lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Farben

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
6

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Farben

Bd. 6, Sp. 314
Farben, Lichtempfindungen, die im Auge entstehen, wenn die Sehnerven gereizt werden durch eindringende elektrische Strahlen, deren Wellenlänge zwischen 687 und 397 Millionstel Millimeter liegt (Lichtstrahlen). Nach Newton, dem Entdecker der Farbenzerstreuung (s. Dispersion), sollte jeder dieser Strahlenarten eine einfache Farbe entsprechen, was später von Goethe (»Farbenlehre«) aufs schärfste bestritten wurde und mit Recht. Wohl sind die Strahlen selbst einfach, weiter nicht mehr zerlegbar und heißen deshalb auch monochromatische Strahlen, keineswegs aber die von ihnen hervorgerufenen Farbenempfindungen; denn z. B. die Empfindung rot-gelb kann ebensogut durch die entsprechenden Strahlen des Spektrums hervorgerufen werden wie durch eine Mischung von Strahlen, von denen die einen für sich allein rot, die andern gelb erscheinen. Bei diesem Streit handelt es sich übrigens mehr um eine unklare Ausdrucksweise der ältern Physiker. Newton selbst bespricht die Entstehung der Mischfarben im ersten Buch seiner Optik (Prop. VI, Ausg. 2) in durchaus klarer Weise, wenn er auch noch nichts von elektrischer Strahlung wußte, sondern der Meinung war, die Farbenempfindungen würden veranlaßt durch winzige fortgeschleuderte Partikelchen, welche die Lichtstrahlen bilden und beim Auftreffen auf die Enden der Sehnerven diese in Schwingungen versetzen, und zwar je nach ihrer Beschaffenheit in verschiedener Weise. Um die aus gegebenen F. entstehende Mischfarbe voraus zu berechnen, ordnete er die sämtlichen Spektralfarben auf einem Kreise an, und zwar Rot von 0–61°, Orange von da bis 95°, Gelb bis 150°, Grün bis 210°, Blau bis 265°, Indigo bis 299° und Violett bis 360° (Newtons Farbenkreis). Diese Bogenlängen wählte er auf Grund eines verfehlten Vergleichs der F. mit den Tönen der Tonleiter. Vom Rande gegen die Mitte der Scheibe wurden die F. blasser, und die Mitte selbst war rein weiß. Um nun die Mischfarbe zweier oder mehrerer gegebener F. zu finden, dachte er sich an den betreffenden Stellen des Farbenkreises Gewichte im Verhältnis der Intensitäten der F. angebracht und suchte deren Schwerpunkt. Die dort angemalte Farbe mußte nach seiner Ansicht die Mischfarbe sein. Annähernd war dies auch der Fall, indes nicht genau. Da komplementäre F. oder Ergänzungsfarben (s. Gesicht) zusammen weiß geben, mußten sich auf dem Farbenkreis je zwei komplementäre F. diametral gegenüberliegen, da nur dann der gemeinsame Schwerpunkt in das Zentrum fallen kann. Dies trifft indes nicht genau zu. Maxwell suchte später die Methode zu verbessern, indem er den Kreis durch ein Dreieck mit abgerundeten Ecken ersetzte und die weiße Stelle im Innern exzentrisch legte, am weitesten entfernt von der roten Ecke, am nächsten bei der blauen. Die erforderlichen Ausdehnungen der einzelnen F. wurden durch Mischungsexperimente mit dem Farbenkreisel (Chromatometer) festgestellt (Farbendiagramm). Goethe nahm an, daß die sogen. Grundfarben oder Erstfarben (Rot, Gelb und Blau) der Maler die wahren einfachen F. seien, und setzte aus ihnen und ihren Mischfarben, den sogen. Zweitfarben: Orange, Grün, Violett, einen sechsteiligen Farbenkreis zusammen, in dem sich in der Tat Komplementärfarben gegenüberliegen. Die Konstruktion beruht aber auf dem falschen Prinzip, daß Grün die Mischfarbe von Gelb und Blau