sinnlichkeit vorspiegelt GWB49
1,350,24 Skizzen zuCastisFabelged GWBB9,93,11 Herder 2.3.89 DjG
35,395,5 RAnw [8.9.75]
uö(selten) e
als Inbegriff des Menschl-Sittlichen, in metasprachl Verwendung Tedaldi-Fores dagegen kämpft für ein freies Walten der Einbildungskraft, welche .. dem, was der Deutsche G. nennt, dem innern Gefühl, worin alle gutartige Menschen übereinkommen,
d. h. also der Humanität ganz eigentlich zusagen solle GWB41
2,277,6 ModGuelf uGhibell das Wort G. wird im rechten Sinne .. gebraucht, wenn mehrere schätzenswerthe Eigenschaften des Menschen vereinigt zur Erscheinung kommen und .. zugleich einen angenehmen lieblichen Eindruck auf uns bewirken GWB49
1,53,4 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] 3
Wesensart, Charakter a
ohne näher qualifizierende Attribute [
Faust:] hier in Griechenland! | Ich fühlte gleich den Boden wo ich stand; | .. So steh’ ich, ein Antäus an G-e GWBFaust II 7077 sein [
Wallensteins] Glaube an Astrologie .. setzt ein G. voraus, das in sich arbeitet GWB40,56,14 Üb:Piccolom [
Leonore zu Alphons:] O daß er [
Tasso] sein G. wie seine Kunst | An deinen Lehren bilde! Tasso 306 Ich weiß .. Ihr Talent, Ihren Geist, Ihren Charakter zu schätzen, die holde Neigung Ihres G-s zu erkennen und zu lieben GWBB42,164,1 Grustner Apr 27 K Tasso 3068 GWB20,217,21 Wv II 3 Gespr(He2, 1035) Boisserée 4.8.15
uö zur Bezeichnung des Individuell-Charakteristischen als Wesensmerkmal der niederländ Malerei des frühen 15. Jh Das G. dringt vor. Das Portraitartige erscheint GWB34
2,22,11 KuARheinMain Plp b
mit vorwiegend positiven, einen sittl-ethischen Wert hervorhebenden Eigenschaften wie ‘gut, rein, edel, fromm, reich, ruhig, redlich, groß, empfänglich, zart, schön’ ua, seltener mit negativen Eigenschaften wie ‘schwach, falsch, tückisch, roh’ Doch was im Garten | Am reichsten blüht, | Das ist des Liebchens | Lieblich G. GWB3,38 Frühling übers Jahr 20 Ruhiger Verstand, freye klare Weltumsicht, vielfache Bildung, ausgebreitete Kenntnisse, hinter welchem allen ein schönes G. und ein reines Herz durchblickt GWBB36,149,13 Maria Paulowna 6.9.22 K Epheu und ein zärtlich G. | Heftet sich an und grünt und blüht GWB2,238 Sprichw 343 Und ihr [
Herm] glaubet an mir [
Dor] ein tüchtiges Mädchen zu finden, | Zu der Arbeit geschickt und nicht von rohem G-e GWBHermDor VII 79 GWB18,302,9 GutWeiber GWB11,344 BruchstTragöd 16 GWB7,127,8 DivNot GWB41
1,363,14 Üb:Knebel,Lukrez
uö c
speziell (künstlerische) Begabung, Naturtalent, auch in Gegenüberstellung zu ‘Technik’ Van Eyck. Wahrheit und Wircklichkeit mit dem schönsten G. und der grösten Technick als Bild dargestellt GWB34
2,22,15 KuARheinMain Plp GWBB8,345,8 Seidel 9.2.88 Gespr Eckerm 10.4.29
uö(selten) 4
Sinnesart, Gesinnung; idVbdgn ‘G-er erforschen, enthüllen’ uä, auch neben ‘Überzeugung’ Wo man die Liberalität aber suchen muß, das ist in den Gesinnungen, und diese sind das lebendige G. GWB42
2,133,20 MuR(217) [
Pfarrer:] Welche Klugheit hätte denn wohl das schöne Bekenntniß | Dieser Guten [
Dorothea] entlockt, und uns enthüllt ihr G-e? GWBHermDor IX 209 [
