Freiheit auch Frey- (s frei). Rund 1000 Belege, bes Häufigkeit in Punkt 6 u 17 a. Insgesamt breitgefächertes Bedeutungsspektrum, in sechs Bereiche gegliedert: Politik u Gesellschaft (1-4), Recht (5), zwischenmenschl Umgang (6-8), Denken u Handeln (9-11), Leben u Schaffen des Künstlers (12-16), Raum u Bewegung (17). Die Freiheit des großen Individuums (Götz, Egmont1)) u insbes des Künstlers (Tasso) — in den Schranken von Gesetz u Moral — bleibt ein zentrales u für G existentielles Anliegen, während die polit Freiheitsbewegung (Kluft zwischen Idee u Wirklichkeit) Abwehr hervorruft (Revolutionskomödien) u auch die neue Philosophie u Ästhetik (Kant, Schiller) kaum zu produktiver Beteiligung reizt. Dem Hochwertbegriff Freiheit entspricht die Metaphorik von Licht u Höhe (s unter 1, 9, 17), sein Gebrauch in Lebehochs (s unter 3, ferner zB Faust I 2244f) u die Allegorisierung zum ‘höheren Wesen’ (s unter 1, ferner zB 28,333,5 DuW 15). Die Unbestimmtheit des ‘schönen Wortes’ wird mehrmals metasprachl reflektiert (s unter 11 e, ferner zB B7,6,20 ChStein 11.1.85 u 28,69,17 DuW 11); sie setzt auch der semantischen Interpretation Grenzen. Zu onomasiologisch-begrifflichen Aspekten vgl weiter etwa ‘frei’ und Gegenbegriffe wie ‘Gesetz, Natur, Notwendigkeit’ usw. 1
polit Autonomie, Unabhängigkeit eines Staates, Volkes, (städt) Gemeinwesens von Fremdherrschaft, äußerer Unterdrückung, meist unter dem Aspekt kriegerischer Auseinandersetzung; mehrmals in bildhafter Vorstellung (zB ‘Licht der F.’) Er [
SMilutinowitsch] focht in beiden Befreiungskriegen unter Georg und Milosch für die
F. seines Vaterlandes, wanderte, als dieses dem türkischen Joche sich wieder schmiegen mußte, nach Bessarabien GWB41
2,285,10 SerbLit [G/ Gerhard] Sie werden so lange votiren und schnacken | Wir sehen endlich wieder Kosacken, | Die haben uns vom Tyrannen [
Napoleon] befreit, | Sie befrein uns auch wohl von der
F. GWB5
1,121 ZXenNachl VIII 533 GWB11,170,2 Stella III GWB16,335 u 376 Epimen 3u876 GWB33,305,28 BelagergMainz
uö in Egmonts Vision als lichtvolle Siegesgöttin (mit den Zügen Klärchens) GWB8,303,20 u 304,12 Egm V 2
die in einer republikan od konstitutionellen Regierungsform erreichte Teilhabe (von Teilen) des Volkes an der polit Macht u seine entspr Rechtslage (iGz Despotie, Tyrannei, Alleinherrschaft), im Hinblick auf Staaten wie die Schweiz od England auch mit positiven Charakterisierungen wie ‘löbliche, vernünftige F.’ da das Gemeinwesen, als dessen Glied er [
Lavater] geboren war, in der genauesten und bestimmtesten Beschränkung einer löblichen hergebrachten
F. genoß GWB28,261,14 DuW 14 GWB9,44 Mitsch
3 57 [
für: freedom] GWBN12,46,25 Üb:Howard
uö mBez auf altgriech Stadtstaaten, auch ‘innere F.’ GWB7,27,16 DivNot GWB53,142,3 FabPhaedrus
im Spiel mit Bed 17 a, spött Frei wären die Schweizer? .. da draußen auf den Felsen ist’s auch wohl der Mühe werth von
F. zu reden, wenn man das halbe Jahr vom Schnee wie ein Murmelthier gefangen gehalten wird GWB19,198,13 BrSchweiz I
bes im Hinblick auf die Frz Revolution u die Menschenrechtsdiskussion der polit Aufklärung zugl iS eines individuellen Entfaltungsraums, der nur durch die Rücksicht auf die (gleichen) Rechte der andern beschränkt ist; als Ideal in der Figurenperspektive ‘begeisternd’ (HermDor), jedoch angesichts der zeitgenöss Realität gewöhnl aus spött-iron Distanz, so bes idVbdg ‘F. und Gleichheit’ (hierfür Schwerpunkt ‘Der Bürgergeneral’) [
der Richter:] Als man hörte vom Rechte der Menschen, das allen gemein sei, | Von der begeisternden
F. und von der löblichen Gleichheit! | Damals hoffte jeder sich selbst zu leben .. .. | Sprech’ er [
der Mensch] doch nie von
F., als könn’ er sich selber regieren! | Losgebunden erscheint, sobald die Schranken hinweg sind, | Alles Böse, das tief das Gesetz in die Winkel zurücktrieb GWBHermDor VI 10u78 [
Luise:] So viele nehmen sich der Sache der
F., der allgemeinen Gleichheit an, nur um für sich eine Ausnahme zu machen GWB18,41,12 Aufgeregten II 4 Gesetzgeber oder Revolutionärs, die Gleichsein und
F. zugleich versprechen, sind Phantasten oder Charlatans GWB42
2,234,14 MuR(953) [
Schnaps:] im Namen der
F. und Gleichheit macht eure Keller auf .. wir wollen essen und ihr seid satt GWB17,280,25 Bürggeneral 9 [
betr röm Karneval] daß
F. und Gleichheit nur in dem Taumel des Wahnsinns genossen werden können GWB32,270,26 ItR
2) [
Tasso zur Przin:] Doch glaube nicht, daß mir | Der
F. wilder Trieb den Busen blähe. | Der Mensch ist nicht geboren frei zu sein, | Und für den Edlen ist kein schöner Glück, | Als einem Fürsten, den er ehrt, zu dienen Tasso 929 GWB17,266,11 u 289,19 Bürggeneral 6 u 9 GWB18,102,25 Unterhaltungen GWB15
2,180 Faust II Plp GWB5
1,296 XenNachl 183
uö im Bild einer verführerischen Frau GWB18,98,11 Unterhaltungen
in der als Leerformel enthüllten Parole ‘Tugend, F. und Vaterland’ (nach JFFries) im Kontext der Jenaer Burschenschaftsbewegung 1817 GWB36,132,26u28 u 133,3 TuJ 3
