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Farbe

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Adelung
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17 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Farbe

Bd. 2, Sp. 41
Die Farbe, plur. die -n, Diminut. Färbchen. 1. Die Eigenschaft der Körper, nach welcher sie die Lichtstrahlen so zurück werfen, daß dadurch eine gewisse Empfindung in unsern Augen verursacht wird, welche sich besser empfinden als beschreiben läßt. 1) Eigentlich. Das Gras hat eine grüne, das Gold eine gelbe, das Blut eine rothe, der Schnee eine weiße, die Dinte eine schwarze, der Himmel eine blaue Farbe. Die Farbe fahren lassen, wenn sich ein Körper oder dessen Oberfläche so verändert, daß er nicht mehr eben dieselben Lichtstrahlen zurück wirft, als vorher, welches man auch verschießen nennet. Die Farbe halten, behalten. Die Farbe gehet aus, ist ausgegangen. Er urtheilet, wie der Blinde von der Farbe, ohne alle Kenntniß. Die Farbe halten, ein im gemeinen Leben üblicher figürlicher[] Ausdruck, in der Probe wahr oder echt befunden werden. Die Lügen halten die Farbe nicht. Freunde, die uns Farbe halten, welche treu, beständig sind, Günth. Wie des Gelückes Mund nicht Wort und Farbe hält, Hofmannsw. 2) In engerer Bedeutung gehöret schwarz nicht mit unter die Farben, weil es eigentlich ein Mangel aller Farbe ist. Einige Lehrer der Wapenkunst machen einen unnöthigen Unterschied unter Farben und Tincturen, und rechnen zu jenen nur roth, blau, grün und schwarz; zu diesen aber Gold und Silber, oder gelb und weiß. In noch engerm Verstande bezeichnet dieser Ausdruck die natürliche gesunde Gesichtsfarbe. Der Kranke hat alle Farbe verloren. Er bekommt wieder Farbe. Er veränderte die Farbe, ward aus Antrieb des bösen Gewissens blaß oder roth. Bey den Weißgärbern bezeichnet dieses Wort die gelbe Farbe, welche das gewalkte Leder, wenn es auf einen Haufen gesetzt wird, durch seine innere Hitze bekömmt. In der Farbe liegen, um deßwillen über einander liegen. 3) Figürlich. Immer in Einer Farbe singen, in der Musik, mit einerley Stärke oder Schwäche des Tones. 2. Diejenigen Körper, welche der Oberfläche anderer Körper diese Eigenschaft mittheilen. 1) Eigentlich. Trockene, nasse Farben, mineralische Farben. Erdfarbe, Saftfarbe. Mahlerfarbe, Öhlfarbe, Wasserfarbe, Färberfarbe u. s. f. Farben reiben, auftragen, brechen, mit andern vermischen u. s. f. Der Zeug nimmt die Farbe nicht an. Halbe Farben, gebrochene Farben, S. Mittelfarbe. Einen Zeug durch die Farbe gehen lassen, bey den Färbern, ihn in die zubereitete Farbe tauchen. 2) In engerer Bedeutung bezeichnet dieses Wort oft einzelne Arten färbender Körper. So verstehen die Buch- und Kupferdrucker unter Farbe die schwarze Farbe, mit welcher die Bücher und Kupfer gedruckt werden. 3) Figürlich, die Art und Weise, wie man eine Sache vorstellt. Man hat dich mit sehr häßlichen Farben bey mir abgemahlt. Verfolgung, Mißgunst, Haß wird ihnen Farben leihn, Weiße. Besonders, das gute Ansehen, welches man einer schlechten Sache giebt. Seinem Vorhaben eine schöne Farbe geben. Er weiß seiner Sache eine gute Farbe zu geben. Einer Sache eine Farbe, ein Färbchen anstreichen, sie von der guten Seite vorstellen. 3. Gefärbte Körper, sie mögen nun durch die Kunst oder von Natur gefärbt seyn. 1) Bey den Jägern, Köchen und Salzsiedern verstehet man unter diesem Ausdrucke das Blut. Die Köche thun Farbe an verschiedene Speisen. In den Salzwerken gießet man Farbe, d. i. Rindsblut, an das kochende Salzwasser, damit es besser schäume und sich reinige. 2) In dem Kartenspiele bezeichnet dieser Ausdruck diejenigen Karten, welche einerley Art von Zeichen führen. Diese vier Farben sind Pik, Cör, Treffle und Caro. Eine Farbe anspielen, ausspielen. Eine Farbe verleugnen, bekennen. Mit einer Farbe einstechen, d. i. stechen. In einigen Spielen druckt dieses Wort auch die herrschende Farbe eines Spieles, den Trumpf aus. 3) Die Liveree, eine größten Theils veraltete Bedeutung. Jemandes Farbe tragen. Hoffarbe, Staatsfarbe. 4. Der Ort, wo gefärbet wird. So wird die Werkstätte eines Färbers im gemeinen Leben oft die Farbe genannt. Anm. Dieses Wort lautet in der heutigen Bedeutung bey dem Kero Farauuii, bey dem Ottfried Farauui, bey dem Notker Fareuua, im 12ten Jahrhunderte Varwe und Variwa, im Dän. Farve, im Böhm. Barwa, im Pohln. Farba, im Schwed. aber Faerg. Isidors Übersetzer gebraucht es für Gestalt; Scalches[] farauua heißt bey ihm Knechtsgestalt. Wachter leitet dieses Wort von wahren, sehen, her, Ihre aber rechnet es zu dem Geschlechte des Latein. varius, welches dadurch wahrscheinlicher wird, weil in manchen alten Mundarten für Farbe nur Var und Far üblich war.
4443 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Farbe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Farbe , plur. die -n, Diminut. Färbchen. 1. Die Eigenschaft der Körper, nach welcher sie die Lichtstrahlen so zurück…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Farbe

