geeignet ,
participische bildung zu eigen. 11)
mit einem eigen,
d. h. eigenthum verschen, ansässig, in der alten rechtssprache: ein ieder so zu Nordenstat geeigenet oder geerbet seie mit wenig oder mit viel.
weisth. 1, 566 (geerbt und gegut 567); wer da geeigent und geerbet ist zu Camberg und darumb. 577,
aus mittelrhein. gebiete. 22)
anders jetzt, mit seiner eigenschaft dienlich, geschickt, passend, für das ältere schleppende geeigenschaftet,
und zwar auf vorschlag Campes,
s. in seinem verdeutschungswb. unter qualificirt,
wo er berichtet, wie auch er anfänglich dafür geeigenschaftet
empfohlen, nachher aber das einfachere geeignet
in vorschlag gebracht und damit raschen anklang gefunden habe, »
jetzt (1813)
ist dieser ausdruck in aller munde, und man findet ihn schon in tausend schriften«
; noch Adelung
kannte es nicht. beispiele: es bedarf nur gemeiner einsicht, zu bemerken, dasz dieses sujet durchaus nur für den erzählenden vortrag geeignet sei. Campe
wb. 1, 831
b (1807)
aus der Jen. lit. zeit.; bei ihren unterhaltungen schienen sie zu bedenken, was Ottiliens theilnahme zu erregen geeignet seyn möchte. Göthe
wahlverw. (1809) 1, 111; die einzelnen partieen (
des thales), wenn auch nicht zum malen, schienen doch zum leben vorzüglich geeignet zu seyn. 288;
s. auch ungeeignet.
also ein wort, heute unentbehrlich, vor hundert jahren noch unbekannt. 33)
dazu aber gehört sich eignen, die erforderliche eigenschaft haben, es tritt ohne unterschied für geeignet sein
ein, wie für geeignet sich eignend;
auch diesz ist neu, Heynatz
antibarb. 1, 328 (1796)
meldet: 'sich eignen
für sich qualificiren
wird jetzt sehr gebräuchlich und verdient diese aufnahme vollkommen' (
nennt aber geeignet
noch nicht),
mit den beispielen: junge leute, die sich zum studieren nicht eignen, müssen davon zurückbleiben; dieser fall eignet sich nicht zur erhaltung einer belohnung.
auch das kannte Adelung
noch nicht, Campe
aber a. a. o. bezeichnet es gleichfalls als seinen vorschlag für sich qualificiren.
es kam dann wol zunächst in die wissenschaftliche sprache: phänomene, die sich zu repräsentanten von vielen fällen
qualificiren und sich daher gerade in ein lehrbuch aufgenommen zu werden vorzüglich
eignen. Göthe 54, 314; so gilt diesz doch eigentlich nur von gewählten, der gröszten ausführung sich eignenden werken. 39, 215,
ungewöhnlich mit dat. statt für
oder zu.
Anschlusz fand es übrigens an einem älteren sich eignen
gleich sich gebühren,
sich ziemen (
z. b. unter eignen 1 Logau 2, 172, 71,
die beispiele u. eignen 3
gehören fast alle unter 2),
da die begriffe des geziemenden und des dienlichen auch sonst gern zusammenfallen, z. b. in sich schicken, passen,
lat. convenire.
doch wird das scholastische qualificiert, sich qualificieren
auch noch getreulich fortgeführt trotz seines übelklangs, für den übelklang fremder wörter haben die guten ergebenen Deutschen noch gar kein gehör.