das innerhalb einer (aufgeklärten) ständisch-feudalen Ordnung (herkömmlicherweise) gewährte od geduldete Maß an Selbständigkeit, teils iS eines freiwilligen Dienstverhältnisses (des Adels), bes aber iSv Freiraum für die private Entfaltung des Bürgers (in Gewerbe, Handel, Amt usw), auch idVbdg ‘bürgerliche F.’3) [
Gottfr:] Es lebe die Freyheit .. Und wann die uns überlebt, können wir ruhig sterben .. Wenn die Diener der Fürsten, so edel und frey dienen wie ihr mir, wenn die Fürsten dem Kayser dienen, wie ich ihm dienen mögte GWB39,115,28 Götz
1 III ~ GWB8,114 Götz
2 4) [
Egm:] Ein ordentlicher Bürger, der sich ehrlich und fleißig nährt, hat überall so viel
F. als er braucht GWB8,211,11 Egm II [
üb JHVoß] Auch ist .. die Annäherung zum französischen Freiheitskreise nicht heftig .. bald wird unser Dichter durch die Resultate des unglücklichen Versuchs abgestoßen und kehrt ohne Harm in den Schoß sittlicher und bürgerlicher
F. zurück GWB40,273,1 Üb:Voß, Ged [G/Voß dJ] Am Schluß der Zeiten wird gefunden | Der
F. aufgeklärter Blick GWB16,290 Maskenz 1818 Festz 702 GWB8,183,8u13 Egm I
uö iS freier Religionsausübung [
Belagerung von Prag im Jahre 1648] diese unglücklichen Einwohner, welche ihre bürgerliche und religiöse
F., Besitz und Leben .. zu verlieren in Gefahr sind GWB42
1,28,4 Üb:Monatsschr Böhmen [G/Varnhagen]
uö(selten) 4
zur Kennzeichnung des sozialen Standes von Personen od der polit Herrschaftsposition, in meist allg gehaltener Aussage, fast immer in ausdrückl Kontrast zu ‘Knechtschaft, Sklaverei’ uä [
Thoas:] Zur Sklaverei gewöhnt der Mensch sich gut | Und lernet leicht gehorchen, wenn man ihn | Der
F. ganz beraubt GWBIph
2 1789 ~ GWB39,388,7 Iph
1 V 2 daß in allen [
Regierungsformen] ..
F. und Knechtschaft zugleich polarisch existire. Steht die Gewalt bei Einem, so ist die Menge unterwürfig, ist die Gewalt bei der Menge, so steht der Einzelne im Nachtheil GWB7,94,1 DivNot GWB44,336,23 CellAnh X
uö (selten) im mythol Bereich GWB39,201 PromethFragm 1773 Vs 149
iGz (zeitgenöss) Leibeigenschaft, unter dem jur Aspekt der Schuldenfähigkeit5) Das Ehrenwort, die gute Haushaltung, die
F. des Menschen [
Schuldners], sein bewegliches Vermögen, seine Grundstüke sind eben so viele Pfänder .. A1,158,2 Votum [16.8.81] 5
Vorrecht, Vergünstigung, Privileg; auch pl (in a und b) a
von der Obrigkeit im Einzelfall gewährte (partielle) Entbindung von bestimmten rechtl Einschränkungen od Verpflichtungen, insbes Steuern, Abgaben, Diensten; mehrmals in der Formel ‘Rechte und F-en’ Der Kaiser, der ihrer [
Zollabgaben der Handelsstädte] bedurfte, ertheilte eine solche
F., da wo es von ihm abhing, gewöhnlich .. nur auf ein Jahr, und sie mußte daher jährlich erneuert werden GWB26,33,18 DuW 1 [
Vansen:] Unsere Väter waren Leute! .. Dafür sind aber auch unsere Privilegien so deutlich, unsere F-en so versichert. [
Seifensieder:] Was sprecht ihr von F-en? [
das Volk:] Von unsern F-en, von unsern Privilegien! GWB8,207,12u14u16 Egm II Hierzu soll auch .. allen .. Beamten .. und andern nötigen Personen beim Bergwerk und Hüttenwerk die
F. von allen persönlichen Beschwerungen, an Kopf-, Gewerb-, Vermögens- und Nahrungssteuern, Zug und Wachten oder andern Beschwerungen, wie sie Namen haben .. zugestanden .. werden A(LA I 1,41,4) NachrBergbIlmenau 28.8.83 [Eckardt BergwKomm] GWB8,203,22 Egm II GWB39,158,23 Götz
1 V ~ GWB8,144 Götz
2 GWB47,269,17 FrauenrollenRömTheat A1,29,17 Reskr 23.12.77 K [
für: grazia] GWB43,157,20 Cell I 11
uö im Tierepos einmal scherzhaft iS der ätiolog Begründung natürl Triebe [
Lupardus zu Braun und Isegrim:] zur Sühne sollt ihr Bellyn [
den Widder] .. mit allen Verwandten auf ewige Zeiten empfahen. | .. Ihn [
Reineke] .. und alle seine Verwandten | Mögt ihr verfolgen .. | Diese köstliche
F. [
Reinke de Vos: kostlyke vryheyt] verkünd’ ich im Namen des Königs GWBReinF VI 420 b
iS der Gewährung eines rechtl/persönl Schutzes, auch an einer heiligen Stätte [
Egm:] Kette und Zeichen [
des Ordens des Goldenen Vlieses] geben dem der sie trägt die edelsten F-en. Ich erkenne auf Erden keinen Richter über meine Handlungen als den Großmeister des Ordens, mit dem versammelten Capitel der Ritter GWB8,240,6 Egm III [
für: immunity] GWB46,222,20 Hackert TgbKnight
in Berührung mit Bed 17 a [
Iph zu Orest:] ich löse deine Bande | Zum Zeichen eines schmerzlichern Geschicks. | Die
F., die das Heiligthum gewährt, | Ist .. Todesbote GWBIph
2 928 ~ GWB39,357,6 Iph
1 III 1 c
konzediertes od toleriertes Maß der öffentl, bes polit Meinungsäußerung; Pressefreiheit, öfter unter dem Aspekt aktuellen Mißbrauchs (vgl ‘Preßfrechheit’) [
Zimmermeister:] Bei ewiger Gefangenschaft ist verboten von Staatssachen zu reden. [
Jetter:] O unsre
F.! GWB8,244,18 Egm IV Der Conflict zwischen den Autoren, welche eine unbedingte