sei. Die wahre Mischfarbe von Gelb und Blau ist Weiß. Durch Mischung derjenigen Farbstoffe (Pigmente), welche die Maler gebrauchen, erhält man allerdings Grün, weil die blauen Farbstoffteilchen noch grünes Licht hindurchlassen, das auch die gelben zu durchdringen vermag. Dies ist indes nur Zufall. Bei Wahl andrer Farbstoffe könnte z. B. ebensogut Rot das Resultat der Mischung sein, wenn Rot diejenige Farbe ist, die sowohl der blaue als der gelbe Farbstoff hindurchlassen. Genau komplementäre Farbstoffe würden sogar bei der Mischung Schwarz geben, da reines Blau nicht durch die gelbe Farbe durchdringen kann. Welches die wahren Grundfarben sind, läßt sich also nicht auf diesem Wege, sondern nur durch Studien über Farbenblindheit ermitteln. Nach der Young-Helmholtzschen Theorie sind die oben genannten Zweitfarben die wirklich einfachen F., die Erstfarben dagegen Mischfarben. Nach Herings Theorie sind die Grundfarben: Rot und Grün, Gelb und Blau und Weiß und Schwarz. Beide Theorien führen wieder zum Goetheschen Farbenkreis, den man durch Einfügung weiterer Zwischenfarben noch vervollständigen kann. Für technische Zwecke z. B. wird gewöhnlich ein 30teiliger Farbenkreis verwendet. Gegen die Mitte hellen sich die F. auf, d. h. es wird ihnen in steigendem Maße Weiß beigemischt, die Sättigung vermindert, bis sie im Zentrum in reines Weiß auslaufen. Eine solche Farbenscheibe enthält indes noch nicht alle möglichen F., es fehlten darin z. B. Braun und Grau. In Wirklichkeit sind dies keine neuen F., sondern nur Abschwächungen. Grau ist abgeschwächtes, in seiner Intensität vermindertes Weiß, Braun abgeschwächtes Rotgelb. Um auch diese sogen. gebrochenen F. zu erhalten, kann man sich eine zweite Farbenscheibe anlegen, deren F. nach dem Zentrum hin in Schwarz auslaufen. Nun fehlen noch die gebrochenen ungesättigten F. Hierzu wären weitere Scheiben erforderlich, deren Zentrum mehr oder minder intensives Grau ist. Schichtet man diese Scheiben nach der Intensität des Grau im Zentrum zu einem Zylinder auseinander, so sind darin alle wirklich möglichen F. enthalten. Runges Farbenkugel ist eine ähnliche Zusammenstellung, nämlich eine Kugel, am einen Pol weiß, am andern schwarz und am Äquator mit den 30 gesättigten F. bedeckt, die nach den Polen hin in die ungesättigten, bez. gebrochenen F. übergehen. Solche Farbenzusammenstellungen sind sehr wesentlich für den Techniker, insbes. den Buchdrucker, der rasch zusammenpassende, harmonische Farbentöne auffinden soll (s. Farbenharmonie). Vgl. Dove, Darstellung der Farbenlehre (Berl. 1853); Helmholtz, Handbuch der physiologischen Optik (2. Aufl., Leipz. 1886–96); Happe, Über den physiologischen Entwickelungsgang der Lehre von den F. (das. 1877); Rood, Die moderne Farbenlehre (das. 1880); Brücke, Physiologie der F. für die Zwecke der Kunstgewerbe (2. Aufl., das. 1887); W. v. Bezold, Farbenlehre im Hinblick auf Kunst und Kunstgewerbe (Braunschw. 1874); Thiele, Farbenlehre als Hilfswissenschaft für Künstler und Industrielle (Berl. 1873); Schreiber, Die Farbenlehre für Architekten, Maler, Techniker (2. Ausg., Leipz. 1874); Häuselmann, Populäre Farbenlehre (Zürich 1882); Wouwermans, Farbenlehre für die praktische Anwendung in den Gew erben und in der Kunstindustrie (2. Aufl., Wien 1891); H. Hoffmann, Systematische Farbenlehre für die Technik, insbesondere für den Gebrauch in Buchdruckereien (Zwickau 1892); Berger, Katechismus der F. (Leipz. 1898).
6747 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    -Farben

