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Êkel

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
27 in 19 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Êkel

Bd. 1, Sp. 1782
Der Êkel, des -s, plur. car. 1) Eigentlich, diejenige unangenehme Empfindung, welche vorher gehet, wenn man sich übergeben will; die Übelkeit. Einen Ekel bekommen. Der Ekel ist wieder vergangen. Jemanden einen Ekel verursachen, eine Neigung zum Erbrechen bey ihm erregen. Noch mehr aber, 2) in weiterer Bedeutung, ein sinnlicher Abscheu gegen solche Gegenstände, welche durch den Geschmack und Geruch empfunden werden, weil sie ein Erbrechen, folglich auch einen Ekel in der eigentlichsten Bedeutung, erregen können. Einen Ekel vor gewissen Arten von Speisen haben. Einen Ekel vor etwas bekommen. Dieser Ekel entstehet nicht nur von gewissen dem Geschmacke und Geruche widerwärtigen Dingen, sondern auch von einem Übermaße der Sättigung, weil man sich auch bis zum Ekel satt essen kann, so daß man vor allen Arten von Speisen einen Ekel empfindet. Vermöge einer sehr gewöhnlichen Verbindung der Begriffe können auch Gegenstände, die durch das Gesicht, durch das Gefühl und durch das Gehör empfunden werden, einen Ekel erwecken. Körper, welche widerwärtig weich anzufühlen sind, häßliche, scheusliche Gegenstände für das Gesicht, öftere Mißtöne und lauter Consonanzen können figürlich gleichfalls einen Ekel erwecken; obgleich in Ansehung des Gehöres die Figur ein wenig hart zu seyn scheinet. Bis zum Eckel häßlich seyn. Jemanden mit Ekel ansehen. In allen diesen Fällen druckt Ekel den hohen Grad eines sinnlichen Abscheues aus. Nach einer noch weitern Figur, gebraucht man dieses Wort, 3) auch von einem hohen Grade des geistigen Abscheues, des Unwillens, Widerwillens. Und meine Seele wird an euch Ekel haben, 3 Mos. 26, 30. Daß ihre Seele an meinen Satzungen Ekel gehabt hat, V. 43. Darum hatte er einen Ekel wider Israel, 1 Kön. 11, 25. Doch ist die Wortfügung mit den Vorwörtern an und wider im Hochdeutschen ungewöhnlich. 4) Ein Gegenstand, welcher sinnlichen, noch mehr aber geistigen Ekel erwecket. Dein Betragen, deine Aufführung ist mir ein Ekel. Anm. Im Nieders. lautet dieses Wort Ekern, bey dem Pictorius Erkung, der auch das Beywort erklich, für ekelig, und das[] Zeitwort erkeln, für Ekel erwecken, hat. Die Neigung zum Erbrechen ist wohl die erste Bedeutung dieses Wortes, und da kann es füglich als eine Onomatopöie angesehen werden. Doch lässet es sich auch zu der zahlreichen Familie des Wortes Eg, Eck, rechnen, da es denn die stechende oder drückende Empfindung ausdrucken würde, welche man bey dem Ekel in dem Magen empfindet, S. Ekeln und Jucken. Die Ensylbe -el ist bloß die Ableitungssylbe. In der heutigen Bedeutung kommt es bey den alten Schriftstellern nicht vor, indem diese Mazleidi, von Mazze, Speise, Unwille u. s. f. für Ekel, und maßleidig, unwillig, für Ekel empfindend gebrauchen. Dagegen findet sich von des Kero Zeiten an Ege, Ekiso, Egiso, sehr häufig für Schrecken, egan, für schrecken, drohen, egebare, ekislih, für fürchterlich, schrecklich. Ob auch das Hebr. בחל und געל, ekeln, und געל, der Ekel, hierher gehöret, mögen andere entscheiden. Ist Ekel eine Nachahmung des mit der Neigung zum Erbrechen verbundenen Schalles, so sind sie gewiß verwandt. Was die Rechtschreibung dieses Wortes betrifft, so lautet das erste E im Hochdeutschen durchgängig wie ein gedehntes Ä. Es ist also unrichtig, wenn man es, wie häufig geschiehet, Eckel schreibet; dieses würde ein geschärftes E voraus setzen.
3351 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    EKEL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    EKEL s. ECKEL.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    (ekel

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    (ekel, Eichel.)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êkel

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Der Êkel , des -s, plur. car. 1) Eigentlich, diejenige unangenehme Empfindung, welche vorher gehet, wenn man sich überge…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ekel

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Ekel vereinzelt -ck- 1 Abscheu, Widerwille, Abneigung a sinnl [ verschimmeltes Brot ] War es aber auch nicht vergiftet, …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ekel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ekel , Widerwillen gegen Speisen, Getränke, bestimmte Gerüche u. Gegenstände. Er geht häufig vom Magen aus, ist mit Brec…

