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Fließen

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Fließen v., ntr

Bd. 2, Sp. 107b
Fließen, v. ntr. unregelm. ich fließe, du fließest (fleußest), er fließet oder fließt (fleußt); geb. Form, ich fließe, du fließest, er fließe; unlängst verg. Zeit, ich floß; geb. Form, ich flösse; Mittelw. d. verg. Zeit, geflossen; Befehlw. fließe (fleuß). 1. Mit sein, sich von einem höhern Orte nach einem niedrigern bewegen, von flüssigen und von flüssig gemachten Körpern. Das Wasser fließt immer nach den niedrigen Gegenden. Der Main fließt in den Rhein. Der Schweiß floß ihm von der Stirne. Es floß viel Blut aus der Wunde. Das Harz fließt aus den Bäumen. Die Dinte will nicht fließen, aus der Feder. Die Thränen sah ich, die auch mir geflossen. Schiller. I engerer Bedeutung versteht man unter fließendem Wasser, das Wasser in Flüssen und Bächen, zum Unterschiede vom Brunnenwasser und Seewasser. Oft heißt fließen auch nur flüssig sein. Das Wachs, das Blei, Kupfer  fließt schon. Fließendes Pech. Fließendes Gold. Uneigentlich, sich sanft bewegen, sanft und gefällig abwärts hangen  meist in der höhern Schreibart. 1) △ Von Gewändern, vom Haare, von Tönen  »— und hinter ihr weit in die Lüfte floß ein blauer, goldgestickter Mantel.« Herder. — Es sah sie Semida weinen Ob sie gleich mit dem fließenden Schleier ihr Auge bedeckte. Klopstock. »Ungekünstelt floß sein Haar von der Schulter.« Bürger. Sein langer Bart floß silberweiß Von leichenfahlen Wangen. Langbein. »Harmonische Töne flossen jetzt von ihren Lippen.« Geßner. — Schon floß der freudigen süßen Verwunderung Silberstimme — — — Klopstock. 2) Von der Zeit und von Erscheinungen in der Zeit, vergehen. Die Zeit fließt dahin. — Wie fließet so traurig Euch das Leben dahin. Zachariä. Mein Glück wird sein gleichwie des Baches Fließen. Schiller. 3) Auf eine leichte, ungezwungene und angenehme Art auf einander folgen. Die Worte fließen ihm sehr gut, sagt man von einem, der mit großer Leichtigkeit, Wortfälle spricht. Fließend sprechen, mit Fülle, ohne anzustoßen  Eine fließende Rede, in welcher die Wörter in einer natürlichen, wohlklingenden Ordnung und Verbindung stehen. Fließend schreiben. Ein fließendes Gedicht, in welchem die Ausdrücke leicht und gefällig mit einander verbunden sind, worin keine gezwungene steife Wortstellung  Statt findet. Eine fließende Größe, die ohne Zwischenräume fortgeht, zusammenhängt (eine continuirliche). 4) I den bildenden Künsten wird das Fließende dem Höckerigen und Rauhen entgegengesetzt und bedeutet sanft, gefällig. Die Umrisse der weiblichen und jugendlichen Körper sind fließend, die der männlichen gewissermaßen eckig. Fließende Umrisse. 5) Aus etwas seinen Ursprung nehmen. So etwas kann nicht aus ihrer Feder fließen. »Was für sanftes Entzücken fließt aus dir, herbstliche Gegend!« Geßner. Dann, als Folge aus etwas herkommen. Die Folgen, die daraus fließen, sind nicht zu berechnen. Dies fließt ganz natürlich aus dem Gesagten. Was fließt daraus? 6) I der Pflanzenlehre heißt ein Moosstengel fließend (fluitans), wenn er unter der Wasserfläche in wagerechter Richtung schwimmt, indem er nur in einem Punkte befestiget ist. 2. Mit haben. 1) Die im Inern enthaltene Feuchtigkeit von sich lassen. Die Quelle hat schon lange nicht mehr geflossen. »Daß die Wolken fließen und triefen sehr auf die Menschen.« Hiob 36, 28. Die Wunde fließt. »Der Leichnam fließt«, d. h. das Blut fließt aus der Wunde des Getödteten. Herder. Ein fließendes Geschwür. Fließende Augen, weinende, zuweilen auch triefende. Du dessen Augen flossen, So bald sie Zion sahn. Rammler. — — Sein Auge Floß von der jammernden Thräne. — Klopstock. 2) Schmelzen und abwärtslaufen. Das Licht fließt, wenn das Wachs oder Talg zu leicht flüssig wird, und am Lichte hinabrinnt. 3) Bei den Eisenarbeitern ist die fließende Hitze, die stärkste Hitze, welche das Eisen in dem Kohlenfeuer der Esse erhalten kann, wenn es gleichsam schon anfängt zu fließen, in welchem Zustande es zum Zusammenschweißen am geschicktesten ist, daher diese Hitze auch die Schweißhitze heißt. 4) Das Papier fließt, wenn es durchschlägt, oder wegen Mangel des Leimes die Dinte einsaugt und sich verbreiten läßt. 5) Uneigentlich nennt man den Triebsand auch fließenden Sand, weil er gleichsam auseinander fließt, wenn man darin gehet. Das Fließen. S. auch der Fluß.
4245 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fließen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Fließen , verb. irreg. neutr. ich fließe, du fließest, (Oberd. fleußest,) er fließet oder fließt, (Oberd. fleußt;) Imper…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fließen