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    -Farben , adj. et adv. welches nur in den zusammen gesetzten bleyfarben, aschfarben, rosenfarben, feuerfarben, fleischfa…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Farben

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Farben , der kirchl. Gewänder u. Geräthschaften, kennt der röm. Ritus 5 als Symbole der Gefühle, welche der Gottesdienst…

  3. modern
    Dialekt
    farbenPart.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Wossidia farben farwen färben; fābm Jac. 1, 124; farw, farwst, farwt; Prät. farwt, W farw; Part. farwt; überall langes a…

Verweisungsnetz

29 Knoten, 21 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 21 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit farben

448 Bildungen · 302 Erstglied · 144 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von farben 2 Komponenten

far+ben

farben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

farben‑ als Erstglied (30 von 302)

Farbenabstufung

GWB

farben·abstufung

Farbenabstufung Nuancierung, Gradation der Farben Wir kennen .. keine Verdunklung derselben [ der Farben ] durch Schwarz, welches immer zugl…

Farbenabteilung

GWB

farben·abteilung

Farbenabteilung -th- physische F.’: Kategorie der physischen Farben in G-s chromat System Meinen Aufsatz über entoptische Farben .. wenn Sie…

Farbenabweichung

GWB

farben·abweichung

Farbenabweichung nur in freier Übs nach Blair: (durch verschieden brechende Lichtstrahlen) an Objektivgläsern entstehende chromat Aberration…

Farbenakkorde

Meyers

Farbenakkorde , s. Farbenharmonie , S. 316.

Farbenangelegenheit

GWB

farben·angelegenheit

Farbenangelegenheit Letzterer [ Eckerm ] zeigte gar schön, wie er die F. geistreich behandelt 1) GWB Tgb 12.8.27 1) vgl Houben, G-s Eckerman…

Farbenanpassung

Meyers

farben·anpassung

Farbenanpassung . Manche Farbstoffe, z. B. Anilinfarben, werden durch Licht zerstört, indes nicht in gleicher Weise durch jede Lichtart, son…

Farbenanwendung

GWB

farben·anwendung

* Farbenanwendung für die individuelle Art der Farbgebung (unter dem kunstkrit Aspekt der Harmonie des Kolorits) GWB N3,374,11 FlH V [Meyer]…

Farbenapparat

GWB

farben·apparat

Farbenapparat idVbdg ‘entoptischer F.’: Versuchsgerät zur Erzeugung entopt Farben Tgb 15.5.19 Syn GWB Doppelapparat (sd) Gertrude Harlass G.…

Farbenapparenz

GWB

farben·apparenz

Farbenapparenz Erscheinung, Sichtbarwerden der Farben (unter best Bedingungen) Opoix scheint ein Maratianer zu seyn, die der Bewegung alle F…

farbenasche

DWB

farben·asche

farbenasche , f. das heiter geordnete zimmer ohne töchter trug überall die farbenasche weiblicher schmetterlingsflügel, bunte arbeiten und a…

Farbenaufsatz

GWB

farben·aufsatz

Farbenaufsatz mBez auf ChLFSchultz’ Aufsatz ‘Üb physiologe Gesichts- u Farbenerscheinungen’, der durch G-s Vermittlung in Schweiggers Journa…

Farbenausdruck

GWB

farben·ausdruck

Farbenausdruck farbliche Spezifikation Zeigen Metalle nun im gediegenen Zustande solche specifische Determinationen zu diesem oder jenem F.,…

Farbenausteilung

GWB

farben·austeilung

* Farbenausteilung für die (harmon) Verteilung der Farben innerhalb der Gemäldekomposition GWB N3,374,11 FlH V [Meyer] Gertrude Harlass G. H…

Farbenautotypie

Meyers

farben·autotypie

Farbenautotypie ( Chromotypie ), der Druck von Autotypien in mehreren Farben, die Herstellung von Bildern auf der Buchdruckpresse mittels au…

farbenbad

DWB2

farben·bad

farbenbad n. (zu DWB2 B 1 ): 1843 Karmarsch/H. techn. wb. 1,656. 1941 Bauer zellwolle 109.

Farbenbehandlung

GWB

farben·behandlung

Farbenbehandlung 4 von 6 Belegen bezogen auf den Abschnitt GWB N3,108ff FlH II für die künstlerische Farbgebung, das Kolorit des Malers, sow…

Farbenbekenntnis

GWB

farben·bekenntnis

Farbenbekenntnis -ß wohl mBez auf die antinewton Position JFGauthiers in der Auseinandersetzung über die Farbentstehung [ s GWB N4,160—171 ]…

Farbenbenennung

GWB

farben·benennung

Farbenbenennung 6 von 15 Belegen in od mBez auf Riemers Beitrag zur Farbenterminologie der Griechen u Römer GWB N3,56,1—61,23 FlH I für die …