Egm:] (Auf die Wache zeigend.) Und diese treibt ein hohles Wort des Herrschers, nicht ihr G. GWB8,305,17 Egm V GWB28,153,27 DuW 12 GWB24,257,17 Wj II 2
uö mit Attr zur Umschreibung einer best Geisteshaltung, auch neben ‘Sinn’, insbes ‘dankbares, stilles, gehorsames G.’ Ich wünsch aus kindlichem gehorsamen G-e | Euch alles Glück und Heyl von Gottes Hand und Güte GWB37,3,12 Neujahrswunsch 1762 DjG
31,23,13 Labores juv [1757] GWBB37,174,23 Ottilie 18.8.23
uö(selten) 5
als Sitz der psychischen Befindlichkeit a
als Ort einer (vorübergehenden, Schwankungen unterworfenen) Stimmung od Regung; idVbdgn ‘jds G. bewegen, (be)rühren, be(un)ruhigen, besänftigen, erheitern, erheben, auf-, erregen’, auch ‘Heiterkeit des G-s’ uä Seine [
Serlos] Schwester Aurelie .. erhielt noch größeren Beifall, indem sie die G-er der Menschen rührte, die er zu erheitern und zu erfreuen so sehr im Stande war GWB22,84,20 Lj IV 15 Wer nun auf dem Wege einer wahrhaft sittlichen inneren Ausbildung fortschreitet, wird .. gestehen, daß Tragödien und tragische Romane den Geist keineswegs beschwichtigen, sondern das G. und das, was wir das Herz nennen, in Unruhe versetzen GWB41
2,251,6 Zu Aristot,Poetik die Heiterkeit des G-s überträgt alle äussern Übel GWBB10,11,25 Voigt [27.]8.[92] GWB47,230,6 Üb:Raffael,Christus u 12Apostel GWB22,97,4 Lj IV 16 GWB21,163,27 Lj II 4
uö idVbdg ‘sich etw vom G-e schaffen’ GWBFaust II 11257
mit charakterisierenden Attr zur Umschreibung einer situationsbedingten Stimmungslage, meist idVbdgn ‘mit heiterem, bekümmertem, teilnehmendem, geneigtem, beruhigtem, gesetztem G.’ uä, insbes ‘mit freiem, frohem G.’ Sie [
die Gräfin] erwartet nicht mit gesetztem G. einen Bekannten, den sie lieber nicht wieder sähe, sie erwartet einen Fremden GWB23,151,8 Lj VIII 2 Lebe recht wohl und gehe mit geneigtem G-e an den letzten Theil des Romans GWBB11,251,11 Knebel [Ende Okt 96] Aber sie trauten sich nicht zu reden, sie sahen, der König | War verstörten G-s [
Reinke de Vos: sere vorstord] und zornig über die Maßen GWBReinF VII 110 Ich bin wohl, freyen G-s und aus diesen Blättern wirst du sehn wie ich der Welt genieße GWBT1,162,17 v 9.9.86 GWB18,103,4 Unterhaltungen GWBB6,228,7 ChStein 19.12.83 GWB32,135,19 ItR
uö b
im Anklang an körperl-gesundheitl Befinden, in (metonym) Vbdgn ‘jds G. wiederherstellen, erquicken’, ‘krankes, zerrüttetes, niedergedrücktes G.’, ‘Krankheit des G-s’, auch mit Lichtmetaphorik ‘es ist heiter, dunkel, düster, trübe im G.’ uä [
Leonore:] Die Krankheit des G-es löset sich | In Klagen und Vertraun am leicht’sten auf Tasso 1849 Heute kommt mir dein Brief .. wie erquickt er mein G. GWBB8,139,14 Ch Stein 17.1.[87] in meinem Alter stellt sich das G., wenn es angegriffen wird, nicht so schnell wieder her, wie bey Euch Jüngern Gespr Kanzl Müller 18.5.21 es ward immer dunkler in Lottens G. Sie fühlte, wie schwer es ihr werden würde, ihrem Mann .. das zu entdecken was ihr auf dem Herzen lag AA151,26 Werth
2 II es ist nichts Munteres in den jungen Leuten. Die Sehnsucht wird durchaus als das Letzte aller Dinge gepriesen, und überall zeigen sich wo nicht kranke doch deprimirte G-er GWBTgb 3.2.30 GWB12,67,25 Lila II