    Goethe-Wörterbuch

    fließen vereinzelt, bes in der Frühzeit, -s(s)-Schreibung, 3.PersPl Prät u PartPrät -ß-; auch (PartPräs) subst, einmal (…

  3. modern
    Dialekt
    fliessen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    fliesse n [flièsə M. ] flössen, Holz auf dem Wasserwege aus dem Thal befördern, wie dies früher durchweg geschah. s. auc…

  4. Sprichwörter
    Fliessen

    Wander (Sprichwörter)

    Fliessen Das fliesst wie Wein aus einem hölzern Bein. Holl. : Het vloeit als een fontein uit een' bezenstok. ( Bohn I, 3…

  5. Spezial
    fließen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    flie|ßen (floss, geflossen) vb.intr. 1 (von flüssigen Stoffen) rogore (-or, rogorü), jí (vá, jü), fluí (fluësc) 2 zircol…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fliessen

25 Bildungen · 1 Erstglied · 18 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von fliessen 2 Komponenten

flies+sen

fliessen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fliessen‑ als Erstglied (1 von 1)

fliessen als Zweitglied (18 von 18)

Abfließen

Adelung

Abfließen , verb. irreg. neutr. mit dem Hülfswort seyn, S. Adelung Fließen . 1) * Von einer Höhe hinunter fließen, hinab fließen; im Hochdeu…

Anfließen

Adelung

Anfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) welches das Hülfswort seyn erfordert. 1) Sich fließend nähern, heran fließen. Das Was…

Ausfließen

Adelung

aus·fliessen

Ausfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn, heraus fließen, aus einem Orte fließen. Der Wein ist ausgef…

Befließen

Adelung

Befließen , verb. irreg. act. S. Adelung Fließen , an oder auf etwas fließen, im Fließen berühren, gleichfalls nur in der höhern Schreibart.

Durchfließen

Adelung

durch·fliessen

Durchfließen , verb. irreg. S. Adelung Fließen . Dúrchfließen. Ich fließe durch, durchgeflossen; ein Neutrum, welches das Hülfswort seyn erf…

e(n)tfliessen

Idiotikon

e(n)tfliessen Band 1, Spalte 1213 e(n)tfliessen 1,1213

Einfließen

Adelung

ein·fliessen

Einfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn, hinein fließen. 1) Eigentlich, in welchem Verstande doch di…

Entfließen

Adelung

ent·fliessen

Entfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn, sich fließend von etwas entfernen, in der höhern Schreibart…

Fortfließen

Adelung

fort·fliessen

Fortfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn. 1) Wegfließen. Das Wasser ist fortgeflossen. 2) Fortfahren…

Herausfliessen

Wander

heraus·fliessen

Herausfliessen Es fliesst heraus, als wenn der Hals mit Speck geschmiert wäre. »Ich kann solch garstige Zotten nicht loben, wenn sie gleich …

Hêrfließen

Adelung

her·fliessen

Hêrfließen , verb. irreg. neutr. S. Adelung Fließen , mit dem Hülfsworte seyn, nach dem Redenden zu fließen; im Gegensatze des hinfließen. A…

Hinfließen

Adelung

hin·fliessen

Hinfließen , verb. irreg. neutr. S. Adelung Fließen , mit dem Hülfsworte seyn, sich im Fließen von der redenden Person entfernen.

überfließen

Pfeifer_etym

ueber·fliessen

überfließen Vb. ‘eine Fläche überströmen, über den Rand laufen’, ahd. ubarfliozan (8. Jh.), mhd. übervliezen. überflüssig Adj. ‘unnötig, zwe…

Umflḯeßen

Adelung

Umflḯeßen , verb. irreg. act. (S. Adelung Fließen ,) um etwas herum fließen. Das Meer umfließt die Insel, der Fluß die Stadt. Mit Wasser umf…

Verfließen

Adelung

ver·fliessen

Verfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) welches das Hülfswort seyn erfordert, abfließen, sich fließend entfernen und zugleic…

Wégfließen

Adelung

weg·fliessen

Wégfließen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Fließen ,) sich fließend entfernen.

Zerfließen

Adelung

zer·fliessen

Zerfließen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn, aus einander fließen. Wie Wachs zerfließen. Wenn nun alle…

Zufließen

Adelung

Zufließen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit seyn. 1. Sich fließend nähern. Der Bach fließt auf mich zu. Noch häufiger. 2. F…

Ableitungen von fliessen (6 von 6)

Befließen

Adelung

Befließen , verb. irreg. act. S. Adelung Fließen , an oder auf etwas fließen, im Fließen berühren, gleichfalls nur in der höhern Schreibart.

Entfließen

Adelung

Entfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn, sich fließend von etwas entfernen, in der höhern Schreibart…

Verfließen

Adelung

Verfließen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Fließen ,) welches das Hülfswort seyn erfordert, abfließen, sich fließend entfernen und zugleic…

Zerfließen

Adelung

Zerfließen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Fließen ,) mit dem Hülfsworte seyn, aus einander fließen. Wie Wachs zerfließen. Wenn nun alle…

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APA
Cotta, M. (2026). „fliessen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fliessen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „fliessen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fliessen/campe. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fliessen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fliessen/campe.
BibTeX
@misc{lautwandel_fliessen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„fliessen"},
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