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FOLIE

mnd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

FOLIE f.

Bd. 9, Sp. 735
FOLIE f.lehnwort aus mlat. folia f. 1 dünnes, blattartig geformtes material. a dünnes, in der edelsteineinfassung und spiegelherstellung zur steigerung der lichtreflexion benutztes metallplättchen: ⟨1394⟩ item das kainer (der goldschmiede) kain farb an kainen stain streichen sol noch an den kasten, man sol im helfen mit ainer rechten foli, als von alter herkumen ist rotes b. Ulm 254 M. M15.jh. item es sol niemant kain farb an kain stain streichen noch an den kasten, man sol im helfen mit einer rechten foli, als von alter herkommen ist nördlinger stadtrechte 314 M. 1506 dÿ gesellen sagen mir awch, jr solt den stein awff ein newe folig legen lassen, so sech der stein noch als gut, wan der ring jst alt vnd dÿ foly verdorben Dürer nachlaß 1,48 R. ⟨1562⟩ denn zucht macht allen andern tugenden eine gestalt vnnd gibet jhnen ein hoͤhere farbe, wie der firnuß alle farben erhebet vnnd die folien oder bletlein, so man vnter die edlen gestein legt, in ringe oder kasten vnd clinodien scheinlicher vnd liechter macht Mathesius Sarepta (1571)58a. 1687 es geschicht offtermahlen, daß ein geringschätziger crystall oder occidentalischer diamant durch die behendigkeit und arglist des jubelirers dergestalt poliret und in gold mit unterlegter folie so künstlich eingefasset wird, daß auch wol die verständigsten ihn vor einen auffrichtigen orientalischen ansehen auffruhr-spiegel 3. ⟨1717⟩ dieser stein muß mit einer folie verbessert werden, welche darauf zurichten, damit dieses steines röthe verbessert und verdunckelt werden möge Kräutermann regnvm (1747)161. 1770 der gebrauch des quecksilbers ist verschieden, die goldschmiede und metallarbeiter brauchen es zum vergulden und zum goldscheiden, die spiegelmacher brauchen es zur folie, oder zu ihren spiegelgrund Schröckh handlungs-wiss. (1769)2,164. 1860 im allgemeinen wird die folie überall da angewendet, wo schwache und unreine farben zu heben sind, oder auch um die rückseite der steine gegen staub und feuchtigkeit zu schützen Kluge edelsteinkde. 141. 1907 folie .. dient besonders, gefärbt oder ungefärbt, zum unterlegen oder belegen durchsichtig farbiger gläser sowie echter und unechter edelsteine, wo sie die durch den durchsichtigen körper fallenden lichtstrahlen zurückwirft Meyers konv.-lex. 6,746b. b dünnes, in bahnen industriell hergestelltes beklebungs- oder verpackungsmaterial aus kunststoff oder metall: 1940 pollopase .. sind glasklar und als werkstoffe darum besonders geeignet, weil sie sich leicht drehen und bohren lassen und weil man sie leicht zu folien verarbeiten kann H. Hartmann kohle 193. 1979 im bereich der synthetischen folien, fäden und gewebe stieg die produktion um 38,6 % auf 5999 t an süddt. ztg. 133,25. 2 (geistiger) hintergrund, der etwas reflektiert, hervorhebt. bildlich, von DWB21 her: 1771 ich soll die folie seyn, die ihre blondheit erhöht;/ denn scheint sie nicht zweymal so blond, wenn sie zur seite mir steht? Wieland Amadis 2,234. 1814 die titanen sind die folie des polytheismus, so wie man als folie des monotheismus den teufel betrachten kann Goethe I 28,313 W. 1872 wenn dann auch die dichter keine operntexte mehr schreiben werden, weil der text nur eine folie sei für die musik in der oper, dann wird die torheit offenbar werden Laube schr. theater 486 ak. 1919 auf der sächsischen folie (der domausstattung) zeichnet sich die sonderart des bambergers in verschärfter deutlichkeit ab Dehio kunst 1,328. 1977 die motive für diese zweite möglichkeit sind auf der folie der ersteren schnell bezeichnet universität heute 183 F./H.Schulz
3549 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    folie

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    folie, sw. f. Macisblüte, Muscatblume.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Folie

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Folie , (dreysylbig,) plur. die -n, aus dem Latein. Folium, ein Blatt, ein dünnes Blättchen Metall, dergleichen das …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Folie

    Goethe-Wörterbuch

    Folie a blattartig dünne, reflektierende Unterlage zur Erhöhung des Glanzes eines gefaßten Edelsteins; auch: die Farbwir…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Folie

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Folie , lat.-dtsch., jedes dünne Metallblatt, durch Schlagen oder Walzen zubereitet, besonders aber dünne Metallblättche…

  5. Spezial
    Folief

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Folie , f фольга , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit folie

6 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

folie‑ als Erstglied (3 von 3)

Folies d'Espagne

Meyers

Folies d'Espagne (franz., spr. follī däspánnj'), span. Tanz von ernsthaftem Charakter, für eine einzelne Person bestimmt, ehedem auf der Büh…

Folies-Dramatiques, les

Meyers

Folies-Dramatiques, les (spr. lä follī-dramatīk'), Pariser Theater, gegründet 1831, dessen Spezialität seit 1867 eine Zeitlang besonders die…

folie als Zweitglied (3 von 3)

Cêntifōlie

Adelung

centi·folie

Die Cêntifōlie , plur. die -n, eine Art Gartenrosen, deren Blumenstängel mit kurzen braunen Haaren besetzt sind. Sie hat platte Blumen, welc…

spiegelfolie

DWB

spiegel·folie

spiegelfolie , f. ein sehr dünnes zinnblech, mit welchem das spiegelglas auf seiner rückseite belegt wird, damit es spiegelnde wirkung habe.…

Zinn-Folie

Adelung

zinn·folie

Die Zinn-Folie , plur. die -n, zu einer dünnen Folie, einem dünnen Blättchen, geschlagenes Zinn; Blattzinn, Stagniol.

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Cotta, M. (2026). „folie". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/folie/dwb2
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Cotta, Marcel. „folie". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/folie/dwb2. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „folie". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/folie/dwb2.
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