Farbenbeobachtung

GWB

farben·beobachtung

Farbenbeobachtung Ihre F. mit dem gelben Glase 1) ist sehr artig GWB B12,25,15 Schiller 29.1.97 1) vgl Schillers Br v 27.1.97 Gertrude Harla…

farben als Zweitglied (30 von 144)

amethystfarben

GWB

amethyst·farben

amethystfarben auch ‘-farb’ GWB N5 2 ,108,8 [ Taufe in der Familie des Marienbader Arztes Dr.Heidler ] Zum Geschenk erhielt die Wöchnerin ei…

anfarben

MeckWB

Wossidia anfarben -w- anfärben 1. trans. : dat Schrank mit gäl Farw Lu Ludwigslust@Tewswoos TewsW ; mit Saffran anfarwt Reut. 3, 111; in übe…

ASCHERFARBEN

DWB2

ascher·farben

DWB2 ASCHERFARBEN adj. DWB2 mhd. aschervar. zu äscher 1 . dem farbton der asche entsprechend: DWB2 ⟨1130/40⟩ an deme tunkelen tage. so ist d…

Befarben

Campe

○ Befarben , v. trs. bei den Mahlern, die Farben jede auf ihren Ort auftragen, worauf das Auftragen der Mittelfarben, das Verschmelzen der F…

BEIGEFARBEN

DWB2

beige·farben

DWB2 BEIGEFARBEN adj. : DWB2 DWB2 1880 anzug von beigefarbenem .. indischen battist salon f. lit., kunst u. gesellsch. 1146. 1988 die mitess…

BRAUNFARBEN

DWB2

braun·farben

DWB2 BRAUNFARBEN adj. DWB2 zuss. mit DWB2 braun adj. DWB2 von brauner farbe: 1885 das blonde oder rothe gelock der vandalen floß nieder auf …

bronzefarben

DWB2

bronze·farben

bronzefarben adj. : 1832 Wiegmann/R. zool. 142. 2010 st. galler tagbl. (3.2.), IdS‐arch.

Complementärfarben

Herder

Complementärfarben , Ergänzungsfarben, eine Art Gelb und Blau, die vereinigt ein reines Weiß geben.

Deckfarben

Herder

deck·farben

Deckfarben , sind solche, welche beim Auftragen auf andere Farben dieselben decken oder nicht durchscheinen lassen, somit aus körperhaftem M…

dotterfarben

DWB2

dotter·farben

dotterfarben adj. : 1557 totterfarb Heuszlin vogelb. 97 a . 1668 Francisci lustgarten 622 a .

DRAPPFARBEN

DWB2

drapp·farben

DWB2 DRAPPFARBEN adj. DWB2 zuss. mit frz. drap m. ‘tuch ’. im öst., sandfarbig: DWB2 1828 Rappelkopf in einem drapfarben reiseüberrock Raimu…

DUNKELFARBEN

DWB2

dunkel·farben

DWB2 DUNKELFARBEN adj. DWB2 wie dunkelfarb adj.: DWB2 1696 dunckel-farbenen marmor Goldmann/ S. civil-bau-kunst ( 1699 ) 1,115. H. Rahnenfüh…

einfarben

DWB2

einfar·ben

einfarben adj. : 1420 ain .. ainvarbe tuech handelsakten ma., neuzeit 10,71 ak. 1865 Brehm thierleben ( 1864 ) 2,181.

erbsenfarben

DWB2

erbse·n·farben

erbsenfarben adj. : 1773 Pörner vers. (1772)3,77. ⟨1970⟩ Simmel Jimmy (1971) 19.

erdbeerfarben

DWB2

erdbeerfarben adj. : ⟨1936⟩ Zuckmayer ges. w. (1960)2,17.

eselsfarben

DWB2

esel·s·farben

eselsfarben adj. : 1565 Heyden Plinius 341. ⟨1855⟩ Freytag (1886)4,430.

feuerfarben

DWB

feuer·farben

feuerfarben , schlechte form statt feuerfarb: ein allerliebstes röckchen von feuerfarbenem atlas mit spitzen eingefaszt. Möser 9, 126 ; vom …

Ableitungen von farben (2 von 2)

Befarben

Campe

○ Befarben , v. trs. bei den Mahlern, die Farben jede auf ihren Ort auftragen, worauf das Auftragen der Mittelfarben, das Verschmelzen der F…