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Jucken

ahd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
27 in 23 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Jucken

Bd. 10, Sp. 325
Jucken, eine eigentümliche Empfindung auf der äußern Haut, auch auf gewissen Partien der Schleimhaut, die zum Kratzen, Reiben und Schaben reizt. Man unterscheidet das J. (Pruritus), das sich bei mannigfachen Hautkrankheiten, Reiz durch Ungeziefer, Gelbsucht, zum Teil auch ohne nachweisbare Ursachen einstellt, von einem selbständig ohne unmittelbare Störungen auftretenden Hautleiden, dem Prurigo (Juckblattern, Juckausschlag). Bei dem letztern finden sich auf der Haut flache, stecknadelknopf- bis hirsekorngroße, heftig juckende Knötchen, die sehr bald durch den infolge des Kratzens entstehenden Hautausschlag verdeckt werden. Das Leiden befällt vor allem die Streckseiten der Beine, auch der Arme; Kopf und Rumpf bleiben meistens frei. Der Juckreiz pflegt sehr heftig zu sein, besonders nachts, so daß die Kranken durch den Mangel an Ruhe körperlich und geistig herunterkommen. Die Prurigo tritt fast ausnahmslos in der Kindheit auf, schwerere Fälle sind sehr hartnäckig, die Mehrzahl ist leichterer Natur und völliger Heilung (durch Naphtholsalbe u. a.) zugänglich. Im Gegensatz zu diesen Juckblattern ist das J. häufiger eine zwar sehr lästige, aber doch mehr nebensächliche Begleiterscheinung zahlreicher andrer krankhafter Vorgänge. J. ist in hohem Grade vorhanden bei vielen parasitären Erkrankungen der Haut, z. B. bei Krätze, bei Anwesenheit von Kleiderläusen, der Erntemilbe (Leptus autumnalis), bei Nesselsucht, die manchmal (im Sommer) durch Raupenhaare verursacht ist, ferner ist bei Gelbsucht durch den Reiz der in der Haut abgelagerten Gallenbestandteile oft qualvolles J. vorhanden; die äußern Geschlechtsteile sind bei Zuckerharnruhr oft infolge des rasch in Zersetzung übergehenden zuckerhaltigen Harns Sitz starken Juckreizes, auch bei andern Krankheiten (z. B. Nierenleiden, Verdauungsstörungen) oder ohne jede erkennbare Ursache kann J. vorhanden sein. Diese letztern ohne sichtbare Hautveränderungen einhergehenden Fälle von J. stellen den eigentlichen Pruritus dar, der meist bei völlig normal aussehender, später freilich oft mit Kratzspuren bedeckter Haut vorkommt. Es ist entweder ein allgemeines, über den ganzen Körper verbreitetes oder ein örtliches Übel. Besonders häufig leiden Greise an Pruritus. Das qualvolle J. kann in Anfällen auftreten oder mehr dauernd vorhanden sein und durch Schlaflosigkeit und Erschöpfung gefährlich werden. Das Leiden ist oft langwierig, die Heilung schwierig. Salben, warme Bäder, Kleienbäder, Waschungen mit Karbol- oder Mentholspiritus haben sich am besten bewährt.
2539 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    juckensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    jucken sw. v. , mhd. jucken, nhd. jucken, jücken; as. jukkian ( vgl. Holthausen, As. Wb. S. 40 ), mnd. joken, mnl. joken…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    juckenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    jucken swv. ib. jucken, mich jucket Helbl. ; kitzeln, streicheln, daʒ Eisengrein gejucket hiet Greduln hant in ganzer li…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    juckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    jucken , sw. V. Vw.: s. jȫken (1) L.: Lü 165b (jucken)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Jucken

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Jucken , verb. reg. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, den ersten un…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    jucken

    Goethe-Wörterbuch

    jucken Umlaut in einem Drittel der Belege, subst Inf B1,127,27 ; überwiegend in übertragener u redensartlicher Verwendun…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Jucken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Jucken (pruritus) eigenthümliche, zum Kratzen veranlassende Empfindung der Haut, theils Symptom verschiedener Hautkrankh…

  7. modern
    Dialekt
    jucken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    jucke n [jùkə allg. ] 1. zucken, zusammenfahren, aufspringen, sich abwenden O. s het ih ne e Hornüss e l gstoche n , mai…

  8. Sprichwörter
    Jucken

    Wander (Sprichwörter)

    Jucken 1. Da, es mich iückt, da darff ichs nit krawen. – Franck, II, 133 a ; Gruter, I, 10. 2. Es ist ein böses Jucken, …

  9. Spezial
    Jucken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Ju|cken n. (-s) beca (beches) f. , pizia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit jucken

8 Bildungen · 6 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

jucken‑ als Erstglied (6 von 6)

Juckendon

RhWB

jucken·don

Jucken-don -dūn Trier-Welschbillig m.: der Hauptbalken, der den Juck 1 a trägt.

jucken II

RhWB

jucken II schw.: -uk- spielen, tändeln Dür-Stdt ; -o- scherzh. lügen, aufschneiden Klev , Rees ; -ø- Rees-Brünen . — Abl.: die Juckerei, dat…

Juckenleiter

RhWB

jucken·leiter

Jucken-leiter (s. S.) [ juk- Bitb-Fliessem ] Verbr. wie Juck 1 a f.: die senkrecht zum Juck 1 a hinaufführende L.

Juckenloch

RhWB

jucken·loch

Jucken-loch (s. S.) Verbr. wie Juck 1 a [ jūk- Trier-Olk ) n.: in der Mitte des Juck 1 a befindliches L., aus dem die Garben auf die Tenne h…

juckentī

KöblerAhd

juckentī , st. F. (ī) Vw.: s.<b> </b>jukkentī*

jucken als Zweitglied (1 von 1)

e(n)tjucken

Idiotikon

e(n)tjucken Band 3, Spalte 39 e(n)tjucken 3,39

Ableitungen von jucken (1 von 1)

verjucken

PfWB

ver-jucken , ver-juckeln , ver-juckern schw. : = verjubeln , ve (r) jucke [verbr.], -juckele [ NW-Ruppbg ], -juckere [ BZ-Hofstätt ]. Er hot…