uö in Abhängigkeit von äußeren, atmosphärischen Gegebenheiten, zB Wetter, Landschaft uä, auch von der körperl Verfassung; zT auch im Kontrast dazu Die großen Scenen der Natur hatten mein G. ausgeweitet und alle Falten herausgeglättet GWBB8,328,18 CarlAug 25.1.88 Die Ausbreitung des Flusses ladet auch das G. ein, sich auszubreiten und nach der Ferne zu sehen GWB28,291,10 DuW 14 Das klare Wetter konnte wenig auf sein [
Werthers] trübes G. wirken, ein dumpfer Druck lag auf seiner Seele .. und sein G. kannte keine Bewegung als von einem schmerzlichen Gedanken zum andern AA117,34 u 118,3 Werth
2 II AA35,18 Werth I GWB22,36,6 Lj IV 5
uö 6
Gefühlsleben u Empfindungsvermögen im engeren Sinne, in Abgrenzung von Verstandeskräften a
als Sitz von Gefühlen, Empfindungen, Leidenschaften, insbes Zuneigung, (freundschaftl) Liebe [
Prinz:] Mein G. ist von unbekannten Empfindungen durchdrungen GWB17,64,15 TriumphEmpfindsamk VI In der nähern Bezeichnung der Tragödie .. scheint der große Mann [
Aristoteles] von ihr zu verlangen, daß sie durch Darstellung Mitleid und Furcht erregender Handlungen und Ereignisse von den genannten Leidenschaften das G. des Zuschauers reinigen solle GWB41
2,247,11 Zu Aristot,Poetik [
Egm zu Ferdinand:] Mein Freund .. nimm die Versicherung, daß im ersten Augenblick mein G. dir entgegenkam GWB8,297,17 Egm V Tasso 1836 GWBB8,316,26 CarlAug 29.12.87
uö idVbdg ‘(kein) G. haben’ iSv (kein) Gefühl, (kein) Einfühlungsvermögen haben [
Hersilie an Wilh] und wenn Sie eine Art von Herz und G. haben, so denken Sie, wie mir zu Muthe ist, wie viele Leidenschaften sich in mir herumkämpfen GWB25
1,168,17 Wj III 7 Das treue redliche Streben dieses Mannes [
Herder] mußte jeden, der nur irgend G. hatte, höchlich interessiren GWB27,322,11 DuW 10 GWB22,294,19 Lj VI GWB23,69,27 Lj VII 6
idVbdg ‘kein G. haben gegen jdn’ iSv kein Mitgefühl, kein Verständnis für jdn haben [
Soest:] Er [
der König] hat kein G. gegen uns Niederländer GWB8,176,15 Egm I
‘sich etw zu G-e ziehen’ iSv sich etw zu Herzen nehmen; einmal ‘zu G-e gehen’ iSv zu Herzen gehen [
Lucie:] .. Das Unglück unsrer Schwester geht uns nah genug zu Herzen .. [
Sophie:] O, wir sind auch betrübt, wir ziehen’s uns nur nicht so zu G-e GWB12,41,18 Lila I GWB25
1,176,26 Wj III 8 GWBB36,123,2 Zauper 21.8.22
uö b
iGz ‘Verstand’, ‘Gedanke(n)’, ‘Scharfsinn’, ‘Vernunft’ uä; vereinzelt idVbdg ‘Menschenverstand ruht auf dem G.’ Doctor Crusius gehörte zu denen, welchen der prophetische Theil der heiligen Schriften am meisten zusagte, indem er die zwei entgegengesetztesten Eigenschaften des menschlichen Wesens zugleich in Thätigkeit setzt, das G. und den Scharfsinn GWB27,99,6 DuW 7 Die naiven Motive werden allemal vor den bloßen Verstands- oder wissenschaftlichen Motiven den Vorzug erhalten, weil sie mehr interessiren und auf das G. wirken GWB48,9,25 Preisaufg 1799 [Meyer/G] Wenn man ihn [
Jung-Stilling] näher kennen lernte, so fand man an ihm einen gesunden Menschenverstand, der auf dem G. ruhte, und sich deßwegen von Neigungen und Leidenschaften bestimmen ließ, und aus eben diesem G. entsprang ein Enthusiasmus für das Gute, Wahre, Rechte in möglichster Reinheit GWB27,250,27 u 251,1 DuW 9 GWB29,191,1 DuW 20 GWB32,190,15 ItR
