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EKEL

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

EKEL m.

Bd. 7, Sp. 1196
EKEL m.  (1) mnd. ēikel, wohl wien. ækel, schwed. äckel aus dem hd. entlehnt abl. von ekel adj.; vgl. bair. heikel m. neben heikel adj. (2) die geminationsform vor 1750 noch häufiger als bei ekel adj. und im 19. jh. noch länger bezeugt: 1855 eckel Riehl naturgesch. (1854) 3,205. – bis anfang 17. jhs. gelegentlich eine var. ei(c)kel. (3) das omd. wort schon im 16. jh. vereinzelt in obd. texten und wörterbüchern bei dem Straßburger Golius jedoch bezeichnenderweise als neutr. (4) dieses genus sonst nur für aus norddt. mda. stammendes (s-plur.!) ekel 3 bezeugt. 1 heftiger widerwille. der widerwillen erweckende gegenstand als präpositional-, bis ende 18. jhs. auch als gen.-attribut. häufigste präposition ist vor. a durch sinneseindrücke hervorgerufenes gefühl der übelkeit bis zum brechreiz; auch als übersättigungsempfindung entsprechend ekel adj. 2 1517 fastidium siue nausea ekel Trochus prompt. N 6b. 1573 zu essen er jhn gab so viel / das sie dafuͤr ein eckel hetten Lobwasser psalter Oo 4b. ⟨1656⟩ der magen so er verletzet ist, wird erkandt durch stetiges brechen, eckel ab der speiß J. Schmid speculum (1675)528. 1764 kleine mißgeschaffene zwerge, bey deren blossen anblick ich vor eckel hätte ohnmächtig werden mögen Wieland don Sylvio 2,472. 1832 mit einer unheilbaren ansteckenden, oder grossen ekel erregenden krankheit behaftet kirchenordn. Russland 63 S. 1960 Franziska haßte es, in zügen die toilette zu benutzen, aber .. sie überwand ihren ekel Andersch d. rote 16. b abscheu; überdruß: 1523 du solt eyn ekel vnd grewel daran (an götzenbildern) haben Luther bibel 8,584 W. 1631 so speyen sie (die juden) auch für grossem eckel vber solchem namen (Jesu) allweg auß Hörnigk juden-artzt G 7b. 1753 die allerbekannteste wahrheiten müssen .. bis zum eckel widerholt werden Creutz seele 1,5. 1778 voller eckel über meinen jetzigen beruf, der auf nichts hinausgieng, als ewig geld zu machen Merck schr. 1,103 W. 1860 so wandte ich mich von diesem geschlechte, das die zukunft dieses großen volkes tragen sollte, mit .. ekel ab Gervinus leben (1893)235. 1974 frau dr. Leumann würdigt ihn keiner antwort. das gibt es: heiligen ekel Muschg Albisser 226. 2 gegenstand des widerwillens; seltener: 1524 weyl .. bey unser zeyt eyn grosser eckel ist, eyne verruͦckte zu nemen Luther w. 15,168 W. 1669 viel lachen ist mir selbst ein eckel Grimmelshausen continuatio 6 Sch. ⟨1936⟩ als menschliches wrack, .. sich selbst und der mitwelt ein ekel Zeiss/R. hygiene (1937)184. 3 unangenehmer mensch; meist als schimpfwort: 1781 wird auch als ein gemeines scheltwort gebraucht, du ekel Dähnert platt.-dt. wb. 104a. 1851 sie hatte dem alten ‘ekel’, wie sie ihn mit städtischem putzmacherischen ausdruck nannte, geschmeichelt Gutzkow ritter (1850)7,427. 1926 weil ein oder zwei ekels die ganze übrige gesellschaft verhetzt hatten Schoenaich Damaskus 110. 1974 männer ohne untugenden sind widerliche ekel Bamm schöpfung 195. 4 vereinzelt auch empfindlichkeit; hochmut; behutsamkeit. entsprechend ekel adj. 3 1572 derwegen ich jhnen (einen bericht) auch nicht vmb etlicher wenig eckel willen verwerffen wollen Spangenberg mansfeld. chr. 1,5a. 1644 die früchte wird das feld mit eckel aufferziehen Augspurger Montchrestien, schäfferey 136. 1755 ist sie noch unverheirathet, so wird ihr ekel so lange wählen, bis sie endlich die verzweiflung nöthigt, sich dem ersten, dem besten manne in die arme zu werfen Rabener sat. schr. (1751)4,380. Maak
3452 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    EKEL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    EKEL s. ECKEL.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    (ekel

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    (ekel, Eichel.)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êkel

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Der Êkel , des -s, plur. car. 1) Eigentlich, diejenige unangenehme Empfindung, welche vorher gehet, wenn man sich überge…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ekel