  6. modern
    Dialekt
    Ekel

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Ekel [Ékl Hi. ; Èkl Mb. Str. K. Z. Wörth Ndrbetschd. Lohr ] m. Ekel. En E. han an eps Ekel vor etwas empfinden. Er het e…

  7. Spezial
    Ekel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ekel m. (-s) 1 sgriciada (-des) f. 2 (Übelkeit) sgric m. 3 (Abscheu) spiso (-si) m. , averjiun (-s) f. 4 (Überdruss) des…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ekel

91 Bildungen · 43 Erstglied · 46 Zweitglied · 2 Ableitungen

ekel‑ als Erstglied (30 von 43)

ekelhaft

SHW

ekel-haft Band 2, Spalte 177-178

Ekel (Adj.)

Wander

Ekel (Adj.) Ekel (Adj.). Wer ekel ist, muss manch guten Bissen entbehren. – Simrock, 2021; Körte, 1089; Kirchhofer, 150.

ekelbegrif

DWB

ekel·begrif

ekelbegrif , m. fastidiosa informatio: so war er ( Diderot ) es denn auch, der, wie Rousseau, von dem geselligen leben einen ekelbegrif verb…

Ekelbegriff

GWB

ekel·begriff

Ekelbegriff Diderot .. der, wie Rousseau, von dem geselligen Leben einen E. verbreitete 28,65,3 DuW 11 Caroline Vollmann C. V.

ekelblume

DWB2

ekel·blume

ekelblume f. volkstümliche bezeichnung der stapeliagewächse wegen ihres aasartigen geruchs: 1907 Meyers konv.-lex. 6,693 a . 1959 eckelblume…

ekelbringend

DWB2

ekelbringend adj. : 1766 allg. dt. bibl. 2,2,134.

ekelentēr

KöblerMnd

ekelentēr , M. nhd. wilde Rose, Hagebutte Hw.: s. ekeltēr, egeltēr, egelentēr E.: s. egeltēr L.: MndHwb 1, 522 (ekeltēr/ekelentēr)

ekelerfüllt

RDWB1

ekelerfüllt (nicht immer "исполненный отвращения" oder "с отвращением") гадливый, гадливо, с гадливым выражением лица

ekelerregend

LDWB2

ekel|er|re|gend adj. (ekelhaft, ekelig) da sgricé, sgriciorus (-sc, -rosa), desgustus (-sc, -tosa), detestabl (-i, -a).

ekelgeister

DWB

ekel·geister

ekelgeister , spiritus abominandi. Henisch, der diesen ausdruck 787, 40 beibringt, musz ihn an irgend einer stelle gelesen haben, er fällt a…

ekelgeruch

DWB

ekel·geruch

ekelgeruch , m. odor foedus: wenn sie ekelgeruch auf das rauchfasz streute, hätte sie die zihim und ohim damit aus der wüste forträuchern kö…

ekelhaft

DWB

ekel·haft

ekelhaft , fastidiose: Lamettries ekelhaft lachendes gesicht. J. P. Hesp. 1, 76.

EKELHAFTIG

DWB2

ekel·haftig

EKELHAFTIG adj. älter nhd. zuweilen neben ekelhaft adj. nach mitte 18. jhs. auf die mda. beschränkt. 1 ekelerregend zu ekelhaft adj. 1 1664 …

Ekelhaftigkeit

GWB

ekelhaftig·keit

Ekelhaftigkeit für wiss Unredlichkeit Einer der .. nicht anerkennen will, was ich in meiner Farbenlehre .. geleistet .. muß doch zuletzt, wa…

ekelich

DWB

ekel·ich

ekelich , eklich , fastidiosus, wozu man das vorhin angeführte mhd. erklich halte, die schreibung ekelig ist zu verwerfen, wie adelig, tadel…

Êkelig

Adelung

Êkelig , -er, -ste. adj. et adv. welches mit dem Beyworte ekel einerley Bedeutung hat, aber nur im gemeinen Leben gebraucht wird. 1) Ekel er…

ekelkur

DWB

ekel·kur

ekelkur , f. ihre ( der zeit ) kurmethode ist gewöhnlich die ekelkur. J. P. dämm. 100.