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Farbe Färberei [ die Weim Regierung wollte das Gebäude einer Färberei zum Abriß erwerben ] Dank für die .. Nachricht, …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Farbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Farbe , im subjectiven Sinne, nennt man die specifisch verschiedenen Empfindungen, welche die von den Gegenständen zu un…

  4. modern
    Dialekt
    Farbef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Farbe f. : 1. 'Farbempfindung', Faʳb (faʳb, faÄb) [vorn. WPf NPf nördl. VPf Nordwestteil der mittl. VPf LA-Nd'hochstdt G…

  5. Sprichwörter
    Farbe

    Wander (Sprichwörter)

    Farbe 1. An der farb erkennt man das Tuch, am geschmack den Wein, am geruch die Blume, am reden den Mann. – Lehmann, 917…

  6. Spezial
    Farbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Far|be f. (-,-n) 1 corú (-usc) m. 2 (Färbung) coloraziun (-s) f. , corú (-usc) m. 3 (Gesichtsfarbe) corú (-usc) m. 4 (An…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit farbe

419 Bildungen · 348 Erstglied · 68 Zweitglied · 3 Ableitungen

farbe‑ als Erstglied (30 von 348)

Farbe(n)blīwīss

Idiotikon

Farbe(n)blīwīss Band 16, Spalte 2000 Farbe(n)blīwīss 16,2000

Farbe(n)schüsslen

Idiotikon

Farbe(n)schüsslen Band 8, Spalte 1481 Farbe(n)schüsslen 8,1481

Farbe(n)stich

Idiotikon

Farbe(n)stich Band 10, Spalte 1300 Farbe(n)stich 10,1300

Farbe(n)stëcher

Idiotikon

Farbe(n)stëcher Band 10, Spalte 1279 Farbe(n)stëcher 10,1279

Farbeäußerung

GWB

farbe·aeusserung

Farbeäußerung spezif Färbung eines Körpers wie .. sowohl unorganische als organische Naturkörper .. nach ihren F-en zu beurtheilen sein möch…

farbebringend

GWB

farbebringend für die (von Newton behauptete) Disposition der Lichtstrahlen, Farben erscheinen zu lassen ihm [ Newton ] sei es nur um die Th…

farbecht

LDWB2

farb·echt

farb|echt adj. che tëgn le corú, che ne lascia nia jö le corú, che ne destënj nia.

farbefunkelnd

DWB

farbe·funkelnd

farbefunkelnd , colore micans: schwebe rastlos ätherkostend, farbefunkelnd, du erlöster sommervogel! Platen 18 .

Farbegang

Meyers

farbe·gang

Farbegang ( Schergang ), der oberste u. stärkste Platten- oder Plankengang der Außenhaut eines Schiffes in Höhe des Oberdecks.

Farbegeben

Campe

farbe·geben

○ Das Farbegeben , des — s , o. Mz . das Geben der Farbe; dann, die Art und Weise des Auftragens der Farben auf einem Gemählde (Colorit ). G…

Farbehaus

Adelung

farbe·haus

Das Farbehaus , des -es, plur. die -häuser, im gemeinen Leben, die Werkstätte eines Färbers, S. Adelung Färberey .

Farbeigenschaft

GWB

farb·eigenschaft

Farbeigenschaft a Fähigkeit od Möglichkeit, farbig zu erscheinen F. nicht allein in Blumen sondern auch Blätter Amaranthus trikolor LA II 9B…

farbeindruck

DWB

farbe·indruck

farbeindruck , m. impressio, impulsio coloris: die einzelnen farbeindrücke können nicht verwechselt werden. Göthe 52, 310 .

Farbekünstler

GWB

farbe·kuenstler

Farbekünstler auch Farb- Meister des künstlerischen Kolorits Nur steht Latour nicht als glückliches Beispiel eines großen F-s, er ist ein bu…

farbeln

DWB

farb·eln

farbeln , färbeln , eine art karte zu spielen, bei welcher nur zusammensehende farben gelten und kein trumpf gemacht wird. Schmeller 1, 559 …

Farbematerial

GWB

farbe·material

Farbematerial einmal Farben- Tgb 3.7.09 a Färbemittel, Farbstoff haben einige Pflanzen die Eigenschaft, durch künstliche Behandlung fast dur…

farbe als Zweitglied (30 von 68)

Amarant-Farbe

Adelung

amarant·farbe

Die Amarant-Farbe , plur. inusit. eine Art der Purpurfarbe, welche der Farbe des Amarantes gleicht; Tausendschönfarbe.