F. der Presse fordern, und den Staatsverwesern, die solche nur mehr oder weniger zugestehen können, dauert seit Erfindung der Buchdruckerkunst und kann niemals aufhören GWBA(53,239,10) Votum 15.4.99 [
betr negative Rezensionen gegen Jenaer Professoren in der JALZ] Wenn wir nun, wie von jeher, einer unbedingten Preßfreyheit genießen .. so kann man es dem Herausgeber [
Eichstädt] der Litteraturzeitung nicht zum Verbrechen machen daß er sich dieser Freyheit gleichfalls bediene. Doch ist diesem Uebel sogleich abgeholfen wenn man ihm zur Pflicht macht wie es ja schon in politischen Dingen geschieht dergleichen Recensionen in Manuscript zur Censur einzusenden A2,913,5 Votum 26.1.16 GWB42
2,15,4 Freitagsges 9.9.91 GWB3,255 ZXen II 380 GWBB13,132,12 Schiller 2.5.98
uö 6
Erlaubnis, Recht im weiteren Sinn, auch bloß: die jdm gegebene Möglichkeit zu etw; weit überwiegend in der formelhaften Fügung ‘sich die F. nehmen’: sich gestatten, so frei sein, auch ‘sich der gegebenen F. bedienen’ (beides fast durchweg in Ich-Form), bes im Höflichkeits- und (späteren) Briefstil; daneben ‘jdm die F. lassen, die F. haben, jdm bleibt die F.’ uä [
Olimpia zu Elm:] Ich glaube, du gingst jetzo in’s Kloster, wenn man dir die
F. ließe GWB38,77,20 ErwElm
1 Der Declamirende hat die
F., sich eigen erwählte Unterscheidungszeichen, Pausen
etc. festzusetzen; nur hüte er sich .. Schaubühne 36,52 Regeln fSchausp [G/Wolff] Ich bediene mich der längst erhaltnen Freyheit bey Ew. Exzellenz anzufragen ob ich diesen Mittag gelegen komme GWBB3,251,9 JFFritsch 30.10.78 GWB20,58,20 Wv I 5 GWB20,293,12 Wv II 7 GWBB16,390,5 Werneb 23.12.03 K [
für: licenza] GWB44,9,19 Cell III 2
uö 7
Unbefangenheit, Ungezwungenheit, Natürlichkeit im Betragen, im gesellschaftl Verkehr; Offenheit, Freimütigkeit im Kommunizieren; iGz Etikette, Steifheit, Verlegenheit, Ängstlichkeit; öfter ‘mit F.’: unbefangen, unbekümmert [
Charlotte:] Wenn Luciane, meine Tochter, die für die Welt geboren ist .. durch
F. des Betragens, Anmuth im Tanze .. sich vor allen auszeichnet GWB20,17,13 Wv I 2 daß man sich durch diese kleine Aufopferung [
Kartenspiel] .. manches Vergnügen, ja sogar eine größere
F. in der Societät verschaffen könne, als man sonst genießen würde GWB27,248,13 DuW 9 Endlich kam es an sie, sie holte tief Athem, ihre Heiterkeit und
F. verließ sie, sie las nicht, sie lispelte es [
das von ihr verfaßte Gedicht] nur .. ich war erstaunt .. so bricht die Knospe der Liebe .. auf! GWB19,208,28 BrSchweiz I Ein Feld jedoch, in welchem man [
im Düsseldorfer Kreis um Jacobi] sich mit mehr
F. und Übereinstimmung erging, war die westliche .. Literatur GWB33,193,19 Camp GWB46,12,19 Winckelm Vorr GWBT1,228,20 v 25.9.86 GWBB10,212,21 Schiller 6.12.94 GWB2,152 Einer hohenReisenden 7
uö 8
Kühnheit, Gewagtheit im sozialen Verhalten a
im Kontrast zu höfl Zurückhaltung eher riskantes Reden od Tun im zwischenmenschl Verkehr bei Gefahr der Zurückweisung, meist in Vbdgn wie ‘die/jds F. verzeihen’ [
Meph:] Bin so frei g’rad’ herein zu treten, | .. [
zu Marthe:] Sie hat da gar vornehmen Besuch. | Verzeiht die
F. die ich genommen, | Will Nachmittage wieder kommen GWBFaust I 2903 ~ GWBUrfaust 757 [
betr Übersendung eines Ordens] Das Paquet ist an Ihro des Herrn Kronprinzen Königliche Hoheit addressirt und werden Ew. Hochgeboren solche Freyheit schon vorläufig entschuldigt haben GWBB40,109,9 Bedemar 23.10.25 K [
betr Bitte um Weiterleitung eines Huldigungsgedichtes Eckermanns auf Ludw I vBayern] Sollte die in dem gegenwärtigen Falle von mir gewagte Freyheit sonderbar erscheinen, so .. GWBB47,22,2 ECotta 14.4.30 K GWBB30,12,18 Catharin? 28.2.78
uö b
die Normen von Sitte u Anstand bzw der sozialen Unterschiede verletzende (evtl als Ausnahme tolerierte) Handlung, Äußerung, auch Art zu reden, sich zu betragen, insbes gegenüber Damen; Dreistigkeit, Ungehörigkeit, Frivolität, Ausgelassenheit; auch pl; mehrmals idWdgn ‘sich eine F./F-en (gegen jdn) (heraus)nehmen’ u in der alliterierend-variierenden Vbdg ‘F.(en) und Frechheit(en)’ [
Faust zu Gretchen:] du verzeihst die
F., die ich nahm, | Was sich die Frechheit unterfangen, | Als du jüngst aus dem Dom gegangen? GWBFaust I 3166 ~ GWBUrfaust 1014 nie wagte er [
Narziß] es, das von mir zu begehren, was uns noch verboten war. Allein über die Gränzen der Tugend und Sittsamkeit waren wir sehr verschiedener Meinung. Ich wollte sicher gehen und erlaubte durchaus keine
F., als welche allenfalls die ganze Welt hätte wissen dürfen GWB22,282,21 Lj VI [
üb die Studenten in Halle u Jena] daß der wilde Fremdling keine Achtung vor dem Bürger hatte und sich als ein eigenes, zu aller
F. und Frechheit privilegirtes Wesen ansah GWB27,60,14 DuW 6 [
üb den röm Karneval] Der Unterschied zwischen Hohen und Niedern scheint einen Augenblick aufgehoben .. und die wechselseitige Frechheit und