Êkelnahme

Adelung

ekel·nahme

Der Êkelnahme , des -n, plur. die -n, im gemeinen Leben, ein Schimpfnahme, ein Beynahme, welchen man jemanden aus Verachtung oder zur Beschi…

ekelname

DWB

ekel·name

ekelname , m. cognomen infame, scheltname, spitzname, beiname, oname, mhd. âname: sîn rëhter name was Riwalîn, sîn âname was Kanêlengres. Tr…

ekel als Zweitglied (30 von 46)

Menetekel

RDWB1

Menetekel n (таинственный) знак беды, дурное предзнаменование Ich lasse unsere heiligen Flaggenfarben von dem Mast wehen dem Volke ein Befre…

Achterhäkel

MeckWBN

achter·haekel

Wossidia Achterhäkel f. die zweitgrößte Hechel des Reifers und Seilers Ro Rostock@Kröpelin Kröp ; Syn. Middelhäkel; s. Abb. Reiper 1 (Bd. 5,…

Aftogghäkel

MeckWBN

Wossidia Aftogghäkel f. wie Groffhäkel (N) Wi Wismar@Neukloster NKlost .

Ankerschäkel

MeckWBN

anker·schaekel

Wossidia Ankerschäkel m. Verbindungsglied, mit dem der Anker an der Kette befestigt ist, vgl. Abb. Bd. 5, 1221: Wo. Seem. 1, 64.

Bökel

Adelung

boe·kel

Der Bökel , Bökeln u. s. f. Siehe im P.

brȫkel

MNWB

brȫkel , adj. , gebrechlich, zerbrechlich, vergänglich.

bōmhekel

KöblerMnd

bōmhekel , M. nhd. Specht ÜG.: lat. merops Hw.: vgl. mhd. boumheckel E.: s. bōm W.: s. nhd. (ält.) Baumhäckel, M., Baumhäckel, Baumhacker, S…

Finhäkel

MeckWBN

fin·haekel

Wossidia Finhäkel f. Hechel des Reifers und Seilers mit eng stehenden, dünnen und niedrigen Zinken, s. Reiper 1 (Bd. 5, 849).

Groffhäkel

MeckWBN

Wossidia Groffhäkel f. die stärkste Hechel des Reifers und Seilers Ro Rostock@Kröpelin Kröp ; Wi Wismar@Neukloster NKlost ; vgl. Reiper 1 (B…

Grützjökel

Adelung

gruetz·joekel

Der Grützjökel , des -s, plur. inus. im Bergbaue, eine Benennung eines ganz grünen Vitrioles, welcher aus dem Gesteine tröpfelt, und sich wi…

Häkel

Adelung

hae·kel

Das Häkel , des -s, plur. ut nom. sing. welches eigentlich das Diminut. von dem Worte Haken, für Häklein, ist, einen kleinen Haken zu bezeic…

Inklorhäkel

MeckWBN

Wossidia Inklorhäkel f. beim Inkloren benutzte Hechel des Reifers Ro Rostock@Kröpelin Kröp .

Karnhäkel

MeckWBN

karn·haekel

Wossidia Karnhäkel f. die feinste Hechel des Seilers, s. Reiper 1 (Bd. 5, 849).

knȫkel

MNWB

knȫkel (knockel) , knuckel Knöchel.

krekel

KöblerMnd

kre·kel

krekel , Sb. Vw.: s. krikel (2)

Lîmgekel

Wander

Lîmgekel Et äs e Lîmgekel. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 32, 19. Gekel (wol mit gaukeln zusammenhängend) = Spielpuppe; Lîmgekel = Le…

Markhäkel

Adelung

mark·haekel

Das Markhäkel , des -s, plur. ut nom. sing. im Forstwesen einiger Gegenden, ein Nahme des Waldhammers, womit die angewiesenen Bäume gemarket…

Middelhäkel

MeckWBN

middel·haekel

Wossidia Middelhäkel f. seilersprl. wie Achterhäkel Wi Wismar@Neukloster NKlost ; vgl. Reiper 1 (Bd. 5, 850).

Päkel

Adelung

pa·kel

Der Päkel , ein im Nieders. für Bökel, Salzbrühe, übliches Wort, S. Adelung Bökel .

partekel

MNWB

part·ekel

° partekel , m. : Gruppe von Menschen, Partei (Nd. Jb. 21, 104: Berliner Totentanz).

pêkprēkel

MNWB

pek·prekel

° pêkprēkel , m. : metallene Spitze eines Spießes oder eines anderen Geräts zum Stechen, „ Pekprekel alse dat korte iseren in deme peke stim…

pökel

DWB

poe·kel

pökel , m. salzbrühe, aufgenommen aus nd. pekel ( s. pickel 2): pöckel, salzwasser in welchem fische und fleisch eingemacht werden. Hübner n…

Ableitungen von ekel (2 von 2)

unekel

DWB

unekel Lenz 2, 211 . —

verekelung

DWB

verekelung , f. das erregen von widerwillen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ekel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ekel/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „ekel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ekel/adelung. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ekel". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ekel/adelung.
BibTeX
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