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Ekel vereinzelt -ck- 1 Abscheu, Widerwille, Abneigung a sinnl [ verschimmeltes Brot ] War es aber auch nicht vergiftet, …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ekel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ekel , Widerwillen gegen Speisen, Getränke, bestimmte Gerüche u. Gegenstände. Er geht häufig vom Magen aus, ist mit Brec…

  6. modern
    Dialekt
    Ekel

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Ekel [Ékl Hi. ; Èkl Mb. Str. K. Z. Wörth Ndrbetschd. Lohr ] m. Ekel. En E. han an eps Ekel vor etwas empfinden. Er het e…

  7. Spezial
    Ekel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ekel m. (-s) 1 sgriciada (-des) f. 2 (Übelkeit) sgric m. 3 (Abscheu) spiso (-si) m. , averjiun (-s) f. 4 (Überdruss) des…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ekel

91 Bildungen · 43 Erstglied · 46 Zweitglied · 2 Ableitungen

ekel‑ als Erstglied (30 von 43)

ekelhaft

SHW

ekel-haft Band 2, Spalte 177-178

Ekel (Adj.)

Wander

Ekel (Adj.) Ekel (Adj.). Wer ekel ist, muss manch guten Bissen entbehren. – Simrock, 2021; Körte, 1089; Kirchhofer, 150.

ekelbegrif

DWB

ekel·begrif

ekelbegrif , m. fastidiosa informatio: so war er ( Diderot ) es denn auch, der, wie Rousseau, von dem geselligen leben einen ekelbegrif verb…

Ekelbegriff

GWB

ekel·begriff

Ekelbegriff Diderot .. der, wie Rousseau, von dem geselligen Leben einen E. verbreitete 28,65,3 DuW 11 Caroline Vollmann C. V.

ekelblume

DWB2

ekel·blume

ekelblume f. volkstümliche bezeichnung der stapeliagewächse wegen ihres aasartigen geruchs: 1907 Meyers konv.-lex. 6,693 a . 1959 eckelblume…

ekelbringend

DWB2

ekelbringend adj. : 1766 allg. dt. bibl. 2,2,134.

ekelentēr

KöblerMnd

ekelentēr , M. nhd. wilde Rose, Hagebutte Hw.: s. ekeltēr, egeltēr, egelentēr E.: s. egeltēr L.: MndHwb 1, 522 (ekeltēr/ekelentēr)

ekelerfüllt

RDWB1

ekelerfüllt (nicht immer "исполненный отвращения" oder "с отвращением") гадливый, гадливо, с гадливым выражением лица

ekelerregend

LDWB2

ekel|er|re|gend adj. (ekelhaft, ekelig) da sgricé, sgriciorus (-sc, -rosa), desgustus (-sc, -tosa), detestabl (-i, -a).

ekelgeister

DWB

ekel·geister

ekelgeister , spiritus abominandi. Henisch, der diesen ausdruck 787, 40 beibringt, musz ihn an irgend einer stelle gelesen haben, er fällt a…

ekelgeruch

DWB

ekel·geruch

ekelgeruch , m. odor foedus: wenn sie ekelgeruch auf das rauchfasz streute, hätte sie die zihim und ohim damit aus der wüste forträuchern kö…

ekelhaft

DWB

ekel·haft

ekelhaft , fastidiose: Lamettries ekelhaft lachendes gesicht. J. P. Hesp. 1, 76.

EKELHAFTIG

DWB2

ekel·haftig

EKELHAFTIG adj. älter nhd. zuweilen neben ekelhaft adj. nach mitte 18. jhs. auf die mda. beschränkt. 1 ekelerregend zu ekelhaft adj. 1 1664 …

Ekelhaftigkeit

GWB

ekelhaftig·keit

Ekelhaftigkeit für wiss Unredlichkeit Einer der .. nicht anerkennen will, was ich in meiner Farbenlehre .. geleistet .. muß doch zuletzt, wa…

ekelich

DWB

ekel·ich

ekelich , eklich , fastidiosus, wozu man das vorhin angeführte mhd. erklich halte, die schreibung ekelig ist zu verwerfen, wie adelig, tadel…

Êkelig

Adelung

Êkelig , -er, -ste. adj. et adv. welches mit dem Beyworte ekel einerley Bedeutung hat, aber nur im gemeinen Leben gebraucht wird. 1) Ekel er…

ekelkur

DWB

ekel·kur

ekelkur , f. ihre ( der zeit ) kurmethode ist gewöhnlich die ekelkur. J. P. dämm. 100.