F. wird durch eine allgemeine gute Laune im Gleichgewicht erhalten GWB32,224,23 ItR GWB21,139,10 Lj II 3 GWB18,153,4 Unterhaltungen Gespr Eckerm 15.10.25
uö 9
geistige Unabhängigkeit, Vorurteilslosigkeit, Beweglichkeit, Offenheit nach allen Seiten; meist im wiss Bereich, bes auch iS der Emanzipation von autoritativen Lehren, von kirchl Bevormundung; mehrf ‘F. des Geistes’ Staat und Kirche mögen allenfalls Ursache finden, sich für herrschend zu erklären: denn die haben es mit der widerspenstigen Masse zu thun .. aber in den Wissenschaften ist die absoluteste
F. nöthig: denn da wirkt man nicht für heut und morgen, sondern für undenklich vorschreitende Zeitenreihe GWB25
1,270,19 Wj III 14 [
betr Arbeit an der Farbenlehre] Ich finde selbst an der Stimmung womit ich diese Gegenstände bearbeite, daß ich bald zur edlen Freyheit des Denkens darüber gelangen werde GWBB13,31,18 Schiller 20.1.98 [
üb AHumboldt] ich habe Niemanden gekannt der mit einer so bestimmt gerichteten Thätigkeit eine solche Freyheit [> Vielseitigkeit] des Geistes verbände GWBB12,409 Unger 28.3.97 K GWB24,178,9 Wj I 10 GWBN3,242,10 FlH IV GWBB23,86,14 WHumboldt 31.8.12 K
uö ‘philosophisch-literärische F.’ im Hinblick auf die ‘Monatschr der Ges des vaterländ Museums in Böhmen’ GWBB43,112,18 Zelter 11.3.27
nuanciert iSv souveräner Überblick, höherer Standort, zT in bildhaftem Kontext sich mit Bed 17 c berührend [
betr Körners Brief üb die Lj] Die Klarheit und Freyheit, womit er seinen Gegenstand übersieht, ist wirklich bewundernswerth, er schwebt über dem Ganzen, übersieht die Theile mit Eigenheit und Freyheit GWBB11,265,4u6 Schiller 19.11.96 GWBB11,299,17 Schiller [27.12.96] GWBB46,245,17 Maria Paulowna 16.2.30 K
uö(selten) 10
Großzügigkeit, Liberalität im konkr Handeln od als Gesinnungsart Wilhelm hatte während der Zeit seiner Regie das ganze Geschäft mit einer gewissen
F. und Liberalität behandelt GWB22,246,14 Lj V 16 Doch diese
F. der Gesinnung gegen andere Glaubensgenossen ist nicht bloß dem Kaiser [
Abbas I] persönlich, sie findet bei den Schiiten überhaupt statt GWB7,201,12 DivNot A(Vogel 47) Promem 27.4.21 [Oberaufs] GWB26,214,3 DuW 4
uö(selten) 11
Spielraum für das Handeln od Gestalten nach eigener Entscheidung, Möglichkeit der Selbstbestimmung, Maß der persönl Unabhängigkeit; metaphor auch vom Wirken der Natur (c) a
in bestimmten Lebensverhältnissen (wie Kind-Eltern-Beziehung, Liebesbindung, Ehelosigkeit, Rollen der Geschlechter, berufl u finanzielle Situation) od Tätigkeitsbereichen Der Tod meines lieben Vaters veränderte meine bisherige Lebensart. Aus dem strengsten Gehorsam, aus der größten Einschränkung kam ich in die größte
F. GWB22,346,12 Lj VI [
Egle zu Eridon üb Amine:] Wo keine
F. ist, wird jede Lust getödtet. | .. Wenn du ihr
F. läss’st, so wird sie dich nicht lassen GWB9,31 LauneVerl 419u422 daß für einen Mann in gewissen Jahren das sicherste kosmetische Mittel sei, sich des schönen Geschlechts zu enthalten und einer löblichen bequemen
F. zu genießen GWB24,338,21 Wj II 5 [
Przin:] Nach
F. strebt der Mann, das Weib nach Sitte Tasso 1022 [
G üb seine Anstellung in Weim] Ich übereile mich drum nicht, und
F. und Gnüge werden die Hauptconditionen der neuen Einrichtung seyn GWBB3,21,12 Merck 22.1.[76] GWB11,269 Claud
2 1364 GWB18,309,9 GutWeiber GWB21,191,16 Lj II 9 GWB46,24,10 Winckelm
uö in sentenzartig verdichteter Aussage [
Faust, im Schlußmonolog:] Das ist der Weisheit letzter Schluß: | Nur der verdient sich
F. wie das Leben, | Der täglich sie erobern muß GWBFaust II 11575
6) ‘akademische F.’ (nach lat ‘libertas academica’): für die Ungebundenheit des Lebens als Student (auf der Basis der traditionellen rechtl Sonderstellung der Universitätsangehörigen) Ein junger Mensch der aus der Eltern Hauße kommt und in die Academische Freyheit geräth wird gewöhnlich in irgend ein Extrem fallen GWBB10,108,3 Jacobi 9.9.93
bei der künstlerischen Planung/Ausführung Die eigentliche Lage eines Gebäudes, sobald dem Architekten
F. gegeben ist, bleibt immer desselben Hauptaugenmerk GWB35,159,28 TuJ GWB16,488,11 Maskenz 1818 Plp
uö b
unter dem Aspekt der Selbstverwirklichung, der Entwicklung der Persönlichkeit u entspr (idealer) Lebensentwürfe Wilhelm der eine unbedingte Existenz führt, in höchster Freyheit lebt bedingt sich solche immer mehr, eben weil er frey und ohne Rücksichten handelt GWB21,331 Lj Plp Die Kantische Philosophie, welche das Subject so hoch erhebt .. hatte er [
Schiller] mit Freuden in sich aufgenommen; sie entwickelte das Außerordentliche, was die Natur in sein Wesen gelegt, und er, im höchsten Gefühl der
F. und Selbstbestimmung, war undankbar gegen die große Mutter GWBN11,15,26 GlücklEreign GWB28,58,1 DuW 11 Gespr Eckerm 24.2.25
uö (nicht häufig) c
in Bezugsetzung zu Begriffen wie ‘Bedingung, Beschränkung, Maß, Gesetz’ als relative (komplementäre) Größe bestimmt; in meist allg Aussage Wer Bedingung früh erfährt | Gelangt bequem zur Freyheit | Wem Bedingung sich spät aufdringt | Gewinnt nur bittre Freyheit GWB5