uö iGz ‘Kunstliebe’ iSv Gefühlsreichtum Beide, die Schröter und Schmehling, habe ich oft in Hasse’schen Oratorien neben einander singen hören, und die Wagschalen des Beifalls standen für beide immer gleich, indem bei der einen die Kunstliebe, bei der andern das G. in Betrachtung kam GWB36,228,21 BiogrEinzh
iGz ‘Höflichkeit’ iSv unverfälschter, ursprünglicher Empfindung Begreife, | Was dich mit der Welt entzweit; | Nicht will sie G., will Höflichkeit. | G. muß verschleifen, | Höflichkeit läßt sich mit Händen greifen GWB2,249 Sprichw 581f
wiederholt iUz ‘Geist’, auch neben ‘Sinn’ od ‘Gefühl’, mehrf metonym ‘Geister und G-er’ Wie wenige fühlen sich von dem begeistert, was eigentlich nur dem Geist erscheint. Die Sinne, das Gefühl, das G. üben weit größere Macht über uns aus GWBN6,6,7 MorphH Unternehmen Die Wichtigkeit dieser Sammlung [
Winckelmannscher Briefe] .. zu beurtheilen, überlassen wir empfänglichen G-ern und einsichtigen Geistern GWB46,15,2 Winckelm Vorr GWB49
1,354,5 Skizzen zuCastisFabelged GWBB46,26,23 Rochlitz 28.7.29 GWBB42,208,10 SteinAltenst 3.6.27 K
uö c
in abwertendem Sinne, gegen die von den Romantikern begründeten antiklassizistischen Tendenzen in der bildenden Kunst gerichtet, auch in metasprachl Reflexion [
betr Kunstausstellung Weim 1805] G. wird über Geist gesetzt, Naturell über Kunst, und so ist der Fähige wie der Unfähige gewonnen. G. hat jedermann, Naturell mehrere; der Geist ist selten, die Kunst ist schwer GWB36,266,20u22 BiogrEinzh Die Deutschen sollten in einem Zeitraume von dreißig Jahren das Wort G. nicht aussprechen, dann würde nach und nach G. sich wieder erzeugen; jetzt heißt es nur: Nachsicht mit Schwächen, eignen und fremden GWB42
2,156,4f MuR(340) 7
als Sitz des Vorstellungs- u Imaginationsvermögens, oft neben ‘Einbildungs-’ od ‘Vorstellungskraft’; idVbdgn ‘etw rast/ruht im G.’ unvermerkt schwebte das Bild der hülfreichen Schönen wieder vor seinem G-e; er hing den süßen Vorstellungen nach GWB52,225,16 ThS VI 7 Die alte, winkelhafte, an vielen Stellen düstere Beschaffenheit des Hauses war übrigens geeignet, Schauer und Furcht in kindlichen G-ern zu erwecken GWB26,16,20 DuW 1 Ich bin von tausend Vorstellungen getrieben .. Das Pflanzenreich raßt einmal wieder in meinem G-e GWBB7,240,21 ChStein 9./10.7.86 GWB32,116,20 ItR GWBB20,216,22 PGotter 16.11.08 GWBB23,162,26 Niebuhr 23.11.12
uö 8
als Organ für (geistige) Wahrnehmungen u Einsichten, häufig verbunden mit der Funktion des Strukturierens (vorerst) uneinheitl Dinge a
als Fähigkeit, abstrakte Sachverhalte, komplexe Beziehungen zu erkennen, insbes die vorbewußte, auf Ganzheit ausgerichtete, der rein analyt-rationalen Methode entgegengesetzte Durchdringung von Zusammenhängen; auch mit dem Nebensinn des Urteilsvermögens so thut hier der Mann, dem die .. Pflanzengestalten .. gegenwärtig sind, schon vorauseilend den letzten Schritt und deutet an, wie das einzelne Erkannte, Eingesehene, Angeschaute in völliger Pracht und Fülle dem G. zugeeignet .. werden könne GWBN7,94,11 Rez:AHumboldt Was die Alten erfahren und gedacht, was er [