Êkelnahme

Adelung

ekel·nahme

Der Êkelnahme , des -n, plur. die -n, im gemeinen Leben, ein Schimpfnahme, ein Beynahme, welchen man jemanden aus Verachtung oder zur Beschi…

ekelname

DWB

ekel·name

ekelname , m. cognomen infame, scheltname, spitzname, beiname, oname, mhd. âname: sîn rëhter name was Riwalîn, sîn âname was Kanêlengres. Tr…

ekel als Zweitglied (30 von 46)

Menetekel

RDWB1

Menetekel n (таинственный) знак беды, дурное предзнаменование Ich lasse unsere heiligen Flaggenfarben von dem Mast wehen dem Volke ein Befre…

Achterhäkel

MeckWBN

achter·haekel

Wossidia Achterhäkel f. die zweitgrößte Hechel des Reifers und Seilers Ro Rostock@Kröpelin Kröp ; Syn. Middelhäkel; s. Abb. Reiper 1 (Bd. 5,…

Aftogghäkel

MeckWBN

Wossidia Aftogghäkel f. wie Groffhäkel (N) Wi Wismar@Neukloster NKlost .

Ankerschäkel

MeckWBN

anker·schaekel

Wossidia Ankerschäkel m. Verbindungsglied, mit dem der Anker an der Kette befestigt ist, vgl. Abb. Bd. 5, 1221: Wo. Seem. 1, 64.

Bökel

Adelung

boe·kel

Der Bökel , Bökeln u. s. f. Siehe im P.

brȫkel

MNWB

brȫkel , adj. , gebrechlich, zerbrechlich, vergänglich.

bōmhekel

KöblerMnd

bōmhekel , M. nhd. Specht ÜG.: lat. merops Hw.: vgl. mhd. boumheckel E.: s. bōm W.: s. nhd. (ält.) Baumhäckel, M., Baumhäckel, Baumhacker, S…

Finhäkel

MeckWBN

fin·haekel

Wossidia Finhäkel f. Hechel des Reifers und Seilers mit eng stehenden, dünnen und niedrigen Zinken, s. Reiper 1 (Bd. 5, 849).

Groffhäkel

MeckWBN

Wossidia Groffhäkel f. die stärkste Hechel des Reifers und Seilers Ro Rostock@Kröpelin Kröp ; Wi Wismar@Neukloster NKlost ; vgl. Reiper 1 (B…

Grützjökel

Adelung

gruetz·joekel

Der Grützjökel , des -s, plur. inus. im Bergbaue, eine Benennung eines ganz grünen Vitrioles, welcher aus dem Gesteine tröpfelt, und sich wi…

Häkel

Adelung

hae·kel

Das Häkel , des -s, plur. ut nom. sing. welches eigentlich das Diminut. von dem Worte Haken, für Häklein, ist, einen kleinen Haken zu bezeic…

Inklorhäkel

MeckWBN

Wossidia Inklorhäkel f. beim Inkloren benutzte Hechel des Reifers Ro Rostock@Kröpelin Kröp .

Karnhäkel

MeckWBN

karn·haekel

Wossidia Karnhäkel f. die feinste Hechel des Seilers, s. Reiper 1 (Bd. 5, 849).

knȫkel

MNWB

knȫkel (knockel) , knuckel Knöchel.

krekel

KöblerMnd

kre·kel

krekel , Sb. Vw.: s. krikel (2)

Lîmgekel

Wander

Lîmgekel Et äs e Lîmgekel. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 32, 19. Gekel (wol mit gaukeln zusammenhängend) = Spielpuppe; Lîmgekel = Le…

Markhäkel

Adelung

mark·haekel

Das Markhäkel , des -s, plur. ut nom. sing. im Forstwesen einiger Gegenden, ein Nahme des Waldhammers, womit die angewiesenen Bäume gemarket…

Middelhäkel

MeckWBN

middel·haekel

Wossidia Middelhäkel f. seilersprl. wie Achterhäkel Wi Wismar@Neukloster NKlost ; vgl. Reiper 1 (Bd. 5, 850).

Päkel

Adelung

pa·kel

Der Päkel , ein im Nieders. für Bökel, Salzbrühe, übliches Wort, S. Adelung Bökel .

partekel

MNWB

part·ekel

° partekel , m. : Gruppe von Menschen, Partei (Nd. Jb. 21, 104: Berliner Totentanz).

pêkprēkel

MNWB

pek·prekel

° pêkprēkel , m. : metallene Spitze eines Spießes oder eines anderen Geräts zum Stechen, „ Pekprekel alse dat korte iseren in deme peke stim…

pökel

DWB

poe·kel

pökel , m. salzbrühe, aufgenommen aus nd. pekel ( s. pickel 2): pöckel, salzwasser in welchem fische und fleisch eingemacht werden. Hübner n…

Ableitungen von ekel (2 von 2)

unekel

DWB

unekel Lenz 2, 211 . —

verekelung

DWB

verekelung , f. das erregen von widerwillen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ekel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ekel/dwb2
MLA
Cotta, Marcel. „ekel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ekel/dwb2. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ekel". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ekel/dwb2.
BibTeX
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