2,398 Vs 2u4 Vergebens werden ungebundne Geister | Nach der Vollendung reiner Höhe streben. | Wer Großes will muß sich zusammen raffen. | In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, | Und das Gesetz nur kann uns
F. geben GWB13
1,84,17 Was wir bringen [1802] ~ GWB4,129 Natur u Kunst 14 wie Menschen nur dann klug und glücklich genannt werden können, wenn sie in der Beschränkung ihrer Natur und Umstände mit der möglichsten
F. leben GWB47,65,10 ZTheorie bildKünste: Material GWB25
1,130, 4 Wj III 6
uö von der organ Natur iSv Wandlungsfähigkeit, Variabilität (des Typus) Doch im Innern befindet die Kraft der edlern Geschöpfe | Sich im heiligen Kreise lebendiger Bildung beschlossen. | Diese Gränzen erweitert kein Gott, es ehrt die Natur sie: | Denn nur also beschränkt war je das Vollkommene möglich. | .. Dieser schöne Begriff von Macht und Schranken, von Willkür | Und Gesetz, von
F. und Maß .. GWB3,91 MetamTiere 51 GWBN8,89,5 Vortr VglAnatomie 3 GWBN6,173,21 MetamPfl Nachtr
uö(selten) d
mit Attr wie ‘unbedingt, unbändig, fürchterlich, absolut’ iSv Anmaßung, Willkür [
Hzg über Eugenie:] Entwachsen war sie dieser Frauenzucht. | .. Kein festes Wort, den Willen meines Kinds | Zu mäßiger Vernünftigkeit zu lenken! | Zur unbedingten
F. ließ man ihr, | Zu jedem kühnen Wagniß offnes Feld GWBNatT 1369 [
Egm allein:] frisch hinaus .. in’s Feld, wo .. der Soldat .. in fürchterlicher
F. wie ein Hagelwetter durch Wiese, Feld und Wald verderbend streicht GWB8,282,5 Egm V GWB23,167,24 Lj VIII 3 GWB18,222,2 Unterhaltungen Gespr Kanzl Müller 20.6.27
uö(nicht häufig) e
in moralphilos Perspektive: die bei freiwilliger Unterwerfung unter ethische Maximen bestehenden Handlungsmöglichkeiten (‘wahre, höchste F.’) daß das unschätzbare Glück der
F. nicht darin besteht, daß man alles thut, was man thun mag .. sondern daß man das .. auf dem geraden Wege thun kann, was man für recht und schicklich hält GWB22,346,22 Lj VI [
Alba zu Egm üb das niederländ Volk:] Freiheit? Ein schönes Wort, wer’s recht verstände. Was wollen sie für Freiheit? Was ist des Freiesten
F.? — Recht zu thun! GWB8,266,16 Egm IV Die Gleichheit will ich in der Gesellschaft finden; die
F., nämlich die sittliche, daß ich mich subordiniren mag, bringe ich mit GWB42
2,234,5 MuR(951) Das Hauptfundament des Sittlichen ist der gute Wille, der seiner Natur nach nur auf’s Rechte gerichtet sein kann .. Der Wille gehört der
F., er bezieht sich auf den innern Menschen, auf den Zweck; das [
gegenüber Gut u Böse indifferente] Wollen gehört der Natur .. GWBN4,100,9 FlH VI GWB18,306,13 GutWeiber GWBB45,32,4 Gf Brühl 23.10.28
uö die Bed 11 a (Liebesbindung) spielerisch überlagernd Soll dich kein heilig Band [
Ehe] umgeben | O Jüngling; schränke selbst dich ein. | Man kann in wahrer Freyheit leben, | Und doch nicht ungebunden seyn DjG
3 1,294 Der wahre Genuß 27 f
in philos-anthropolog Sicht als Spezifikum des Menschen, öfter in Opposition zu ‘Natur’ u ‘Notwendigkeit’, dabei verschiedentl dem Inhalt nach stark eingeschränkt od in Frage gestellt (zB im Hinblick auf das Verhältnis des Menschen zu Gott, auch zur Geschichte) Im Reich der Natur waltet Bewegung und That, im Reiche der
F. Anlage und Willen .. Anlagen entwickeln sich zwar auch naturgemäß, müssen aber erst durch den Willen geübt .. werden GWBN11,144,18 MuR Unser Leben ist, wie das Ganze in dem wir enthalten sind, auf eine unbegreifliche Weise aus
F. und Nothwendigkeit zusammengesetzt .. Das Was liegt in uns, das Wie hängt selten von uns ab GWB28,50,17 DuW 11 denn indem der Mensch seine
F. behaupten will, muß er sich der Natur entgegensetzen; indem er sich zu Gott zu erheben strebt, muß er sie hinter sich lassen, und in beiden Fällen kann man ihm nicht verdenken .. wenn er sie als etwas Feindseliges und Lästiges ansieht GWBN3,314,6 FlH V
7) [
üb die Frz Revolution im Bild einer Überschwemmung] Man sieht in dieser ungeheuern Empirie nichts als Natur und nichts von dem was wir Philosophen so gern Freyheit nennen möchten GWBB16,49,14 Schiller 9.3.02 GWB37,133,8 ShakespTag GWBB14,140,12 Schiller 31.7.99 GWBB16,250,26f Schiller 5.7.03 GWB41
1,63,7 Shakesp u kein Ende
uö 12
von laufenden (berufl) Verpflichtungen, Geschäften, Arbeiten freie, disponible Zeit, Muße, mehrmals als Gelegenheit zu (eigener) literar Arbeit; zT in Berührung mit Bed 13 [
Schüler:] Ich bin dabei mit Seel’ und Leib; | Doch freilich würde mir behagen | Ein wenig
F. und Zeitvertreib | An schönen Sommerfeiertagen GWBFaust I 1906 Die meisten verarbeiten den grösten Theil der Zeit, um zu leben, und das Bisgen, das ihnen von Freyheit [
F. Werth
2] übrig bleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, um’s los zu werden AA8,23 Werth
1 I Bei einer Pause des Geschäfts, die ihm [
dem Major] einige