Bacon] selbst gefunden und ersonnen, das alles bringt er nicht gerade streng methodisch, aber doch in einem sehr faßlichen naiven Vortrag, uns vor Seel’ und G. GWBN3,153,6 FlH III Plato und Aristoteles [
traten] .. als befugte Individuen vor die Natur: der eine mit Geist und G., sich ihr anzueignen, der andere mit Forscherblick und Methode, sie für sich zu gewinnen GWBN11,151,1 MuR(663) GWBN6,316,25 Morph
uö(selten) in korrespondierendem Zusammenwirken mit ‘Auge’, selten ‘Ohr’ od verallgemeinernd ‘Sinne’, wiederholt in der Farbenlehre Wer zu den Sinnen nicht klar spricht, redet auch nicht rein zum G. GWB47,18,16 PropylEinl Von verschiedenen Wirkungen der Farben auf die Augen und das G. wird besonders zu handeln sein GWBN5
1,143,14 ElementeFl 31 Wenn beide Mutterfarben [
Gelb u Blau] sich in der Mischung [
Grün] genau das Gleichgewicht halten .. so ruht das Auge und das G. auf diesem Gemischten wie auf einem Einfachen GWBN1,321,2 FlD 802 GWBN1,357,6 FlD 915 GWB41
1,371,5 Üb:Zelter,Liedersammlg
uö in metasprachl Verwendung [
in Replik auf Schlossers Brief vom 11.2. 18154)] da Sie das Wort Gemüth ein düsteres Wort nennen, da ich es nur als das heiterste kenne, und es nur auszusprechen brauche, um an alles Frohe und Leuchtende erinnert zu werden GWBB25,311,13 ChHSchlosser 19.2.15 K Beilage zum 5.5.15 K
in ironisierendem Zshg GWBB7,101,6 ChStein 25.9.85
idVbdg ‘jdm etw ins G. stellen’ iSv jdm etw anheimstellen GWBB39,218,7 Ottilie 11.6.25
mBez auf eine (natwiss) Lehre idVbdgn ‘den G-ern einprägen, einschärfen’ machte er [
Voltaire] sich’s zur Pflicht, das Newtonische Evangelium .. und vorzüglich die Farbenlehre den G-ern recht einzuschärfen GWBN4,136,2 FlH VI GWBN4,132,12 FlH VI
idVbdgn ‘jdm etw zu G-e führen’ iSv jdm etw ans Herz legen, ihm eindringlich zu bedenken geben; ‘sich etw zu G-e führen/nehmen’ iSv sich mit etw intensiv beschäftigen; einmal scherzh übertr iSv essen Führen Sie doch .. Ihren Correctoren die Sorgfalt zu G-e, mit der ein Schriftsteller .. ein Manuscript durchgeht GWBB16,182,14 Cotta 7.2.03 weil ich auch bin zu essen hier, | Mir das Lerchlein zu G-e führ’ GWB16,78 Satyros 45 DjG
32,247,38 RAnw [30.3.72] GWBB49,79,10 Zelter [17.9.31]
uö b
als Fähigkeit, ästhet Sachverhalte, insbes die künstlerische Einheit eines Werkes zu erkennen bzw (vom Künstler) diese Einheit herzustellen Die Herrlichkeit solcher Haupt- und Grundbegriffe [
dh die in Lessings ‘Laokoon’ entwickelten Begriffe des Schönen u Häßlichen] erscheint nur dem G. GWB27,165,22 DuW 8 [
betr Sixtin Kapelle] Ihr .. könnt leicht dencken, daß ich ein Jahr und länger brauchte um .. so grose Gegenstände in meinem G. zurecht zu stellen GWBB8,76,2 Herder u Fr 2./9.12.86 [
Leonore üb Tasso:] Das weit Zerstreute sammelt sein G., | Und sein Gefühl belebt das Unbelebte Tasso 163 GWBB11,324 Schiller [7.7.96]
speziell in ‘Der Sammler u die Seinigen’ als Fähigkeit, die Wirkung der Kunst zu erfassen Und doch gibt es einen allgemeinen Punct in welchem die Wirkungen aller Kunst, redender sowohl als bildender, sich sammeln, aus welchem alle ihre Gesetze ausfließen .. Das menschliche G. GWB47,168,21 Samml 6 GWB47,171,16u18 u 174,13 ebd
idVbdg ‘aufs G. angesehen (sein)’ iSv abgesehen, gezielt sein auf GWBB34,251,2 Gries 20.5.21
