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Jucken

ahd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
27 in 23 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Jucken

Bd. 2, Sp. 1442
Jucken, verb. reg. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, den ersten und leichtesten Grad des Schmerzens verursachen, welches von[] salzigen Feuchtigkeiten geschiehet, wenn sie die Nervenfäserchen unter der Haut reitzen; eine Empfindung, welche das Mittel zwischen einer angenehmen und schmerzhaften Empfindung ist. Es wird als ein unpersönliches Zeitwort und zwar am häufigsten mit der vierten Endung der Person gebraucht. Die Haut, der Fuß, der Finger juckt mich, ich habe diese Empfindung an der Haut, an dem Fuße, an dem Finger. Nun juckt mich das Schienbein abscheulich, Gell. Auch ohne Person. Die Wunde juckt, verursacht diese Empfindung. Sie kratzt sich, so lange ihre Haut noch juckt. Figürlich, doch nur im gemeinen Leben. Der Buckel juckt ihn, sagt man von jemanden, der gleichsam nach Schlägen ringet; die Ohren jucken ihn, wenn jemand eine unruhige Begierde nach Neuigkeiten blicken lässet. Oft wird es auch mit der dritten Endung der Person gebraucht. Nach dem ihnen die Ohren jucken, 2 Timoth. 4, 3. Daher das Jucken, des -s, plur. car. diese Empfindung selbst, und in engerer Bedeutung, besonders in Niedersachsen, die Krätze. 2. Als ein Activum, eine juckende Stelle reiben oder kratzen, doch nur im gemeinen Leben. Wenn sich das Kind oft in der Nase juckt so hat es Würmer. Ich will dich jucken. Sprichw. Jucken und Borgen thut nur kurze Zeit wohl. Anm. Im Nieders. jöken, im Holländ. jeuken, im Engl. to yuck, im gemeinen Leben der Hochdeutschen auch jücken. Es gehöret zu dem Geschlechte des Wortes Eck, und dem veralteten ecken, stecken, brennen, wovon es vermittelst des vorgesetzten j gebildet worden. S. Ecke und Ekel. Um deßwillen ist auch die vierte Endung der Person bey dem Neutro richtiger als die dritte, weil jucken eigentlich ein thätiges Zeitwort ist, welches als solches die vierte Endung erfordert.
1897 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    juckensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    jucken sw. v. , mhd. jucken, nhd. jucken, jücken; as. jukkian ( vgl. Holthausen, As. Wb. S. 40 ), mnd. joken, mnl. joken…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    juckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    jucken swv. ib. jucken, mich jucket Helbl. ; kitzeln, streicheln, daʒ Eisengrein gejucket hiet Greduln hant in ganzer li…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    juckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    jucken , sw. V. Vw.: s. jȫken (1) L.: Lü 165b (jucken)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Jucken

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Jucken , verb. reg. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, den ersten un…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    jucken

    Goethe-Wörterbuch

    jucken Umlaut in einem Drittel der Belege, subst Inf B1,127,27 ; überwiegend in übertragener u redensartlicher Verwendun…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Jucken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Jucken (pruritus) eigenthümliche, zum Kratzen veranlassende Empfindung der Haut, theils Symptom verschiedener Hautkrankh…

  7. modern
    Dialekt
    jucken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    jucke n [jùkə allg. ] 1. zucken, zusammenfahren, aufspringen, sich abwenden O. s het ih ne e Hornüss e l gstoche n , mai…

  8. Sprichwörter
    Jucken

    Wander (Sprichwörter)

    Jucken 1. Da, es mich iückt, da darff ichs nit krawen. – Franck, II, 133 a ; Gruter, I, 10. 2. Es ist ein böses Jucken, …

  9. Spezial
    Jucken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Ju|cken n. (-s) beca (beches) f. , pizia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit jucken

8 Bildungen · 6 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

jucken‑ als Erstglied (6 von 6)

Juckendon

RhWB

jucken·don

Jucken-don -dūn Trier-Welschbillig m.: der Hauptbalken, der den Juck 1 a trägt.

jucken II

RhWB

jucken II schw.: -uk- spielen, tändeln Dür-Stdt ; -o- scherzh. lügen, aufschneiden Klev , Rees ; -ø- Rees-Brünen . — Abl.: die Juckerei, dat…

Juckenleiter

RhWB

jucken·leiter

Jucken-leiter (s. S.) [ juk- Bitb-Fliessem ] Verbr. wie Juck 1 a f.: die senkrecht zum Juck 1 a hinaufführende L.

Juckenloch

RhWB

jucken·loch

Jucken-loch (s. S.) Verbr. wie Juck 1 a [ jūk- Trier-Olk ) n.: in der Mitte des Juck 1 a befindliches L., aus dem die Garben auf die Tenne h…

juckentī

KöblerAhd

juckentī , st. F. (ī) Vw.: s.<b> </b>jukkentī*

jucken als Zweitglied (1 von 1)

e(n)tjucken

Idiotikon

e(n)tjucken Band 3, Spalte 39 e(n)tjucken 3,39

Ableitungen von jucken (1 von 1)

verjucken

PfWB

ver-jucken , ver-juckeln , ver-juckern schw. : = verjubeln , ve (r) jucke [verbr.], -juckele [ NW-Ruppbg ], -juckere [ BZ-Hofstätt ]. Er hot…