F. ließ, eilte er auf sein Gut, wo er des Versprechens eingedenk .. seine Gedichte vorsuchte GWB24,306,1 Wj II 4 GWBB12,64,1 Christiane 10.3.97 GWB36,70,15 TuJ
uö(nicht häufig) 13
Unbeschwertheit als Freisein von materieller Not, von einengenden, bedrückenden Verhältnissen uä; innere Gelöstheit, Heiterkeit, insbes auch als Voraussetzung für (eigene) künstlerische Produktivität; öfter in Vbdgn wie ‘F. des Herzens, des Gemütes, des Geistes’ [
üb Wilh] In eine Stadt gesperrt, in’s bürgerliche Leben gefangen, im Häuslichen gedrückt, ohne Aussicht auf Natur, ohne
F. des Herzens GWB51,42,21 ThS I 12 Gesetzt, das Schicksal hätte einen zu einem großen Mahler bestimmt, und dem Zufall beliebte es, seine Jugend in schmutzige Hütten .. zu verstoßen, glauben Sie, daß ein solcher Mann sich jemals zur Reinlichkeit, zum Adel, zur
F. der Seele erheben werde? GWB21,193,16 Lj II 9 [
Tasso zu Alphons:] So trübte bald den jugendlichen Sinn | Der theuern Eltern unverdiente Noth. | .. Du warst allein, der aus dem engen Leben | Zu einer schönen
F. mich erhob Tasso 418 [
betr ‘Egmont’] Es war eine unsäglich schwere Aufgabe, die ich ohne eine ungemessene
F. des Lebens und des Gemüths nie zu Stande gebracht hätte GWB32,135,18 ItR GWB11,149,27 Stella II GWB23,180,1 Lj VIII 3 GWBB37,224,3 Schultz 14.9.23 GWB41
2,7,26 Üb:JSchopenh,Gabriele
uö als (intendierte) Wirkung des Kunstwerks auf den ästhetisch Empfindenden; wiederholt ‘Heiterkeit und F.’ Die Wirkung dieser Gedichte [
des ‘Divan’] empfindest du ganz richtig, ihre Bestimmung ist, uns von der bedingenden Gegenwart abzulösen und uns für den Augenblick dem Gefühl nach in eine gränzenlose
F. zu versetzen. Dieß ist zu einer jeden Zeit wohlthätig, besonders zu der unseren GWBB29,205,4 Ottilie 21.6.18 jene geistreiche Heiterkeit und
F. des Gemüths, welche in uns hervorzubringen das schöne Ziel der Komödie ist GWB40,70,7 DramatPreisaufg [G/Schiller] GWB52,63,25 ThS IV 12 GWBB48,132,13 Zahn 24.2.31
uö(nicht häufig) in Kontakt mit Bed 14 Leider aber erregen Kunstwerke .. die dem Menschen .. Heiterkeit und
F. einflößen, bei dem nachstrebenden Künstler den Begriff, daß auch das Hervorbringen bequem sei GWB47,28,14 PropylEinl 14
Leichtigkeit, Gewandtheit, Eleganz, unreflektierte, spontane Sicherheit u Perfektion in der (materiellen, techn) Ausführung, beruhend auf Talent, Ausbildung u Übung; meist bezogen auf bildkünstlerisches Schaffen, daneben auf Literatur, Schauspielkunst, Musik, Tanz; mehrf ‘mit F. und Leichtigkeit’ daß sie die schnelle und leichte Methode des Meisters für nichts achten, vielmehr denjenigen rühmen, der sich bei der Arbeit besinnt und ändert und corrigirt. Man sieht die
F. des Meisters für Willkür und zufällige Arbeit an GWB34
1,240,25 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] [
betr Gemmen] Bey sehr viel Verdienst fehlt .. das Geistreiche in Absicht auf den Gegenstand und die Freyheit in Absicht auf die Ausführung .. Die geringsten antiken Dinge unterscheiden sich dadurch auf eine sehr bedeutende Weise GWBB20,199,3 CLKaaz 1.11.08 so führten beide [
der Hauptmann u Charlotte], mit Empfindung, Behagen und
F., eins der schwersten Musikstücke zusammen auf GWB20,93,28 Wv I 8 [
betr letzten Bd der Lj] Es ist unter allen meinen Arbeiten .. die obligateste und in mehr als Einem Sinn die schwerste, und doch muß sie, wenn sie gelingen soll, mit der größten Freyheit und Leichtigkeit gemacht werden. Dazu bedarf es denn freylich Zeit und Stimmung GWBB11,41,22 Unger [etwa 7.3.96] K GWB48,162,7 Ruisdael als Dichter GWB22,119,22 Lj IV 18
uö zugl im Spiel mit Bed 9 [
G üb seine Begrüßungsgedichte für kaiserl Hoheiten in Karlsbad] die Aufgabe .. war bedenklich und schwer .. Der Fall ist wunderlich genug, daß man bey einer Production, welche die größte Freyheit verlangt, diplomatische Rücksichten nehmen soll GWBB23,68,12 CWolzogen u ChSchiller 14.8.12
vom Schreibstil Die Rechtsgelehrten, von Jugend auf gewöhnt an einen abstrusen Stil .. konnten sich nicht leicht zu einer gewissen
F. erheben GWB27,100,21 DuW 7 GWB27,210,12 DuW 8
uö einmal von Schriftzügen (Eckermanns) GWBB37,62,26 Cotta 11.6.23 15
die teils angeborene, teils erworbene Souveränität des (schaffenden od nachschaffenden) Künstlers, Dichters iSv Kraft der Imagination, geistiger Eigenständigkeit u Beherrschung des Gegenstandes, zT in Berührung mit Bed 13 Der Geist, der im Alterthum so köstlich wirkte, den höchsten Ernst, so wie den niedrigsten Scherz belebte, zeigt sich hier [
in Gemmen] in seiner vollkommensten genialen Freyheit GWBB48,231,23 GAChKestner 9.6.31 wollte ich nur sagen, daß die Kunst .. eine so gewaltsam lebendige Form erschafft, daß sie jeden Stoff veredelt und verwandelt. Ja es ist daher dem vortrefflichen Künstler ein würdiges Substrat gewissermaßen im Wege, weil es ihm die Hände bindet und ihm die Freyheit verkümmert, in der er sich als Bildner und als Individuum zu ergehen Lust hat GWBB23,243,23 Zelter 15.1.13 Wenn man doch nur die Frömmigkeit .. von der Kunst sondern wollte, wo sie, eben wegen ihrer Einfalt und Würde, die Energie niederhält und nur dem höchsten Geiste Freyheit läßt sich mit ihr zu vereinigen, wo nicht gar sie zu überwinden GWBB46,17,18 Zelter 19.7.29 GWB49