idVbdg ‘an das G. sprechen’ GWB48,66,24 Kunstausstellg 1803 9
als Sitz von Neigungen, Interessen, der inneren Zuwendung zu best (geistigen) Betätigungen; idVbdgn ‘sein G. hin-, zu-, abwenden, neigen, (ab)leiten, seinem G. eine Richtung geben’, ‘jds G. beschäftigen’ uä Ich war also eine herrnhutische Schwester auf meine eigene Hand, und hatte diese neue Wendung meines G-s und meiner Neigungen besonders vor dem Oberhofprediger zu verbergen GWB22,322,13 Lj VI SchöneSeele [
Arkas:] Das Heer entwöhnte längst vom harten Opfer | Und von dem blut’gen Dienste sein G. GWBIph
2 1469 Wie viel eine Wissenschaft durch allgemeineren Antheil gewinnt .. und wie wohlthätig sie .. werden kann, wenn sie das G. von andern zudrängenden Gedanken ableitet, erfahre ich an mir selber GWBN5
1,92,12 ChromatSätze Weder die Gaben des Geistes, noch G-s, des Auffassens, Vorarbeitens, Bedenkens, Wollens und Entschließens, die .. oft zu gleicher Zeit gefordert werden, traue ich mir zu GWBB32,293,16 Schweitzer [12.10.19] K Gegenwärtig beschäftigt die nächste Aussicht auf die Schlittenbahn die G-er unserer jungen Leute GWBB22,228,9 Knebel 28.12.11 GWB22,130,1 Lj IV 20 GWBB8,157,16 ChStein 1.2.87 [
für: heart] GWBN12,46,26 Üb:Howard GWBB18,49,24 Sömmerring [Herbst 93] K GWB27,124,25 DuW 7 [
Zit s v gemütlos]
uö idVbdg ‘G. verwenden auf etw’ ich .. hatte überhaupt zu viel G. an dieses Buch [
die Bibel] verwandt, als daß ich es jemals wieder hätte entbehren sollen GWB28,103,2 DuW 12
intensiviert iSv Absicht, Wille, auch idVbdgn ‘G. haben zu etw, im G. sein’ Glauben Sie doch daß man hinter allen Argumenten Ihrer Forderungen Ihr G. durchsieht GWBB10,323,2 CHerder 30.10.95 Unglaublich ist es, was ein gebildeter Mensch für sich und andere thun kann, wenn er, ohne herrschen zu wollen, das G. hat, Vormund von vielen zu sein GWB23,306,24 Lj VIII 10 GWBB9,235,5 Reichardt 25.10.90 GWBB8,207,10 FStein 10.3.87
uö(selten) 10
als Sitz der gottesfürchtigen Andacht, der religiösen Verehrung Das G. hat einen Zug gegen die Religion GWB36,266,24 BiogrEinzh Mein Verhältniß zu der christlichen Religion lag bloß in Sinn und G., und ich hatte von jener physischen Verwandtschaft, zu welcher Lavater sich hinneigte, nicht den mindesten Begriff GWB28,258,28 DuW 14 GWBT2,11,18 v 6.4.90 GWB26,212,14 DuW 4
uö(selten) → GWB
Dichtergemüt Syn GWB
Geist GWB
Herz GWB
Seele GWB
Sinn zu 2
GWB
Brust GWB
Busen GWB
Herz GWB
Innere zu 3
GWB
Charakter GWB
Disposition GWB
Gemütsart GWB
Temperament GWB
Wesen zu 4
GWB
Denkart GWB
Denkweise GWB
Gemütsbeschaffenheit GWB
Gesinnung GWB
Sinn(esart) GWB
Sinnesweise zu 5
GWB
Gemütslage(sd) GWB
Gemütsruhe GWB
Stimmung zu 6
GWB
Gefühl GWB
Gemütsbewegung zu 7
GWB
Einbildungskraft GWB
Gemütskraft GWB
Vorstellungskraft 1) Das gesamte Belegmaterial aufgeführt in: IHartmann-Werner, ‘Gemüt’ bei G, 1976 2) Vgl DWb 4.1.2,3236ff; Hist Wb der Philosophie 3,258f 3) In der Ausgabe von 1827 heißt es nur noch ‘Gott und Welt’, vgl die Abwertung von Gemüt 6 c 4) Vgl WA IV,25,308f. Schlosser ordnet die ‘Lichtwelt’ dem Auge u Verstand zu, die Musik als irrationale Kraft dem Ohr u G. (vgl 6 b).Elke Dreisbach E. D.