Bleyfarbe

Adelung

bley·farbe

Die Bleyfarbe , plur. inus. eine bleichgraue Farbe, die der Farbe des Bleyes gleicht. Daher bleyfarbig, adj. et adv.

druckerfarbe

DWB

drucker·farbe

druckerfarbe , f. deren sich die verschiedenen drucker bedienen Rädlein 203 a , wie druckfarbe. bei den buchdruckern, kupfer- und notendruck…

eisenfarbe

DWB

eisen·farbe

eisenfarbe , f. ferrugo, color ferrugineus. bergmännisch heiszt auch so eine fette, lockerige, schwarz glimmernde masse.

feuerfarbe

DWB

feuer·farbe

feuerfarbe , f. igneus color, rubor: diese echte feuerfarbe der beängsteten sittsamkeit. Thümmel 3, 325 .

fleischfarbe

DWB

fleisch·farbe

fleischfarbe , f. color e rubicundo candicans, die natürliche farbe der menschlichen haut.

gesichtsfarbe

DWB

gesicht·s·farbe

gesichtsfarbe , f. die farbe des angesichts, wie sonst farbe allein, theil 3, 1322: Wallenstein war von groszer statur und hager, gelblicher…

glühfarbe

DWB

glueh·farbe

glühfarbe , f.; farbe eines körpers in glühendem zustande: bei manchen körpern treten ... auch andere glühfarben ( als rot-weisz ) auf, so l…

goldfarbe

DWB

gold·farbe

goldfarbe , f. 1 1) ' farbe des goldes ' ; seit dem spätahd. belegtes compositum. 1@a a) vom golde selbst: ein jedes goldt, das sehr rein un…

grundfarbe

DWB

grund·farbe

grundfarbe , f. , vor dem 17. jh. nicht bezeugt; 1 1) von grund V A leiten sich mehrere bedeutungen her; die unterste farbschicht ( vgl. gru…

haarfarbe

DWB

haar·farbe

haarfarbe , f. 1) farbe des ( menschlichen oder tierischen ) haars: auch hasen und füchse finden sich in den eisregionen, verändern dann abe…

hauptfarbe

DWB

haupt·farbe

hauptfarbe , f. franz. couleur principal, weisz, gelb, rot, blau und schwarz; an pferden schwarz, braun, rot, weisz: die schecken werden als…

hoffarbe

DWB

hoff·arbe

hoffarbe , f. farbe eines fürsten, die er die personen seines hofhalts tragen läszt. über diese farbe handelt Wackernagels aufsatz über die …

honigfarbe

DWB

honig·farbe

honigfarbe , f. color mellinus, melleus. Stieler 433 . honigfarben auch die ungiftigen saftfarben, die in den tuschkästen der kinder liegen.

hornfarbe

DWB

horn·farbe

hornfarbe , f. farbe des horns: hornfarb corneus color Maaler 231 a . auch farbe womit das horn gebeizt wird. Jacobsson 6, 117 b .

Isabéll-Farbe

Adelung

isabell·farbe

Die Isabéll-Farbe , oder Isabêllen-Farbe, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, der Nahme einer bräunlich gelben Farbe, welche aus blass…

königsfarbe

DWB

koenig·s·farbe

königsfarbe , f. couleur de roi, bleichrot Rädlein 555 b , nach Krünitz ein blau, aus blau und scharlach bereitet, auch königsblau; bei ande…

lackfarbe

DWB

lack·farbe

lackfarbe , f. farbe des lacks, auch der lackblume; farbe zu welcher man lack zusetzt; auch was lack 3.

lasurfarbe

DWB

lasur·farbe

lasurfarbe , f. farbe des lasurs oder wie lasur: lasurfarb, caeruleum, quod fit ex lapide lazuli, vulg. ultramarin Frisch 1, 582 a ; gewölb …

lauchfarbe

DWB

lauch·farbe

lauchfarbe , f. grüne farbe des lauchs: lauchfarb, color porraceus Frisch 1, 584 b .

leberfarbe

DWB

leber·farbe

leberfarbe , f. color fulvus. Stieler 433 ; hepaticus color. Nemnich 3, 133 .

Ableitungen von farbe (3 von 3)

Mißfarbe

Adelung

Die Mißfarbe , plur. die -n. 1) * Eine Mannigfaltigkeit in der Farbe, der Zustand, da ein Körper bunt ist, ohne Plural; eine veraltete Bedeu…

unfarbe

DWB

unfarbe , f. , nichtfarbe, unding von farbe: er ( Newton ) will hier dem vorwurf ausweichen, dasz er ja nicht aus allen ( körperlichen ) far…

urfarbe

DWB

urfarbe , f. , farbe mit ur- C 4 c. a) grundfarbe 1 entsprechend: streicht man aber einen solchen körper ( gold, kupfer ) an etwas gleiches …