2,246,8 LandschaftlMalerei [1824?] GWBB26,116,2 Preen 23.10.15 Gespr Eckerm 4.1.27u20.12.29
uö(nicht häufig) in metonym Bezug als Qualität des Kunstwerks Guercin .. haben seine Sachen .. eine ruhige
F. und Großheit, dabei etwas Eignes GWB30,159,10 ItR ~ GWBT1,302,1 v 17.10.86 GWBB17,58,25 Lamezan 8.2.04 GWB49
2,215,12 Zahn,Pompeji Plp
uö(selten) in engem Zshg mit ‘Einbildungskraft’ als er [
Wilh] .. seinen alten Wunsch, das Gute, Edle, Große durch das Schauspiel zu versinnlichen, wieder einmal mit aller Lebhaftigkeit und aller
F. einer losgebundenen Einbildungskraft verfolgte GWB21,165,22 Lj II 4 GWB36,325,2 Zu brüderlAndenkWielands 1813
‘poetische F.’ (nach lat ‘licentia poetica’): iSv Übersteigung des Wirklichen, Vorgegebenen durch die künstlerische Phantasie, als ästhet Postulat; einmal scherzhaft von einem rätselhaften Orakelspruch Wir bedauern, daß die ganze Darstellung [
Zeichnung nach einem Gedicht] nicht völlig im Geiste des Gedichtes und mit der dem Künstler zustehenden, ja nothwendigen poetischen
F. aufgefaßt ist GWB49
1,364,21 Üb:Zeichngn zuCharon [Meyer/G] GWB17,9,17 Triumph Empfindsamk I 16
eigenständiger, innovativer Umgang des Künstlers, Dichters mit überkommenen Regeln, Formen u Stoffen; künstlerisch motivierte Abweichung von einem Original, einer Vorlage, bes bei Übersetzung [
über den Entwurf zu einem Mahomet-Drama] ob ich mich gleich der dem Theater einmal errungenen
F., mit Zeit und Ort nach Belieben schalten zu dürfen, mäßig bediente GWB28,295,9 DuW 14 meine Festgedichte [
zum Maskenzug v 18.12.18] .. Die Mannigfaltigkeit und
F. der Sylbenmaße ist mir unvorsätzlich unter dem Arbeiten .. geworden GWBB31,160,22 Zelter 29.[5.]19 Shakespeare’n zu übersetzen, war in jenen Tagen ein kühner Gedanke .. Wieland übersetzte mit
F., erhaschte den Sinn seines Autors, ließ bei Seite, was ihm nicht übertragbar schien GWB36,326,6 Zu brüderlAndenk Wielands 1813 GWBB39,230,13 Göttling 18.6.25 GWBB48,89,20 Kanzl Müller 18.1.31 GWB48,223,18 Zur Preisverteilg 1799 GWB49
1,193,11 Üb:Olfers,Grab bCumä
uö 17
phys-räuml: Möglichkeit ungehinderter Bewegung od Ausdehnung, Ungebundensein (u in daran anschließendem metaphor Gebrauch) a
als Gegensatz zu Eingeschlossen- od Gefesseltsein, insbes zu Kerkerhaft, Arrest, Gefangenschaft; mehrf ‘jdn in F. setzen, jdm die F. (wieder) geben’, auch idVbdg ‘Leben und F.’ [
Clär allein:] werft mich in den tiefsten Kerker, daß ich .. nach
F. wins’le, träume, wie ich ihm [
Egm im Gefängnis] helfen wollte GWB8,284,19 Egm V [
Antonio zu Alphons:] Wenn du gelind mit ihm [
Tasso] verfahren magst, | So gib, o Fürst, ihm seine
F. wieder Tasso 1608 [
Iph, Pylad die Ketten abnehmend:] Gefährlich ist die
F., die ich gebe; | Die Götter wenden ab was euch bedroht! GWBIph
2 801 [
Rat zu Gottfr:] unterwerft euch dem Kayser, und ihr werdet einen Weeg finden, um eurer Knechte Leben und
F. zu flehen GWB39,125,20 Götz
1 IV ~ GWB8,123 Götz
2 [
betr Krankheit] Seit vierzehn Tagen, sitz ich wieder fest .. das bissgen Freyheit ist auch wieder aus, und ich werde wohl noch ein Stückgen Februar im Käfigt zubringen GWBB1,186,5 KSchönkopf 31.1.69 GWBUrfaust Kerker 72 GWB12,53,15 Lila I GWB31,130,28 ItR GWBB15,56,15 Schiller [11.4.00]
uö von Tieren, bes iZshg von Fabel u Gleichnis die Fabel vom Pferde .. das seiner Freyheit ungedultig, sich Sattel und Zeug auflegen läßt, und zu Schanden geritten wird AA62,17 Werth
1 I ~ Werth
2 GWB9,32 LauneVerl 433 GWB17,101,5 Vögel GWBN12,136,17 KrankhElfenb
uö nach religiöser Metaphorik (Leib/Welt als Gefängnis der Seele) iSv Erlösung durch den Tod, auch ‘ewige F.’ [
Gottfr:] Himlische Lufft — Freyheit. Freyheit! (er stirbt) [
Elisab:] Nur droben droben bei dir. Die Welt ist Gefängniss GWB39,186,1f Götz
1 V ~ GWB8,169 Götz
2 So [
wie dem Pferd in der Fabel] ist mir’s oft, ich möchte mir eine Ader öfnen, die mir die ewige Freyheit schaffte AA85,11 Werth
1 II GWB8,287,21 Egm V GWBNatT 2650
uö(selten) b
Bewegungsraum, Platz für bestimmte körperl Tätigkeiten, für Plazierungen, Anordnungen, für den natürl Bewegungsdrang (zB von Kindern, Tieren), für das Wachstum von Pflanzen, auch (selten) für bestimmte biol (osteol) Evolutionen; iGz Enge, Behinderung, Einschränkung Wünscht ihr den Musageten zu sehn, gebt Boden und
F., | Hier auf dem schmalen Rain ist für den Schützen nur Platz GWB5
1,269 XenNachl 2(2) [G/Schiller] [
betr neuen Einblattdruck des Gedichts ‘Sah gemalt, in Gold und Rahmen’] könnte man um weniges das Ganze hinaufrücken, so würde die Unterschrift etwas mehr Freyheit gewinnen GWBB41,78,24 Frommann 1.7.26 K wie jede Pflanze ihre Gelegenheit sucht, wie sie eine Lage fordert, wo sie in Fülle und
F. erscheinen könne GWBN6,117,27 BotanStudien [1831] das os ethmoideum zu vergleichen, von da an, wo es in seiner größten Breite und
F. wirkt, wie bei’m Dasypus, bis dahin, wo es durch die .. Augenhöhlen, wie bei’m Affen, zusammengedrängt und der Raum der Nasenwurzel beinahe vernichtet wird GWBN8,133,21 ZwKnoch [1819] GWB20,34,6 Wv I 3 GWB23,273,26 Lj VIII 9 GWB13
1,321,16 Götz
3 V A(Vogel 83) Aktenniederschr 10.11.17
uö ‘jdm/etw ist F. gegeben’ im Bibelton, metaphor [
Gottfr:] Es kommen die Zeiten des Betrugs, es ist ihm Freyheit gegeben GWB39,185,23 Götz
1 V ~ GWB8,169 Götz
2 c
Weite, Offenheit (u Schönheit) der Natur außerhalb von Haus, Stadt, Hof, Kloster uä, bes unter dem Aspekt der belebenden, heilsamen Wirkung auf Körper, Seele u Geist, auch in Vbdgn wie ‘F. der Berge, des Himmels’ Hatte man oft zwischen vier Wänden gute und fröhliche Stunden zusammen genossen; so war man natürlich noch viel aufgeweckter hier [
auf einer Waldwiese mit weiter Aussicht], wo die
F. des Himmels und die Schönheit der Gegend jedes Gemüth zu reinigen schien GWB22,36,4 Lj IV 5 ~ GWB52,188,4 ThS V 15 [
Rugant:] Ja, sie [
Lucinde] folgt | Aus dem Palast mir in die Hütte .. | Genießt mit mir in diesen schönen Bergen | Im Aufenthalt der
F. erst ihr Leben GWB11,220 Claud
2 459 GWBReinF I 236 GWBB6,353,2 ChStein 6.9.84 GWB15
2,27 Faust II Var zu 5834
uö einmal ‘ländliche F.’ für eine zwanglose Feier in ländl Umgebung GWB29,42,6 DuW 17 d
chem-physikal: Zustand, in dem anorganische Materie ungebunden, unfest, aufgelöst, (noch) ungestaltet ist, im geol-mineralog Bereich vor allem im Hinblick auf Prozesse der Kristallisation u Bildung kristalliner Gesteine (insbes Granit) Das Materielle .. läßt sich vor der Gestaltung in einem dreifachen Zustand denken. In einem freien, gedrängten, gehäuften. Der freie ist die Auflösung .. .. Krystallisation, das heißt Erscheinung in seiner besondern Form, setzt ..
F. voraus GWBN10,76,19 UnorganFormen die Veredelung [
von Gesteinen] in
F., wenn die Masse Räume läßt, daß die in denselben .. ewig circulirenden Gasarten die Eigenthümlichkeiten des Gebirgs auflösen, befreien, verwandeln, zu Verwandtem Geselligkeit verstatten. Hier scheinen diejenigen Körper entstanden, die wir Edelsteine nennen GWBN10,86,6 Edelsteine GWBB31,52,23 Leonhard 8.1.19 K GWBN9,11,21 JMüllerSammlg
uö(selten) → GWB
Abzugsfreiheit °Bausteuer- GWB
Bergfreiheit GWB
Denkfreiheit GWB
Druckfreiheit GWB
Erbzinsfreiheit GWB
Gastfreiheit GWB
Geistesfreiheit GWB
*geleitsfrei GWB
Geschmacksfreiheit GWB
Gewerbsfreiheit GWB
Gewissensfreiheit GWB
Glaubensfreiheit GWB
Halbfreiheit GWB
Himmelsfreiheit GWB
Jugendfreiheit GWB
Karnevalsfreiheit GWB
Kunstfreiheit GWB
Künstlerfreiheit GWB
Lehrfreiheit GWB
Nachsteuer- Nachtwach- GWB
National- GWB
Natur- GWB
Nichtlese- Personal- GWB
Porto- GWB
Post- GWB
Preß- GWB
Rede- GWB
Religions- GWB
Schreib- GWB
Sitten- GWB
Stadt- GWB
Steuer- Tor- GWB
Tranksteuer- GWB
Un- GWB
Vernunft- GWB
Wahl- GWB
Willens- GWB
Zoll- Syn zu 1
GWB
Souveränität zu 5
GWB
Begnadigung GWB
Begünstigung Privileg GWB
Recht GWB
Vergünstigung zu 6
GWB
Befugnis GWB
Erlaubnis GWB
Lizenz zu 8
a
GWB
Kühnheit zu 8
b
GWB
Frechheit zu 10
GWB
Freisinn GWB
Liberalität zu 11
GWB
Selbstbestimmung zu 12
GWB
Muße zu 14
GWB
Fazilität GWB
Leichtigkeit zu 17 b
GWB
Raum zu 17 c
Weite zu 17 d
GWB
Auflösung 1) Zu den verschiedenen Freiheitsbegriffen im ‘Egmont’ vgl PMichelsen, Egmonts Freiheit, Euphorion 65,1971,247-297. 2) ‘Das Römische Carneval’ war Jan 89, dh vor Ausbruch der Revolution abgeschlossen; das Wortpaar ‘Freiheit und Gleichheit’ ist im Frz als ‘la liberté et l’égalité’ vorgeprägt, zB in Rousseaus ‘Contrat social’ (II 11); vgl WFeldmann, Die Große Revolution in unserer Sprache, ZfdW13,1911/12,260f und AGreive, Die Entstehung der frz Revolutionsparole Liberté, Egalité, Fraternité, DVjs43,1969,746f. 3) Mit ‘bürgerliche Freiheit’ greift G den zeitgenöss Reaktionsbegriff gegen die polit Freiheitsidee auf; vgl GeschichtlGrundbegriffe 2,484f und die Definition von JvMüller (1787): “Bürgerliche Freiheit ist, wo Gesetze einen jeden Menschen wider alle willkürliche Gewalt bei Ehre, Leib und Gut sichern”, zit bei JSchlumbohm, Freiheit — Die Anfänge der bürgerl Emanzipationsbewegung in Deutschland im Spiegel ihres Leitwortes (ca 1760 — ca 1800), 1975,112. 4) Vgl die wohl etwas zu moderne Deutung des Freiheitsbegriffs im ‘Götz’ bei F van Ingen, Aporien der Freiheit: Goethes ‘Götz von Berlichingen’, in WWittkowski (Hg), Verlorene Klassik?, 1986,1-23 und die Diskussion, bes S 25. 5) Vgl Hwb zur dt Rechtsgeschichte 2,1766f. 6) Zu Möglichkeiten der Deutung dieser ‘Freiheit’ vgl HArens, Komm zu G-s Faust II, 1989,938—948. 7) Vgl hierzu die skept Betrachtungen zum ‘freien Willen’ B14,139,23-140,17 Schiller 31.7.99.Georg Objartel G. O.